
Deutschland- Basiszins: 1,00%
- Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 6 Monate

Niederlande- Basiszins: 1,80%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate

Deutschland- Basiszins: 0,50%
- Aktionszins: 2,55% - gilt für die ersten 10 Monate
720 Euro Jahresgebühr für ein Girokonto. Revolut verlangt das für sein Ultra-Abo und verspricht im Gegenzug Leistungen im Wert von über 4.500 Euro. Klingt nach einem guten Deal. Doch wer genau hinschaut, merkt schnell: Den versprochenen Gegenwert holt nur heraus, wer das Paket konsequent ausreizt. Für Vielreisende kann die Rechnung aufgehen. Für alle anderen ist es schlicht zu viel.
Kernstück des Angebots ist der unbegrenzte Zugang zu mehr als 1.000 Flughafen-Lounges weltweit über den DragonPass – inklusive Speisen und Getränken. Dazu kommen monatlich bis zu 2.000 Euro gebührenfreie Bargeldabhebungen weltweit sowie unbegrenzter Währungsumtausch ohne Aufschlag von Montag bis Freitag und an Wochenenden.
Das Versicherungspaket umfasst eine Reisekrankenversicherung, eine Mietwagenversicherung sowie einen Stornierungs- und Veranstaltungsschutz.
Wichtig: Das Ultra-Paket enthält keinen klassischen Reiserücktrittsschutz. Eine Absicherung, die greift, wenn man eine gebuchte Reise vor Antritt wegen Krankheit oder eines unvorhergesehenen Ereignisses stornieren muss, ist nicht enthalten. Was das Paket bietet, ist ein Stornierungsschutz für bereits angetretene Reisen und Veranstaltungen: Muss eine Reise oder ein Event abgebrochen werden, erstattet Revolut bis zu 70 Prozent der Kosten, maximal 5.000 Euro pro Jahr. Wer kurz vor Reiseantritt erkrankt, ist mit dem Ultra-Paket also nicht automatisch abgesichert.
Die Reiseversicherung greift beim Ultra bereits ab einer Verspätung von vier Stunden, beim Metal- und Premium-Abo erst nach acht Stunden. Alle Versicherungsleistungen gelten jedoch nur, wenn Flug und Unterkunft mit der Revolut-Karte bezahlt wurden.
Weitere enthaltene Extras sind monatlich 3 GB globale eSIM-Daten in über 100 Ländern, bis zu zehn gebührenfreie Wertpapier-Trades pro Monat sowie das RevPoints-Bonusprogramm mit einem Punkt pro ausgegebenem Euro – die höchste Sammelrate im gesamten Revolut-Portfolio. Punkte lassen sich im Verhältnis 1:1 in Vielfliegerprogramme wie Flying Blue, Avios oder Turkish Miles & Smiles transferieren.
Außerdem enthält das Ultra-Paket eine Reihe digitaler Abonnements, die für bestimmte Nutzer einen erheblichen Zusatzwert darstellen können. Dazu zählen unter anderem eine Premium Digital Subscription der Financial Times, das NordVPN Complete-Paket, Uber One sowie Perplexity Pro – ein KI-gestützter Suchdienst, der regulär rund 20 Euro im Monat kostet und Ultra-Kunden für die gesamte Laufzeit ihres Abos kostenfrei zur Verfügung steht.
Trotz des umfangreichen Leistungspakets gibt es einige Punkte, die kritisch zu bewerten sind. Revolut bietet keinen Dispokredit und vor allem keine Girocard – für Nutzerinnen und Nutzer, die regelmäßig bei deutschen Behörden oder an nicht Mastercard-kompatiblen Automaten zahlen müssen, kann letzteres problematisch sein. Der telefonische Kundensupport ist ausschließlich auf Englisch verfügbar.
Ein wichtiger Hinweis zur Sicherheit: Die Einlagensicherung bei Revolut läuft nicht über die deutsche, sondern über die litauische Einlagensicherung – Revolut besitzt seine Banklizenz in Litauen. Einlagen sind zwar ebenfalls bis zu 100.000 Euro geschützt, doch im Ernstfall kann der Weg zur Entschädigung länger dauern als bei einer deutschen Bank. Zudem liegt das S&P-Länderrating von Litauen bei A, Deutschland kommt auf ein sogenanntes Triple-A-Rating.
Der beworbene Vorteilswert von 4.500 Euro basiert laut Revolut auf Nutzungsdaten britischer und europäischer Bestandskunden aus den Jahren 2023 und 2024 – Nutzungsprofile, die nicht zwingend auf alle deutschen Kundinnen und Kunden zutreffen. Wer die Lounge-Zugänge selten nutzt oder kaum ins Ausland reist, holt aus dem Paket deutlich weniger heraus.
