Vermögen absichern

Vermögen schützen: Fünf Bausteine für Krisenzeiten

Simin Heuser
Autorin
Redaktion
Redakteur
Veröffentlicht am: 13.08.2026

Auf einen Blick

  • Einen vollkommen krisensicheren Vermögenswert gibt es nicht. Entscheidend ist eine breite Streuung über unterschiedliche Anlageklassen.
  • Tagesgeld sichert die Liquidität, Aktien und ETFs sorgen langfristig für Wachstum. Gold, Immobilien und Fremdwährungen können zusätzliche Risiken abfedern.
  • Wie stark Sie die einzelnen Bausteine gewichten, hängt von Ihrer finanziellen Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab.
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Tagesgeld, Aktien, Gold und Immobilien erfüllen beim Vermögensschutz unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend ist eine ausgewogene Mischung.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Kein Goldbarren, kein Tagesgeldkonto und kein Aktien-ETF kann garantieren, dass Ihr Vermögen in einer Krise völlig unangetastet bleibt. Dennoch ist die Frage, wie Sie Ihr Erspartes schützen können, so drängend wie selten zuvor.

Geopolitische Konflikte setzen die Finanzmärkte immer wieder unter Druck. Zugleich haben die Preissteigerungen im Zuge des Iran-Kriegs erneut gezeigt, wie schnell Geld real an Kaufkraft verlieren kann. Wer deshalb alles in Gold umschichtet, große Summen in Cash hält oder Geld ins Ausland verlagert, löst das Problem jedoch nicht. Meist wird lediglich ein Klumpenrisiko durch ein anderes ersetzt.

Kluger Vermögensschutz bedeutet deshalb, Risiken zu kennen und das Vermögen so zu verteilen, dass keine einzelne Krise das gesamte Portfolio zu stark gefährdet. Die folgenden fünf Bausteine zeigen, wie das in der Praxis aussehen kann.

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Tagesgeld: Liquidität sichern und Kaufkraft erhalten

Kaufkraftverlust passiert im Stillen. Wer sein Geld unverzinst auf dem Konto liegen lässt, verliert bei steigenden Preisen real an Vermögen, auch wenn der Kontoauszug das nicht anzeigt. Tagesgeld ist deshalb ein wichtiger Baustein für den Vermögensschutz: Wenn Sie die Konditionen regelmäßig vergleichen, können Sie zumindest einen Teil des Kaufkraftverlusts ausgleichen und bleiben täglich flexibel.

Wie attraktiv der Markt derzeit ist, zeigt das Angebot von Chase: Die US-Großbank ist erst vor wenigen Monaten in den deutschen Markt eingestiegen und bietet aktuell vier Prozent Zinsen pro Jahr für vier Monate. Damit gehört Chase derzeit zur Spitzengruppe im biallo Tagesgeld-Vergleich.

Fremdwährungen: Währungs- und Länderrisiken streuen

Wenn Sie Ihr gesamtes Vermögen in Euro halten, verlassen Sie sich vollständig auf die EZB, den politischen Zusammenhalt des Euroraums und die Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung. Fremdwährungskonten können dieses Risiko streuen, bringen allerdings eine eigene Volatilität mit sich: Wechselkurse bewegen sich in beide Richtungen. Wer das unterschätzt, tauscht ein Risiko gegen ein anderes.

Relevant ist außerdem der Standort der Bank und damit die Frage, welcher Einlagensicherung und welchem Regulierungsrahmen Ihr Geld unterliegt. Wer beides kombinieren möchte, findet mit willbe einen Anbieter, der Tagesgeldkonten in neun Währungen mit dem Regulierungsrahmen Liechtensteins verbindet. Einlagen sind dort bis zu 100.000 Schweizer Franken je Person und Bank durch die liechtensteinische Einlagensicherung geschützt.

biallo-Lesetipp: Wie sicher ist Ihr Guthaben tatsächlich? Lesen Sie, wie die gesetzliche und freiwillige Einlagensicherung funktionieren und wann Sie Geld auf mehrere Banken verteilen sollten.

