Auf einen Blick
  • Eine Flugreise, Onlinehandel, der eigene ökologische Fußabdruck – diverse Unternehmen bieten an, einen klimaschädlichen CO2-Ausstoß wieder auszugleichen.

  • Wie sinnvoll ist CO2 Kompensation, welche Aktivitäten können Sie damit ausgleichen und was sollten Sie dabei beachten?
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Wer heute die Urlaubsflüge für den Sommer bucht, hat inzwischen bei vielen Fluggesellschaften und Reiseanbietern die Möglichkeit, direkt bei der Buchung per Mausklick einen CO2-Ausgleich vorzunehmen, sprich: Die schädlichen Treibhausgase, die der Flug verursacht, wieder auszugleichen, quasi zu neutralisieren. Alles Quatsch? Alles nur fürs gute Gewissen? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Nämlich wie und wo man den CO2-Ausgleich, oder auch CO2-Kompensation genannt, vornimmt. Wenn er nach geprüften Standards erfolgt, ist der Ausgleich durchaus sinnvoll und viel, viel besser, als gar nichts zu tun. Eines vorweg: Direkt bei Buchung den Ausgleich über eine Airline vorzunehmen ist in den meisten Fällen nicht der Goldstandard.

Bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern macht sich eine gewisse Müdigkeit bemerkbar, was Nachhaltigkeitsthemen angeht. Möglicherweise hat das mit den Folgen der Corona-Pandemie zu tun. Lange mussten die Menschen Verzicht üben, jetzt gilt es, alles nachzuholen und sich wieder etwas zu gönnen und sei es, die Welt zu bereisen. Bei allem Verständnis für dieses Bedürfnis – den Klimawandel hält man so nicht auf, jeder ist nach wie vor gefordert, seinen persönlichen Beitrag zu leisten, Emissionen einzusparen. Deshalb wollen wir Sie mit diesem Ratgeber motivieren, etwas für den Klimaschutz zu tun.

Wir erklären, was es mit dem CO2-Ausgleich auf sich hat, wie er funktioniert und was er bewirken kann. Am besten lesen Sie, bevor Sie eine Reise buchen! 

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CO2 Kompensation: Klimaschädliches Treibhausgas an anderer Stelle einsparen

Beim CO2 Ausgleich soll klimaschädliches Verhalten über eine CO2 Kompensation ausgegelichen werden. Diverse Unternehmen bieten an, genau die ausgestoßene Menge klimaschädliches Treibhausgas an anderer Stelle wieder einzusparen, etwa über die Investition in Klimaschutzprojekte. Dafür bezahlt der Verbraucher eine Abgabe, deren Höhe sich nach der Menge der verursachten CO2-Emissionen berechnet.

So schädigt CO2 das Klima

Zum Klimawandel tragen viele Faktoren bei, CO2 ist ein wesentlicher davon. Die chemische Formel für Kohlenstoffdioxid, kurz auch Kohlendioxid genannt, bezeichnet ein Treibhausgas. Werden zum Beispiel fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt, wird Kohlendioxid freigesetzt, das sich in der Atmosphäre anreichert. Die Konzentration an CO2 in der Atmosphäre ist in der Vergangenheit immens gestiegen.  Dadurch kann immer weniger der von der Erde abgestrahlten Wärme ins Weltall entweichen. Die Folge ist der Treibhauseffekt: das Klima erwärmt sich und in der Folge schmelzen Gletscher ab, der Wasserspiegel der Meere steigt, Extremwetterlagen nehmen zu, ebenso Hitzewellen und Dürren. Die Erderwärmung zu reduzieren ist deshalb ein zentrales Ziel. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid muss deutlich verringert und dort, wo möglich, verhindert werden.

Was bedeutet CO2 Kompensation?

Was bedeutet das für Sie als Verbraucher? Wenn Sie mit einem Flugzeug fliegen, verursacht dies massiven CO2-Ausstoß. Das lässt sich nicht verhindern, denn Flugzeuge mit Elektroantrieb existieren noch nicht.

Ein Beispiel veranschaulicht, wie schädlich das Fliegen ist: Ein Flug von Frankfurt nach New York und wieder zurück, Economy-Class, verursacht laut Emissionsrechner des Umweltbundesamtes 2,7 Tonnen Emissionen pro Person. Der Flugzeugtyp ist nicht berücksichtigt. Als klimaverträglich gelten unter einer Tonne CO2-Ausstoß pro Jahr pro Person. Mit einer einzigen Flugreise hat man schon fast dreimal so viele Emissionen freigesetzt wie als verträglich gelten.

