Die Postbank zahlt Neukunden bis zum 2. November 2026 eine einmalige Prämie von 222 Euro für das kostenlose Girokonto Giro pur. Der Haken: Sie müssen zwei verschiedene Geldeingangs-Schwellen kennen, Ihr Konto zwölf Monate halten und ab 256 Euro sonstigen Einkünften an das Finanzamt denken. Wir zeigen, was am Ende netto bleibt und was andere Banken bieten.

Haben Sie sich schon oft gefragt, ob sich ein lästiger Kontowechsel überhaupt lohnt? Ein Girokonto ist ein Zahlungskonto für Ihren täglichen Geldverkehr, über das Lohn, Miete und Lastschriften laufen. Die Postbank macht Ihnen den Wechsel gerade schmackhaft und legt für ihr Girokonto Giro pur eine neue Neukunden-Aktion auf.

Der Betrag ist ungewöhnlich: 222 Euro gibt es einmalig, wenn Sie im Aktionszeitraum ein Konto eröffnen und die Bedingungen erfüllen. Klingt verlockend, doch bei aller Begeisterung lohnt ein Blick auf das Kleingedruckte. Wir haben die Aktion mit vier bekannten Wettbewerbern verglichen und erklären, worauf Sie beim Fiskus achten müssen.

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222 Euro Prämie: Das steckt hinter der neuen Postbank-Aktion

Die Postbank zahlt Neukunden eine einmalige Prämie von 222 Euro, wenn sie im Aktionszeitraum ein Giro pur eröffnen und alle Teilnahmebedingungen erfüllen. Maßgeblich ist das Datum des Kontoeröffnungsantrags. Das Zeitfenster läuft laut Postbank vom 22. September 2026 bis einschließlich 2. November 2026.

Teilnahmeberechtigt sind volljährige Personen mit Hauptwohnsitz in Deutschland. Sie gelten nur dann als Neukunde, wenn Sie in den vergangenen sechs Monaten kein Girokonto bei der Postbank geführt haben. Die Kontoeröffnung müssen Sie über postbank.de, die Postbank App oder das Online-Banking abwickeln. Die Prämie gibt es je Person nur einmal. Ausgeschlossen sind Mitarbeitende der Deutsche Bank AG und ihrer Konzerngesellschaften sowie juristische Personen.

Wichtig: Das Konto muss mindestens zwölf Monate bestehen bleiben. Die Auszahlung erfolgt nach erfolgreicher Prüfung spätestens bis Ende Februar 2027 auf Ihr neues Konto. Wer also ein reines Prämien-Konto sucht und schnell wieder kündigt, geht leer aus.

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Die zwei Schwellen: 550 Euro für die Prämie, 900 Euro fürs kostenlose Konto

Hier liegt der häufigste Denkfehler. Bei Giro pur gibt es zwei unterschiedliche Geldeingangs-Grenzen, und beide dürfen Sie nicht verwechseln.

  • 550 Euro für die Prämie: Das Konto müssen Sie als Gehalts- oder Zahlungskonto nutzen. Im ersten vollen Kalendermonat nach Beantragung muss ein Geldeingang von mindestens 550 Euro auf dem Konto landen.
  • 900 Euro fürs kostenlose Konto: Das Giro pur ist laut Postbank nur dann ohne Grundpreis, wenn monatlich mindestens 900 Euro eingehen und Sie das Konto digital nutzen. Zusätzlich sind personalisierte Werbeangebote auf Basis Ihrer Transaktionsdaten Teil des Kontovertrags.

Mit 550 Euro Geldeingang sichern Sie sich zwar die 222 Euro, riskieren aber unter Umständen einen Grundpreis, wenn Sie die 900-Euro-Marke nicht dauerhaft erreichen. Rechnen Sie das für Ihre Situation ehrlich durch.

Was das konkret kostet, sollten Sie sich vor Augen führen. Verfehlen Sie die 900 Euro dauerhaft, berechnet die Postbank laut Entgeltinformation zum Giro pur einen Grundpreis von 5,90 Euro pro Monat. Über die zwölfmonatige Haltefrist summiert sich das auf 70,80 Euro. Von Ihrer 222-Euro-Prämie bleiben dann netto nur noch rund 151 Euro übrig. Wer die 900-Euro-Marke also nicht sicher schafft, sollte diesen Abzug fest einplanen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Damit Sie schnell einordnen können, ob das Angebot zu Ihnen passt, hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick.

