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Auf einen Blick
  • Die Zahl der digitalen Vermögensverwalter ist in den vergangenen Jahren massiv angestiegen. 

  • Dabei fällt auf, dass sich Kosten und Performance der einzelnen Anbieter teils deutlich unterscheiden.

  • Woran sich Anleger bei der Suche nach dem für sie passenden Geldroboter orientieren können, zeigen die Robo-Tests verschiedener Medien.
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Die digitale Vermögensverwaltung ist auf dem Vormarsch. Während es vor ein paar Jahren hierzulande nur eine Handvoll von ihnen gab, sind es inzwischen rund 40 Stück. Das Prinzip: Eine Software fragt beim Kunden persönliche Einstellungen wie Anlagehorizont und Risikobereitschaft ab. Anhand dieser Angaben schlägt die auf Algorithmen basierende Anwendung dem Nutzer ein Portfolio vor. Hinter den Anlagestrategien stecken etablierte finanzwissenschaftliche Portfoliotheorien.

 

Robo Advisor ist nicht gleich Robo Advisor

Digitale Vermögensverwalter unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Deshalb ist es sinnvoll, bei einem Vergleich verschiedene Kategorien zu berücksichtigen. Aber auch hier ist es nicht so einfach, „den ultimativ Besten“ herauszufiltern. Natürlich spielt die bisherige Performance der von den Geldrobotern geschaffenen und verwalteten Portfolios eine wichtige Rolle. Gleichwohl sollten Anleger auch auf Kriterien wie Gebühren, Produkt- oder Serviceangebot der einzelnen Anbieter schauen. Dass ein Robo-Advisor bisher für eine erfreuliche Wertentwicklung eines Depots gesorgt hat, bietet ja noch keine Garantie dafür, dass dies auch in Zukunft so sein wird.

Wir haben uns Robo-Advisor-Tests von etablierten Finanzpublikationen aus diesem und dem vergangenen Jahr angesehen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht allerdings nicht, da „alle Tests aus allen Medien“ allein schon quantitativ den Rahmen sprengen würden. Andererseits bekommt man als Anleger eine gute Übersicht, welcher Robo-Advisor was bietet und welcher Geldroboter jüngst gut bis sehr gut abgeschnitten hat. Darüber hinaus haben wir bei der Darstellung der verschiedenen Kategorien die Performance der Besten unter die Lupe genommen.

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Welche Anbieter haben besonders oft bei Tests gewonnen?

Bei den betrachteten Tests in „Finanztest“, „Wirtschaftswoche“ und "Handelsblatt", belegt ein Anbieter in allen Tests einen oberen Platz: Quirion. Das ist die digitale Vermögensverwaltung der Quirin Privatbank. Der Konkurrent Ginmon schneidet in den Tests von Handelsblatt und Wirtschaftswoche gut ab. Ganz vorne landen in jeweils unterschiedlichen Tests auch die Robos von GrowneyScalableWhitebox und Smavesto.

Wir haben die in den Medien getesteten Robo-Advisor, die besonders gut abgeschnitten haben, in verschiedene Kategorien unterteilt. Die meisten Robos nutzen börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Ausnahme ist die Kategorie „Bester Aktien Robo Advisor“: Da es nur zwei Robos gibt, die ausschließlich in Einzeltitel wie Aktien oder Anleihen investieren, haben wir auch nur diese beiden Anbieter unter die Lupe genommen.

 

Finanztest – Ausgabe 7/2021: „Geld anlegen mit dem Roboter“

Welche Anbieter wurden getestet?

Die Fachzeitschrift Finanztest prüft regelmäßig und umfassend Robo-Advisor. Die Experten der Redaktion nahmen für ein Portfolio von 40.000 Euro insgesamt diese 23 Geldroboter unter die Lupe:

Haben Anbieter gefehlt?

Nicht dabei waren unter anderem:

Was waren die Testkriterien?

Finanztest legte sich auf einen Musterkunden mit einem mittleren Risikoprofil fest. Anschließend sah sich die Redaktion die Anlageempfehlungen der digitalen Vermögensverwalter an. Hierbei vergab Finanztest Qualitätsurteile von „Sehr gut“ bis „Mangelhaft“ ab. Das größte Gewicht bei der Vergabe der Noten wurde auf die Produkt- und Kosteninformationen gelegt. Zwar hat sich Finanztest auch die Renditen der Portfolios angeschaut, diese jedoch nicht in die Bewertung eingebracht. Ein naheliegender Grund dafür ist, dass es viele Robos noch nicht so lange gibt und deshalb noch keine valide Bewertung mit mittel- bis langfristiger Anlagedauer möglich ist.