Die ehrliche Antwort lautet: für eine vergleichsweise kleine Gruppe. Wer mehrmals im Jahr fliegt, regelmäßig Lounges aufsucht und viel Bargeld im Ausland benötigt, kann mit dem Ultra-Abo tatsächlich sparen – insbesondere, wenn man bedenkt, dass eine vergleichbare Lounge-Mitgliedschaft allein schon einen erheblichen Teil der Ultra-Jahresgebühr ausmacht.
Wer hingegen ein solides Reisekonto ohne die Premiumextras sucht, findet bei günstigeren Revolut-Modellen wie dem Metal-Abo für 13,99 Euro oder dem Premium-Abo für 7,99 Euro pro Monat oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch klassische Premium-Kreditkarten wie die American Express Platinum – ebenfalls ab 60 Euro monatlich – bieten ein vergleichbares Leistungsniveau, jedoch als echte Kreditkarte, mit Partnerkarte und ohne Einschränkung auf eine Debitkarte.
Wer die hohe Jahresgebühr des Revolut Ultra scheut oder andere Schwerpunkte setzt, findet auf dem deutschen Markt durchaus vergleichbare Alternativen.
Zum gleichen Preis wie das Ultra-Abo bietet die Amex Platinum eine echte Kreditkarte statt einer Debitkarte sowie Zugang zu über 1.550 Lounges weltweit inklusive Begleitperson – beim Revolut Ultra ist Gästen der Eintritt nur kostenpflichtig möglich. Dazu kommen 200 Euro jährliches Reiseguthaben, ein umfassendes Versicherungspaket inklusive klassischem Reiserücktrittsschutz und das Membership-Rewards-Bonusprogramm. Ein Nachteil: Für Bargeldabhebungen am Automaten fallen vier Prozent Gebühr an (mindestens fünf Euro) – das Revolut Ultra ist hier klar im Vorteil. Die Amex Platinum eignet sich besonders für Reisende, die Wert auf Hotelvorteile und einen Kreditrahmen legen.
Wer primär Meilen für Lufthansa-Flüge sammeln möchte, kommt an der Miles & More Gold Credit Card kaum vorbei. Für zwei Euro Kartenumsatz gibt es eine Prämienmeile. Das enthaltene Versicherungspaket umfasst Reisekranken-, Reiserücktritts- und Mietwagenversicherung. Zu beachten ist allerdings: Einen eigenen Lounge-Zugang bietet die Karte nicht – der ist nur über einen Vielfliegerstatus oder ein Business-Class-Ticket möglich. Zudem fallen für Fremdwährungsumsätze 1,95 Prozent Gebühr an, was sie für Reisen außerhalb der Eurozone weniger attraktiv macht. Seit Oktober 2025 wird die Karte von der Deutschen Bank herausgegeben.
Die günstigste der drei Alternativen richtet sich an digital-affine Nutzerinnen und Nutzer, die ein modernes Allround-Konto mit soliden Reiseleistungen suchen. Das Versicherungspaket wird von der Allianz Assistance bereitgestellt und deckt Reisekranken-, Reiserücktritts-, Gepäck- und Smartphone-Schutz ab. Bargeldabhebungen sind weltweit gebührenfrei, im Inland bis zu achtmal pro Monat kostenlos. Einen Lounge-Zugang bietet N26 Metal nur einmal pro Jahr kostenfrei über Priority Pass, danach kostet jeder weitere Besuch 30 Euro. Für Meilensammler ist das Modell ungeeignet – ein Bonusprogramm ist nicht vorhanden.
Das Revolut Ultra ist kein schlechtes Produkt, es ist ein spezialisiertes. Die 720 Euro Jahresgebühr lassen sich rechtfertigen, aber nur unter einer konkreten Bedingung: Wer mindestens sechs- bis achtmal pro Jahr fliegt, regelmäßig Lounges nutzt und die enthaltenen Digitalabos wie Perplexity Pro oder NordVPN ohnehin abonnieren würde, kommt mit dem Ultra-Paket günstiger weg als mit vergleichbaren Einzelleistungen. Wer gelegentlich reist oder ein solides Alltagskonto sucht, ist mit einem günstigeren Revolut-Modell oder einer deutschen Direktbank besser bedient. Unbedingt prüfen sollten Interessierte außerdem den Versicherungsschutz: Was das Paket suggeriert und was es tatsächlich leistet, liegt beim Thema Reiserücktritt weiter auseinander, als der Produktname vermuten lässt.

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