Auf einen Blick
  • Bis 19. November müssen die Grundversorger für Strom und Gas ihren Kunden mitteilen, ob sich zum Jahreswechsel die Preise ändern.

  • Ist das der Fall, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann den Anbieter wechseln.

  • Dabei kann man bei Strom und Gas jeweils mehrere hundert Euro sparen. Wir sagen Ihnen, wie der Wechsel funktioniert und worauf Sie dabei achten sollten.
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Diesmal dürften den Strom- und Gaskunden größtenteils gute Nachrichten ins Haus flattern: Bis zum 19. November müssen die sogenannten Grundversorger für Strom und Gas ihren Kunden schriftlich mitteilen, ob sie zum Jahreswechsel ihre Preise verändern. Sechs Wochen beträgt die gesetzliche Frist, um solche Tarifänderungen anzukündigen. Grundversorger sind die Unternehmen, die in einer Region am meisten Kunden haben.

Noch im vergangenen Jahr hatten die Energiefirmen reihenweise zum Jahresende die Preise angehoben – und das zum Teil sehr deutlich. Jetzt könnte es bei vielen in die andere Richtung gehen. In jedem Fall sind die Preisänderungen eine gute Gelegenheit, den eigenen Tarif zu überprüfen und sich gegebenenfalls nach einem günstigeren Anbieter umsehen. Denn Strom- und Gaskunden haben bei Preisänderungen ein außerordentliches Kündigungsrecht. Wir sagen Ihnen, wo es mit den Strom- und Gaspreisen hingehen könnte, wie viel Sie bei einem Wechsel sparen können – und worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich einen neuen Anbieter suchen.

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Wie entwickeln sich die Strom- und Gaspreise?

Die Tendenz zeigt nach unten: Das gilt sowohl für die Strom- als auch für die Gastarife. Zwar steigen im kommenden Jahr beim Strom die sogenannten Netzentgelte. Sie machen derzeit rund ein Vierteil des Strompreises aus. Gleichzeitig sind in den vergangenen Monaten jedoch die Börsenpreise deutlich gesunken. So lag der Spotpreis an der Leipziger Strombörse zum Jahresanfang noch bei knapp 120 Euro je Megawattstunde. Im November sind es nur noch gut 70 Euro – der niedrigste Wert seit Mitte 2021. Dieser Rückgang kommt nach und nach bei den Stromkunden an.

Ähnliches gilt für Gas: Dort sind nach Angaben der Bundesnetzagentur die Großhandelspreise seit Jahresanfang um ein Drittel gesunken. Auch hier können die Firmen daher den Rohstoff deutlich günstiger einkaufen. Der Erdgaspreis für die Kunden allerdings wird im nächsten Jahr auch davon abhängen, ob die Bundesregierung wie angekündigt ab Januar den Mehrwertsteuersatz auf Erdgas wieder von sieben auf 19 Prozent anheben wird.

In jedem Fall ist das Sparpotenzial bei einem Wechsel groß – vor allem für Kundinnen und Kunden, die derzeit noch einen Tarif in der Grundversorgung haben.

 

Wie viel können Strom- und Gaskunden sparen?

Das lässt sich mit den Energie-Vergleichsrechnern von biallo.de herausfinden. So zeigt etwa der Stromvergleich auf biallo.de für die fünf größten Städte Deutschlands: Wechselt ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) aus dem Grundversorgungstarif zum günstigsten Anbieter, spart er zwischen 380 und 570 Euro (siehe Tabelle).

Das ist beim Wechsel des Stromanbieters drin

Jährliche Kosten in Euro für Strom (Verbrauch 3500 kWh)

.

Tarif

Grundversorgung

Tarif Grundversorgung
mit Preisbremse

Günstigstes

Angebot

mögliche

Ersparnis

Berlin

1.572

1.532

1.089

443

Hamburg

1.625

1.570

1.187

383

München

1.443

1.443

1.035

408

Köln

1.615

1.615

1.042

573

Frankfurt

1.655

1.524

1.079

445

Mehrwertsteuersatz 7 Prozent; Tarife mit Laufzeit bis zu einem Jahr, mit Preisgarantie und ohne Boni, Preisänderungen ab 1.1.2024 berücksichtigt, Stand 10.11.2023; Quelle: Stromvergleich auf biallo.de.

