Zinsentwicklung

Die Festgeldzinsen springen erneut nach oben

Rudolf Krux
Redakteur
Aktualisiert am: 12.10.2026

Auf einen Blick

  • Die Festgeldzinsen haben im September über alle Laufzeiten hinweg einen Satz nach oben gemacht. Mittlere und lange Laufzeiten waren besonders stark betroffen.
  • Wichtigster Grund dürfte der ebenfalls starke Anstieg bei den Finanzmarkt-Renditen sein.
  • In den kommenden Monaten könnte es weiter aufwärts gehen.
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Pressebild: Grenke Bank
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Nach März gab es im September bei den Festgeldzinsen den zweiten größeren Sprung nach oben in diesem Jahr.

Die Festgeldzinsen haben gerade ihren zweiten größeren Zinssprung in diesem Jahr gemacht. Die Zinswende scheint so schnell kein Ende zu nehmen. Getrieben wird die Entwicklung von den Finanzmärkten, wo die Renditen ebenfalls auf immer neue Höchststände klettern.

Wie sich die Zinsen gerade entwickeln, woran das liegt und was es für Sie bedeutet, erfahren Sie hier.

Der zweite große Anstieg dieses Jahr

Über alle Laufzeiten hinweg haben die Festgeldzinsen im September einen weiteren Satz nach oben gemacht:

Am deutlichsten war der Anstieg bei mittleren und langen Laufzeiten. Fünfjähriges Festgeld wirft laut Biallo-Index sogar fast 0,30 Prozentpunkte mehr Zinsen ab als noch Anfang September. Das ist für diesen Zeitraum viel, weil sich die Festgeldzinsen normalerweise eher langsam, aber beständig, in eine Richtung entwickeln, wie auch die obige Grafik zeigt.

Entsprechend zeigt sich ein Anstieg bei Festgeldzinsen vor allem über mehrere Monate hinweg. Gegenüber März dieses Jahres beträgt der Anstieg schon mehr als 0,60 Prozentpunkte. Das ist eine Größenordnung, die sich auch im Geldbeutel bemerkbar macht: 2,73 statt 2,11 Prozent Zinsen (12. Oktober gegenüber 01. März 2026). Bei den besten Festgeldern über fünf Jahre gibt es bereits deutlich über 3,50 Prozent – etwa bei Myntro, willbe oder auch der deutschen Grenke Bank.

Die Zinsen könnten noch länger steigen

Getrieben wird die Entwicklung derzeit weniger von der Europäischen Zentralbank (EZB) als vielmehr von den Finanzmärkten, die klassischen Zinspapieren immer höhere Renditen zuschreiben. Der jüngste Anstieg hier zeigt sich beispielsweise an der deutschen Bundesanleihe:

Die Festgeldzinsen folgen diesen Renditen oft mit etwas Verzögerung. So sorgte auch schon der letzte Zinssprung im März für deutlich steigende Festgeldzinsen. Während sich die Bundesanleihe in den folgenden Monaten auf dem neuen Niveau einpendelte, schlossen die Festgelder aber erst nach und nach auf. Insofern ist es durchaus möglich, dass auch der aktuelle Anstieg an den Finanzmärkten die Festgeldzinsen noch über Monate hinweg weiter steigen lässt.

Die aktuellen Finanzmarkt-Renditen hängen – neben steigender Staatsverschuldung und höheren Risiko-Prämien – mit den Erwartungen an die allgemeine Preisentwicklung zusammen. Und hier setzt sich zunehmend die Erwartung einer längerfristig hohen Inflation durch. In diese Richtung äußerte sich nicht zuletzt auch EZB-Präsidentin Lagarde beim vergangenen Zinsentscheid.

Noch im Sommer sind die Experten und auch die von biallo.de befragten Banken davon ausgegangen, dass die Zinsen etwa zum Jahresende ihren Gipfel erreichen, danach vielleicht sogar schon wieder fallen. Jetzt sieht es so aus, als könnte die aktuelle Hochzinsphase noch ein gutes Stück länger dauern.

Das können Sie jetzt tun

Für Sparerinnen und Sparer ist die Lage durchaus komfortabel. Vor allem beim Festgeld ist derzeit keine Eile angesagt. Gerade lange Laufzeiten gilt es, nicht voreilig abzuschließen – und wenn, dann am besten kombiniert mit kurzen Laufzeiten.

Wer die aktuelle Lage erstmal abwarten will, kann die kommenden Monate gut mit attraktiven Aktions-Angeboten beim Tagesgeld überbrücken. Die Zahl der Angebote, bei denen vier Prozent und mehr für einige Monate garantiert sind, ist allein letzte Woche von fünf auf sieben gestiegen, wie unser Tagesgeld-Vergleich zeigt.

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 12.10.2026
Schreibt seit etlichen Jahren schwerpunktmäßig über das Thema Geldanlage mit all seinen Facetten. In der Vergangenheit arbeitete er als (Finanz-) Redakteur für verschiedene Websites und Blogs (unter anderem für Check24 und Utopia.de). Seine Leser möchte er vor allem darin unterstützen, wichtige Anlageentscheidungen selbstständig zu treffen.

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