Vorsorge für den Todesfall

Sterbegeldversicherung: Lohnt sich die Vorsorge für den Todesfall?

Sigrun an der Heiden
Autorin
Redaktion
Redakteur
Aktualisiert am: 11.09.2026

Auf einen Blick

  • Eine Beerdigung kostet laut Versicherer Ergo im bundesweiten Durchschnitt rund 13.000 Euro.
  • Sterbegeldversicherungen sichern meist Summen zwischen 3.000 und 15.000 Euro ab.
  • Gerade für ältere Menschen rechnet sich eine Sterbegeldversicherung häufig nicht.
  • Als Alternativen kommen eine Bestattungsvorsorge, eine Risikolebensversicherung oder eigenes Sparen infrage.
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Eine Beerdigung kann mehrere Tausend Euro kosten. Mit der richtigen Vorsorge lassen sich Angehörige finanziell entlasten.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Für die eigene Beerdigung vorsorgen und die Familie entlasten: Genau das verspricht die Sterbegeldversicherung. Doch gerade ältere Versicherte zahlen häufig mehr ein, als später garantiert ausgezahlt wird. Welche Alternativen besser passen können.

Kurz erklärt: Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die bezugsberechtigte Person aus. Sie soll vor allem die Bestattungskosten absichern. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter können die über Jahre gezahlten Beiträge jedoch höher ausfallen als die garantierte Versicherungsleistung. Alternativen sind eine Bestattungsvorsorge, eine Risikolebensversicherung oder eigenes Sparen.

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Was ist eine Sterbegeldversicherung und wie funktioniert sie?

Eine Sterbegeldversicherung soll dafür sorgen, dass nach dem Tod Geld für die Beerdigung zur Verfügung steht. Sie ist eine spezielle Form der Lebensversicherung und zahlt im Todesfall die vertraglich vereinbarte Summe an die bezugsberechtigte Person aus.

Die Versicherungssumme liegt häufig zwischen 3.000 und 15.000 Euro und orientiert sich an den erwarteten Bestattungskosten. Bei manchen Tarifen kann bei einem Unfalltod eine höhere Leistung vereinbart sein. Eine solche Absicherung kann auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Schließlich kostet eine Beerdigung laut Versicherer Ergo im bundesweiten Durchschnitt rund 13.000 Euro. Bestattungen haben sich zudem in den vergangenen Jahren deutlich verteuert. Viele ältere Menschen möchten deshalb vermeiden, dass ihre Angehörigen für die Kosten aufkommen müssen. Doch gerade für sie kann eine Sterbegeldversicherung vergleichsweise teuer werden.

Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?

Ob sich eine Sterbegeldversicherung lohnt, hängt vor allem davon ab, in welchem Alter Sie den Vertrag abschließen, wie hoch die Beiträge sind und welche Leistung garantiert wird. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter können sich über die Jahre hohe Beiträge summieren. Peter Grieble, Leiter der Abteilung Versicherungen, Pflege und Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, warnt:

„Wer mit 60 ein Sterbegeld vereinbart und mit 90 Jahren verstirbt, bekommt teils nur 60 Prozent dessen ausgezahlt, was an Beiträgen an die Versicherung geflossen ist.“
Peter Grieble, Leiter der Abteilung Versicherungen, Pflege und Gesundheit bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Er empfiehlt deshalb, Angebote genau zu prüfen und die gesamten Beiträge der garantierten Leistung gegenüberzustellen.

Rechenbeispiel: So teuer kann eine Sterbegeldversicherung werden

Wer sich mit Anfang 50 versichert, zahlt für eine garantierte Todesfallleistung von 6.000 Euro beispielsweise monatlich zwischen 18 und mehr als 25 Euro. Läuft die Beitragszahlung mindestens 35 Jahre, kommen insgesamt 7.560 bis mehr als 10.500 Euro zusammen. Damit können die gezahlten Beiträge die garantierte Todesfallleistung um 1.560 bis mehr als 4.500 Euro übersteigen.