Noch größer fallen die Ersparnisse in einigen Städten bei Gas aus. Hier liegt die Spanne für einen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 18.000 kWh laut Gasvergleich von biallo.de zwischen 310 und 960 Euro. Das zeigt die folgende Tabelle:

So viel bringt der Wechsel des Gasanbieters

Jährliche Kosten in Euro für Gas (Verbrauch 18.000 kWh)

.

Tarif

Grundversorgung

Tarif Grundversorgung
mit Preisbremse

Günstigstes

Angebot

mögliche

Ersparnis

Berlin

2.030

2.030

1.605

425

Hamburg

1.893

1.893

1.582

311

München

2.163

2.163

1.510

653

Köln

3.239

2.500

1.537

963

Frankfurt

2.364

2.271

1.599

672

Mehrwertsteuersatz 7 Prozent; Tarife mit Laufzeit bis zu einem Jahr, mit Preisgarantie, ohne Boni, Preisänderungen ab 1.12.2023 und 1.1.2024 berücksichtigt; Stand 10.11.2023; Quelle: Gasvergleich auf biallo.de.

Die Tabellen berücksichtigen dabei auch bereits angekündigte Preisänderungen. So sinkt etwa der Strompreis des Grundversorgers Rheinenergie in Köln zum 1. Januar 2024 um fünf Cent auf 39,87 Cent je Kilowattstunde (kWh). Bei Gas haben Anbieter wie die Stadtwerke in München oder Eon in Hamburg zuletzt die Preise bereits gesenkt. Sie liegen unter 12 Cent je kWh. In solchen Fällen bringen die sogenannten Preisbremsen bei Strom und Gas den Kunden auch keinen Vorteil mehr.

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Wieviel machen die Preisbremsen bei Strom und Gas noch aus?

Die Bundesregierung hatte die staatlichen Preisdeckel im März rückwirkend zum Januar eingeführt, um die Bürger vor hohen Energiepreisen zu schützen. Bei Strom liegt der staatliche Preisdeckel bei 40 Cent je Kilowattstunde, bei Gas sind es zwölf Cent. Für 80 Prozent des Verbrauchs übernimmt der Staat die Kosten, die über diese Werte hinausgehen.

Wegen der gesunkenen Börsenpreise liegen die Neukundentarife überregionaler Anbieter für Strom und Gas mittlerweile flächendeckend unter den Preisbremsen. Aber auch viele Grundversorger haben ihre Tarife mittlerweile wieder so weit gesenkt, dass die Preisbremsen keine Wirkung mehr haben. In den Tabellen erkennt man das daran, dass die Tarife der Grundversorgung mit und ohne Preisbremse gleich sind.

Es gibt aber auch noch regionale Versorger, bei denen die Preisbremsen wirken. Das ist dort der Fall, wo der Grundversorgungs-Tarif teuer ist – etwa bei Gas in Köln oder bei Strom in Frankfurt. In solchen Fällen sollten Verbraucher in jedem Fall einen Wechsel in Betracht ziehen. Denn dann sind die Sparmöglichkeiten in der Regel besonders groß.

 

Welche Rolle spielt die Mehrwertsteuer auf Gas?

Geht es nach dem Willen des Bundesfinanzministeriums, dann soll der Mehrwertsteuersatz für Gas im kommenden Jahr wieder auf 19 Prozent steigen. Um die Verbraucher bei den Gaspreisen zu entlasten hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent gesenkt. Noch ist die Koalition allerdings uneins, ob die Anhebung wirklich kommt. Sie würde den Gaspreis für Endkunden um rund elf Prozent verteuern. Dadurch würde sich etwa in Hamburg der Grundversorgungstarif um gut 200 Euro auf 2.105 Euro erhöhen. In München würde er von 2.163 auf 2.405 Euro steigen.

