
Deutschland
Schweden
DeutschlandAuf einen Blick
Für die eigene Beerdigung vorsorgen und die Familie entlasten: Genau das verspricht die Sterbegeldversicherung. Doch gerade ältere Versicherte zahlen häufig mehr ein, als später garantiert ausgezahlt wird. Welche Alternativen besser passen können.
Kurz erklärt: Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die bezugsberechtigte Person aus. Sie soll vor allem die Bestattungskosten absichern. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter können die über Jahre gezahlten Beiträge jedoch höher ausfallen als die garantierte Versicherungsleistung. Alternativen sind eine Bestattungsvorsorge, eine Risikolebensversicherung oder eigenes Sparen.
Mehr Geld, weniger Finanzstress: Mit unserem Newsletter holen Sie sich die besten Infos, Tipps und Vergleiche von biallo kostenlos ins Postfach. Jetzt zum Newsletter anmelden – und künftig besser entscheiden!
Eine Sterbegeldversicherung soll dafür sorgen, dass nach dem Tod Geld für die Beerdigung zur Verfügung steht. Sie ist eine spezielle Form der Lebensversicherung und zahlt im Todesfall die vertraglich vereinbarte Summe an die bezugsberechtigte Person aus.
Die Versicherungssumme liegt häufig zwischen 3.000 und 15.000 Euro und orientiert sich an den erwarteten Bestattungskosten. Bei manchen Tarifen kann bei einem Unfalltod eine höhere Leistung vereinbart sein. Eine solche Absicherung kann auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Schließlich kostet eine Beerdigung laut Versicherer Ergo im bundesweiten Durchschnitt rund 13.000 Euro. Bestattungen haben sich zudem in den vergangenen Jahren deutlich verteuert. Viele ältere Menschen möchten deshalb vermeiden, dass ihre Angehörigen für die Kosten aufkommen müssen. Doch gerade für sie kann eine Sterbegeldversicherung vergleichsweise teuer werden.
Ob sich eine Sterbegeldversicherung lohnt, hängt vor allem davon ab, in welchem Alter Sie den Vertrag abschließen, wie hoch die Beiträge sind und welche Leistung garantiert wird. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter können sich über die Jahre hohe Beiträge summieren. Peter Grieble, Leiter der Abteilung Versicherungen, Pflege und Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, warnt:
Er empfiehlt deshalb, Angebote genau zu prüfen und die gesamten Beiträge der garantierten Leistung gegenüberzustellen.
Wer sich mit Anfang 50 versichert, zahlt für eine garantierte Todesfallleistung von 6.000 Euro beispielsweise monatlich zwischen 18 und mehr als 25 Euro. Läuft die Beitragszahlung mindestens 35 Jahre, kommen insgesamt 7.560 bis mehr als 10.500 Euro zusammen. Damit können die gezahlten Beiträge die garantierte Todesfallleistung um 1.560 bis mehr als 4.500 Euro übersteigen.
Das zeigt: Sie sollten ausrechnen, wie viel Sie über die gesamte geplante Beitragsdauer einzahlen und diese Summe mit der garantierten Leistung vergleichen.
Sterbegeldversicherungen werden auch ohne Gesundheitsprüfung angeboten. Dafür gelten bei solchen Tarifen häufig Wartezeiten, die je nach Anbieter ein bis mehrere Jahre betragen können. Sterben Versicherte während dieser Wartezeit, erhalten die Angehörigen häufig nicht die volle Versicherungssumme. Stattdessen werden beispielsweise lediglich die bis dahin gezahlten Beiträge abzüglich bestimmter Kosten erstattet.
„Für Versicherte lohnt sich die Sterbegeldpolice finanziell oft nur, wenn sie kurz nach der Wartezeit versterben. Das ist ziemlich makaber“, kritisiert Verbraucherschützer Grieble.
biallo-Tipp: Prüfen Sie nicht nur den Monatsbeitrag. Wichtig sind insbesondere die garantierte Todesfallleistung, die gesamte Beitragsdauer, mögliche Wartezeiten und die Leistungen während dieser Wartezeit.
Welche Vorsorge für den Todesfall passt zu Ihnen? Im kostenlosen biallo-Ratgeber erfahren Sie ausführlich, was eine Sterbegeldversicherung leistet, welche Kosten entstehen und welche Alternativen es gibt.
