Auf einen Blick
  • Die Möglichkeiten, sich umweltbewusst, nachhaltig und fair einzurichten, sind so vielfältig wie die Wohnkonzepte.

  • Am einfachsten gelingt eine nachhaltige Einrichtung mit der Nutzung von Secondhandware. Aber auch neue Möbel nachhaltig sein, wenn sie gewisse Kriterien erfüllen.

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Ob „Shabby Chic“ mit Flohmarktfunden, mediterranes Flair durch Korb- und Eisenmöbel oder minimalistisch mit wenigen Designklassikern – die Möglichkeiten, sich umweltbewusst und fair einzurichten, sind so vielfältig wie die Wohnkonzepte.

 

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

„Nachhaltige Entwicklung wird den Bedürfnissen der Gegenwart gerecht, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“, so hat es die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung 1987 formuliert. Das heißt: Wir dürfen nicht mehr verbrauchen, als nachwachsen kann, müssen die Regenerationsfähigkeit der Umwelt, etwa der Meere, erhalten und die Klimaerwärmung begrenzen.

Weltweit betrachtet kann dies nur gelingen, wenn neben den ökologischen auch die sozialen und ökonomischen Herausforderungen gemeistert werden, damit auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft nicht ganze Bevölkerungsteile oder sogar Länder auf der Strecke bleiben. Nachhaltiger Konsum sollte deshalb nicht nur umwelt- und klimabewusst sein, sondern auch faire Arbeitsbedingungen während der gesamten Lieferkette beinhalten.

Konsumverhalten: Den eigenen CO2-Fußabdruck überprüfen

Klar ist: Wir konsumieren viel zu viel. Lag der Erdüberlastungstag 1971, als die Berechnungen starteten, noch im Dezember, waren 2022 die Ressourcen bereits im Juli aufgebraucht. Und in diesem Jahr war das für Deutschland schon am vierten Mai der Fall.

Wer wissen möchte, wie groß der eigene CO2-Fußabdruck ist, kann dies mit Rechnern überprüfen, die es beispielsweise vom Umweltbundesamt (uba.co2-rechner.de), myclimate oder dem WWF Deutschland gibt, bei dem man auch Tipps erhält, wie sich der CO2-Fußabdruck verkleinern lässt. Um den Wert richtig einzuschätzen, muss man wissen: „Zwei Tonnen Kohlendioxid jährlich pro Kopf – das ist die Richtschnur, an die wir uns halten müssen, wenn wir Umwelt und Klima auch für kommende Generationen schützen wollen“, erklärt Greenpeace. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag der Ausstoß pro Kopf 2021 aber bei 8,1 Tonnen. Zwar fließen in diesen Wert auch Dinge wie Infrastruktur, etwa Krankenhäuser und Schulen und die Energiegewinnung mit fossilen Brennstoffen ein, auf die wir keinen direkten Einfluss haben.

Konsumverhalten ändern

Doch es gibt Stellschrauben wie den privaten Konsum von Textilien, Elektroartikeln oder Möbeln mit rund zwei Tonnen CO2-Verbrauch, an denen sich drehen lässt. Viele Menschen tun dies bereits und haben ihr Konsumverhalten teils radikal oder in kleinen Schritten verändert, sei es bei der Mobilität, dem Energieverbrauch, dem Verzicht auf Fast Fashion oder der Ernährung. Doch nicht nur in der Küche und in den Schränken sollten „Bio“ und „Fair“ vorherrschen – auch die Möbel selbst können nachhaltig sein.

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Unser Zuhause – Rückzugsort und Wohlfühloase

„My home is my castle” – so drückt der Engländer aus, was ihm sein Zuhause bedeutet. Und tatsächlich wurden während der Coronapandemie die eigenen vier Wände zu einer „Burg“, einem Schutzraum, in dem wir uns meistens aufhielten. Viele nutzten diese Zeit zum Renovieren, Ausmisten, Umräumen oder Einrichten eines Homeoffice. So stiegen die Brutto-Ausgaben für Möbel der privaten Haushalte von 2019 auf 2020 trotz Lockdowns um zwei Milliarden Euro auf 45 Milliarden an. Doch auch in normalen Zeiten hat das Zuhause einen hohen Stellenwert für das eigene Wohlbefinden. Immerhin verbringen wir dort etwa 60 Prozent unseres Lebens. Ob Single-Dasein, turbulentes Familienleben oder wieder zu zweit – das Wohnumfeld soll zur Lebenssituation, dem – derzeit – bevorzugten Einrichtungsstil und den Bedürfnissen im Alltag passen.