Wer waren die Testsieger?

In einem Modellfall ging es bei Finanztest um die Anlage von 40.000 Euro. Dabei hat Quirion am besten abgeschnitten und die Note Eins knapp verfehlt (Note: 1,6). Punkten konnte Quirion vor allem mit Informationen zu Produkten und Kosten. Die jährlichen Kosten des Robos sind zudem mit 0,48 Prozent des Anlagevolumens sehr niedrig. Auf Platz zwei rangiert Growney (Note: 1,8), bei dessen Robo 0,68 Prozent an Gebühren anfallen. Nummer Drei ist Robin (Note: 2,3), der auf eine jährliche Kostenquote von 0,75 Prozent kommt.

 

Wirtschaftswoche: „Die besten Robos für Sparpläne“ (13.04.2022)

Die Wirtschaftswoche hat im April 2022 Robo-Advisor mit Sparplänen getestet. Unter die Lupe nahm das Magazin dabei sowohl klassische als auch nachhaltige Sparpläne. Damit erfasse man die beiden wichtigsten Trends bei den Robos, heißt es im Testbericht. Denn bereits mehr als die Hälfte der Robo-Kunden investiere ihr Geld in einen Sparplan. Und: Immer öfter wählten die Kunden dabei eine nachhaltige Strategie für Ihre Geldanlage.

Welche Anbieter wurden getestet? 

Was waren die Testkriterien?

Zusammen mit der FMH Finanzberatung hat die Wirtschaftswoche insgesamt 24 Robo-Advisor analysiert. Bei den klassischen Sparplänen umfasst der Test 19 Robos, bei den nachhaltigen Sparplänen sind es 16. Bewertet wurden dabei die Anzahl der Strategien, die Mindestsparrate und die Service-Gebühren. Außerdem floss in das Rating ein, wie hoch die Erstanlage ohne Sparplan mindestens sein muss – und ob man auch einen Sparplan einrichten kann, ohne eine Einmalanlage tätigen zu müssen. Je größer dabei die Anzahl der Strategien ist und je geringer die Erstanlage, die Mindestsparrate und die Service-Gebühr sind, desto besser fällt das Ergebnis aus. Auch die Möglichkeit eines Sparplans ohne Einmalanlage wirkt sich positiv aus. Die Performance der Robo-Advisor wird in dem Test nicht bewertet.

Wer waren die Testsieger?

Vier Anbieter erreichten bei den klassischen Anlagestrategien ein „sehr gut“. Ganz vorne liegt Quirion. Der Robo-Advisor hat mit 0,48 Prozent der Anlagesumme eine der niedrigsten Service-Gebühren im Test. Die Erstanlage ohne Sparplan ist ab einem Euro möglich und es gibt zehn Anlagestrategien. Ebenso viele hat der Zweiplatzierte Ginmon. Allerdings liegt die Service-Gebühr mit 0,75 Prozent deutlich höher. Die Mindestsparrate beträgt hier 50 Euro, bei Quirion sind es 25 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen Scalable Capital und Whitebox – ebenfalls mit einem „sehr gut“. Bei Whitebox besticht im Test vor allem die mit 0,35 Prozent sehr niedrige Service-Gebühr.

Bei den nachhaltigen Robo-Advisors liegt der Anbieter Evergreen mit einem „sehr gut“ auf Platz eins. Großer Vorteil des Robos: Es wird keine Servicegebühr fällig. Die digitale Vermögensverwaltung verfügt außerdem über zehn Anlagestrategien, man kann ab einem Euro anlegen – und auch die Mindestsparrate liegt bei einem Euro. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen auch bei den nachhaltigen Strategien Ginmon, Scalable Capital und Whitebox. Sie erhalten ebenfalls die Note „sehr gut“. Bei allen Anbieter mit „sehr gut“ ist die Eröffnung eines Sparplans ohne Einmalanlage möglich.

 

Handelsblatt: „Das sind die besten Robo-Advisor, die bei der Anlage helfen“

Im Oktober vergangenen Jahres (16.10.2021) hat das Handelsblatt Robo-Advisors verglichen. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich dabei über ein knappes Jahr: von 30. September 2020 bis 31. August 2021. Die Robos mussten am Anfang dieser Zeitspanne (im Oktober 2020) die zweite Corona-Welle überstehen. Danach ging es an den Börsen stetig aufwärts.

Welche Anbieter wurden getestet?

