Der Iran-Krieg lässt die Zinsen für Baufinanzierungen steigen. Für Immobilienkäufer bedeutet das deutlich höhere Kosten – monatlich und über die gesamte Laufzeit. Wer kaufen will, sollte nicht auf sinkende Zinsen spekulieren, sondern Angebote genau vergleichen. 

Der Krieg im Iran lässt nicht nur die Preise an den Tankstellen und beim Heizölhändler klettern. Er treibt auch die Bauzinsen nach oben. So sind die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen seit Kriegsbeginn Ende Februar laut Biallo Baugeld-Index deutlich gestiegen. Sie kratzen an der Vier-Prozent-Marke. Gleichzeitig halten sich mögliche Immobilienkäufer zurück, zeigt eine Untersuchung des Immobilienportals Immoscout24. Grund ist die geopolitische Unsicherheit.

Wir sagen Ihnen, wie viel teurer die Baufinanzierung geworden ist, was Wohneigentum derzeit in Deutschland kostet – und wie mögliche Immobilienkäufer jetzt am besten reagieren.

Bauzinsen: Höchster Stand seit Ende 2023

Hauptgrund für für die höheren Bauzinsen sind Inflationssorgen wegen der gestiegenen Öl- und Energiepreise. Die Inflationserwartungen lassen die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen steigen. Diese wiederum ist der Taktgeber für die Bauzinsen: Steigt die Anleihenrendite, gehen auch die Bauzinsen nach oben.

Tatsächlich haben die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen innerhalb eines Monats um fast 0,3 Prozentpunkte zugelegt. Laut Biallo Baugeld-Index lagen sie Ende Februar effektiv noch bei 3,67 Prozent. Derzeit sind es 3,95 Prozent (siehe Grafik). Das ist der höchste Stand seit Ende 2023.

Biallo Baugeld-Index: Deutlicher Zinsanstieg im März

Quelle: Biallo Baugeld-Index

Baufinanzierung: 800 Euro teurer im Jahr

Ein Anstieg um 0,28 Prozentpunkte bei zehnjährigen Baufinanzierungen – das erscheint auf den ersten Blick nicht viel. Tatsächlich jedoch verteuert er Baukredite deutlich. Das zeigt ein Beispiel für eine Baufinanzierung mit 300.000 Euro Kreditsumme und einer Anfangstilgung von zwei Prozent:

Das kostet der Baukredit mehr

Kreditsumme 300.000 Euro, Anfangstilgung 2,00 Prozent

Bauzins
nominal (effektiv)

Monatliche
Rate

Zinskosten nach
10 Jahren

3,88% (3,95%)

1.470,00 €

103.237,00 €

3,61% (3,67%)

1.402,00 €

96.169,00 €

Differenz

68,00 €

7.068,00 €

Quelle: eigene Berechnung, Biallo-Tilgungsrechner, zinsen-berechnen.de, Stand: 01.04.2026

Der Zinsanstieg von effektiv 3,67 Prozent auf 3,95 Prozent lässt demnach sowohl die monatliche Belastung als auch die gesamten Zinskosten steigen. Im Beispiel ist die monatliche Rate um 68 Euro höher. Das macht im Jahr eine Mehrbelastung von gut 800 Euro aus. Die Zinskosten steigen während der zehnjährigen Laufzeit um mehr als 7.000 Euro.

Immobiliennachfrage: Käufer halten sich zurück

Die unsichere geopolitische Lage und die gestiegenen Kosten der Baufinanzierung wirken sich auch auf dem Immobilienmarkt aus. So sei die Nachfrage nach Wohneigentum im ersten Quartal dieses Jahres gesunken, heißt es im aktuellen „Wohnbarometer“ des Immobilienportals ImmoScout24. „Viele Kaufinteressierte warten derzeit wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten ab“, sagt Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24.

Gleichzeitig habe es im März eine „klare Gegenbewegung“ gegeben – also einen erneuten Nachfrageanstieg. Eine Erklärung dafür sei, dass sich mögliche Käufer jetzt noch niedrigere Zinsen sichern wollen. Für den weiteren Jahresverlauf erwarte man aber eine Seitwärtsbewegung der Preise, sagt Crockford. Die Grafik zeigt die Kaufpreise je Quadratmeter für Eigentumswohnungen in großen deutschen Städten :

Eigentumswohnungen: München und Frankfurt am teuersten

Baujahr beim Bestand älter als zwei Jahre, Quelle: ImmoScout24

Baukredit: Lieber vergleichen statt abwarten

Trotz des Anstiegs der Bauzinsen sollten mögliche Immobilienkäufer beim Abschluss einer Baufinanzierung nichts überstürzen. Tatsächlich hängt die Höhe des Zinses, den Kundinnen und Kunden von ihrer Bank bekommen, stark von den persönlichen Voraussetzungen ab. Wer etwa viel Eigenkapital mitbringt, kann mit einem niedrigeren Zins rechnen.

Insgesamt dürften die Zinsen in nächster Zeit aber kaum zurückgehen. Wer daher sein Wunschobjekt gefunden hat, sollte „nicht auf erneute Rückgänge spekulieren, sondern die Finanzierung jetzt zeitnah fixieren“, rät Jörg Utecht, Chef des Baukredit-Vermittlers Interhyp. Statt abzuwarten, sollten Immobilieninteressenten Angebote vergleichen. Tatsächlich zeigt der Baugeld-Vergleich von biallo.de: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Baufinanzierungszins liegt je nach Laufzeit mehr als ein Prozentpunkt. Über einen Zeitraum von zehn oder 15 Jahren ist daher das Sparpotenzial bei der Baufinanzierung sehr groß.

Biallo Baufinanzierung Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Kreditbetrag: 300.000 €, Zinsbindung: 10 Jahre, Anbieter: Alle Anbieter. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz
Bewertung
Rate
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,15%
Bewertung
4,6/5
Rate
1.400,00 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,65%
Bewertung
Rate
1.522,50 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,68%
Bewertung
3,6/5
Rate
1.527,50 €
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 01.04.2026

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

Alle Artikel des Redakteurs Andreas Jalsovec ansehen

Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

So verdient Ihr Geld mehr

Der Newsletter von biallo.de ist eine exzellente Entscheidung, wenn es um Ihre Finanzen geht.

Wir freuen uns darauf, Ihnen mit Ihrer Zustimmung interessante Inhalte, Empfehlungen und Werbung von uns und unseren Partnern zu schicken, die genau auf Ihre Interessen zugeschnitten sind. Um dies zu ermöglichen, analysieren wir, wie Sie unsere Website nutzen (z.B. Seitenaufrufe, Verweildauer) und wie Sie mit unseren E-Mails interagieren (z. B. Öffnungs- und Klickraten). So erstellen wir ein Nutzungsprofil, das Ihnen die relevantesten Inhalte liefert, und ordnen Sie in passende Werbezielgruppen ein. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink im Newsletter. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.