Möbelkauf und Einrichtung: Verbraucher legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit

Zwischen sechs und sieben Prozent des Einkommens fließen so jährlich in den Kauf neuer Möbel. Erste Anlaufstelle für viele ist dabei das Einrichtungshaus Ikea, das mit einem Umsatz von 5,3 Milliarden 2021 Spitzenreiter im Einzelhandel war, gefolgt von XXXLutz. Insgesamt generieren die fünf größten Möbelhäuser 44 Prozent des Umsatzes, verfügen sie doch auch über die meisten Filialen. Aber zunehmend können die Hersteller nicht mehr nur mit Design und Preis punkten.

Die Studie „Die deutsche Möbelbranche – Struktur, Trends und Herausforderungen“ der Unternehmensberatung PwC kommt zu dem Schluss: „Das Umweltbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher wirkt sich auch auf die Auswahl der Möbel aus. Konsumentinnen und Konsumenten legen Wert auf eine nachhaltige Produktionsweise und die Verwendung von natürlichen und umweltfreundlichen Materialien.“ Immerhin 24 Prozent finden laut der Studie Nachhaltigkeit als Kaufkriterium sehr wichtig und 34 Prozent etwas wichtig. Und ihr Anteil, so die Prognose, wird steigen. „Viele Hersteller“, stellt Patrick Ziechmann von PwC fest, „haben längst auf dieses Umdenken reagiert, indem sie ihre Emissionen reduzieren und nachhaltige Lieferketten bauen; sie setzen auf zirkuläre Geschäftsmodelle und eine ethische Beschaffung“.

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Wie finde ich nachhaltige Möbelhersteller und Bio-Möbel?

Die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) unterstützt mit einem „Klimapakt für die Möbelindustrie“ das 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen (UN). Hersteller, die sich dem anschließen, reduzieren zunächst ihren CO2-Ausstoß auf das mögliche Minimum, etwa durch die eigene Produktion von Ökostrom. Die verbleibenden direkten und indirekten Treibhausgasemissionen müssen von externen Fachleuten alle zwei Jahre auf der Basis internationaler Standards berechnet und durch Klimaschutzprojekte kompensiert werden.

Gütesiegel: „Möbelherstellung Klimaneutral“, „Möbel Klimaneutral“ und das „Goldene M“

Nur dann dürfen sie das RAL Gütezeichen „Möbelherstellung Klimaneutral“ führen. Darunter sind viele bekannte Namen wie Brühl, Cabinet, Hülsta oder Poggenpohl. Auf der Seite der DGM findet man eine Liste aller Hersteller, die entweder dem Klimapakt beigetreten und noch in der Phase der Energieoptimierung sind oder bereits das Gütezeichen tragen dürfen.

Zusätzlich vergibt DGM das Gütesiegel „Möbel Klimaneutral“, bei dem für jedes einzelne Möbelstück CO2-Bilanz und Kompensierung gewährleistet sein müssen, und das „Goldene M“ „für geprüfte Möbel, die hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Gesundheit/Umweltschutz strenge Kriterien erfüllen“ (DGM).

Kleine Möbelmanufakturen, die nachhaltig produzieren

Daneben gibt es aber auch viele kleine Möbelmanufakturen, die nicht der DGM angehören und trotzdem nachhaltig produzieren. Meist sind sie eher regional aufgestellt, beziehen ihr zertifiziertes Holz aus der näheren Umgebung und fertigen häufig erst auf Bestellung. Dazu gehören etwa 

  • Herr Lars Möbelmanufaktur,
  • Kawentsmann,
  • Hardmann Design,
  • Die Möbelschmiede,
  • Seilermanufaktur oder 
  • Greenhaus.

