Teure Bauzinsen

Anschlussfinanzierung wird teuer: Was Eigentümer jetzt tun sollten

Stefanie Hutschenreuter
Autorin
Stefanie Engelmann
Redakteurin
Aktualisiert am: 12.10.2026

Auf einen Blick

  • Viele Immobilienkredite aus der Niedrigzinsphase müssen inzwischen zu deutlich höheren Zinsen weiterfinanziert werden.
  • Wer früh Angebote vergleicht, kann zwischen Verlängerung, Bankenwechsel und einer frühzeitigen Zinssicherung wählen.
  • Teilrückzahlungen oder eine angepasste Tilgung können helfen, die monatliche Belastung zu begrenzen.
100 % unabhängig dank Ihres Klicks
Kaufen Sie ein Produkt über einen mit (*) oder (a) gekennzeichneten Werbelink, erhalten wir eine kleine Provision. Für Sie ergeben sich keine Mehrkosten und Sie unterstützen unsere Arbeit. Vielen Dank!
Mehr erfahren
Für viele Eigentümer läuft die günstige Zinsbindung aus. Bei der Anschlussfinanzierung können deutlich höhere Bauzinsen die monatliche Belastung erhöhen.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Viele Immobilienbesitzer stehen vor einem teuren Zinswechsel: Ihre Baufinanzierung stammt noch aus der Niedrigzinsphase, doch die damalige Zinsbindung läuft aus. Wer noch eine größere Restschuld finanzieren muss, kann deshalb mit deutlich höheren Kreditkosten konfrontiert werden.

Umso wichtiger ist es, nicht erst kurz vor Ablauf des Darlehens aktiv zu werden. Wer frühzeitig vergleicht, die Restschuld im Blick behält und verschiedene Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung prüft, verschafft sich mehr Handlungsspielraum.

Kostenloser Newsletter

Bauzinsen, Anschlussfinanzierung und wichtige Tipps rund um Ihre Immobilienfinanzierung regelmäßig im Blick behalten. Jetzt zum Newsletter anmelden und nichts mehr verpassen!

Vor allem Niedrigzinskredite können jetzt teuer werden

Seit der Zinswende 2022 haben sich die Bedingungen für Immobilienkredite erheblich verändert. Während Baufinanzierungen über Jahre zu Zinssätzen von rund einem Prozent erhältlich waren, liegt das Zinsniveau inzwischen deutlich höher. Der Biallo-Bauzins-Index für zehnjährige Finanzierungen erreichte am 18. September 2026 mit 4,28 Prozent den höchsten Stand seit 2011.

Besonders betroffen können Eigentümer sein, die während der Niedrigzinsphase mit einer relativ niedrigen Tilgung und einer kürzeren Zinsbindung finanziert haben. Bleibt beim Auslaufen des Kredits noch eine hohe Restschuld, wirkt sich der höhere Zinssatz entsprechend stark auf die neue Finanzierung aus.

„Wer insbesondere nach 2016 in der Niedrigzinsphase eine Immobilie mit kürzeren Laufzeiten finanziert, eine niedrige Tilgungsrate gewählt oder mit geringem Eigenkapital finanziert hat und jetzt eine Anschlussfinanzierung benötigt, muss mit deutlich höheren Darlehenskosten rechnen. Das kann die finanzielle Belastung im Einzelfall erheblich steigen lassen“, erklärt Julia Göbel-Wild, Sprecherin der Allianz Lebensversicherungs-AG, gegenüber Biallo.

Biallo-Lesetipp: Wie eine Anschlussfinanzierung grundsätzlich funktioniert, welche Kosten entstehen und wann Prolongation, Umschuldung, Forward-Darlehen oder Bausparen infrage kommen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur Anschlussfinanzierung.

Frühzeitig vergleichen statt erstes Angebot annehmen

Wer sich rechtzeitig mit der Anschlussfinanzierung beschäftigt, hat mehr Möglichkeiten. Kerstin Lukas, Leiterin Baufinanzierung bei der HypoVereinsbank, empfiehlt, frühzeitig das Gespräch über die weitere Finanzierung zu suchen:

“
„Wer rechtzeitig das Gespräch mit seiner Bank sucht, hat in der Regel mehr Optionen“
— Kerstin Lukas, Leiterin Baufinanzierung bei der HypoVereinsbank

