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LiechtensteinDie Renditen von Anleihen großer, nachhaltig wirtschaftender Konzerne sind deutlich gestiegen – bei Euro-Anleihen auf bis zu 4,2 Prozent. Das zeigt jetzt eine Auswertung. Im Vergleich mit Top-Festgeld liegen sie bei einigen Laufzeiten vorn. Für wen die Papiere geeignet sind und was Anleger beachten sollten.
Bei Deutsche Post beziehungsweise DHL denken viele Menschen an Pakete, auf die man oft eine Weile warten muss, oder an Briefe, deren Porto bald wieder steigt. Doch bei dem Bonner Konzern kann man auch Zinsen kassieren. Wer heute eine Post-Anleihe kauft und bis 2036 behält, erzielt 4,10 Prozent Rendite im Jahr. Zum Vergleich: Das beste zehnjährige Festgeld bringt 3,50 Prozent. Je 10.000 Euro wirft die Anleihe damit jährlich 60 Euro mehr ab.
Die Post ist kein Einzelfall. Firmenanleihen sind derzeit so lukrativ wie lange nicht. Das Portal für nachhaltige Geldanlage "Ecoreporter" listet jetzt 15 Anleihen großer Konzerne auf wie SAP, Siemens oder Deutsche Bahn. Die Anleihen sind keine grünen Anleihen im engeren Sinn. Die Firmen finanzieren damit keine Umweltprojekte, sondern ihr normales Geschäft. Die Unternehmen werden jedoch laut Ecoreporter "in Nachhaltigkeitsanalysen überdurchschnittlich gut bewertet".
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Seit dem Frühjahr haben die Anleiherenditen deutlich angezogen. Ein Grund: Wegen der Inflation haben die Notenbanken ihre Leitzinsen erhöht. Gleichzeitig ist die Staatsverschuldung vieler Industrieländer stark gestiegen. Regierungen müssen Investoren deshalb höhere Zinsen bieten. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren so hoch wie seit 15 Jahren nicht.
Und auch bei Unternehmensanleihen geht es nach oben: So sind die Renditen bei den von Ecoreporter ausgewählten Firmenanleihen deutlich höher als noch Anfang des Jahres: Die SAP-Anleihe etwa bringt 3,20 Prozent statt 2,24 Prozent im Februar, die der Deutschen Post 4,10 statt 3,42 Prozent. Für Privatanleger sind die Papiere gut geeignet, weil man schon mit 1.000 Euro einsteigen kann. Die Tabelle zeigt zehn Anleihen und was sie derzeit bringen.
| Bezeichnung der Anleihe | WKN | Laufzeitende | Kurs | Jahreszins (nominal) | Rendite |
| SAP Medium Term Notes 2014 (27) | A13SL3 | 22.02.2027 | 99,51 % | 1,75 % | 3,20 % |
| Symrise AG Anleihe 2020 (27) | SYM773 | 01.07.2027 | 98,35% | 1,375 % | 3,82 % |
| Linde Finance EO-MTN 2016 (28) | A180B3 | 20.04.2028 | 96,69 % | 1,00 % | 3,29 % |
| Fresenius Medical Care MTN 2020 (30) | A254R5 | 29.05.2030 | 91,82 % | 1,50 % | 3,98 % |
| Knorr-Bremse MTN 2024 (32) | A383RY | 30.09.2032 | 97,15 % | 3,25 % | 3,79 % |
| Procter & Gamble LS-Notes 2002 (33) | 229050 | 19.01.2033 | 99,07 % | 5,25 % | 5,43 % |
| Veolia EO-MTN 2003 (33) | 816814 | 25.11.2033 | 112,04% | 6,125 % | 4,14 % |
| Siemens Financ. EO-MTN 2019 (34) | A2R68M | 05.09.2034 | 78,73 % | 0,50 % | 3,66 % |
| Deutsche Post Medium Term Notes 2024 (36) | A383CT | 25.03.2036 | 95,39 % | 3,50 % | 4,10 % |
| Deutsche Bahn Finance MTN 2020 (39) | A289XT | 23.06.2039 | 67,81 % | 0,875 % | 4,21 % |
Entscheidend für Anleger ist dabei nicht der Zins der Anleihe, sondern die Rendite. Sie hängt vom Kurs des Papiers ab. Beispiel Siemens: Die Anleihe des Münchner Konzerns notiert bei 78,73 Prozent ihres Nennwerts von 100 Prozent. Obwohl der Nominalzins ("der Kupon") der Anleihe nur bei 0,5 Prozent liegt, kommen Käufer so auf 3,66 Prozent Rendite im Jahr. Sie müssen dafür aber das Papier bis zum Laufzeitende 2034 halten (siehe Fragen und Antworten am Artikelende).