Eine Sterbegeldversicherung ist nicht die einzige Möglichkeit, die Familie finanziell auf den eigenen Tod vorzubereiten. Je nach Alter und persönlicher Situation können andere Lösungen geeigneter sein.
Wer seine Beerdigung bereits zu Lebzeiten organisieren und finanziell absichern möchte, kann einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen abschließen. Dabei können Sie festlegen, wie die spätere Beisetzung aussehen soll und welche Leistungen gewünscht sind. Das kann Angehörige später organisatorisch entlasten. Wichtig ist, dass das dafür vorgesehene Geld sicher und zweckgebunden angelegt wird, beispielsweise auf einem Treuhandkonto.
Für jüngere Menschen mit Familie ist eine Risikolebensversicherung häufig die wichtigere Absicherung. Das gilt besonders, wenn Kinder finanziell abhängig sind, ein Unternehmen besteht oder noch ein Immobilienkredit zurückgezahlt werden muss. „Eine Risikolebensversicherung sichert Hinterbliebene im Todesfall viel günstiger und besser ab, weil sie wesentlich höhere Beträge abdeckt“, sagt Grieble.
Anders als bei einer Sterbegeldversicherung können mit einer Risikolebensversicherung deutlich höhere Todesfallleistungen abgesichert werden. Da es sich um eine reine Risikoabsicherung und nicht um ein Sparprodukt handelt, sind die Beiträge im Verhältnis zur möglichen Auszahlung häufig vergleichsweise niedrig. Die Laufzeit wird meist so gewählt, dass der Schutz endet, wenn beispielsweise die Immobilie abbezahlt ist und die Kinder finanziell auf eigenen Füßen stehen.
biallo-Lesetipp: Lesen Sie mehr in unserem Ratgeber zur Risikolebensversicherung.
Wer keine Sterbegeldversicherung abschließen möchte, kann das benötigte Geld auch selbst ansparen. Welche Geldanlage dafür infrage kommt, hängt vor allem davon ab, wann Sie das Geld voraussichtlich benötigen und ob es kurzfristig verfügbar sein soll.
Wer früh mit dem Vermögensaufbau beginnt, kann über viele Jahre ein finanzielles Polster aufbauen. Dabei hilft auch der Zinseszinseffekt: Erträge können wiederum neue Erträge erwirtschaften. Eine Möglichkeit für den langfristigen Vermögensaufbau sind ETF-Sparpläne auf breit gestreute Aktienindizes.
ETFs sind vergleichsweise kostengünstig und ermöglichen es, mit einem einzigen Produkt in zahlreiche Unternehmen zu investieren. Der MSCI World beispielsweise umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern. Über lange Anlagezeiträume haben breit gestreute Aktienanlagen in der Vergangenheit attraktive Renditen erzielt. Allerdings können die Kurse zwischenzeitlich deutlich fallen. Positive Erträge sind auch langfristig nicht garantiert. Für Geld, das kurzfristig für eine Beerdigung zur Verfügung stehen muss, sind Aktien-ETFs deshalb nicht geeignet.
Wer bereits Geld für die Bestattung zurückgelegt hat oder kurzfristig verfügbare Reserven benötigt, kann auf sichere Geldanlagen wie Tages- und Festgeld setzen. Anders als bei Aktien-ETFs schwankt das angelegte Geld hier nicht mit den Börsenkursen.
Tagesgeld hat den Vorteil, dass Sie jederzeit über Ihr Guthaben verfügen können. Aktuell bieten Banken attraktive Konditionen. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro beim Anbieter Revolut erhalten Neukunden derzeit 4,25 Prozent Zinsen für vier Monate. Die Renault Bank direkt bietet 4,10 Prozent für vier Monate. Bei Chase sind ebenfalls vier Monate lang 4,00 Prozent drin. Danach sinkt die Verzinsung bei den drei Anbietern. Die spanische Direktbank Suresse bietet für neu angelegtes Geld sechs Monate lang 3,50 Prozent, Bestandskunden bekommen 2,05 Prozent. Da sich Tagesgeldzinsen kurzfristig ändern können, sollten Sie vor der Kontoeröffnung die aktuellen Konditionen prüfen. Tagesaktuelle Angebote finden Sie in unserem Tagesgeld-Vergleich.
