Auf einen Blick
  • Impact-Fonds sind eine Form des Impact Investing. Sie wollen einen positiven Beitrag zur Lösung ökologischer und sozialer Probleme leisten.
  • Anders als herkömmliche Nachhaltigkeitsfonds streben Impact-Fonds eine konkret messbare Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft an.
  • Anleger sollten bei der Auswahl eines Fonds darauf achten, ob der Anbieter transparent über Anlageziel und Wirkung des Fonds berichtet.

In Sachen Klimaerwärmung schneidet der Deutsche Aktienindex (Dax) eher mäßig ab. Ein langfristiges „Klimaerwärmungspotenzial“ von vier Grad Celsius weist der deutsche Leitindex nach Angaben der Internetseite globalanceworld.com auf. Der US-Index Dow Jones steht mit 2,8 Grad Celsius deutlich besser da – was auch am starken Gewicht der US-Technologieriesen liegt. Deren Beitrag zur Klimaerwärmung ist geringer ist als etwa der von Industriefirmen der alten Ökonomie.

Ins Leben gerufen hat Globalance World die Schweizer Globalance Bank AG. Dessen deutsche Vermögensverwaltungs-Tochter ist die Münchner Globalance Invest. „Wir wollen unseren Kunden damit verdeutlichen, welche Auswirkungen ein Investment auf die Gesellschaft und die Umwelt hat“, sagt deren Geschäftsführer Werner Hedrich. Gemessen wird das an Größen wie eben dem Klimaerwärmungspotenzial, der Wirkung auf die weltweite Ernährung, auf Ressourcen, die Bildung – oder am Beitrag zu weltweiten Megatrends wie die nachhaltige Mobilität.

Man investiere in Anlageprodukte, „die eine positive Wirkung auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt entfalten“, sagt Werner Hedrich. „Impact Investing“ nennt man diesen noch vergleichsweise jungen Trend nachhaltiger Geldanlage. Das „wirkungsorientierte Investieren“ will dabei die Welt mit gezielten Investitionen Stück für Stück besser machen – ökologisch und sozial.

Zinshammer aus Schweden

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Was ist Impact Investing?

Impact Investments leisten „neben einer finanziellen Rendite auch einen positiven Beitrag zur Lösung von ökologischen und/oder sozialen Problemen“, heißt es beim Verband Forum Nachhaltige Geldanlagen. Das wirkungsorientierte Investieren strebe damit eine „positive Veränderung von Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gegenüber dem jetzigen Zustand“ an. Erreicht werden soll das über eine gezielte Finanzierung von Projekten und Unternehmen, die etwa erneuerbare Energien fördern, Umweltschutzprojekte auflegen oder das Bildungsangebot verbessern.

Die Leitlinie dafür bilden die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen. Sie umfassen Forderungen wie keine Armut, kein Hunger, Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung oder bezahlbare und saubere Energie.

Bei Impact Investing geht es um Investitionen, die gleichzeit mehere Aspekte der Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit unterstützen.

Quelle: Dekabank.

Ein Impact Investment muss sich daran messen lassen, ob es einen Beitrag zu diesen Zielen leistet. Hinter der Investition sollte dabei „eine konkrete Intention des Investors stecken“, sagt Johannes Weber von der Bundesinitiative Impact Investing. Entscheidend sei überdies, „dass die Wirkung der Investition gemessen und nachgewiesen wird“.
Investoren können so bei Impact Investments klar erkennen, für welche konkreten Nachhaltigkeits-Ziele sie ihr Geld anlegen – und welche Wirkung sie damit erzielen: etwa wie viel Wasser oder Kohlendioxid sich damit einsparen lässt oder wie viel Schülern eine hochwertige Bildung ermöglicht wurde.

 

Was sind Impact-Fonds?

Es gibt unterschiedliche Arten von Impact Investments. So können sich Anleger direkt an Unternehmen beteiligen, die den ökologischen oder sozialen Wandel fördern – etwa Start-ups im Bereich der Umwelttechnologie. Solche Beteiligungen, unter anderem über das sogenannte Crowdinvesting, bergen jedoch vergleichsweise hohe Risiken. Schlägt das Geschäftsmodell eines Unternehmens fehl, droht Anlegern ein Totalverlust.

Eine Streuung des Risikos lässt sich mit Impact-Fonds erreichen. Die Bandbreite der Anlageprodukte ist dabei jedoch groß. So fließt etwa bei Mikrofinanzfonds das Geld der Anleger in Kredite für Kleinunternehmer – vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Prinzip: „Über den Fonds leihen die Anleger einer Bank Geld. Diese verleiht es weiter an die Kreditnehmer“, erklärt Vermögensverwalter Hedrich. So erzielt das Geld der Anleger eine vergleichsweise direkte Wirkung.