Nun kommt der CO2-Ausgleich ins Spiel: Wenn Sie etwas für das Klima tun möchten, gleichzeitig aber auf die Flugreise nicht verzichten können oder möchten, können Sie zumindest Ihre verursachten Treibhausgase kompensieren, so dass nicht noch mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt. Die Idee hinter der Kompensation ist, genau die Menge, die der Flug an CO2 verursacht, an anderer Stelle einzusparen, etwa in dem bei einem Klimaschutzprojekt in nachhaltige Energie investiert wird. Wo diese Einsparung auf der Welt erfolgt, ist egal – das CO2 in der Atmosphäre ist standortunabhängig. Durch die Kompensation wird das Plus an CO2-Ausstoß durch den Flug wieder auf null gesetzt.

Wann ist CO2 Kompensation sinnvoll?  

CO2-Kompensation ist aber kein Freifahrtschein und sollte nicht dazu verleiten, bedenkenlos Flüge zu buchen, da man ja den Klimaschaden wieder ausgleichen kann. So einfach ist es leider nicht. Durch den Ausgleich wird immer nur das jetzige Niveau an CO2-Konzentration in der Atmosphäre gehalten. Das genügt nicht. Um den Klimawandel aufzuhalten, sind deutlich mehr Anstrengungen nötig – CO2-Emissionen müssen vermieden werden, damit sie weniger werden in der Atmosphäre, man muss quasi „unter Null“ gelangen, oder auch auf „Netto Null CO2-Emissionen“. Da ist aber über CO2-Kompensation nicht zu erreichen. Jeder Deutsche verursacht pro Jahr im Durchschnitt elf Tonnen CO2! Es steht in der Verantwortung jedes Einzelnen, diese Menge zu senken.

Wenn Sie als Verbraucher oder Verbraucherin wirkungsvoll etwas für den Klimaschutz tun möchten, sollten Sie eine Verhaltensänderung anstreben. Dazu kann eine CO2-Kompensation zumindest einen Beitrag leisten. Denn wenn Sie schwarz auf weiß sehen, wie viel CO2 das eigene Mobilitätsverhalten verursacht und wie viel es Sie zusätzlich kostet, es auszugleichen, werden Sie möglicherweise das nächste Mal darüber nachdenken, ein anderes Verkehrsmittel zu wählen.

Auch wenn der Ausgleich von CO2 nicht die Lösung ist – als Beitrag zum Klimaschutz hat er dennoch seine Berechtigung. Nämlich überall dort, wo es keine machbare Alternative gibt – und ja, das kann auch mal ein Flug in ein entferntes Land sein – sollten sich Reisende zumindest für CO2-Kompensation entscheiden, denn es ist besser als nichts. Jedoch sollte CO2-Ausgleich immer der letzte Schritt sein. Grundsätzlich sollte jeder nach dieser Priorität vorgehen:

  • CO2 vermeiden: Ist CO2-Ausstoß zu vermeiden, etwa weil es eine Alternative gibt (zum Beispiel Bahn statt Flug)? Dann sollte diese Lösung Vorrang haben.

  • CO2 reduzieren: Lässt sich CO2-Ausstoß zumindest reduzieren (zum Beispiel Carsharing oder Elektroauto statt eigenes Auto mit Verbrennermotor)? Dann hätte auch diese Lösung Vorrang vor Kompensation.

  • CO2 kompensieren: Sind die Schritte 1 und 2 nicht möglich, dann ist ein CO2-Ausgleich sinnvoll.

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Wie funktioniert der CO2 Ausgleich?

Der Ausgleich von CO2-Emissionen erfolgt über den Kauf von Emissionszertifikaten. Das funktioniert so:

Ausgleich über Zertifikatehandel

Beim CO2-Ausgleich bezahlen Sie als Verbraucher freiwillig eine Abgabe, die in ein Klimaschutzprojekt investiert wird. Der Preis berechnet sich an der Menge CO2, das zum Beispiel Ihr Flug von Frankfurt nach Mallorca, ausstößt. Das Geld überweisen Sie an einen Anbieter von CO2-Kompensation. Welche Anbieter es auf dem Markt gibt und was dabei zu beachten ist, lesen Sie weiter unten. Dieser Anbieter wiederum kauft für Ihr Geld Zertifikate, sogenannte Emissionsminderungsgutschriften, von den Betreibern eines Klimaschutzprojektes. Für jede Tonne CO2, die durch das Projekt eingespart wird, wird also ein Zertifikat ausgestellt beziehungsweise gutgeschrieben, das in ein Register eingetragen wird. Die Zertifikate sind sozusagen die Währung auf dem Kompensationsmarkt. Als Kunde kaufen Sie indirekt Zertifikate über den jeweiligen Anbieter von CO2-Kompensation. Sobald die Zertifikate gekauft sind, werden diese im Register gelöscht, so dass sie nicht weiter gehandelt werden können. Für Ihren Ausgleich erhalten Sie bei den meisten Anbietern eine Spendenbescheinigung, die Sie bei der Steuer angeben können.

  • Biallo-Tipp: Kompensation kann Klimaschutzprojekte sogar fördern. Wenn sehr viele Verbraucher freiwillig CO2-Kompensation betreiben, steigt die Nachfrage nach Zertifikaten und damit der Bedarf an Klimaschutzprojekten.

Fazit: Drei Faktoren sind beim Ausgleichs-Prozedere entscheidend, damit die CO2-Kompensation auch wirkt: Anbieter, Emissionsberechnung und Klimaschutzprojekte müssen von Top-Qualität sein. Lesen Sie dazu die folgenden Abschnitte.

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CO2 Kompensation: Welche Aktivitäten kann ich ausgleichen?

Der klassische CO2-Ausgleich erfolgt in Verbindung mit dem Fliegen. Denn Fliegen ist besonders klimaschädlich. Inzwischen können Verbraucherinnen und Verbraucher auch viele andere Aktivitäten ausgleichen. So bieten etwa Online-Händler an, eine Bestellung samt Lieferung auszugleichen. Dazu können Kundinnen und Kunden den Ausgleich direkt beim Bestellvorgang vornehmen. Sie können auch Autofahrten ausgleichen, eine Kreuzfahrt, eine größere Veranstaltung (zum Beispiel eine Hochzeit oder ein Firmenevent), den persönlichen Energieverbrauch im Haushalt oder den im Jahr produzierten CO2-Fußabdruck sowie den jährlichen CO2-Verbrauch der eigenen Firma (zum Beispiel den Strom- beziehungsweise Wärmeverbrauch). Schließlich können Sie auch einfach eine selbstgewählte Menge an CO2 über eine Spende ausgleichen, auch ohne geflogen zu sein oder sich auf Kreuzfahrt begeben zu haben. Auf den Homepages der diversen CO2-Kompensationsanbietern (zum Beispiel myclimate.org, atmosfair.de) finden sich viele Möglichkeiten, einen Umweltbeitrag zu leisten.

Wie sinnvoll es ist, Online-Shopping, Autofahrten und Geburtstagsfeiern auszugleichen, muss jeder für sich selbst beantworten. Einfach so weiterleben wie bisher und für das gute Gewissen ein wenig Kompensation betreiben, wird langfristig den Klimawandel nicht aufhalten. Doch wenn die Kompensation des Wärmeverbrauchs der eigenen Firma beispielsweise dazu führt, dass man sich bewusst macht, wie viel CO2 ausgestoßen wird und dies zu mehr Sparsamkeit führt und vielleicht auch zur Investition in regenerative Energiequellen im eigenen Betrieb, dann hat die Kompensation einen guten Beitrag zu mehr Umweltschutz geleistet. 

  • Biallo-Tipp: Kunden sollten nicht vorschnell bei der Fluggesellschaft einen CO2-Ausgleich vornehmen, auch wenn das Angebot einfach und sinnvoll erscheint. Wichtig ist, dass der Ausgleich nach bestimmten Kriterien erfolgt, damit er auch effektiv ist. Oftmals sind Kompensationsangebote intransparent, dann handelt es sich vielleicht um „Greenwashing“: Eine Firma gibt sich einen grünen Anstrich und macht Versprechen, wie klimaneutral sie arbeitet, belegt dies aber nicht und kann die Versprechen nicht mit transparenten Praxisbeispielen hintermauern.

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CO2 Kompensation Beispiele: Welche Klimaschutzprojekte gibt es?