Die Leiterin Baufinanzierung der HypoVereinsbank Kerstin Lukas ordnet auch das aktuelle Zinsniveau ein: „Auch wenn das aktuelle Zinsniveau über den Tiefständen der vergangenen Jahre liegt, bewegen wir uns historisch betrachtet nicht in einem außergewöhnlich hohen Zinsumfeld. Für die meisten Eigentümer ist eine Anschlussfinanzierung daher mit einer guten Vorbereitung weiterhin gut planbar.“

Dabei sollte das Verlängerungsangebot der bisherigen Bank nicht automatisch die erste Wahl sein. Ein Vergleich mit anderen Kreditinstituten kann sich lohnen. Bei einem Bankenwechsel wird die Immobilie in der Regel neu bewertet. Hat sich ihr Wert seit Abschluss der Erstfinanzierung erhöht, kann sich dadurch der Beleihungsauslauf verbessern – und möglicherweise auch der angebotene Zinssatz.

Biallo-Tipp: Unser Baufinanzierung-Vergleich stellt aktuelle Konditionen verschiedener Anbieter gegenüber und erleichtert die Suche nach passenden Finanzierungsangeboten.

So können Eigentümer die Belastung senken

Nicht nur der neue Zinssatz entscheidet darüber, wie hoch die künftige Kreditrate ausfällt. Auch Restschuld und Tilgung bieten Möglichkeiten, die Finanzierung anzupassen.

Restschuld vor der Anschlussfinanzierung reduzieren

Wer über Ersparnisse oder anderes verfügbares Kapital verfügt, kann prüfen, ob eine Teilrückzahlung sinnvoll ist. Dadurch sinkt der Betrag, der anschließend neu finanziert werden muss. Eine niedrigere Restschuld kann sowohl die Zinskosten als auch die monatliche Belastung reduzieren.

Tilgung an die neue Situation anpassen

Steigt der Zinssatz stark, kann eine niedrigere Tilgung zunächst helfen, die Monatsrate tragbar zu halten. Allerdings verlängert sich dadurch die Rückzahlungsdauer und die gesamte Zinsbelastung steigt. Deshalb sollte die neue Rate nicht nur kurzfristig bezahlbar sein, sondern auch langfristig zum Einkommen und zur persönlichen Finanzplanung passen.

Biallo-Tipp: Mit unserem Tilgungsrechner können Sie ausprobieren, wie sich unterschiedliche Tilgungsraten und Sonderzahlungen auf Laufzeit, Restschuld und Zinskosten auswirken.

Kostenlosen Ratgeber herunterladen

Anschlussfinanzierung richtig planen

Wie funktionieren Prolongation, Bankenwechsel, Forward-Darlehen und Bausparen? Welche Kosten können entstehen und wie lässt sich die Restschuld sinnvoll reduzieren? Der ausführliche Biallo-Ratgeber erklärt die wichtigsten Möglichkeiten Schritt für Schritt und mit konkretem Rechenbeispiel.

Forward-Darlehen: Zinsen schon vorher festschreiben

Wer seine Anschlussfinanzierung erst in einigen Monaten oder Jahren benötigt, kann mit einem Forward-Darlehen die künftigen Konditionen bereits vorab festlegen. Je nach Anbieter ist dies mehrere Jahre vor Ablauf der bisherigen Zinsbindung möglich. Dafür können Forward-Aufschläge anfallen. Je länger der Zeitraum bis zum Beginn des neuen Darlehens, desto höher kann dieser Aufschlag ausfallen.

Das Prinzip ist deshalb eine Wette auf die weitere Zinsentwicklung: Steigen die Bauzinsen anschließend, kann die frühzeitige Festschreibung von Vorteil sein. Fallen die Zinsen dagegen, bleibt der Kreditnehmer grundsätzlich an das vereinbarte Forward-Darlehen gebunden.

Bausparvertrag kann langfristige Zinssicherheit bieten

Eine weitere Möglichkeit ist ein Bausparvertrag. Er eignet sich vor allem für Eigentümer, die ihre Anschlussfinanzierung mehrere Jahre im Voraus planen.

Während der Ansparphase wird regelmäßig Guthaben aufgebaut. Nach der Zuteilung können das angesparte Kapital und das Bauspardarlehen genutzt werden, um die bestehende Restschuld ganz oder teilweise abzulösen. Der Zinssatz für das spätere Bauspardarlehen steht bereits beim Vertragsabschluss fest.