Die höhere Umsatzsteuer schwächt auch den Effekt ab, den die Preisbremsen noch haben. Beispiel Frankfurt: Dort läge der Grundversorgungstarif mit Preisbremse dann bei 2.331 Euro. Das ist kaum weniger als der jetzige Tarif ohne Preisbremse. Dort, wo die Grundversorgung noch sehr teuer ist, bringt die Preisbremse auch mit der höheren Umsatzsteuer mehr. In Köln etwa läge der Tarif mit Preisbremse nach einer Mehrwertsteuererhöhung bei 2.586 Euro – also noch immer deutlich unter dem jetzigen Tarif ohne Preisbremse.

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Worauf sollte man beim Wechsel achten?

Durch einen Wechsel können Sie derzeit deutlich mehr sparen, als wenn Sie sich nur auf die Preisbremsen verlassen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie noch einen vergleichsweise teuren Grundversorgungstarif haben. Sie sollten bei der Suche nach einem neuen Anbieter aber einiges beachten. Was das im Einzelnen ist, haben wir ausführlich bei unserem Stromvergleich und beim Gasvergleich beschrieben.

Die wichtigsten Punkte: Viele Strom- und Gasfirmen gewähren Neukunden beim Wechsel Boni. In der Regel gelten diese aber nur im ersten Jahr. Wollen Sie länger beim neuen Anbieter bleiben, müssen Sie sich daher darauf einstellen, dass der Preis ab dem zweiten Jahr höher ist.

Ohnehin sollten Sie darauf achten, dass die Laufzeit ihres Vertrags nicht zu lang und die Kündigungsfrist eher kurz ist. Dann bleiben Sie flexibel, wenn die Preise sich erneut verändern. Als Vertragslaufzeit wählen Sie am besten ein Jahr. Meist verlängert sich danach die Laufzeit automatisch, dann haben Sie aber in der Regel das Recht, innerhalb eines Monats zu kündigen. Wenn Sie für einen gewissen Zeitraum Preissicherheit haben wollen, sollten Sie einen Vertrag mit Preisgarantie wählen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie davon ausgehen, dass die Gas- oder Strompreise steigen werden. Bedenken sollten Sie aber: Eine Preisgarantie deckt meist nicht alle Preisbestandteile ab. Staatliche Anteile am Preis wie Steuern oder Umlagen sind von der Garantie meist ausgenommen.

 

Wie läuft der Anbieterwechsel ab?

Mit den Gas- und Strom-Vergleichsrechnern auf biallo.de funktioniert der Wechsel ganz einfach. Dort geben Sie nur Ihre Postleitzahl und den Verbrauch pro Jahr ein. Sie haben dann noch zusätzliche Auswahlmöglichkeiten – etwa ob Sie Wechsel-Boni berücksichtigen möchten oder sich nur Tarife mit Preisgarantie anzeigen lassen wollen. Verzichten sollten Sie auf Tarife mit Vorauskasse oder Pakettarife. Das ist bereits voreingestellt.

Anschließend können Sie unter den angezeigten Tarifen mit einem Klick auf „zum Tarif“ denjenigen wählen, der Ihnen am besten passt. Sinnvoll ist es, vor dem Wechsel noch einmal einen Blick auf die Internetseite des Anbieters zu werfen und sich einen Eindruck von dem Unternehmen zu verschaffen. Auch ein Anruf bei der Hotline kann nicht schaden: So bekommen Sie eine Vorstellung davon, wie serviceorientiert das Unternehmen ist.

Um zu wechseln, geben Sie in unserem Rechner schließlich Ihre Daten ein. Sie können sich außerdem entscheiden, ob Sie den Vertrag mit dem alten Anbieter selbst kündigen möchten oder ob das der neue Anbieter übernehmen soll. Tarife in der Grundversorgung können Sie innerhalb von zwei Wochen kündigen. Bei anderen Tarifen liegt die Kündigungsfrist in der Regel zwischen vier und sechs Wochen. Bei Preisänderungen haben Sie ein Sonderkündigungsrecht: Sie können den Vertrag dann zu dem Zeitpunkt auflösen, zu dem die Preiserhöhung wirksam wird.

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Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

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