Bei offenen Impact-Fonds ist die Wirkung weniger unmittelbar. Wie herkömmliche Fonds auch investieren sie etwa in Unternehmensaktien. Die Firmen im Fonds werden dahingehend ausgesucht, ob sie einen Beitrag zu den UN-Entwicklungszielen leisten. Das allerdings können sie in mehr oder weniger großem Umfang tun. Nicht mit jedem Fonds, der die Bezeichnung „Impact“ trägt, muss daher auch eine weitreichende ökologische oder soziale Wirkung verbunden sein. Häufig verbirgt sich hinter dem Begriff nichts anderes als ein normaler Nachhaltigkeits-Fonds.

Aktiv gemanagte Impact-Fonds

Fonds / ISIN
Wertentwicklung (in Prozent pro Jahr)
1 Jahr / 3 Jahre / 5 Jahre
Jährliche Kosten (in Prozent)
Ausgabeaufschlag (in Prozent)
 
Rating für Nachhaltigkeit (1)
Klimaerwärmung in Grad Celsius (2)
 
Hamburger Nachhaltigkeitsfonds / DE000DK0EF64 31,99 / 10,73 / -
1,30 4,00 5
k.A.
Triodos Global Equities Impact Fund / LU0278271951 20,25 / 13,58 / 9,70 1,55 5,00 4
3,2
Ökoworld Ökovision Classic / LU0061928585 21,11 / 15,81 / 11,74 2,30 5,00 4
3,0
BNP Paribas Funds Climate Impact / LU0406802339 35,72 / 24,38 / 14,73 2,68 3,00 4
2,7
D&R Globalance Zukunftsbeweger Aktien / DE000A2DHT41 24,79 / 19,11 / -
1,50 4,00 4
2,1
B.A.U.M. Fair Future Fonds / DE000A2JF709 26,24 / 14,46 / -
1,57 3,00 4
2,7
Deka Nachhaltigkeit Impact Aktien / LU2109588199 27,54 / - / -
1,52 3,75 3
k.A.
Zum Vergleich:
         
iShares Core MSCI World / IE00B4L5Y983 34,95 /17,54 /13,77  0,2 0,00
3
3,1

(1) Rating der Agentur Morningstar, Ratings von 1 bis 5, Bestnote ist 5;

(2) Globalance Klimaerwärmung: 1,3 bis 9 Grad Celsius; Stichtag 25.10.;

Quellen: Morningstar, www.globalanceworld.com

 

Was unterscheidet Impact-Fonds von anderen nachhaltigen Fonds?

Die große Mehrzahl der Nachhaltigkeitsfonds sind sogenannte ESG-Fonds. Das Kürzel steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Government (gute Unternehmensführung). ESG-Fonds investieren in Unternehmen, die bei diesen Kriterien gut abschneiden. Sie schließen daher zum einen Unternehmen aus, die in problematischen Bereichen tätig sind – etwa der Herstellung von Waffen oder dem Betrieb von Atomkraftwerken. Zum anderen investieren sie in solche Firmen, die in ihrer Branche bei der ESG-Bewertung ganz vorne liegen („Best-in-Class“-Prinzip). So werden durch die Firmenauswahl negative ökologische und soziale Wirkungen verringert.

Impact-Fonds jedoch wollen mehr: Sie versuchen, nachweislich positive Wirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu erreichen - und damit eine Veränderung der gesellschaftlichen Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit. Diese Wirkung soll messbar sein und für den Anleger nachvollziehbar. Die meisten offenen Impact-Fonds leisten das jedoch nur zum Teil. Häufig investieren sie nach ESG-Kriterien und berücksichtigen gleichzeitig eines oder mehrere UN-Entwicklungsziele.

So unterscheidet sich ein ESG- von einem Impact Investment.

Quelle: Dekabank.

So schließt etwa der seit 1996 existierende Ökoworld Ökovision Classic (siehe Tabelle) zum einen problematische Bereiche wie Kohle, Waffen oder Atom aus. Gleichzeitig investiert er aber auch gezielt in Firmen, die umweltverträgliche Technologien entwickeln oder besondere soziale Arbeitsbedingungen schaffen.

Daneben gibt es Fonds, die sich bei der Firmenauswahl auf bestimmte Nachhaltigkeitsziele konzentrieren. Der Climate Impact Fonds von BNP Paribas etwa investiert in Unternehmen, die den Klimawandel bremsen. Dazu zählen Gesellschaften aus den Bereichen erneuerbare Energien ebenso wie Unternehmen, die nachhaltige Lebensmittel herstellen. Man wolle mit dem Fonds „Kapital für den Wandel zu einer CO2-armen Wirtschaft bereitstellen“, heißt es bei BNP Paribas.

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Wie wirkungsvoll sind Impact-ETFs?

Neben aktiv gemanagten Fonds gibt es auch Impact-ETFs. Sie bilden einen nachhaltigen Aktienindex ab. Sehr häufig haben die Indexfonds dabei spezielle Nachhaltigkeits-Ziele im Blick. So investiert der Rize Sustainable Future of Food in Unternehmen, die den Übergang zu einer nachhaltigeren Lebensmittelproduktion beschleunigen. Der Fonds enthält unter anderem die Aktie von Beyond Meat, einem US-Hersteller veganer Fleischersatz-Produkte. Auch der schwedische Hafergetränk-Herstellers Oatly befindet sich im Portfolio.

