Sparzinsen

Sparzinsen steigen: Die Zinswende kommt bei Sparern an

Kevin Schwarzinger
Redaktionsleitung
Redaktion
Redakteur
Aktualisiert am: 19.10.2026

Auf einen Blick

  • Die Sparzinsen sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen, besonders bei längerfristigem Festgeld.
  • Beim Tagesgeld sind bei einigen Banken derzeit sogar bis zu 4,25 Prozent drin.
  • Der Vergleich lohnt sich: Zwischen den durchschnittlichen Sparzinsen und den besten Angeboten liegen große Unterschiede.
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Die Sparzinsen ziehen wieder an. Besonders bei längerfristigem Festgeld haben die Banken ihre Zinsen deutlich erhöht.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Die Zinswende kommt bei den Sparern an: Tagesgeld und Festgeld werfen wieder spürbar mehr ab. Beim Tagesgeld sind bei einigen Banken derzeit sogar bis zu 4,25 Prozent drin. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind allerdings groß. Wer vergleicht, kann deshalb deutlich mehr aus seinem Ersparten herausholen.

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EZB-Zinserhöhungen: Sparzinsen steigen deutlich

Rückenwind von der EZB: Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen im September zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Seit dem 16. September liegt der für Sparer maßgebliche Einlagensatz bei 2,50 Prozent. Viele Banken hatten ihre Konditionen aber schon vorher verbessert.

Laut Biallo-Zinsindex kletterte der übliche Zins für Tagesgeld seit Januar von 1,39 auf 1,83 Prozent, für dreijähriges Festgeld von 1,74 auf 2,59 Prozent. Bei fünfjährigem Festgeld stieg der Wert von 1,94 auf 2,73 Prozent, bei zehnjährigem Festgeld von 2,32 auf 3,00 Prozent (Stand: 19. Oktober 2026).

Besonders beim Festgeld hat sich der Zinsanstieg seit der jüngsten EZB-Entscheidung beschleunigt. Ob die Zinsen weiter steigen, hängt unter anderem von der Inflation und den nächsten Entscheidungen der Notenbank ab.

Biallo-Tipp: Wie entwickeln sich die Sparzinsen nach den jüngsten EZB-Entscheidungen? In unserem Video erfahren Sie, was die Zinswende für Sparer bedeutet und worauf es jetzt ankommt.

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Tagesgeld: Sieben Banken zahlen mindestens vier Prozent

Die höchsten Tagesgeldzinsen gibt es fast immer nur für Neukunden und nur befristet, meist für drei oder vier Monate. An der Spitze unserer Bankenauswahl steht Revolut mit 4,25 Prozent für bis zu vier Monate. Die volle Garantiezeit gilt allerdings nur, wenn das Girokonto aktiv genutzt wird. Der Spitzenzins ist auf 25.000 Euro begrenzt. Ab dem zweiten 30-Tage-Zeitraum sind zudem jeweils drei Kartenzahlungen von mindestens fünf Euro erforderlich.

Dahinter folgen die luxemburgische Advanzia und die französische Crédit Agricole Savings mit jeweils 4,10 Prozent für drei beziehungsweise vier Monate. Auf 4,00 Prozent kommen Ayvens Bank, Chase , DKB (bei Einzahlung bis inkl. 20. Oktober 2026, Zins gültig ab 01. November) und Openbank. Entscheidend ist jedoch, was nach der Aktion bleibt. Bei Crédit Agricole Savings sind es noch 2,50 Prozent, bei der DKB nur 1,00 Prozent. Chase zahlt derzeit 2,25 Prozent Basiszins.

Auswahl attraktiver Tagesgeldangebote

Anbieter

Aktionszins

Dauer

Bestandszins

Einlagensicherung
(Länder-Rating)1

Revolut

4,25 %

4 Monate

1,25 %

Deutschland (AAA)

Advanzia Bank

4,10 %

3 Monate

1,50 %

Luxemburg (AAA)

Crédit Agricole Savings

4,10 %

4 Monate

2,50 %

Frankreich (A+)

Ayvens Bank

4,00 %

3 Monate

2,30 %

Niederlande (AAA)

Chase

4,00 %

4 Monate

2,25 %

Deutschland (AAA)

DKB 2

4,00 %

4 Monate

1,00 %

Deutschland (AAA)

Openbank

4,00 %

4 Monate

2,00 %

Deutschland (AAA)

Distingo Bank

3,95 %

6 Monate

1,95 %

Frankreich (A+)

Opel Direktbank

3,95 %

3 Monate

1,35 %

Frankreich (A+)

Ikano Bank

3,91 %

3 Monate

1,51 %

Schweden (AAA)

Quelle: biallo.de, Angaben der Anbieter / 1 Rating von S&P Global, bei Estland Fitch, 2 Einzahlung bis inkl. 20.10.26, Zins ab 1. November, Stand: 19.10.2026

Biallo-Lesetipp: Sechs Banken mit 4,00 Prozent und mehr aufs Tagesgeld – Welche Aktionsangebote sich besonders lohnen und wie sich die Anschlusszinsen unterscheiden.

Auf die Zinsgarantie achten

Wer nicht alle paar Monate die Bank wechseln möchte, fährt mit einer längeren Zinsgarantie besser. Ein halbes Jahr lang garantiert sind 3,95 Prozent bei der französischen Distingo Bank, 3,75 bei der Volkswagen Bank und der BBVA, 3,70 Prozent bei der Suresse Direkt Bank sowie 3,50 Prozent bei der 1822direkt.

