Auf einen Blick
  • Nicht jeder kann oder möchte Tausende von Euro für eine Bestattung ausgeben. Es geht auch günstiger und dennoch kann es eine individuelle, würdevolle Zeremonie sein.

  • Was bei Beisetzungen erlaubt ist, was eine Bestattung kostet und wie Sie die Bestattungskosten reduzieren können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.
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Die Friedhofskultur ist schon seit etlichen Jahren im Wandel. Die klassische Grabstätte auf dem heimischen Friedhof ist für viele nicht mehr der zentrale Ort der Erinnerung. Heute soll auch der letzte Ruheort zum Verstorbenen passen und seine Art, gelebt zu haben, widerspiegeln.

Naturnahe Bestattungsformen, etwa die Baumbestattung in speziell ausgewiesenen Waldstücken, ist ein anhaltender Trend – in nahezu allen Gegenden Deutschlands sind solche Angebote inzwischen zu finden. Daneben sind Grabstätten gefragt, die pflegeleicht sind und die Angehörigen nicht zu jahrzehntelanger Grabpflege verpflichten. Dazu gehören Gemeinschaftsgrabstätten in speziell angelegten Friedhofsbereichen, Urnenwände, Rasengräber oder Seebestattungen. Auch der Trend zur Feuerbestattung ist ungebrochen, mittlerweile macht der Anteil bundesweit mehr als 70 Prozent aus.

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Eine Bestattung bleibt trotz einer sich wandelnden Friedhofskultur ein Kostenfaktor. Doch mit Eigeninitiative lassen sich die Kosten senken. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, welche Bestattungsformen heute gefragt sind, was eine Bestattung kostet und wie Sie sparen können.

 

Bestattung: Was ist bei Beisetzungen erlaubt?

Die Asche des Verstorbenen in der freien Natur verstreuen, die Urne zuhause aufbewahren oder im Garten beisetzen – es gibt Menschen, denen so eine Form der Bestattung am liebsten wäre und in den meisten europäischen Ländern ist das auch problemlos möglich. Doch in Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben.

Bestattungspflicht und Friedhofszwang

Es gilt die Bestattungspflicht und grundsätzlich auch der Friedhofszwang. Das heißt: Jeder Verstorbene muss bestattet werden und der Leichnam muss in einem Sarg beziehungsweise die Asche muss in einer Urne auf einem Friedhof beigesetzt werden. Die extra ausgewiesenen Bestattungswälder, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen, gelten als Friedhöfe. Wenige Ausnahmen gibt es von dieser Regel.

Asche verstreuen und Seebestattungen

In Deutschland sind Seebestattung auf Nord- und Ostsee erlaubt und sie bilden damit die Ausnahme vom Friedhofszwang. Die Urne darf auf dem Meer von einem Schiff aus versenkt werden. Es gibt weitere Ausnahmen in den diversen Bundesländern, denn Bestattungsgesetze sind Ländersache.

So hat zum Beispiel Bremen als erstes Bundesland erlaubt, dass seit 2015 die Asche auf dem Privatgrundstück verstreut werden darf oder auf eigens dafür ausgewiesenen öffentlichen Flächen. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Verstorbene zu Lebzeiten verfügt hat, wo seine Asche beigesetzt werden soll. In Nordrhein-Westfalen ist das Beisetzen oder gar Verstreuen der Asche außerhalb eines Friedhofs theoretisch möglich, aber an sehr strenge Auflagen geknüpft, so dass das Verstreuen auf einem Privatgrundstück kaum umzusetzen ist.

Innerhalb eines Friedhofs darf die Asche auf ausgewiesenen Flächen in mehreren Bundesländern verstreut werden: in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. In der Regel handelt es sich bei dieser Art der Beisetzung um anonyme Bestattungen.

Biallo-Tipp:

Viele europäische Länder halten es liberaler, was die Bestattungskultur angeht. So ist zum Beispiel in der Schweiz das Verstreuen der Asche in der freien Natur erlaubt und nennt sich dann zum Beispiel „Almwiesenbestattung“. Die Urne kann also per Post in die Schweiz geschickt werden – die Angehörigen reisen nach und lassen die Asche dort zum Beispiel in den Schweizer Bergen verstreuen. Auch in Spanien ist das Verstreuen der Asche auf Wald- und Wiesenflächen erlaubt, auch für Deutsche. Die meisten Bestatter in Deutschland werden eine solche Bestattungsart vermitteln können und abwickeln. Sollte es der örtliche Bestatter nicht anbieten, dann fragt man beim nächsten an.