Wenn Sie nun einen CO2-Ausgleich vornehmen, wird durch Ihren Spendenbeitrag ein Klimaschutzprojekt gefördert. Meist ist dies ein Projekt in einem Schwellen- oder Entwicklungsland. Hier lässt sich mit dem eingesetzten Geld eine hohe Wirkung erzielen. Gleichzeitig leisten die Projekte einen Beitrag zur Entwicklung vor Ort: gute Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz, Projektplanung gemeinsam mit lokaler Bevölkerung, Förderung von Bildungsprogrammen und Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen sollten in einem guten Klimaschutzprojekt Beachtung finden.

Klimaschutzprojekte als Beispiele für Klimakompensation

  • Aufbau regenerativer Energiequellen, z.B. Solarenergie, Wasserkraft und Windkraft, Biogas- und Biomasseanlagen

  • Verbesserung von Abfall- und Abwassermanagement

  • Erhalt von Mooren

  • Effiziente Öfen/Kochstellen in Entwicklungsländern (sie sparen z.B. den Verbrauch von Holz ein)

  • Wasserreinigungsprojekte

  • Aufforstungsprojekte

Klimakompensation: Warum Waldprojekte umstritten sind

Aufforstungsprojekte sind ohne Zweifel ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Wälder verhindern unter anderem Bodenerosionen und speichern CO2. Ob sie sich allerdings zur Kompensation eignen, ist umstritten. Emissionen eines Fluges bleiben etwa 1.000 Jahre in der Atmosphäre, heißt es beim World Wildlife Fund For Nature (WWF). Den Ausgleich dafür kann ein Wald mit seinem Lebenszyklus nicht leisten. Zudem gibt es Risiken wie Feuer oder Trockenheit und Sturm, die den Wald schädigen können. Dann findet kein Ausgleich mehr statt. Die Permanenz, die Dauerhaftigkeit, ist bei Waldprojekten nicht gegeben, für eine effektive Kompensation ist sie aber von Bedeutung. Das ist nur ein Grund, warum sich Waldprojekte nicht zum Ausgleich eignen. Ein anderer ist, dass für Aufforstungsprojekte Geld vorab bezahlt werden muss, also bevor der Wald überhaupt gepflanzt wird. Kommt das Projekt nicht zustande oder wird der Wald zerstört, gilt das dennoch als Emissionsausgleich, obwohl dieser de facto gar nicht stattgefunden hat.  

Klimakompensation: Zusätzliche, neue Klimaprojekte müssen es sein

Der Knackpunkt beim Kompensieren ist die Zusätzlichkeit: Mit dem Geld, das Sie in ein Projekt investieren, um Ihren CO2-Ausstoß auszugleichen, müssen unbedingt neue, zusätzliche Klimaschutzprojekte gefördert werden, beziehungsweise deren Wirkungsgrad ausgeweitet werden. Wichtig ist, dass diese Projekte respektive deren Ausweitung nicht ohne das Kompensationsgeld zustande kommen würden. Wenn das Geld in Projekte fließt, die ohnehin schon finanziert sind – etwa, wenn ein Staat Minderungsziele verfolgt und es deshalb ohnehin gesetzliche Auflagen zur Emissionsminderung gibt, wirkt der freiwillige Ausgleich nicht. Sie als Verbraucher und Verbraucherin haben aber kaum die Möglichkeit, dies zu überprüfen. Deshalb können Sie nur auf bestimmte Qualitätsstandards setzen.

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Worauf Sie bei der CO2 Kompensation achten sollen

Kontrolle und Transparenz – damit ist es nicht weit her auf dem Kompensations-Markt. Verbraucher haben eigentlich keine Chance, selbst zu beurteilen, ob ein Klimaschutzprojekt gute und wichtige Standards erfüllt, ob es wirklich zur Emissionsreduzierung beiträgt und ob es einen Beitrag zu guten Arbeitsbedingungen vor Ort leistet und obendrein die Zusätzlichkeit gegeben ist. Freiwillige Kompensationsmärkte sind unreguliert, es gibt keine Kontrolle.

Der Gold Standard

Um diesem Wildwuchs auf dem Kompensationsmarkt zu begegnen, hat der WWF gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen Qualitätsstandards erarbeitet, die Klimaschutzprojekte erfüllen sollten. Herausgekommen ist dabei der Gold Standard, ein Qualitätssiegel, das zertifiziert ist und regelmäßig vom TÜV überprüft wird. Wenn Sie über qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte Ihre CO₂-Emissionen kompensieren wollen, sollten Sie auf den Gold Standard setzen. Aspekte wie Zusätzlichkeit und Arbeitsbedingungen sind dort berücksichtigt.  