Das zeigt: Sie sollten ausrechnen, wie viel Sie über die gesamte geplante Beitragsdauer einzahlen und diese Summe mit der garantierten Leistung vergleichen.

Welche Rolle spielen Gesundheitsprüfung und Wartezeit?

Sterbegeldversicherungen werden auch ohne Gesundheitsprüfung angeboten. Dafür gelten bei solchen Tarifen häufig Wartezeiten, die je nach Anbieter ein bis mehrere Jahre betragen können. Sterben Versicherte während dieser Wartezeit, erhalten die Angehörigen häufig nicht die volle Versicherungssumme. Stattdessen werden beispielsweise lediglich die bis dahin gezahlten Beiträge abzüglich bestimmter Kosten erstattet.

„Für Versicherte lohnt sich die Sterbegeldpolice finanziell oft nur, wenn sie kurz nach der Wartezeit versterben. Das ist ziemlich makaber“, kritisiert Verbraucherschützer Grieble.

biallo-Tipp: Prüfen Sie nicht nur den Monatsbeitrag. Wichtig sind insbesondere die garantierte Todesfallleistung, die gesamte Beitragsdauer, mögliche Wartezeiten und die Leistungen während dieser Wartezeit.

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Sterbegeldversicherung: Versichern oder selbst vorsorgen?

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Welche Alternativen gibt es zur Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist nicht die einzige Möglichkeit, die Familie finanziell auf den eigenen Tod vorzubereiten. Je nach Alter und persönlicher Situation können andere Lösungen geeigneter sein.

Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto

Wer seine Beerdigung bereits zu Lebzeiten organisieren und finanziell absichern möchte, kann einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen abschließen. Dabei können Sie festlegen, wie die spätere Beisetzung aussehen soll und welche Leistungen gewünscht sind. Das kann Angehörige später organisatorisch entlasten. Wichtig ist, dass das dafür vorgesehene Geld sicher und zweckgebunden angelegt wird, beispielsweise auf einem Treuhandkonto.

Risikolebensversicherung für Familie und Immobilienkredit

Für jüngere Menschen mit Familie ist eine Risikolebensversicherung häufig die wichtigere Absicherung. Das gilt besonders, wenn Kinder finanziell abhängig sind, ein Unternehmen besteht oder noch ein Immobilienkredit zurückgezahlt werden muss. „Eine Risikolebensversicherung sichert Hinterbliebene im Todesfall viel günstiger und besser ab, weil sie wesentlich höhere Beträge abdeckt“, sagt Grieble.

Anders als bei einer Sterbegeldversicherung können mit einer Risikolebensversicherung deutlich höhere Todesfallleistungen abgesichert werden. Da es sich um eine reine Risikoabsicherung und nicht um ein Sparprodukt handelt, sind die Beiträge im Verhältnis zur möglichen Auszahlung häufig vergleichsweise niedrig. Die Laufzeit wird meist so gewählt, dass der Schutz endet, wenn beispielsweise die Immobilie abbezahlt ist und die Kinder finanziell auf eigenen Füßen stehen.

biallo-Lesetipp: Lesen Sie mehr in unserem Ratgeber zur Risikolebensversicherung.

Selbst für die Bestattung sparen: Welche Geldanlage eignet sich?

Wer keine Sterbegeldversicherung abschließen möchte, kann das benötigte Geld auch selbst ansparen. Welche Geldanlage dafür infrage kommt, hängt vor allem davon ab, wann Sie das Geld voraussichtlich benötigen und ob es kurzfristig verfügbar sein soll.

Langfristig Vermögen mit ETF-Sparplänen aufbauen

Wer früh mit dem Vermögensaufbau beginnt, kann über viele Jahre ein finanzielles Polster aufbauen. Dabei hilft auch der Zinseszinseffekt: Erträge können wiederum neue Erträge erwirtschaften. Eine Möglichkeit für den langfristigen Vermögensaufbau sind ETF-Sparpläne auf breit gestreute Aktienindizes.

