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Auf einen Blick
  • ETFs haben in den vergangenen Jahren einen immer größer werdenden Zuwachs an neuen Investoren bekommen.

  • Auch die Merhheit der digitalen Vermögensverwalter setzt auf die kostengünstigen, passiv gemanagten Indexfonds.

  • Wir zeigen Ihnen, welche Robo-Advisor mit börsengehandelte Indexfonds zu den besten Anbietern gehören.
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Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Kein Wunder, denn mit den kostengünstigen, passiv gemanagten Produkten, die unter anderem klassische Indizes wie den Deutschen Aktienindex (Dax) oder den US-Index S&P 500 nachbilden, sind Anleger in den vergangenen Jahren sehr gut gefahren. Häufig erzielen ETFs sogar bessere Renditen als aktiv gemanagte Fonds. Hierbei versuchen Fondsmanager oft vergeblich, besser als der Markt zu performen, indem sie Positionen je nach Marktlage ständig kaufen und verkaufen. Aktive Fonds enthalten deshalb höhere Managementgebühren als passiv gemanagte Indexfonds.

Auch viele Robo-Advisor setzen überwiegend oder ausschließlich auf die passiven Indexfonds. Im Folgenden stellen wir Ihnen die besten ETF-basierten Anbieter vor und zeigen die Vor- und Nachteile auf, die mit dem jeweiligen Robo-Advisor verbunden sind.

Mit dem richtigen Robo-Advisor gegen die Inflation

Egal, ob Experte oder nicht – Wenn man Vermögen aufbauen möchte, dann sind Wertpapiere die beste Option.  Hierbei bieten sich sogenannte Robo-Advisor an.
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Qualitätskriterien für den Robo-Test

Anleger erhalten bei einem Robo-Advisor ein Wertpapierportfolio, das ihrem persönlichen Anlageprofil entspricht. Dazu ermittelt der Robo per Online-Fragebogen die individuelle Risikoneigung des Kunden und schlägt entsprechend eine Anlagestrategie vor, die von defensiv über ausgewogen bis hin zu offensiv reichen kann. Je nach Anbieter kann es dabei mehrere Abstufungen beziehungsweise Risikoklassen geben. Je offensiver die Strategie, desto größer fällt der Aktienanteil aus. 

Gleichwohl gilt es bei der Suche nach dem besten Anbieter, nicht nur die Performance zu beleuchten, sondern auch andere wichtige Kriterien hervorzuheben, die für Anleger relevant sind. Dazu gehören zum Beispiel die Nebenkosten, die Robos für die Verwaltung des Depots und für den Handel der Finanzprodukte verlangen. Oder die Mindestanlagesumme, die Kunden mitbringen müssen, um einzusteigen: Je kleiner die Investmenthürde, desto eher eignet sich der Robo für Kleinanleger.

Dennoch dürfte die Performancequalität wohl das wichtigste Kriterium für die Wahl eines Anbieters sein. Die derzeit besten ETF-Robo-Advisor sind aus unserer Sicht: Fintego, Monviso und Growney. Grundlage für unsere Empfehlungen ist unser Performance-Vergleich (Stichtag: 31. Mai 2021), bei dem wir drei fiktive Anlegertypen ins Rennen geschickt haben – mit defenisver, ausgewogener und offensiver Ausrichtung. 

 

Fintego

Um ein Depot zu eröffnen, müssen Anleger bei Fintego als Einmalanlage mindestens 2.500 Euro investieren. Bei Einrichtung eines monatlichen Sparplans ab 50 Euro entfällt die Mindestanlage. Insgesamt bietet Fintego fünf Anlagestrategien. Die Vermögensverwaltungsgebühr richtet sich nach dem Anlagevolumen: Unter 10.000 Euro sind es jährlich 0,90 Prozent der Anlagesumme. Ab 10.000 Euro berechnet Fintego 0,70 Prozent und ab 50.000 Euro 0,40 Prozent. Ab 1.000.000 Euro müssen Anleger nur noch 0,30 Prozent Servicegebühr zahlen. Die laufenden Kosten der eingesetzten ETFs belaufen sich im Schnitt auf 0,20 Prozent pro Jahr und sind in der Performance bereits berücksichtigt.