Weitere Bio-Möbel Anbieter mit Sitz im europäischen Ausland

Andere Anbieter hochwertiger Bio-Möbel haben ihren Sitz nicht in Deutschland wie die österreichische Firma „Grüne Erde“ oder sie produzieren nicht selbst, sondern arbeiten mit größtenteils kleinen Manufakturen im In- und europäischen Ausland zusammen wie Waschbär oder Allnatura.

Ein Möbelstück vom Schreiner hat bei der Nachhaltigkeit die Nase vorn

Und dann gibt es da noch den Schreiner um die Ecke. Wie bei allen Konsumgütern spielen auch bei Möbeln kurze Transportwege für die CO2-Bilanz eine wichtige Rolle. Da hat er die Nase vorn. Verarbeitet er zudem energieeffizient regionales Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft, wäre das die beste Wahl für ein nachhaltiges Möbelstück, das obendrein solide verarbeitet und individuell nach dem eigenen Geschmack und den perfekten Maßen gefertigt wird. Dafür muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen, als für ein vergleichbares Produkt von der Stange.

  • Biallo-Tipp: Sie haben ein handgefertigtes, nachhaltiges Möbelstück gefunden, was Ihren Vorstellungen entspricht, doch der Preis übersteigt Ihr Budget? Hier kann ein Wohnkredit  oder auch ein Ratenkredit bei der Finanzierung hilfreich sein. Finden Sie im Wohnkredit-Vergleich von biallo.de den passenden Wohnkredit für Ihre Investition in ein hochwertiges Bio-Möbelstück.

Wo finde ich die wichtigsten Öko-Gütesiegel für Möbel?

Doch ob ein Produkt tatsächlich ökologisch unbedenklich ist und fair hergestellt wurde, sollten – egal ob beim Nischenanbieter oder Möbelgigant – unabhängige Zertifizierungen belegen. Denn Bezeichnungen wie klimaneutral, umweltbewusst oder -freundlich, biologisch, energieeffizient oder nachhaltig sind keine geschützten Begriffe. Einen Überblick über die wichtigsten Siegel findet man auf label-online.de oder siegelklarheit.de der Bundesregierung.

  • Biallo-Lesetipp: In Zeiten von Klimakrise und fortschreitender Umweltzerstörung versuchen viele Unternehmen, sich ein grünes Image zu verpassen, ohne wirklich grün zu sein. Oft werden mit aufwendigen Werbemaßnahmen umfangreiche Umweltaktivitäten suggeriert, in Wirklichkeit sieht die Umweltbilanz aber katastrophal aus. In einem weiteren Artikel erklären wir, wie Verbraucherinnen und Verbraucher dieses sogenannte Greenwashing erkennen und was sie dagegen tun können.

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Nachhaltige Möbel: Lange Lebensdauer erhöht die Nachhaltigkeit

Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, doch das dauert seine Zeit. 60 bis 140, bei Buchen und Eichen sogar bis zu 300 Jahre vergehen, ehe Bäume erntereif sind. Beliebig verfügbar ist der Rohstoff also nicht und sollte eine hohe Wertschätzung erfahren. Dazu kommt: Das im Baum gespeicherte CO2 bleibt im Holz, es sei denn, es wird verbrannt, was mit Sperrmüll in der Regel geschieht. Betrachtet man den gesamten CO2-Fußabdruck eines Möbelstücks, wird der pro Jahr immer kleiner, umso länger es benutzt wird – was natürlich für alle Gebrauchsgüter, ob Kleidung, Elektronik oder Autos gilt. Tatsächlich kann ein solide getischlerter Kleiderschrank, möglichst mit Zapfenverbindungen statt Schrauben oder Leim, durchaus viele Generationen und Umzüge ohne größeren Schaden überstehen. Das belegen – neben noch älteren Antiquitäten – die noch immer weitverbreiteten und funktionstüchtigen Bauernschränke aus Weichholz aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Was kann die Nutzungsdauer erhöhen?