Urnentransport

In vielen Bundesländern darf die Urne nicht von den Angehörigen transportiert werden: in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist dies der Fall. Zwar sind in einigen dieser Bundesländer Ausnahmen möglich, diese sind jedoch so selten, dass sie in der Praxis irrelevant sind. Alle anderen Bundesländer erlauben den Transport der Urne – etwa vom Krematorium zum Ort der Beisetzung – grundsätzlich im Privatwagen. Auch wenn es absurd klingt, aber das ist die Gesetzeslage: Mit einem Paketdienst darf eine Urne durchaus in allen Bundesländern versendet werden. Ein Sarg muss jedoch immer in einem Leichenwagen transportiert werden.

Asche als Schmuckstück

Manche wünschen sich, einen Teil der Asche zu bewahren, um sie etwa in ein Amulett zu füllen oder einen Erinnerungsdiamanten daraus herzustellen. Das ist in Deutschland nicht legal möglich, wenn es auch in der Praxis hier und da stattfinden wird.

  • Hinweis: Tritt ein Erbfall ein, muss geprüft werden, ob ein wirksames Testament vorliegt, in dem die Aufteilung der Vermögenswerte festgelegt wurde. Als Begünstigter einer testamentarisch geregelten Erbschaft erhalten Sie vom Nachlassgericht eine Abschrift des Testaments. Welche Rechte und Pflichten Erben haben, erklären wir Ihnen in einem weiteren Ratgeber.

 

Mehr Individualität: Alternative Bestattungsarten

Wird ein Leichnam in einem Sarg beigesetzt, dann bleibt in der Regel nur ein Erdgrab auf dem Friedhof als Bestattungsort. Wird der Leichnam hingegen eingeäschert, gibt es inzwischen eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Urne mit der Asche beizusetzen – nicht nur in einem Urnengrab auf dem Friedhof. Die Angebote sind vielfältig und regional sehr unterschiedlich. Nahezu täglich wandeln sich die Friedhöfe und es gibt neue Angebote – es lohnt sich deshalb nachzufragen, welche Bestattungsmöglichkeiten der örtliche Friedhof bietet.

Hier einige Trends in der Bestattungskultur, die sich in den letzten Jahren durchgesetzt haben beziehungsweise zunehmend nachgefragt werden (Anmerkung: auf regionale Besonderheiten wird in der Aufzählung nicht eingegangen).

Baumbestattungen

Im Jahr 2001 wurde der erste Bestattungswald in Deutschland bei Kassel eröffnet. Seitdem gibt es eine ungebrochene Nachfrage nach dieser Art der Beisetzung. Heute gibt es geschätzt etwa 250 Bestattungswälder in Deutschland. Daneben bieten immer mehr Friedhöfe Bestattungen unter Bäumen an: Auf ausgewiesenen Flächen werden zum Beispiel ganze Obstbaumgärten angepflanzt, die zu Orten der letzten Ruhe werden.

Bei einer Baumbestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer (meist) biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Die Angehörigen können ein Nutzungsrecht an der Grabstätte unter dem Baum erwerben. Es gibt Gemeinschaftsbäume, unter denen mehrere Urnen bestattet werden, und es gibt Einzel-, Partner- oder Familienbäume, unter denen nur selbst ausgewählte Urnen aus dem Freundes- oder Familienkreis bestattet werden. Für viele erscheint es obendrein als Vorteil, dass die aufwändige Pflege einer Grabstelle entfällt. Hier wandelt sich die Ruhestätte mit den Jahreszeiten, eine Namenstafel am Baum kann an den Verstorbenen erinnern, Grabschmuck, Blumen und Kränze entfallen.

Es gibt mehrere Unternehmen, die in Deutschland Baumbestattungen anbieten: „FriedWald“, „RuheForst“, „Trauerwald“ und „Waldruh“ gehören dazu. Das „FriedWald“-Unternehmen war das erste in Deutschland. Die Unternehmen bieten an den verschiedenen Standorten diverse Grabstätten unter Bäumen an, „RuheForst“ auch sogenannte Ruhebiotope, worunter Wald- und Strauchflächen mit markanten Naturelementen zu verstehen sind.

