Wohnen im Eigenheim

Laufende Kosten fürs Eigenheim: Mietfrei heißt nicht kostenfrei

Update: 31.03.2020
Max Geißler
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Auf einen Blick
  • Wer ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte, sollte die laufenden Kosten gründlich bei der Finanzplanung mit berücksichtigen.

  • Energiekosten, Wasser- und Abfallgebühren, Grundsteuer, Versicherungen, Kosten für Schornsteinfeger und Heizungswartung belasten regelmäßig das Budget.

  • Die Höhe der Nebenkosten ist individuell sehr unterschiedlich. Sie hängt unter anderem von der Größe des Hauses, Wohnort und Verbrauch ab.
Damit der Traum vom Eigenheim nicht zum Alptraum wird, sollten Immobilienkäufer die laufenden Kosten für ihr künftiges Eigenheim gründlich mit einkalkulieren.
Rido / Shutterstock.com

Mieter, die zu Eigentümern werden, sind sich oft nicht darüber im Klaren, welche Gesamtkosten Immobilienbesitz verursacht. Die laufenden Kreditraten sind nur eine Seite der Medaille. Darüber hinaus fallen Kosten für Steuern, Versicherungsprämien, Müllentsorgung und Abwasser an. Solche Nebenkosten sind in der Finanzkalkulation unbedingt zu berücksichtigen.

Eigenheim verursacht jährlich Grundsteuer

Immobilienbesitzer müssen jedes Jahr Grundsteuer an ihre Stadt oder Gemeinde entrichten. Dazu ermittelt das Finanzamt zunächst den Einheitswert des Objekts. Dieser wird dann mit einem steuerlich festgesetzten Promillesatz, der sogenannten Steuermesszahl, multipliziert - das ergibt den Grundsteuermessbetrag. Die jeweilige Kommune, in der das Eigenheim liegt, multipliziert den Grundsteuermessbetrag dann mit einem prozentualen Vervielfältiger, dem sogenannten Hebesatz. Daraus bestimmt sich die Grundsteuer, die von Ort zu Ort verschieden hoch ausfällt. Grund: Der Hebesatz wird von Städten und Gemeinden selbst festgesetzt.

Wer zum Beispiel in Hamburg wohnt, zahlt derzeit einen Hebesatz von 540 Prozent, München berechnet 535 Prozent und Gelsenkirchen hat die Erhöhung auf 675 Prozentpunkte beschlossen. Bei einer Steuermesszahl in den alten Bundesländern von 3,5 Promille errechnen sich folgende Steuerabbgaben: Eine Wohnung mit einem Einheitswert von 50.000 Euro kostet in Hamburg jährlich 945 Euro Grundsteuer, in München 936,25 Euro und in Gelsenkirchen bald 1.181 Euro.

Laufende Kosten für Wasser und Abfall

Jede Kommune berechnet Kanal- oder Abwassergebühren. Die Kosten errechnen sich nach Kubikmeter. Mancherorts wird der Beitrag geteilt in Schmutzwasser- und Niederschlagsgebühr. Es kann auch ein Kanalbaubeitrag hinzukommen. Im Durchschnitt kostet der Kubikmeter Abwasser in Deutschland etwa 2,50 Euro, kann aber je nach Wohnort stark variieren.

Auch die Kosten für Müllentsorgung sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Manche Städte richten die Höhe der Kosten an der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen aus. Die meisten Städte bemessen ihre Gebühren nach der Tonnengröße und dem Leerungszeitraum. Wöchentliche Leerung kostet mehr als 14-tägige Leerung, und wer seine Tonne selbst auf die Straße stellt und wieder abholt, zahlt mancherorts geringere Gebühren. So kostet die 14-tägige Leerung einer 120-Liter-Restmülltonne in München jährlich etwa 159 Euro, während die wöchentliche Leerung 304 Euro kostet.

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Nebenkosten für Trinkwasser, Strom und Heizung

Der Frischwasserverbrauch errechnet sich aus einem Kubikmeter-Preis und einer Grundgebühr. Wie bei Abwasser und Müllentsorgung variieren hier die Kosten je nach Wohnort stark. Laut Statistischem Bundesamt zahlt ein Modellhaushalt für 80 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr rund 200 Euro. Die Höhe des Strompreises hängt vom Anbieter, dem Verbrauch der Geräte und vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Das Statistikportal "Statista.de" errechnete für das Jahr 2020 für einen dreiköpfigen Musterhaushalt mit einem durchschnittlichen Jahres-Stromverbrauch von 3.500 kWh Kosten von 91,50 Euro pro Monat.

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Auch die Heizkosten sind von vielen Faktoren abhängig, etwa der Anzahl der Außenwände, der Raumhöhe, der gewünschten Raumtemperatur im Eigenheim, der Bausubstanz und natürlich vom Öl- bzw. Gaspreis. Die monatlichen Kosten können zwischen 100 und 300 Euro differieren. Eigentümer sollten zudem Kosten für Schornsteinfeger und Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage einplanen.

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Versicherungen und Rücklagen fürs Eigenheim

Auch Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung verursachen regelmäßig anfallende Kosten beim Eigenheim. Pauschale Aussagen über deren Höhe sind schwierig. Die Kosten richten sich nach Objektart, Standort, Versicherungsanbieter und Versicherungspaket. Eigentümer müssen aber mit mehreren Hundert Euro im Jahr rechnen.

Weil bei jeder Immobilie früher oder später Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten anfallen, sollten Eigentümer dafür monatlich einen gewissen Betrag zurücklegen. Als Faustregel gilt: Ein Prozent des Hauswertes pro Jahr. Wer eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzt, der zahlt an Rücklagen das, was die Eigentümerversammlung per Mehrheitsbeschluss festlegt. Bei einer Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus fallen zudem Kosten für die Hausverwaltung an.

Fazit: Eigentümer sollten vor dem Kauf so viel Informationen wie möglich über die zu erwartende Höhe der Nebenkosten einzuholen.




  Max Geißler


 

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