Es gibt auch andere internationale Standards, etwa der Clean Development Mechanism (CDM) oder der Verified Carbon Standard (VCS). Gemeinsam mit dem Gold Standard decken sie die meisten Kompensationsangebote auf dem Markt ab. Einig sind sich Verbraucherschützer, dass der Gold Standard das Mittel der Wahl sein sollte, er erfüllt höchste Anforderungen und ist weltweit führend unter den Qualitätssiegeln. Emissionsgutschriften des Gold Standards wurden in der Vergangenheit auch vom Umweltbundesamt genutzt.

Atmosfair, Myclimate & Co: Ausgewählte Anbieter Co2 Ausgleich

Es gibt diverse Anbieter von CO₂-Kompensation auf dem Markt. Manche entwickeln selbst Klimaschutzprojekte, andere entwickeln Projekte nicht selbst, sondern vermitteln zwischen Projektbetreiber und Verbraucher. Dabei treten sie oftmals wie Zwischenhändler auf und arbeiten mit Unternehmen zusammen, etwa Fluggesellschaften, die ihren Kunden den CO₂-Ausgleich bei der Ticketbuchung anbieten.

Zu anerkannt guten Anbietern von CO₂-Kompensation zählen Atmosfair, myclimate oder die Klima-Kollekte. Auch Primaklima gehört dazu, auch wenn hier nur Waldprojekte umgesetzt werden.  

Atmosfair ist eine gemeinnützige Klimaschutzorganisation mit Sitz in Berlin, entstanden aus einem Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums und einer Gemeinschaftsinitiative des Reiseveranstalterverbandes forum anders reisen und der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch im Jahr 2004. Der Anbieter entwickelt und betreibt selbst Klimaschutzprojekte. Das Angebot ist konsequent: Inlandsflüge können Sie auf der Homepage nicht ausgleichen, dieser Ausgleich wird gar nicht erst empfohlen. Denn innerhalb Deutschlands haben Sie die Möglichkeit, ein anderes Verkehrsmittel zu wählen, ein Flug ist hier nicht zwingend nötig.  

Klima-Kollekte ist ein CO₂-Kompensationsfonds christlicher Kirchen. Der Ausgleich von CO₂-Emissionen geschieht dabei durch Klimaschutzprojekte kirchlicher Organisationen oder ihrer Partner. Die Klima-Kollekte beteiligt sich an der Entwicklung von Projekten.  

Myclimate Deutschland ist gemeinnützig und eine Tochter der Schweizer Stiftung myclimate. Myclimate setzt wie auch die anderen Anbieter unter anderem auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Technologien. Myclimate entwickelt auch selbst Klimaschutzprojekt.

Primaklima agiert als gemeinnütziger Verein, die Initiative gibt es schon seit 30 Jahren. Erhalt von Wäldern und Mehrung von Wald ist das erklärte Ziel.

Tipp: Effektive CO2-Kompensation über seriöse Anbieter

Wenn Sie wirklich effektiv kompensieren wollen, gleichen Sie nie einfach per Mausklick auf der Website des jeweiligen Unternehmens aus, wo Sie gerade einen Flug buchen. Kompensieren Sie lieber separat über einen der oben genannten Anbieter. WWF hat die Erfahrung gemacht, dass die Unternehmen den CO₂-Verbrauch etwa eines Fluges gerne „klein rechnen“, indem beispielsweise nicht zu viele Details und Faktoren in die Berechnung einbezogen werden. Die Abgabe, die der CO₂-Ausgleich dann kostet, erscheint dann verhältnismäßig gering. WWF befürchtet, dass dem Kunden oder der Kundin so suggeriert wird, dass Fliegen doch gar nicht so schlimm ist. Wenn Sie einen Emissionsrechner eines externen Anbieters nutzen, wird dieser zu einem anderen Ergebnis kommen.

Biallo-Tipp: Klimakompensation als Geschenk!

Klicken Sie sich doch mal durch die Homepages der Anbieter. Dort gibt es viele Ideen, wie man sich auch außerhalb von Kompensation für Klimaschutz engagieren kann. So kommt zum Beispiel auch Klimaschutz als Geschenk in Frage. Über Primaklima etwa kann man „Bäume verschenken“, indem man einen Geldbetrag bezahlt und dafür nachweislich Bäume gepflanzt werden – etwa 18 Bäume zum 18. Geburtstag. Das funktioniert schon ab drei Euro. Darüber hinaus agieren viele Initiativen als Partner und Berater für Unternehmen, die sich selbst Klimaschutzziele setzen wollen.