  • Bevestor
  • Cominvest
  • Easyfolio
  • Fidelity Health Expert
  • Fintego
  • Growney
  • Minveo
  • Openbank Wealth
  • Pixit
  • Quirion
  • Raisin Invest
  • Robin
  • Smavesto
  • Solidvest
  • VTB Invest
  • Whitebox

Was waren die Testkriterien

 Auch das Handelsblatt zog für seinen Test die FMH Finanzberatung zurate. Getestet wurden klassische Robo-Advisor mit einer ausgewogenen Strategie. Der Aktienanteil beträgt dabei 45 bis 60 Prozent. Nachhaltige Strategien waren nicht Teil des Tests. Insgesamt wurden 22 Anbieter ausgewertet. Im Ranking listet das Handelsblatt dann 16 Robos auf. Kriterien für die Bewertung im Test sind die Performance und die Gesamtkosten im Zeitraum zwischen dem 30. September 2020 und dem 31. August 2021. Betrachtet wurden die Kosten pro Jahr für Depotwerte von 10.000 Euro und 50.000 Euro. Sowohl bei der Performance als auch bei den Gesamtkosten gibt es dabei große Unterschiede. Die Rendite der Robos reicht für den betrachteten Elf-Monats-Zeitraum von 9,7 Prozent bis zu stattlichen 23,8 Prozent. Und auch die Kosten unterscheiden sich deutlich: Für ein Depot mit einem Volumen von 10.000 Euro reichen sie von 33 Euro bis 140 Euro im Jahr.

Wer waren die Testsieger?

Vier Anbieter wurden in dem Test mit der Note „sehr gut“ bewertet. Ganz vorne landet Smavesto. Der Robo der Sparkasse Bremen schneidet zwar bei den Kosten eher bescheiden ab. Dafür weist er bei der Performance den besten Wert auf: In den elf Monaten erzielte Smavesto eine Rendite von 23,8 Prozent. Das sei „umso beachtlicher, da das untersuchte Smavesto-Portfolio nicht zu hundert Prozent aus Aktien besteht“, heißt es in dem Testbericht. Smavesto arbeitet – ähnlich wie die meisten anderen Robos – mit ETFs.

Auf den Rängen zwei bis vier landeten in dem Test die Robo-Advisor Fidelity Wealth Expert (mit einer Rendite von 21,6 Prozent), Quirion (15,9 Prozent) und Ginmon (19,0 Prozent). Günstigster Robo der „sehr guten“ Anbieter ist Quirion mit Kosten von 48 Euro jährlich bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro. Zum Vergleich: Smavesto verlangt dafür eine jährliche Gebühr von 100 Euro. Die gute Performance des Robos macht das aber wett..

 

Fazit: Auf die Bewertungs-Kriterien achten

Die Robo-Tests der genannten Medien legen unterschiedliche Maßstäbe für die Bewertung der digitalen Vermögensverwaltungen an. So stehen bei der Stiftung Warentest die Produkt- und Kosteninformationen im Vordergrund. Bei der Wirtschaftswoche sind es die Anzahl der Strategien, aus denen Anleger bei einem Robo-Advisor auswählen können, und die Möglichkeit, kostengünstig und einfach einen Sparplan abschließen zu können. Das Handelsblatt legt dagegen bei seinem Test die klassischen Kriterien Kosten und Performance zugrunde.

Es ist daher wichtig, darauf zu achten, welche Kriterien die einzelnen Tests zur Bewertung heranziehen. Anlegerinnen und Anleger sollten sich klarmachen, was für sie selbst bei einer digitalen Geldanlage das Entscheidende ist: Soll der Robo möglichst kostengünstig sein, viele Anlagestrategien aufweisen und diese auch transparent darstellen? Oder spielt doch die Performance die entscheidende Rolle? Um die Rendite der Robo-Advisor jeweils aktuell zu vergleichen, nutzen Sie am besten den Performance Vergleich von biallo.de. Er zeigt für verschiedene Anlagestrategien und Risikoprofile monatlich aktuell, welcher Robo die beste Rendite abwirft. Sie sehen dort außerdem auf einen Blick die Gebühren – und weitere wichtige Merkmale der Robos.

Biallo-Tipp: Die Steuer nicht vergessen!

Die Kapitalerträge, die Sie bei einem Robo-Advisor erzielen, unterliegen grundsätzlich der Abgeltungsteuer. Manche Robo-Advisor bieten Ihnen eine steueroptimierte Geldanlage. Pionier auf diesem Gebiet ist der Frankfurter Robo-Advisor Ginmon, der eine eigene Steuersoftware entwickelt hat. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber „ Robo-Advisor und Steuern“.
Über den Autor Gian Hessami

Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

  Gian Hessami