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Auch beim Festgeld sind die Zinsen kräftig gestiegen (siehe Tabelle). Bei einem Jahr liegt der Spitzenzins für Festgeld mit hoher Einlagensicherung bei 3,50 Prozent. Dasselbe gilt für die zweijährige Laufzeit. Das ist mehr als etwa die Anleihe von Linde bringt, die 2028 ausläuft. Die Anleihe des niedersächsischen Duftstoffherstellers Symrise dagegen rentiert mit 3,82 Prozent bis Mitte 2027 deutlich besser als einjähriges Festgeld.
Die Top-Zinsen beim Festgeld
| Laufzeit | Zins | Anbieter |
|---|---|---|
| 6 Monate | 3,20 % | Isbank¹ |
| 1 Jahr | 3,50 % | HoistSpar² |
| 2 Jahre | 3,50 % | Bank of Scotland¹ |
| 4 Jahre | 3,62 % | willbe¹ |
| 6 Jahre | 3,69 % | willbe³ |
| 7 Jahre | 3,72 % | willbe³ |
| 8 Jahre | 3,76 % | willbe³ |
| 10 Jahre | 3,50 % | pbb direkt¹ |
Auch bei mittleren und langen Laufzeiten liegen Anleihen oft vorne. Das Papier des Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care etwa bringt bis 2030 knapp 4 Prozent, vierjähriges Festgeld in der Spitze 3,62 Prozent. Besonders deutlich ist das Plus bei der Post: Die Anleihe übertrifft zehnjähriges Festgeld um 0,6 Prozentpunkte. Anders dagegen Siemens: Die Anleihe mit einer Restlaufzeit von acht Jahren rentiert schwächer als das Top-Festgeld mit dieser Laufzeit
Wer sich für eine Anleihe entscheidet, sollte sich allerdings klar machen: Anleihen sind kein Festgeld. Es gibt für sie daher auch keine Einlagensicherung. Gerät ein Konzern in Schieflage, droht Anlegern im schlimmsten Fall der Totalverlust. Das Risiko dürfte bei den Unternehmen in der Tabelle aber gering sein. Wer mehr Sicherheit will, sollte das Risiko dennoch streuen und gegebenenfalls sowohl in Anleihen als auch in Festgeld investieren.
Dabei finden sich derzeit bei vielen Laufzeiten Anleihen großer Konzerne, mit denen sich mehr rausholen lässt als mit Festgeld. Die angegebenen Renditen gelten aber nur für den Fall, dass Anleger die Papiere bis zum Laufzeitende halten. Dann bekommen sie den Nennwert zurück. Wer die Anleihe früher verkaufen will, sollte auf deren Kurs achten: Er bestimmt, wie hoch die Rendite am Ende ausfällt (siehe Fragen und Antworten unten).

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LiechtensteinWer eine Anleihe kauft, leiht einem Unternehmen Geld. Dafür bekommt er jedes Jahr einen festen Zins, den sogenannten Kupon. Am Ende der Laufzeit zahlt das Unternehmen den geliehenen Betrag zurück. Dann bekommen Anlegerinnen und Anleger den sogenannten Nennwert der Anleihe. Er entspricht 100 Prozent.
Ja, denn bis zum Laufzeitende werden Anleihen an der Börse gehandelt. Kauf und Verkauf ist jederzeit möglich. Der Preis der Anleihe, der Kurs, wird dabei in Prozent des Nennwerts angegeben und schwankt. Je nach Kauf- oder Verkaufszeitpunkt erhält man daher unterschiedliche Kurse.
Sie entwickeln sich entgegengesetzt. Steigen die Zinsen am Markt, sinkt der Kurs älterer Anleihen mit niedrigem Zins, weil sie weniger nachgefragt werden. Damit steigt gleichzeitig ihre Rendite. Ein Beispiel: Eine Anleihe über 10.000 Euro notiert bei 80 Prozent. Sie kostet also nur 8.000 Euro. Am Laufzeitende gibt es 10.000 Euro zurück (100 Prozent). Die 2.000 Euro Differenz kommen zu den jährlichen Zinsen hinzu. Die Rendite, also der tatsächliche Ertrag pro Jahr, liegt deshalb über dem Kupon. Kauft man die Anleihe zu einem Kurs von mehr als 100 Prozent, ist es umgekehrt: Die Rendite fällt niedriger aus als der nominale Zins.
Kaufen können Anleger Anleihen wie Aktien über ihr Wertpapierdepot. Je nach Anbieter fallen dafür Gebühren an.