Immobilien als Schutz vor Inflation

Immobilien gelten historisch als möglicher Inflationsschutz, weil Preise und Mieten langfristig tendenziell mit dem allgemeinen Preisniveau steigen können. Physische Immobilien sind jedoch kapitalintensiv und illiquide.

Eine einfache Alternative können beispielsweise Genossenschaftsanteile an einer Hypothekenbank sein. So kommt der Immobilienmarkt indirekt ins Portfolio. Die Münchener Hypothekenbank etwa bietet Anteile ab 70 Euro und schüttete in den vergangenen Jahren kontinuierlich vier Prozent Dividende aus. Dabei sollten Sie allerdings berücksichtigen, dass mögliche Dividenden nicht garantiert sind und Genossenschaftsanteile nicht mit einer klassischen, durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützten Sparanlage gleichzusetzen sind.

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Gold und Edelmetalle als Stabilisator

Gold kann insbesondere dann gefragt sein, wenn Währungen unter Druck geraten oder das Vertrauen in Notenbanken schwindet. Es zahlt keine Zinsen, kann das Portfolio aber aufgrund seiner vergleichsweise geringen Korrelation zu Aktien und Anleihen stabilisieren.

Als Orientierung werden häufig etwa fünf bis zehn Prozent des Anlagevermögens genannt. Physisches Gold können Sie beispielsweise in Form von Münzen oder Barren erwerben und sicher verwahren. Wer eine höhere Liquidität bevorzugt, kann auf börsengehandelte Goldprodukte wie Xetra-Gold zurückgreifen.

biallo-Lesetipp: Münzen, Barren, ETC oder Sparplan? Unser Goldratgeber zeigt, welche Anlageform zu Ihnen passt und welche Kosten und steuerlichen Regeln Sie beachten sollten.

Aktien und ETFs als Wachstumsmotor

Breit gestreute Aktienanlagen haben die Inflation langfristig nicht nur ausgeglichen, sondern historisch häufig übertroffen. ETFs auf globale Indizes wie den MSCI World bieten einen vergleichsweise einfachen Einstieg: Sie ermöglichen eine breite Streuung, verursachen in der Regel geringe Kosten und lassen sich bereits mit kleinen Beträgen besparen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Aktien und ETFs deshalb ein wichtiger Baustein. Gleichzeitig müssen Sie zwischenzeitliche Kursverluste aushalten können und sollten nur Geld investieren, das Sie langfristig nicht benötigen.

Die Mischung entscheidet beim Vermögensschutz

Jeder dieser fünf Bausteine hat eigene Stärken und Schwächen. Darum sind nicht die einzelnen Bausteine der eigentliche Schutzmechanismus, sondern ihre Kombination.

Als Anlegerin oder Anleger müssen Sie nicht alle genannten Bausteine berücksichtigen. Sie sollten Ihr Vermögen aber auf verschiedene Anlageklassen aufteilen. Im einfachen Fall ist das ein weltweit investierender ETF kombiniert mit Tages- und Festgeld. Wer sich mehr zutraut, kann Gold, Immobilien oder Fremdwährungen in kleinen Dosen dazu nehmen. Entscheidend ist aber in jedem Fall, dass Sie bei der Geldanlage nicht alles auf eine Karte setzen.

So überprüfen Sie Ihren Vermögensschutz

Ein einmal zusammengestelltes Portfolio bleibt nicht automatisch ausgewogen. Steigt beispielsweise der Gold- oder Aktienanteil stark, kann sich die ursprüngliche Gewichtung deutlich verschieben.

Prüfen Sie deshalb mindestens einmal im Jahr:

  • Reicht Ihre kurzfristig verfügbare Rücklage noch aus?
  • Liegt zu viel Geld bei einer einzelnen Bank?
  • Überschreiten Ihre Einlagen die jeweilige Sicherungsgrenze?
  • Ist ein zu großer Teil Ihres Vermögens in einer einzelnen Anlage oder Anlageklasse gebunden?
  • Passt der Aktienanteil weiterhin zu Ihrem Anlagehorizont?
  • Entspricht die Aufteilung noch Ihrer persönlichen Risikobereitschaft?

