

Im Osten Deutschlands prägt mehrheitlich die Miete die Wohnbiografie, im Westen das Eigentum: Eine aktuelle Umfrage zeigt bekannte Unterschiede mit neuen Zahlen, von der Kindheit bis zum Kaufmotiv. Wer kaufen will, sucht im Osten häufiger die Unabhängigkeit, im Westen sorgt man sich vor dem Kauf stärker vor einer unsicheren Zukunft.
Die Bedeutung von Wohneigentum ist in Ost- und Westdeutschland bis heute unterschiedlich. Eine repräsentative Umfrage des Finanzierungsvermittlers Dr. Klein zeigt dies in konkreten Zahlen. Für die Untersuchung wurden mehr als 2.000 Menschen in Deutschland durch die horizoom GmbH befragt. Die wichtigsten Befunde im Überblick, samt einer Einordnung.
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Im Osten wohnen mehr Menschen zur Miete als im Westen. Laut der Dr.-Klein-Umfrage leben aktuell 60 Prozent der Ostdeutschen in einer Mietwohnung oder einem Miethaus, im Westen sind es 52 Prozent. Noch größer war die Diskrepanz in der Vergangenheit: 58 Prozent der Befragten aus Ostdeutschland wuchsen überwiegend in einem Mietobjekt auf, im Westen trifft das auf 41 Prozent zu. Dort wuchsen spiegelverkehrt zu den ostdeutschen Bundesländern 58 Prozent größtenteils im Wohneigentum der Familie auf.
Betrachtet man die Kaufmotive heutiger Immobilieninteressierter, unterscheiden sie sich laut Umfrage ebenfalls zwischen Ost und West. In beiden Landesteilen steht zwar der Wunsch nach Unabhängigkeit an erster Stelle, allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt: Für 43 Prozent der Kaufinteressierten in den neuen Bundesländern ist Unabhängigkeit, etwa von steigenden Wohnkosten oder von Vermieterinnen und Vermietern, das Hauptmotiv. Im Westen geben dies nur 34 Prozent als Grund an.
Hinsichtlich der Unsicherheitsfaktoren beim Immobilienkauf nennen 44 Prozent der kaufwilligen Westdeutschen eine unklare Zukunft, familiär oder jobbedingt, als Sorge. Im Osten sind es lediglich 36 Prozent. Dafür wünschen sich Ostdeutsche häufiger fachkundige Unterstützung: 47 Prozent der dortigen Kaufinteressierten empfinden eine Beratung zur Immobilienfinanzierung als besonders hilfreich, neun Prozentpunkte mehr als im Westen.
| Merkmal | Ostdeutschland | Westdeutschland |
|---|---|---|
| Wohnen aktuell zur Miete | 60 % | 52 % |
| Überwiegend zur Miete aufgewachsen | 58 % | 41 % |
| Unabhängigkeit als Hauptkaufmotiv | 43 % | 34 % |
| Unklare Zukunft als Unsicherheitsfaktor | 36 % | 44 % |
| Beratung als besonders hilfreich | 47 % | 38 % |
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Die Zahlen beruhen auf Selbstauskünften der Befragten. Die Tendenz der Befunde deckt sich allerdings mit amtlichen Daten. Auch das Statistische Bundesamt zeigt auf Basis der Gebäude- und Wohnungszählung 2022 einen fortbestehenden Ost-West-Abstand bei der Eigentumsquote. Historisch liegt der Grund vor allem in der stärker staatlich geprägten Wohnungspolitik der DDR. Insofern bestätigt die Umfrage ein Muster, das die amtliche Statistik seit Jahren beschreibt, und reichert es um Kaufmotive und Beratungswünsche an, die Behördendaten so nicht erfassen.
Häufige Fragen zur Dr.-Klein-Studie Ost und West
Nach Angaben von Dr. Klein nahmen mehr als 2.000 Menschen in Deutschland teil. Die Erhebung lief gemeinsam mit der horizoom GmbH und wird vom Unternehmen als repräsentativ bezeichnet. Die Veröffentlichung datiert auf den 29. September 2026.
Ja. Laut der Umfrage leben aktuell 60 Prozent der Ostdeutschen zur Miete, im Westen sind es 52 Prozent. Dieser Befund deckt sich mit der niedrigeren Wohneigentumsquote in den neuen Bundesländern, die auch das Statistische Bundesamt ausweist.
Historisch liegt der Grund vor allem in der Wohnungspolitik der DDR, in der privates Wohneigentum zwar möglich war, der Markt aber stärker staatlich geprägt war. Nach der Wiedervereinigung wirkte dieser Rückstand nach. Die amtliche Statistik zeigt bis heute einen Ost-West-Abstand bei der Eigentumsquote, zugleich aber Nachholeffekte bei jüngeren Jahrgängen.
Es handelt sich um eine Umfrage eines Finanzierungsvermittlers auf Basis von Selbstauskünften, nicht um amtliche Daten. Die Trendrichtung deckt sich mit der Statistik des Statistischen Bundesamts. Die einzelnen Prozentwerte sollten dennoch als Umfrageergebnis mit entsprechenden Unsicherheiten gelesen werden.