CO2 Augleich Flug berechnen: Wie funktionieren Emissionsrechner?

Bevor Sie CO₂-Emissionen ausgleichen können, müssen Sie deren Menge berechnen. Das geschieht über Emissionsrechner. Solche finden Sie entweder auf den Homepages der oben genannten Anbieter oder auch auf Websites von Unternehmen, die CO₂-Kompensation anbieten, etwa Fluganbieter.

Die meisten Rechner liefern jedoch unterschiedliche Ergebnisse. Das liegt unter anderem daran, dass die Rechner unterschiedliche Faktoren abfragen beziehungsweise andere Berechnungsmodelle verwenden. So kann bei der Emissionsberechnung entweder nur die Flugstrecke abgefragt werden oder aber auch detailliertere Faktoren wie Flugzeugtyp, welche Klasse gebucht wurde (in der Business Class verbraucht der Einzelne im Durchschnitt mehr Platz und verursacht damit auch mehr CO₂) oder auch andere Schadstoffemissionen werden miteinbezogen, die das Klima ebenfalls schädigen. So beeinträchtigen Schadstoffe in der Luft, die bei Langstreckenflügen entstehen und die in sehr großer Höhe stattfinden, zum Beispiel die Wolkenbildung, die wiederum das Klima beeinflusst. Im Ergebnis ist die gesamte Klimaschädigung eines Fluges zwischen zwei- und vier Mal so hoch wie der alleinige CO₂-Ausstoß. Einige Rechner berücksichtigen solche Faktoren.

 

Wie viel kostet der CO2 Ausgleich?

Im Folgenden erläutern wir Ihnen, was es kostet, klimschädliche CO2-Belastung auszugleichen.

Wie viel kostet es, einen Flug ausgleichen?

Beispiel: Hin- und Rückflug von Frankfurt nach New York, Economy-Class. 

Atmosfair: Bei Atmosfair fällt ein Kompensationsbetrag von 93 Euro an, basierend auf einem berechneten Emissionswert von rund drei Tonnen CO2. Bei Mit dem Spendenbeitrag können Sie ein selbstgewähltes Klimaschutzprojekt fördern.

Myclimate: Die Plattform berechnet einen Verbrauch von 2,2 Tonnen für denselben Flug, der Ausgleich kostet je nach Projekt zwischen 51 und 62 Euro. Auch hier können Sie selbst das Klimaschutzprojekt auswählen. Hinzukommen wahlweise jeweils acht Euro für lokale Bildungsarbeit.  

Klima-Kollekte berechnet rund 2,7 Tonnen CO₂-Emission. Hier kann der Kunde verschiedene Ausgleichssummen wählen: Entweder rund 68 Euro, basierend auf einem Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 – so viel setzt die Klima-Kollekte an. Oder es fallen 123 Euro an, wenn sich Verbraucher am Preis des nationalen Emissionshandels von 30 Euro pro Tonne orientieren. Alternativ können Sie rund 650 Euro spenden, wenn sie die gesamten Umweltbelastungen ausgleichen wollen, die der Flug verursacht.

  • Biallo-Tipp: Warum kostet der Ausgleich einer Tonne CO₂-Emission je nach Anbieter unterschiedlich viel? Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Anbieter unterschiedliche Verwaltungskosten haben und verschiedene Klimaschutzprojekte unterschiedlich hohe Kosten verursachen.

CO2-Fußabdruck ausgleichen

Verbraucher können Ihren gesamten CO₂-Fußabdruck ausgleichen. Im Durchschnitt verursacht jeder Bundesbürger im Jahr laut Umweltbundesamt etwas mehr als zehn Tonnen CO₂. Wenn Sie Ihren individuellen Wert ausrechnen wollen, geben Sie Ihre Daten bei einem der Emissionsrechner ein, etwa beim Umweltbundesamt oder beim WWF. Bei Kompensationsanbieter Atmosfair etwa können Sie eine Wunschmenge CO₂ im Jahr ausgleichen. Wer zum Beispiel zehn Tonnen ausgleichen möchte, zahlt einen Klimaschutzbeitrag von 250 Euro. Der Kunde kann auch ein Abo abschließen und die individuelle Menge regelmäßig - monatlich, vierteljährlich oder jährlich - ausgleichen. Bei myclimate kostet die Kompensation der zehn Tonnen 230 Euro.

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Über die Autorin Annette Jäger
während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.
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