ETFs sind vergleichsweise kostengünstig und ermöglichen es, mit einem einzigen Produkt in zahlreiche Unternehmen zu investieren. Der MSCI World beispielsweise umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern. Über lange Anlagezeiträume haben breit gestreute Aktienanlagen in der Vergangenheit attraktive Renditen erzielt. Allerdings können die Kurse zwischenzeitlich deutlich fallen. Positive Erträge sind auch langfristig nicht garantiert. Für Geld, das kurzfristig für eine Beerdigung zur Verfügung stehen muss, sind Aktien-ETFs deshalb nicht geeignet.

Kurzfristig mit Tagesgeld und Festgeld vorsorgen

Wer bereits Geld für die Bestattung zurückgelegt hat oder kurzfristig verfügbare Reserven benötigt, kann auf sichere Geldanlagen wie Tages- und Festgeld setzen. Anders als bei Aktien-ETFs schwankt das angelegte Geld hier nicht mit den Börsenkursen.

Tagesgeld hat den Vorteil, dass Sie jederzeit über Ihr Guthaben verfügen können. Aktuell bieten Banken attraktive Konditionen. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro beim Anbieter Revolut erhalten Neukunden derzeit 4,25 Prozent Zinsen für vier Monate. Die Renault Bank direkt bietet 4,10 Prozent für vier Monate. Bei Chase sind ebenfalls vier Monate lang 4,00 Prozent drin. Danach sinkt die Verzinsung bei den drei Anbietern. Die spanische Direktbank Suresse bietet für neu angelegtes Geld sechs Monate lang 3,50 Prozent, Bestandskunden bekommen 2,05 Prozent. Da sich Tagesgeldzinsen kurzfristig ändern können, sollten Sie vor der Kontoeröffnung die aktuellen Konditionen prüfen. Tagesaktuelle Angebote finden Sie in unserem Tagesgeld-Vergleich.

Wer sein Geld mehrere Monate oder Jahre nicht benötigt, kann einen Teil auch als Festgeld anlegen. Hier steht der Zinssatz für die vereinbarte Laufzeit fest, dafür können Sie währenddessen in der Regel nicht über das Geld verfügen. Die besten Festgeldangebote für eine Laufzeit von einem Jahr haben derzeit die Isbank mit 3,40 Prozent und die JT Direktbank mit 3,30 Prozent Festgeldzinsen. Für zwei Jahre gibt es bei der Isbank ebenfalls 3,40 Prozent, bei der JT Direktbank 3,35 Propuzent. Bei längeren Laufzeiten sind derzeit noch höhere Zinsen möglich. Gute Konditionen für eine zwölfmonatige Festgeldanlage bietet auch der schwedische Finanzdienstleister Myntro mit 3,10 Prozent, bei neunmonatigem Festgeld liegt der Anbieter mit 2,95 Prozent unter den Angeboten mit mindestens hoher Sicherheit auf Platz drei. Welche Bank für die gewünschte Laufzeit die besten Konditionen bietet, können Sie in unserem Festgeld-Vergleich prüfen.

Sterbegeldversicherung oder sparen: Was ist besser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind Alter, finanzielle Situation und das Ziel der Absicherung.

Wer vor allem sicherstellen möchte, dass die eigene Bestattung organisiert und bezahlt ist, kann einen Bestattungsvorsorgevertrag prüfen. Wer dagegen eine Familie oder einen laufenden Immobilienkredit absichern muss, benötigt meist einen wesentlich höheren Schutz – hier kommt eher eine Risikolebensversicherung infrage.

Wer genügend Zeit hat, kann außerdem selbst Vermögen aufbauen oder einen Betrag für die Bestattung mit Tagesgeld beziehungsweise Festgeld zurücklegen.

Bei einer Sterbegeldversicherung sollten Sie dagegen genau rechnen: Stellen Sie die Summe der voraussichtlich gezahlten Beiträge der garantierten Versicherungsleistung gegenüber. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter kann sich zeigen, dass eigenes Sparen günstiger ist.