Wer für die eigene Immobilie eine Küche kauft, geht in der Regel davon aus, diese viele Jahre oder Jahrzehnte zu nutzen. Es ist – wie man so schön sagt – eine Anschaffung ‚fürs Leben‘. Die Verarbeitung sollte deshalb hochwertig sein, die Technik auf dem neuesten Stand und das Design zeitlos. Wählt man nach diesen Kriterien auch die wichtigsten und dominantesten Möbel einer Einrichtung aus, wie Schränke, Sofa, Sideboards und Essplatz, wird man lange daran Freude haben. Außerdem lässt sich eine in Design und Farbe eher zurückhaltende Basismöblierung einerseits gut mit Erbstücken, Designklassikern oder Flohmarktfunden mischen und andererseits durch das Drumherum von Bildern, Teppichen, Wohnaccessoires etc. leicht in unterschiedliche Stile verwandeln – von Boho bis minimalistisch. Die Nutzungsdauer der Einrichtung erhöhen aber auch:

  • Kinder- und Jugendmöbel, die mitwachsen

  • Sofas mit austauschbaren Bezügen

  • modulare Sofas mit unterschiedlichen Stellmöglichkeiten

  • Betten mit austauschbaren Wandpolstern, Wandpolster mit Wechselbezügen

  • Boxspringbetten mit austauschbaren Hussen

  • flexible Modulmöbel, die sich zur Abwechslung oder nach einem Umzug unterschiedlich zusammensetzen lassen

  • multifunktionale Möbel wie Schränke oder Regale mit integriertem Arbeitsplatz; Tische, Betten, Hocker und Sitzbänke mit Stauraum; Schlafsofas; ausklapp- oder ausziehbare Tische; höhenverstellbare Tische

  • Sideboards mit austauschbaren Fronten

  • Schranksysteme mit Nachkaufgarantie für mögliche Ergänzungen

  • Schränke und Regale mit flexibler Einteilung

  • gewachste oder geölte Oberflächen, bei ihnen lassen sich Gebrauchsspuren sehr einfach durch leichtes Anschleifen und die Behandlung mit Öl oder Wachs entfernen

Ausrangiertes weitergeben

Trotz sorgfältigster Auswahl kann man sich natürlich an Dingen satt sehen oder sie entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen, anderes wird überflüssig wie die Einrichtung der Kinderzimmer. Sind die Möbel noch gut in Schuss, sollte man versuchen, für sie neue Nutzer zu finden. Die besten Online-Plattformen dafür sind

  • Ebay-Kleinanzeigen, 
  • Facebook, 
  • Quoka, 
  • Shpock, 
  • Markt, 
  • Moebelkeller und 
  • Fairmondo. 

Klappt es mit dem Verkauf nicht, kann man die Möbel vielleicht verschenken oder spenden. Viele Sozialkaufhäuser sind auch bereit, sie abzuholen. In jedem Fall sollte der Sperrmüll die letzte Option sein.

Nachhaltige Einrichtung dank Secondhand, Upcycling und DIY

Was der eine loswerden will, kann für jemand anderen das perfekte Möbelstück sein. Gerade junge Leute, die ihr WG-Zimmer oder die erste eigene Wohnung einrichten wollen, haben in der Regel ein überschaubares Budget, das den Kauf neuer nachhaltiger Möbel nicht erlaubt. 

Secondhand-Möbel: Da sind Secondhand Waren die perfekte Alternative, denn man verlängert die Nutzungsdauer schon vorhandener Dinge und vermeidet neuen Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen. Möchte man die gebrauchten Möbel persönlich besichtigen und lange Transportwege vermeiden, sind Plattformen mit einer Postleitzahl-Suche ideal wie Ebay-Kleinanzeigen, Moebelkeller, Quoka und Markt. Auch in der Lokalpresse und auf Schwarzen Brettern findet man Angebote aus der näheren Umgebung. Ebenso kann man Sozialkaufhäuser, Secondhandläden und Flohmärkte abklappern. Eine weitere Möglichkeit ist der „Zweite-Chance-Markt“ bei Ikea, für den der schwedische Möbelgigant „ausgewählte und gut erhaltene IKEA-Produkte“ von seinen Kunden zurückkauft.