Mit ETFs lässt sich daher ebenfalls in Unternehmen investieren, deren Ziel es ist, die Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Allerdings enthalten die Indizes im Vergleich zu typischen ESG-ETFs oft relativ wenige, spezialisierte Unternehmen. Dabei garantiert der Name „Impact-ETF“ alleine auch hier noch keine ökologische oder soziale Wirkung. Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher den Fonds und dessen einzelne Positionen jeweils genau anschauen.

Impact-ETFs

ETF / ISIN Wertentwicklung (in Prozent pro Jahr)
1 Jahr / 3 Jahre / 5 Jahre
Jährliche Kosten (in Prozent) Ausgabeaufschlag (in Prozent)
Rating für Nachhaltigkeit (1)
Klimaerwärmung in Grad Celsius (2)
iShares Global Clean Energy / IE00B1XNHC34 20,83 / 43,57 / 22,02 0,65 0,00 4
2,1
Rize Sustainable Future of Food / IE00BLRPQH31 14,71 / - / -
0,45 0,00 3
4,5
L&G Healthcare Breakthrough / IE00BK5BC677 28,46 / - / -
0,49 0,00 2
2,6
Zum Vergleich:
         
iShares Core MSCI World / IE00B4L5Y983 34,95 /17,54 /13,77 0,2 0,00
3
3,1

(1) Rating der Agentur Morningstar, Ratings von 1 bis 5, Bestnote ist 5;

(2) Globalance Klimaerwärmung: 1,3 bis 9 Grad Celsius; Stichtag 25.10.;

Quellen: Morningstar, www.globalanceworld.com

 

Worauf sollten Anleger bei Impact-Fonds achten?

Es gibt bislang noch keine einheitlichen Regelungen oder Vorschriften dafür, was unter Impact zu verstehen ist. Trotz der wachsenden Bedeutung von Impact Investments gebe es daher bei dem Begriff „noch eine große Unschärfe“, heißt es beim Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Anleger müssen sich daher aktiv mit dem Thema beschäftigen, wenn sie herausfinden wollen, ob in einem Fonds, auf dem „Impact“ steht, auch echte „Wirkung“ drin ist.

„Sie müssen in den jeweiligen ETF oder Fonds hineinschauen und sich ansehen, welche Aktien sich darin befinden“, sagt Werner Hedrich von Globalance Invest. Anschließend gelte es zu entscheiden, ob der Inhalt mit dem übereinstimmt, was sie von ihrem Investment erwarten. Wichtig sei daher vor allem, ob der Index- oder Fondsanbieter transparent darüber berichtet, wo er das Geld der Anleger investiere – und wie es gewirkt hat, so Hedrich: „Anlageziel und Wirkung sollten möglichst offen kommuniziert werden.“

Neben der Auswahl der Unternehmen können Anleger daher vor allem an einer nachvollziehbaren Berichterstattung über das Investment und dessen Wirkung festmachen, ob ein Fonds für sie geeignet ist oder nicht. So können Kunden etwa auf der Internetseite des Triodos-Fonds Global Equities Impact die Wirkung an einem „ökologischen Fußabdruck“ ablesen. Er gibt an, dass die Unternehmen im Fonds insgesamt 44 Prozent weniger Wasser und 66 Prozent weniger CO2 verbrauchen als etwa die Firmen im Industrieländer-Index MSCI World. Auf der Seite Internetseite von Globalance World können Anleger neben Aktienindizes auch Fonds daraufhin überprüfen, welches Klimaerwärmungs-Potenzial sie haben und wie stark ihr ökologischer und gesellschaftlicher Fußabdruck ist.

 

Wie schneiden ausgewählte Impact-Fonds bei Rendite und Kosten ab?

Impact-Fonds und ETFs haben in den vergangenen Jahren ansehnliche Renditen erzielt. Vergleicht man die in der Tabelle aufgeführten Fonds mit der Entwicklung des weltweiten Index MSCI World, so können die nachhaltigen Fonds bei der Performance durchaus mithalten. Auf Sicht von drei oder fünf Jahren stehen einige Fonds und ETFs besser da als ein ETF auf den weltweiten Index (siehe Tabelle).

Die aufgeführten ETFs liegen bei der Rendite in vielen Fällen nicht schlechter als aktiv gemanagte Fonds. Sie weisen jedoch im Durchschnitt eine geringere Bewertung für die Nachhaltigkeit auf – gemessen am Nachhaltigkeits-Rating der Agentur Morningstar. Das dürfte auch daran liegen, dass die Auswahl der Firmen in einem aktiven Fonds in der Regel strenger ist – und damit auch aufwendiger. Aktiv gemanagte Fonds sind deswegen auch teurer als ETFs. Die Kosten unterscheiden sich dabei auch bei den aktiven Fonds: Sie reichen von 1,3 Prozent bis zu rund 2,7 Prozent im Jahr. Hinzu kommt in der Regel noch ein einmaliger Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent beim Kauf des Fonds.

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Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

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