Häufige Fragen zum Vermögensschutz

Wie Sie Ihr Vermögen am besten aufteilen, hängt von Ihrer persönlichen Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Die folgenden Antworten geben Ihnen eine erste Orientierung.

Was ist die sicherste Geldanlage in einer Krise?

Eine vollkommen sichere Geldanlage für jedes Krisenszenario gibt es nicht. Tagesgeld kann innerhalb der gesetzlichen Sicherungsgrenzen vor einer Bankenpleite geschützt sein, bei hoher Inflation aber real an Kaufkraft verlieren. Gold, Aktien und Immobilien wiederum können im Wert schwanken oder sind nicht jederzeit verfügbar. Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen kann deshalb dazu beitragen, das Gesamtrisiko zu verringern.

Wie viel Geld sollte auf dem Tagesgeldkonto liegen?

Als Liquiditätsreserve werden häufig drei bis sechs monatliche Haushaltsausgaben empfohlen. Wie hoch Ihr persönlicher Notgroschen sein sollte, hängt jedoch von Ihrer individuellen Situation ab – etwa von Ihrem Einkommen, Ihren laufenden Kosten und möglichen unerwarteten Ausgaben.

Sind mehr als 100.000 Euro auf einem Konto sicher?

In der Europäischen Union schützt die gesetzliche Einlagensicherung grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Einleger und Bank. Bei höheren Guthaben sollten Sie prüfen, ob eine zusätzliche freiwillige Sicherung besteht oder eine Verteilung des Geldes auf mehrere Institute sinnvoll ist.

Wie viel Gold gehört in ein ausgewogenes Portfolio?

Gold sollte in der Regel nur eine Beimischung sein. Häufig werden etwa fünf bis zehn Prozent des Anlagevermögens als Orientierung genannt. Ein deutlich höherer Anteil erhöht die Abhängigkeit von der Entwicklung des Goldpreises und kann neue Klumpenrisiken schaffen.

Sind Fremdwährungskonten krisensicher?

Nein. Fremdwährungen können dazu beitragen, die Abhängigkeit vom Euro zu verringern, bringen aber eigene Wechselkursrisiken mit sich. Wertet die Fremdwährung gegenüber dem Euro ab, können Ihnen dadurch Verluste entstehen. Fremdwährungskonten sollten deshalb ebenfalls nur ein begrenzter Baustein innerhalb eines breit gestreuten Vermögens sein.

Fazit: Vermögensschutz beginnt mit der richtigen Mischung

Perfekten Schutz vor jeder Krise gibt es nicht. Sie können Ihr Vermögen aber so aufstellen, dass ein einzelnes Ereignis nicht das gesamte Portfolio zu stark gefährdet.

Die fünf Bausteine erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben: Tagesgeld sichert Liquidität, Fremdwährungen können Währungsrisiken streuen, Immobilien und Gold ergänzen das Portfolio als Sachwerte beziehungsweise Stabilisatoren, während Aktien und ETFs langfristige Wachstumschancen bieten.

Entscheidend ist die Mischung. Richten Sie Ihr Portfolio an Ihrer finanziellen Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer persönlichen Risikobereitschaft aus und überprüfen Sie die Gewichtung regelmäßig.

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Simin Heuser hat in Köln Volkswirtschaftslehre studiert und bereits während des Studiums für verschiedene Fondsgesellschaften und FinTechs gearbeitet. Ihr Fachwissen setzt sie auch als freie Finanzjournalistin ein. Ein Interesse gilt der Rolle von Frauen in der Finanzwelt - ein Bereich, in dem sie sich für mehr Aufklärung engagiert. Bei Investments konzentriert sie sich auf Aktienfonds und fühlt sich besonders im Bereich der nachhaltigen Geldanlage zuhause.

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