Upcycling: Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte man Dinge so lange wie möglich benutzen. Was aber, wenn sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen oder nicht mehr gebraucht werden? Vielleicht lassen sie sich ja noch für einen anderen Zweck aufarbeiten und umwidmen – also „upcyclen“. So werden aus Europaletten heute ganze Wohnungseinrichtungen, Hochbeete und Gartenmöbel gezimmert, aus Bahnschwellen und Gerüstbrettern entstehen Tische und Schränke. Unter dem Schlagwort Upcycling firmieren mittlerweile aber auch restaurierte oder aufgearbeitete Möbel, beispielsweise im Shabby Chic. Die Anbieter solcher Produkte findet man auf Etsy, Instagram oder – nach Bundesländern und Orten sortiert – auf weitergeben.org. Häufig kann man bei den Upcyclern auch die eigenen Dachbodenfunde aufmöbeln lassen, selbst unter Anleitung Hand anlegen oder erst einmal einen Kurs belegen. Unscheinbare alte Möbel selbst in Schmuckstücke zu verwandeln, ist sicher die kostengünstigste Variante und bringt möglicherweise eine Menge Spaß. Wie das funktioniert, erfährt man nicht nur in Kursen vor Ort, sondern auch in zahlreichen Tutorials auf Youtube.

 

Nachhaltig wohnen: Eine nachhaltige Einrichtung besteht nicht nur aus Möbeln

Möchte man nachhaltig wohnen und leben, und legt man auf eine klimaneutrale Einrichtung wert, sollte man auch bei den Wohnaccessoires, Wohntextilien den dekorativen Elementen das Thema Nachhaltigkeit im Auge behalten.

Textilien

Auch alle Textilien in der Wohnung wie Vorhänge, Bettwäsche oder Polstermöbel – am besten mit abziehbaren Bezügen – sollten aus natürlichen Fasern wie Bio-Baumwolle und Leinen gefertigt sein. Denn beim konventionellen Baumwollanbau werden viele Pestizide verwendet, die sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der auf den Feldern arbeitenden Menschen belasten. Chemiefasern wie Polyester werden aus Erdöl hergestellt und geben beim Waschen Mikroplastik ab. Sehr häufig findet man heute Textilien aus Polyester, die als „nachhaltig“ bezeichnet werden, weil ein Teil aus recyceltem Kunststoff stammt. In der Regel handelt es sich dabei um PET-Flaschen, die zu dem am besten recycelbaren Kunststoffmüll gehören. Man kann aus ihnen einfach neue PET-Flaschen herstellen. Die Verwendung in Stoffen ist daher unsinnig und dient in erster Linie dazu, den Textilien einen nachhaltigen Anstrich zu verleihen. Anders sieht es mit Viskose, Modal und Lyocell aus, die zu 100 Prozent aus biologisch abbaubarer Cellulose bestehen. Werden bei ihrer Herstellung die Lösemittel wieder aufbereitet und weiterverwendet und stammt das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft wie bei der österreichischen Firma Lenzing, gelten auch diese Fasern als nachhaltig.  

Matratzen

Bei Matratzen muss man sich zwischen Naturmaterialien, Latex, Kaltschaum und Federkern entscheiden. Von allen Varianten findet man umweltbewusst hergestellte Modelle unter anderem bei einigen der oben genannten Anbieter von Bio-Möbeln wie Allnatura oder Grüne Erde. Einen wichtigen Hinweis auf die Haltbarkeit gibt eine Garantiezeit von zehn Jahren. Die gewährt Emma auch auf ihre nach einer Probezeit retournierten und wiederaufbereiteten Matratzen Emma Second Life, die mit 40 bis 50 Prozent Rabatt angeboten werden.

Teppiche

Sie sind wohl eines der ältesten Recycling-Produkte überhaupt: Fleckerl- oder Flickenteppiche. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wurden vor allem in Schweden, Finnland, im österreichischen Mühlviertel, aber auch im Chiemgau und Allgäu aus beim Nähen übrig gebliebenen Stoffresten und kaputten Textilien wie Kleidung oder Bettwäsche die bunten Teppiche gewebt. Auch heute werden sie häufig aus Resten und Altkleidern hergestellt. Bei der österreichischen Weberei Zimmerbauer kann man sich sogar aus den eigenen aussortierten Klamotten „schöne und lange haltbare Teppiche“ weben lassen.

Weniger rustikal, aber auch nachhaltig sind Teppiche aus europäischer Schafwolle und Herstellung beispielsweise von:

  • Teppich Bernegger
  • der Allgäuer Teppichmanufaktur
  • Naturversand Kirschke
  • Grüne Erde
  • Hessnatur.

