
Millionen Deutsche nutzen "Kauf jetzt, zahle später" ("Buy Now, Pay Later") – oft ohne zu wissen, wie wenig sie dabei rechtlich geschützt sind. Das ändert sich: Der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 das neue Verbraucherkreditgesetz verabschiedet. Ab dem 20. November 2026 greifen erstmals gesetzliche Schutzregeln auch für BNPL-Dienste wie Klarna und PayPal.
Sie kennen das sicher: Schnell auf "Zahle in 3 Raten" geklickt und der neue Laptop ist auf dem Weg – zinsfrei, gebührenfrei, ohne großes Nachdenken. Was die meisten dabei nicht ahnen: Solche Bezahlmodelle waren rechtlich bislang eine Grauzone.
Der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 das neue Verbraucherkreditgesetz verabschiedet. Damit ist der Weg frei: Ab dem 20. November 2026 gelten erstmals gesetzliche Schutzregeln auch für "Buy Now, Pay Later"-Dienste (BNPL) wie Klarna und PayPal sowie Kleinkredite unter 200 Euro. Erfahren Sie hier, welche Rechte Sie ab November haben und was das für Ihren nächsten Ratenkauf bedeutet.
Was sich ändert: BNPL und Kleinkredite im neuen Schutzbereich
Das bisherige Verbraucherkreditrecht hatte eine klare Schwachstelle: Es galt für klassische Ratenkredite und Dispositionskredite, für "Buy Now, Pay Later"-Modelle und viele Kleinkredite nicht. Wer beim Checkout auf "Pay in 3" klickte, hatte faktisch einen Kredit aufgenommen – aber keinen gesetzlichen Schutzrahmen. Anbieter konnten auf Bonitätsprüfungen verzichten, Widerrufsrechte waren nicht vorgeschrieben, Informationspflichten fehlten.
Mit dem Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2225 schließt der Gesetzgeber diese Lücke. Der Anwendungsbereich des Verbraucherdarlehensrechts im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird deutlich ausgeweitet. Laut Bundesrat fallen ab dem 20. November 2026 auch diese Kreditformen unter die Schutzvorschriften:
- Kleinkredite bis 200 Euro (bisher regelmäßig ausgenommen)
- Zins- und gebührenfreie Darlehen (der Kern der meisten BNPL-Modelle)
- Kurzkredite mit Laufzeiten bis zu drei Monaten
- BNPL-Modelle generell, sobald eine Zahlungsverpflichtung entsteht.
Wichtig: Nicht jedes Zahlungsmodell fällt unter das neue Recht. Der Kauf auf Rechnung sowie Zahlungen per Debitkarte bleiben vom Anwendungsbereich ausgenommen.