Dafür spricht:

  • Mit 222 Euro liegt die Prämie über dem, was viele Direktbanken derzeit ausloben.
  • Die Prämien-Hürde von 550 Euro Geldeingang ist niedrig angesetzt.
  • Das Konto ist bei ausreichendem Geldeingang und digitaler Nutzung kostenlos.

Das sollten Sie bedenken:

  • Zwei verschiedene Schwellen (550 und 900 Euro) sorgen leicht für Verwirrung.
  • Die Zwölf-Monats-Bindung schließt schnelles Kündigen aus.
  • Personalisierte Werbung auf Basis Ihrer Umsätze ist Teil des Vertrags.
  • Erreichen Sie die 900 Euro nicht dauerhaft, kostet das Konto 5,90 Euro pro Monat. Über die Zwölf-Monats-Bindung frisst das einen guten Teil der Prämie auf.
  • Ab 256 Euro sonstigen Einkünften im Jahr wird die Prämie steuerpflichtig (dazu gleich mehr).

Müssen Sie die 222 Euro versteuern? Die 256-Euro-Faustregel

Ja, grundsätzlich ist eine Kontoprämie steuerpflichtig. Sie zählt zu den sonstigen Einkünften aus Leistungen nach § 22 Nr. 3 Einkommensteuergesetz. Entscheidend ist aber eine Freigrenze, die den meisten Sparern hilft.

Die Faustregel: Bleiben Ihre gesamten sonstigen Einkünfte aus Leistungen im Kalenderjahr unter 256 Euro, fällt darauf keine Einkommensteuer an. Das Gesetz spricht hier von einer Freigrenze, nicht von einem Freibetrag. Der Unterschied ist entscheidend: Ein Betrag von 255 Euro bleibt komplett steuerfrei, ab 256 Euro wird dagegen der gesamte Betrag steuerpflichtig, wie die Finanzverwaltung im Anwendungsbereich der Norm klarstellt.

Für die Postbank-Prämie heißt das: Die 222 Euro liegen für sich genommen unter der Grenze. Kassieren Sie im selben Jahr aber noch weitere Prämien oder ähnliche Einkünfte, kann die Summe über 256 Euro klettern, und dann wird für den Gesamtbetrag Steuer fällig. Behalten Sie diese Grenze im Hinterkopf, wenn Sie mehrere Angebote gleichzeitig abgreifen.

„Wer mehrere Kontoprämien in einem Jahr abgreift, sollte die 256-Euro-Grenze im Auge behalten. Ein einziger Euro darüber macht den kompletten Betrag steuerpflichtig.“
Franziska Baum, Redakteurin bei biallo.de

Damit Sie bei den laufenden Prämien- und Zinsaktionen nicht den Anschluss verlieren, lohnt sich unser kostenloser Newsletter mit den wichtigsten Finanz- und Geldthemen.

Vergleich: Diese Banken zahlen ähnlich hohe Prämien

Die Postbank steht mit ihrer Aktion nicht allein da. Der Markt für Girokonto-Prämien ist im Herbst 2026 spürbar in Bewegung. Zur Einordnung haben wir drei bekannte Direktbanken herausgegriffen. Achten Sie dabei weniger auf die reine Zahl, sondern vor allem auf die geknüpften Bedingungen.

AnbieterPrämieZentrale BedingungAktion bis
Postbank Giro pur222 €550 € Geldeingang im ersten vollen Kalendermonat02.11.2026
1822direkt GiroDirekt200 €2 Monate in Folge je 700 € Geldeingang aus Lohn/RenteAntrag bis 13.10.2026
ING Girokonto200 €ab 28 J. 2× je 1.000 € Geldeingang + App-Login30.09.2026
norisbank Top-Girokonto120 €mind. 3 Zahlungspartner per Online-Kontowechselservice umziehenWechsel bis 30.11.2026
Quelle: Angaben der jeweiligen Anbieter; Stand: 23. September 2026. Aktionen und Bedingungen können sich kurzfristig ändern.