Zur Vorsorge für den Ernstfall gehört aber nicht nur die Finanzierung der Beerdigung: Mit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können Sie frühzeitig festlegen, wer für Sie handeln darf und welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen.

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Sterbegeldversicherung: Versichern oder selbst vorsorgen?

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Checkliste: Sterbegeldversicherung vor Abschluss prüfen

Bevor Sie eine Sterbegeldversicherung abschließen, sollten Sie nicht nur auf den monatlichen Beitrag achten. Entscheidend ist, welche Kosten insgesamt entstehen und welche Leistungen tatsächlich garantiert sind.

  • Wie hoch ist die garantierte Versicherungssumme?
  • Wie viel zahlen Sie bei der geplanten Laufzeit insgesamt ein?
  • Gibt es eine Gesundheitsprüfung?
  • Welche Wartezeit gilt?
  • Welche Leistung gibt es bei einem Tod während der Wartezeit?
  • Gibt es besondere Leistungen bei Unfalltod?
  • Wäre eigenes Sparen oder eine Bestattungsvorsorge günstiger?
  • Benötigen Ihre Angehörigen eigentlich einen höheren Schutz durch eine Risikolebensversicherung?

Häufige Fragen zur Sterbegeldversicherung und Vorsorge für den Todesfall

Auch bei der Vorsorge für den Todesfall kommt es stark auf die persönliche Situation an. Die wichtigsten Fragen zur Sterbegeldversicherung, ihren Kosten und möglichen Alternativen beantworten wir hier kompakt.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Eine Sterbegeldversicherung ist eine spezielle Form der Lebensversicherung. Beim Tod der versicherten Person zahlt sie die vereinbarte Versicherungssumme an die bezugsberechtigte Person aus. Das Geld soll vor allem zur Finanzierung der Bestattung dienen.

Wie viel kostet eine Sterbegeldversicherung?

Die Kosten hängen unter anderem von Eintrittsalter, Versicherungssumme und Tarif ab. Gerade bei einem Abschluss im höheren Alter können die über viele Jahre gezahlten Beiträge die garantierte Todesfallleistung übersteigen.

Wie hoch sollte eine Sterbegeldversicherung sein?

Die Versicherungssumme sollte sich an den erwarteten Bestattungskosten orientieren. Sterbegeldversicherungen werden häufig mit Versicherungssummen zwischen 3.000 und 15.000 Euro angeboten.

Gibt es Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsprüfung?

Ja. Bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung gelten allerdings häufig Wartezeiten. Stirbt die versicherte Person während dieser Zeit, wird unter Umständen noch nicht die volle Versicherungssumme ausgezahlt.

Was ist besser: Sterbegeldversicherung oder Bestattungsvorsorge?

Das hängt vom persönlichen Ziel ab. Mit einem Bestattungsvorsorgevertrag lassen sich die gewünschte Beisetzung und deren Finanzierung bereits im Voraus regeln. Eine Sterbegeldversicherung zahlt dagegen beim Tod die vereinbarte Versicherungssumme aus.

Welche Alternativen gibt es zur Sterbegeldversicherung?

Als Alternativen kommen insbesondere ein Bestattungsvorsorgevertrag, eigenes Sparen sowie – für die umfassendere Absicherung von Angehörigen – eine Risikolebensversicherung infrage.

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Über die Autorin Sigrun an der Heiden

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ist seit 2007 als selbstständige Wirtschaftsredakteurin tätig. Die vermeintlich trockenen Themen wie Steuern, Finanzen und Recht sind ihr Steckenpferd. Sie schreibt für Wirtschafts- und Unternehmermagazine zu den Themen Steuern und Finanzen, Recht, Finanzierung, Versicherungen, betriebliche und private Altersvorsorge, erbrechtliche Fragen sowie über private Finanzen und Vorsorgethemen für biallo.de. 

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