Es geht auch ganz ohne befristete Aktion. Die maltesische Ferratum Bank zahlt einen regulären Zins von 3,00 Prozent. Die Ascory Bank mit deutscher Einlagensicherung kommt auf 2,75 Prozent ab 2.500 Euro. Solche Zinsen sind allerdings variabel und können jederzeit sinken.

Biallo-Tipp: In unserem Tagesgeld-Vergleich finden Sie jederzeit die aktuell höchsten Zinsen, inklusive Zinsgarantie und Bestandszins.

Festgeld: Besonders lange Laufzeiten bringen hohe Zinsen

Für einjähriges Festgeld bekommen Sparer bei HoistSpar, Isbank und Oyak Anker Bank bei hoher Sicherheit jeweils 3,50 Prozent. Bei drei Jahren Anlagezeitraum liegen die Bank of Scotland mit 3,60 Prozent, willbe mit 3,56 Prozent und die Ascory Bank mit 3,55 Prozent vorn, bei fünf Jahren die schwedische Myntro mit 3,67 Prozent. Für zehn Jahre sind bei willbe 3,81 Prozent möglich.

Zinseszins kann den Unterschied machen

Der Zinssatz allein sagt aber nicht alles. Die pbb direkt gewährt für zehn Jahre zwar nur 3,50 Prozent. Weil die Zinsen dort wiederangelegt und mitverzinst werden, kommen bei 25.000 Euro am Ende aber rund 10.265 Euro zusammen. Das sind bald 700 Euro mehr als bei willbe mit 3,81 Prozent, wo die Zinsen jährlich auf ein Tagesgeldkonto ausgezahlt werden und ohne zusätzliche Wiederanlage kein Zinseszinseffekt innerhalb des Festgeldes entsteht.

Biallo-Tipp: Der Festgeld-Vergleich von Biallo zeigt die besten Angebote für jede Laufzeit. Die Konditionen werden täglich geprüft.

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Sparkassen und Volksbanken: Treue kostet oft Zinsen

Wer sein Geld bei der Sparkasse oder Volksbank vor Ort anlegt, bekommt beim Tagesgeld meist wenig. Gut zwei Drittel der 293 von biallo.de ausgewerteten Sparkassen geben ohne Aktion 0,50 Prozent oder weniger. Nur vier locken überhaupt mit einem Aktionszins, am meisten bietet die Sparkasse Hannover mit 3,50 Prozent für vier Monate. Bei den Genossenschaftsbanken liegt die BBBank vorn, dort gibt es ebenfalls für vier Monate 3,33 Prozent. Die PSD Bank West kommt sogar ohne Aktion auf 3,05 Prozent.

Beim Festgeld können einzelne Institute mit den Direktbanken mithalten. Die Volksbank Emmerich-Rees garantiert für zehn Jahre 3,75 Prozent. (Stand: 13. Oktober 2026).

Wie geht es mit den Sparzinsen weiter?

Etliche Marktbeobachter rechnen mit weiteren Zinsanhebungen. Ob und wann sie tatsächlich kommen, ist allerdings offen. Die EZB macht ihre Entscheidungen von der wirtschaftlichen Entwicklung und insbesondere von der Inflation abhängig. Die nächste Zinsentscheidung fällt am 29. Oktober. Weitere Zinserhöhungen könnten den Sparzinsen zusätzlichen Auftrieb geben. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Laufzeiten beim Festgeld mischen

Weil die Zinsen weiter steigen könnten, sollten Sparer ihr Geld nicht komplett langfristig festlegen. Sinnvoll ist ein Mix. Ein Teil kommt aufs Tagesgeld, der Rest in Festgeld mit gestaffelten Laufzeiten, etwa über ein, drei und fünf Jahre. So wird regelmäßig Geld frei, das sich zu den dann aktuellen Zinsen neu anlegen lässt.

Wie Sparer auf die steigenden Zinsen reagieren können

Wer sich nicht auf eine einzige Zinsentwicklung festlegen möchte, kann Tagesgeld und Festgeld kombinieren. Ein Teil des Geldes bleibt auf dem Tagesgeldkonto jederzeit verfügbar. Der Rest lässt sich auf Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten verteilen, etwa auf ein, drei und fünf Jahre. Dadurch wird regelmäßig Geld frei, das zu den dann geltenden Zinsen neu angelegt werden kann. Wer einen größeren Betrag langfristig sicher nicht benötigt, kann sich dagegen einen Teil der heute verfügbaren Zinsen auch für zehn Jahre sichern.

Einlagensicherung: Auf das Herkunftsland achten

In der EU sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Bei Banken mit Sitz im Ausland greift in der Regel die Einlagensicherung des Heimatlandes. Liechtenstein gehört zum Europäischen Wirtschaftsraum. Dort liegt die gesetzliche Sicherungsgrenze bei 100.000 Schweizer Franken beziehungsweise dem entsprechenden Gegenwert.

Wie belastbar die Einlagensicherung im Ernstfall ist, hängt auch von der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Landes ab. Die Bestnote AAA der Ratingagentur S&P haben unter anderem Deutschland, die Niederlande, Schweden und Liechtenstein. Malta kommt auf A-, Estland bei der Agentur Fitch auf A+.

Wer besonderen Wert auf Sicherheit legt, kann im Biallo-Tagesgeld- und Festgeld-Vergleich gezielt nach Angeboten aus Ländern mit hoher Bonität suchen.

Über den Redaktionsleiter Kevin Schwarzinger

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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