Wer sein Geld mehrere Monate oder Jahre nicht benötigt, kann einen Teil auch als Festgeld anlegen. Hier steht der Zinssatz für die vereinbarte Laufzeit fest, dafür können Sie währenddessen in der Regel nicht über das Geld verfügen. Die besten Festgeldangebote für eine Laufzeit von einem Jahr haben derzeit die Isbank mit 3,40 Prozent und die JT Direktbank mit 3,30 Prozent Festgeldzinsen. Für zwei Jahre gibt es bei der Isbank ebenfalls 3,40 Prozent, bei der JT Direktbank 3,35 Propuzent. Bei längeren Laufzeiten sind derzeit noch höhere Zinsen möglich. Gute Konditionen für eine zwölfmonatige Festgeldanlage bietet auch der schwedische Finanzdienstleister Myntro mit 3,10 Prozent, bei neunmonatigem Festgeld liegt der Anbieter mit 2,95 Prozent unter den Angeboten mit mindestens hoher Sicherheit auf Platz drei. Welche Bank für die gewünschte Laufzeit die besten Konditionen bietet, können Sie in unserem Festgeld-Vergleich prüfen.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind Alter, finanzielle Situation und das Ziel der Absicherung.
Wer vor allem sicherstellen möchte, dass die eigene Bestattung organisiert und bezahlt ist, kann einen Bestattungsvorsorgevertrag prüfen. Wer dagegen eine Familie oder einen laufenden Immobilienkredit absichern muss, benötigt meist einen wesentlich höheren Schutz – hier kommt eher eine Risikolebensversicherung infrage.
Wer genügend Zeit hat, kann außerdem selbst Vermögen aufbauen oder einen Betrag für die Bestattung mit Tagesgeld beziehungsweise Festgeld zurücklegen.
Bei einer Sterbegeldversicherung sollten Sie dagegen genau rechnen: Stellen Sie die Summe der voraussichtlich gezahlten Beiträge der garantierten Versicherungsleistung gegenüber. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter kann sich zeigen, dass eigenes Sparen günstiger ist.
Zur Vorsorge für den Ernstfall gehört aber nicht nur die Finanzierung der Beerdigung: Mit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können Sie frühzeitig festlegen, wer für Sie handeln darf und welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen.
Sie möchten die Möglichkeiten zur Vorsorge noch einmal ausführlich vergleichen? Im kostenlosen biallo-Ratgeber finden Sie weitere Informationen zur Sterbegeldversicherung und zu möglichen Alternativen.
Bevor Sie eine Sterbegeldversicherung abschließen, sollten Sie nicht nur auf den monatlichen Beitrag achten. Entscheidend ist, welche Kosten insgesamt entstehen und welche Leistungen tatsächlich garantiert sind.
Auch bei der Vorsorge für den Todesfall kommt es stark auf die persönliche Situation an. Die wichtigsten Fragen zur Sterbegeldversicherung, ihren Kosten und möglichen Alternativen beantworten wir hier kompakt.
Eine Sterbegeldversicherung ist eine spezielle Form der Lebensversicherung. Beim Tod der versicherten Person zahlt sie die vereinbarte Versicherungssumme an die bezugsberechtigte Person aus. Das Geld soll vor allem zur Finanzierung der Bestattung dienen.
Die Kosten hängen unter anderem von Eintrittsalter, Versicherungssumme und Tarif ab. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter können die über viele Jahre gezahlten Beiträge die garantierte Todesfallleistung übersteigen.
Die Versicherungssumme sollte sich an den erwarteten Bestattungskosten orientieren. Sterbegeldversicherungen werden häufig mit Versicherungssummen zwischen 3.000 und 15.000 Euro angeboten.
Ja. Bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung gelten allerdings häufig Wartezeiten. Stirbt die versicherte Person während dieser Zeit, wird unter Umständen noch nicht die volle Versicherungssumme ausgezahlt.
Das hängt vom persönlichen Ziel ab. Mit einem Bestattungsvorsorgevertrag lassen sich die gewünschte Beisetzung und deren Finanzierung bereits im Voraus regeln. Eine Sterbegeldversicherung zahlt dagegen beim Tod die vereinbarte Versicherungssumme aus.
Als Alternativen kommen insbesondere ein Bestattungsvorsorgevertrag, eigenes Sparen sowie – für die umfassendere Absicherung von Angehörigen – eine Risikolebensversicherung infrage.

Deutschland
Schweden
Deutschland