


Die Bauzinsen bleiben laut Experten-Einschätzung bis Jahresende hoch, realistisch sind demnach 4 bis 4,5 Prozent. Ursache ist die anhaltend hohe Inflation. Ein Anbietervergleich kann aber Zinsen unter 4 Prozent bringen.
Wer derzeit eine Immobilie finanzieren möchte, muss noch bis Jahresende mit hohen Bauzinsen rechnen. Davon geht der Baukredit-Vermittler Dr. Klein aus. Man erwarte für die kommenden Wochen Bauzinsen auf dem aktuellen, höheren Niveau, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Hintergrund sind gestiegene Inflationserwartungen wegen der hohen Energiepreise. Wie es mit den Bauzinsen weitergeht – und was mögliche Immobilienkäufer trotz hoher Zinsen tun können.
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Mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung am morgigen Donnerstag (29. Oktober) rechnet man bei dem Baufinanzierungs-Spezialisten zwar nicht. Dennoch dürften die Bauzinsen in den kommenden Wochen hoch bleiben, meint Florian Pfaffinger, Zinsexperte und Mitglied im Expertenrat von Dr. Klein: „Vier bis 4,5 Prozent halte ich bis zum Jahresende für realistisch.“
Die Bauzinsen waren in den vergangenen Wochen auf den höchsten Stand seit 17 Jahren geklettert. Derzeit liegt der Zins für zehnjährige Baufinanzierungen laut Biallo-Index im Schnitt bei 4,34 Prozent (Stand 28. Oktober 2026). Zwischenzeitlich hatte er fast 4,42 Prozent erreicht (siehe Chart unten). Mittelfristig sehen Experten für Baufinanzierung bei den Bauzinsen eine Seitwärtstendenz – allerdings "mit Aufwärtspotenzial", wie es bei Dr. Klein heißt.
Grund dafür ist die anhaltend hohe Teuerung – und damit die gestiegenen Inflationserwartungen für die kommenden Wochen und Monate. In Deutschland lag die Inflationsrate im September bei 3,3 Prozent. In der Eurozone waren es sogar 3,8 Prozent. Dennoch rechnen die meisten Experten für diese Sitzung der Zentralbank nicht mit einer Anhebung des EZB-Leitzinses. Der Markt gehe aber davon aus, dass es im Dezember und in den Monaten danach noch zwei bis drei Zinsschritte nach oben geben könnte, heißt es bei Dr. Klein.
Verantwortlich sind in erster Linie die hohen Energiepreise wegen des Iran-Konflikts. Solange sich die Lage dort nicht beruhige, "ist nicht mit einem substanziellen Rückgang bei den Bauzinsen zu rechnen", sagt Ingo Foitzik, Vertriebsvorstand beim Baukredit-Vermittler Interhyp. Wer eine Immobilienfinanzierung plane, sollte bei den Bauzinsen deshalb "mit dem aktuellen Niveau kalkulieren".
Umso mehr lohnt sich derzeit ein Vergleich der Bauzinsen verschiedener Anbieter. So zeigt der Baufinanzierungs-Vergleich von biallo.de: Je nachdem, wie viel Eigenkapital Kaufinteressierte in die Baufinanzierung einbringen können, sind noch immer Bauzinsen von deutlich unter vier Prozent drin. So liegt bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro, einer Anfangstilgung von 1,5 Prozent und einem Eigenkapitalanteil von 40 Prozent (60 Prozent Beleihung) der Spitzenzins für eine zehnjährige Finanzierung derzeit bei 3,74 Prozent (Stand 28. Oktober 2026, siehe die Baufinanzierungs-Empfehlungen unten). Das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als der Durchschnittszins.