Insgesamt bietet Fintego zehn Anlagestrategien – fünf konventionelle und seit Frühjahr dieses Jahres auch fünf nachhaltige ESG-Portfolios. Sobald Fintego eine einjährige Historie bei den Nachhaltigkeitsportfiolios vorweisen kann, werden wir diese ebenfalls in unserem Performance-Vergleich aufnehmen.

Strategie defensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 9,52 %  12,48 %  17,06 %

In der defensiven Strategie "Ich will's konservativ" setzt Fintego zu 70 Prozent auf Anleihen-ETFs, zu 25 Prozent auf Aktien- und zu fünf Prozent auf Rohstoff-ETFs.

Strategie ausgewogen

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 15,73 %  18,61 %  23,06 %

Die ausgewogene Strategie "Ich will streuen" von Fintego besteht zu 50 Prozent aus Anleihen-ETFs, zu 45 Prozent aus Aktien- und zu fünf Prozent aus Rohstoff-ETFs.

Strategie offensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 31,47 %  34,34 %  38,76 %

In der offensiven Strategie "Ich will alles" besteht das Portfolio zu 90 Prozent aus Aktien- und zu zehn Prozent aus Rohstoff-ETFs.

Vorteile

  • Niedrige Servicegebühr bei hohen Anlagebeträgen
  • Fortlaufende Überwachung des Portfolios
  • Relativ geringe Einstiegshürde (2.500 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich)
  • Ausführlicher und gewissenhafter Onboarding-Prozess zur Ermittlung des Anlageprofils
  • Rein nachhaltige Geldanlage möglich
  • Eigene App für iOS und Android

Nachteile

  • Vergleichsweise hohe Gebühren bei niedrigen Anlagevolumina
  • Kein Gemeinschafts- oder Kinderkonto möglich
 

Monviso

Der Robo-Advisor Monviso, ein Joint Venture von Basler Financials und der DWS, bietet insgesamt zwölf Musterportfolios an. Außer ETFs kommen in kleinerem Maße auch aktive Fonds („Alternative Investments“: Rohstoffe und Mischfonds) zum Einsatz. Die jährliche Vermögensverwaltungsgebühr beträgt 0,69 Prozent des durchschnittlichen Depotbestands. Die laufenden Fondskosten liegen im Schnitt bei etwa 0,50 Prozent pro Jahr. Einsteigen können Anleger bei Monviso ab einer Mindesteinlage von 400 Euro oder mit einem monatlichen Sparplan ab 50 Euro.

Strategie defensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 10,11 %  14,01 %  15,76 %

In der defensiven Strategie ("1+") setzten sich die Gewichtungen der Anlageklassen wie folgt zusammen: 64,5 Prozent Anleihen, 28,5 Prozent Aktien, 4,5 Prozent Alternative Investments und 2,5 Prozent Geldmarkt.

Strategie ausgewogen

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 14,73 %  18,63 %  20,50 %

Das ausgewogene Portfolio ("2+") von Monviso besteht zu 52,5 Prozent aus Anleihen, zu 41 Prozent aus Aktien, zu fünf Prozent aus Alternativen Investments und zu 1,5 Prozent aus Geldmarkt.

Strategie offensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 27,66 %  32,77 %  35,44 %

Beim offensiven Portfolio ("4+") haben die Anlageklassen folgende Gewichtung: 78,5 Prozent Aktien, 16 Prozent Anleihen, 4,5 Prozent Alternative Investments und ein Prozent Geldmarkt.