“
„Mit einem Bausparvertrag kann sich der Kunde für das spätere Darlehen einen besonders günstigen, für die gesamte Laufzeit festen Zinssatz bereits heute sichern“
— Sandra Rosenberger-Eisele, Finanzierungsexpertin der Wüstenrot Bausparkasse

Die Wüstenrot-Finanzierungsexpertin Sandra Rosenberger-Eisele erklärt weiter: „Gerade in volatilen Zinsphasen kann dies eine hohe Kalkulationssicherheit bieten.“

Gleichzeitig bedeutet der Bausparvertrag eine zusätzliche finanzielle Belastung während der Ansparphase. Neben der laufenden Kreditrate müssen regelmäßig Sparbeiträge für den Bausparvertrag geleistet werden.

Je nach persönlichen Voraussetzungen können Bausparer außerdem staatliche Förderungen nutzen, etwa die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage. Diese können die Finanzierung zusätzlich unterstützen. „Dadurch ist eine schnellere Tilgung und Kosteneinsparung möglich“, betont Rosenberger-Eisele.

Anschlussfinanzierung: Nicht nur auf den Zinssatz schauen

Ein niedriger Sollzins ist wichtig, aber nicht das einzige Entscheidungskriterium. Eigentümer sollten auch prüfen, welche Tilgung vereinbart wird, ob Sondertilgungen möglich sind und ob sich der Tilgungssatz während der Laufzeit verändern lässt.

Vor allem bei einer hohen Restschuld können bereits kleine Unterschiede bei Zinssatz und Vertragsbedingungen über viele Jahre erhebliche Auswirkungen haben. Deshalb lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und die Gesamtkosten miteinander zu vergleichen.

PDF-Ratgeber kostenlos lesen

Anschlussfinanzierung richtig planen

Wie funktionieren Prolongation, Bankenwechsel, Forward-Darlehen und Bausparen? Welche Kosten können entstehen und wie lässt sich die Restschuld sinnvoll reduzieren? Der ausführliche Biallo-Ratgeber erklärt die wichtigsten Möglichkeiten Schritt für Schritt und mit konkretem Rechenbeispiel.

Fazit: Früh handeln schafft mehr Möglichkeiten

Für viele Eigentümer endet derzeit eine Finanzierung aus der Niedrigzinsphase. Die Anschlussfinanzierung kann deshalb deutlich teurer werden als der bisherige Immobilienkredit. Wer rechtzeitig Baufinanzierungs-Angebote vergleicht, eine mögliche Teilrückzahlung prüft und Alternativen wie Forward-Darlehen oder Bausparen in Betracht zieht, kann die neue Finanzierung besser an die eigene finanzielle Situation anpassen.

Biallo Baufinanzierung Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Kreditbetrag: 300.000 €, Zinsbindung: 5 Jahre, Anbieter: Alle Anbieter. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz
Bewertung
Rate
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,15%
Bewertung
Rate
1.637,50 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,19%
Bewertung
3,6/5
Rate
1.647,50 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
4,20%
Bewertung
Rate
1.655,00 €
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 12.10.2026

Über die Autorin Stefanie Hutschenreuter

Alle Artikel der Autorin Stefanie Hutschenreuter ansehen
Sie ist studierte Diplom-Journalistin. Während des Studiums und danach arbeitete sie als freie Mitarbeiterin und Redakteurin für mehrere Ratgeberredaktionen in Berlin und München. Es folgten rund 14 Jahre als Chefredakteurin von Bau- und Wohnmagazinen wie „Der Bauherr“ und „casamia“. Seit 2014 ist sie selbstständig als freie Journalistin tätig. Sie schreibt für unterschiedliche Print- und Onlinepublikationen.Ihre Themenschwerpunkte: Bauen, Architektur, Energie, Wohnen, Bildung, Nachhaltigkeit und insbesondere alles rund um die Immobilienfinanzierung. 

Co-Autoren

Stefanie Engelmann
Redakteurin

So verdient Ihr Geld mehr

Der Newsletter von biallo.de ist eine exzellente Entscheidung, wenn es um Ihre Finanzen geht.

Wir freuen uns darauf, Ihnen mit Ihrer Zustimmung interessante Inhalte, Empfehlungen und Werbung von uns und unseren Partnern zu schicken, die genau auf Ihre Interessen zugeschnitten sind. Um dies zu ermöglichen, analysieren wir, wie Sie unsere Website nutzen (z.B. Seitenaufrufe, Verweildauer) und wie Sie mit unseren E-Mails interagieren (z. B. Öffnungs- und Klickraten). So erstellen wir ein Nutzungsprofil, das Ihnen die relevantesten Inhalte liefert, und ordnen Sie in passende Werbezielgruppen ein. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink im Newsletter. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.