Die 1822direkt zahlt 200 Euro Gesamtprämie und punktet mit einer vergleichsweise niedrigen Hürde: Es reichen zwei aufeinanderfolgende Monate mit je 700 Euro Geldeingang aus Lohn, Gehalt, Rente, Besoldung oder BAföG. Die ING verlangt für ihre 200 Euro dagegen ab 28 Jahren zwei Geldeingänge von jeweils 1.000 Euro sowie einen App-Login. Die norisbank zahlt 120 Euro, verlangt dafür aber, dass Sie mindestens drei Zahlungspartner wie Gehalt, Miete oder Strom bis zum 30. November 2026 über den Online-Kontowechselservice auf das neue Konto umziehen.

Unterm Strich schneidet die Postbank bei der Kombination aus Prämienhöhe und niedriger Geldeingangs-Hürde derzeit fair ab. Ein Vergleich der Bedingungen lohnt sich in jedem Fall, denn die höchste Zahl auf dem Plakat ist selten die ganze Geschichte.

Für wen sich das Giro pur eignet

Wenn Ihr Gehalt, Ihre Rente oder sonstige Eingänge zusammen sicher über 900 Euro im Monat liegen und Sie Ihr Konto ohnehin digital führen, ist das Giro pur für Sie dauerhaft kostenlos, und die 222 Euro sind ein echtes Plus. Auch wenn Sie einen Kontowechsel schon länger vor sich herschieben, gibt Ihnen die Aktion jetzt einen konkreten Anlass. Weniger passend ist das Konto, wenn Ihr monatlicher Geldeingang schwankt und die 900 Euro nicht verlässlich erreicht oder wenn Sie eine Filiale mit persönlicher Beratung brauchen. Beim Giro pur der Postbank handelt es sich um ein rein digitales Online-Konto. Schauen Sie sich vor dem Abschluss unbedingt die vollständigen Kontobedingungen an, damit Sie keine Klausel zu Entgelten, Nutzungspflichten oder Werbeeinwilligung übersehen.

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Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 3 Monate, Sicherheit: mind. geringe Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 23.09.2026

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Wie beurteilen Sie die aktuelle Welle an Girokonto-Prämien? Werden Sie das Postbank-Angebot nutzen oder bleiben Sie lieber bei Ihrer Hausbank? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinungen gerne per E-Mail an redaktion@biallo.de. Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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Häufige Fragen zur Postbank-Giro-pur-Prämie

Wie hoch ist die Postbank-Prämie für das Giro pur?

Die Postbank zahlt Neukunden eine einmalige Prämie von 222 Euro. Voraussetzung ist die Kontoeröffnung im Aktionszeitraum vom 22. September bis 2. November 2026 sowie die Erfüllung aller Teilnahmebedingungen.

Wie viel Geldeingang brauche ich für die 222 Euro bei der Postbank?

Für die Prämie müssen im ersten vollen Kalendermonat nach Beantragung mindestens 550 Euro auf dem Konto eingehen, und Sie müssen es als Gehalts- oder Zahlungskonto nutzen. Achtung: Kostenlos ist das Giro pur erst ab 900 Euro monatlichem Geldeingang und digitaler Nutzung. Das sind zwei verschiedene Grenzen.

Muss ich die 222 Euro Prämie versteuern?

Kontoprämien zählen zu den sonstigen Einkünften nach § 22 Nr. 3 EStG. Steuerfrei bleiben sie, solange Ihre gesamten sonstigen Einkünfte aus Leistungen im Kalenderjahr unter der Freigrenze von 256 Euro bleiben. Ab 256 Euro wird der komplette Betrag steuerpflichtig.

Wann wird die Prämie bei der Postbank ausgezahlt?

Die Auszahlung erfolgt nach erfolgreicher Prüfung aller Voraussetzungen spätestens bis Ende Februar 2027 auf Ihr neues Postbank-Konto. Das Konto muss dafür mindestens zwölf Monate bestehen bleiben.

Hinweis zur Einordnung: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Marktbeobachtung und keine Anlage- oder Steuerberatung. Wir vergleichen Girokonto-Prämien, ordnen die Bedingungen ein und benennen Vor- und Nachteile, treffen aber keine Entscheidung für Sie. Ob ein bestimmtes Konto zu Ihrem Geldeingang, Ihrem Nutzungsverhalten und Ihrer steuerlichen Situation passt, prüfen Sie vor dem Abschluss am besten selbst, bei Steuerfragen gegebenenfalls mit fachkundiger Beratung.

Über die Redakteurin Franziska Baum

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Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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