Vorteile

  • Basler und DWS mit langjähriger Erfahrung in der Vermögensverwaltung
  • Geldanlage bereits ab 400 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich
  • Beim Portfoliomanagement wirken nicht nur Algorithmen, sondern auch Finanzexperten aus Fleisch und Blut mit
  • Fortlaufende Überwachung des Portfolios
  • Ausführlicher und gewissenhafter Onboarding-Prozess zur Ermittlung des Anlageprofils

Nachteile

  • Höhere Produktkosten als bei rein ETF-basierter Vermögensverwaltung
  • Keine rein nachhaltige Geldanlage möglich
  • Kein Gemeinschafts- oder Kinderkonto möglich
  • Keine eigene App
 

Growney

Gegründet Ende 2014, zählt der Berliner Robo-Advisor Growney wie Fintego zu den Robos der ersten Stunde hierzulande. Growney bietet insgesamt zehn verschiedene Anlagestrategien an – fünf konventionelle und fünf nachhaltige ETF-Portfolios. Die Vermögensverwaltungsgebühr ist nach Anlagebetrag gestaffelt: Unter 50.000 Euro werden 0,68 Prozent pro Jahr berechnet, ab 50.000 Euro 0,38 Prozent, ab zwei Millionen Euro 0,35 Prozent, ab drei Millionen Euro 0,30 Prozent und ab fünf Millionen Euro sinkt die Vermögensverwaltungsgebühr auf 0,25 Prozent pro Jahr. Die durchschnittlichen ETF-Kosten belaufen sich bei den konventionellen Strategien auf 0,18 Prozent, für die nachhaltigen Strategien liege sie bei 0,19 Prozent pro Jahr. Starten können Anleger mit einer Ersteinzahlung von 500 Euro oder einem monatlichen Sparplan ab 25 Euro.

Strategie defensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 7,07 %  7,29 %  8,68 %

In der defensiven Strategie „grow20“ besteht das Portfolio zu 80 Prozent aus Anleihen- und zu 20 Prozent aus Aktien-ETFs.

Strategie ausgewogen

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
 16,40 %  17,19 %  18,09 %

Die Gewichtung der Anlageklassen in der ausgewogenen Strategie „grow50“ setzt sich aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen zusammen.

Strategie offensiv

Performance 1 Jahr Performance 2 Jahre Performance 3 Jahre
33,50 %  34,67 %  34,45 %

In der offensiven Strategie „grow100“ setzt Growney zu 100 Prozent auf Aktien-ETFs.

Vorteile

  • Übersichtlicher und transparenter Webauftritt
  • Geringe Einstiegshürde (500 Euro einmalig oder 50 Euro monatlich)
  • Sehr niedrige Kosten bei hohen Anlagevolumina
  • Im Modell "Private Banking" (ab 250.000 Euro Anlagevolumen) erhalten Kunden einen persönlichen Ansprechpartner
  • Rein nachhaltige Geldanlage möglich
  • Neukunden investieren die ersten drei Monate ohne Vermögensverwaltungsgebühr

Nachteile

  • Vergleichsweise hohe Gebühren bei Anlagebeträgen unter 50.000 Euro
  • Kein Kinderkonto möglich
  • Keine eigene Smartphone-App, nur Web-App
  • Automatisches Rebalancing nur einmal pro Jahr
 

Welche weiteren Anbieter gibt es?

Neben den aus unserer Sicht besten ETF-Robo-Advisors gibt es noch zahlreiche weitere Vermögensverwalter, welche ausschließlich oder überwiegend auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs) setzen. Sie finden diese mit allen Details in unserem Robo-Advisor-Vergleich.

Weitere interessante Testergebnisse finden Sie in unserem Artikel zu den besten Robo-Advisor 2021. Welche Robo-Advisor aktuell besonders gut performen, entdecken Sie in unserem monatlichen Performance-Vergleich für Robo-Advisor.

Über den Autor Gian Hessami

Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

  Gian Hessami