Auch Sisal ist eine Naturfaser, die beim Anbau trockenresistent und widerstandsfähig gegen Krankheiten ist, weshalb sich Bewässerung und Einsatz von Pestiziden in Grenzen halten. Ein Wermutstropfen ist der lange Transport aus dem Hauptanbauland Brasilien. Es gibt aber auch Sisal aus Spanien und Portugal. Soll es doch ein klassischer geknüpfter Teppich aus Indien, Pakistan, Afghanistan oder Nepal sein, bürgt das GoodWeave-Siegel für das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierung, angemessene Arbeitsbedingungen, Umweltschutzmaßnahmen und die Zulassung von Gewerkschaften.

Wohnaccessoires

„Weniger ist mehr“ –  das gilt auch bei der Dekoration. Ein paar besondere Stücke, die ins Auge fallen, haben oft mehr Wirkung als ein Sammelsurium von Accessoires. Besonders schön wirken Dinge aus Naturmaterialien wie Glas, Keramik, Korb, Naturstein oder Edelmetall. Auch als Vorratsbehälter in der Küche sind Glas, Aluminium oder Keramik langlebiger und dekorativer als Plastik, das häufig nicht recycelt werden kann. Kurze Transportwege und faire Herstellung sollten auch hier wichtige Kriterien für die Kaufentscheidung sein. Produkte von Kunsthandwerkern vor Ort – sei es im Urlaub oder zuhause – sind da immer eine gute Wahl. Für Farbe und eine schöne Ergänzung zu den Naturmaterialien sorgen außerdem viele Zimmerpflanzen, die teilweise auch Schadstoffe aus der Luft filtern und durch die Verdunstung für ein besseres Raumklima sorgen. Dazu passen jahreszeitliche Dekorationen aus der Natur wie Blumen, Zweige, Zapfen, Gräser, Treibholz oder Muscheln.

  • Biallo-Tipp: Mit Pflanzen lässt sich nicht nur das Raumklima in Innenräumen verbessern. Dach- und Fassadenbegrünungen haben positive Auswirkungen auf Luftqualität und Mikroklima und wirken als natürliche Dämmung gegen Hitze und Kälte. Gebäudebegrünungen sind ein einfacher, wirkungsvoller Baustein, das Thema Nachhaltigkeit auch im Hausbau zu berücksichtigen.                 

Umweltfreundliche Tapeten, Farben und Oberflächenbehandlung

Tapeten und konventionelle Wandfarben können Schadstoffe ausdünsten und Allergien auslösen. Das vermeidet man mit Farben auf Basis von Naturharz, Lehm, Kalk, Leim, Silikat oder Kasein und Tapeten mit dem RAL-Gütesiegel oder dem Ecodeco-Siegel. Tapeten aus reinen Naturfasern wie Leinen, Jute oder Viskose können aber auch ohne Siegel nachhaltig sein, wie die der Firma Desima. Bei der Auffrischung oder Ausbesserung von nicht lackierten Holzmöbeln empfiehlt es sich, bei der vorhandenen Oberflächenbehandlung zu bleiben, also Öl, Wachs oder Lasur, die es alle auf natürlicher Basis gibt, beispielsweise von den Firmen Osmo oder Auro.

Hier gibt es weitere Informationen zum Thema

  • Umweltbundesamt
  • Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • VerbraucherService Bayern
  • Verbraucherzentrale
  • Der nachhaltige Warenkorb
  • Utopia
  • Greenpeace
  • Bund Naturschutz
  • Möbel.de
  • Deutsche Gütegemeinschaft Möbel
  • Pwc: Die deutsche Möbelbranche – Struktur, Trends und Herausforderungen
  • Nachhaltigkeit.info
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Über die Autorin Helga Riedel
nach dem Studium der deutschen, italienischen und vergleichenden Literaturwissenschaft begann sie 1985 mit ihrer journalistischen Tätigkeit für verschiedene Magazine und Tageszeitungen mit den Schwerpunkten Kulturgeschichte, Soziales und Umweltthemen. Bei Biallo.de schreibt sie seit der Gründung 2001 über Themen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Energie und Umweltschutz.
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