  • Kosten: Die Kosten für eine Grabstätte variieren je nach Baumart und Dauer des Nutzungsrechts. Ein Gemeinschaftsbaumplatz kostet ab etwa 500 Euro, ein Familienbaum ab etwa 3.000 Euro bis etwa 6.300 Euro oder mehr. Die Beisetzungskosten von rund 300 bis 400 Euro sind jeweils hinzuzurechnen. Hinzu kommen auch die üblichen Kosten für die Einäscherung und den Bestatter, siehe Tabelle unten.

Gemeinschaftsgräber

Gemeinschaftsgrabstätten sind enorm nachgefragt: Auf abgegrenzten Arealen auf Friedhöfen werden in der Regel mehrere Urnen gemeinsam beigesetzt. In der Regel standen die dort Beigesetzten zu Lebzeiten nicht in Verbindung zueinander. Das Areal ist landschaftlich ansprechend gestaltet und wird gepflegt, manchmal ist es auch in seiner Gestaltung themenbezogen und steht unter einem bestimmten Motto.

Bekannt sind die sogenannten „Memoriam-Gärten“ des Bundesverbands Deutscher Friedhofsgärtner. Das 2009 zum ersten Mal vorgestellte Konzept wurde mittlerweile in ganz Deutschland bereits einhundert Mal umgesetzt. Auch die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner richtet zunehmend „Bestattungsgärten“ ein.

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Bei Gemeinschaftsgrabstätten gibt es entweder ein gemeinsames Grabmal, auf dem die Namen der Verstorbenen aufgeführt sind, oder einzelne Grabmale an den jeweiligen Grabstätten. Es handelt sich also nicht um eine anonyme Bestattung. Auch hier wird das Nutzungsrecht an der Grabstätte erworben. Wenige Friedhöfe bieten auch Erdgemeinschaftsgräber an. Gemeinschaftsgrabstätten sind vermutlich auch deshalb so populär, weil die Grabpflege für die Angehörigen entfällt.

  • Kosten: Kosten für die Grabstätte liegen in der Regel zwischen 500 und 2.000 Euro. Die Kosten können regional stark abweichen. Auch hier sind Beisetzungskosten wie auch Kosten für den Bestatter und die Einäscherung hinzuzurechnen, siehe Tabelle unten.

Urnenkirchen

Die Beisetzung in einer Kirche war im Mittelalter zumindest für die oberen gesellschaftlichen Schichten üblich, heute kehrt diese Bestattungsform wieder zurück und zwar ganz verstärkt. In ungenutzten Kirchen werden sogenannte Kolumbarien eingerichtet, in denen in speziellen Nischen die Urnen beigesetzt werden. Inzwischen gibt es rund 50 solcher Urnenkirchen, besonders viele in Nordrhein-Westfalen.

  • Kosten: Auch hier variieren die Kosten je nach Lage der Urnennische. Mit etwa rund 1.000 bis 3.500 Euro für eine Einzelkammer und 1.400 bis 7.000 Euro für eine Doppelkammer ist zu rechnen für eine Nutzungsdauer von meist 20 Jahren. Hinzukommen in der Regel noch Kosten für die Abdeckplatten der Urnennischen, deren Beschriftung, die eigentliche Beisetzung und auch den Bestatter, siehe Tabelle unten.

Seebestattung

Eine Seebestattung ist heutzutage für jedermann möglich und durchaus populär. Das mag daran liegen, dass es die einzige Form in Deutschland ist, die Asche außerhalb eines Friedhofs beizusetzen. Zudem kann diese Bestattungsart sehr preiswert sein, denn es entfallen Friedhofskosten und Folgekosten wie eine Dauergrabpflege.

Bei einer Seebestattung wird die Asche in einer speziellen, wasserlöslichen Urne im Meer, in einem gesondert dafür ausgewiesenen Gebiet, versenkt. Möglich ist eine Bestattung in der Ost- und Nordsee, inzwischen aber auch auf allen Meeren. Spezielle Reedereien (Seebestatter) führen die Bestattung durch. Wer weit weg vom Meer lebt, kann in der Regel einen beliebigen örtlichen Bestatter beauftragen, die Seebestattung, beispielsweise in der Nordsee, zu organisieren.

Die Urne kann per Post günstig an die See geschickt werden – Überführungskosten vom Bestatter sind sehr teuer – und wird dort von einer Reederei bestattet, der Kapitän hält auf Wunsch eine Trauerrede. Die Angehörigen erhalten ein Zertifikat mit den genauen Koordinaten. Das geschieht im Beisein oder in Abwesenheit von Angehörigen. Kommt eine Trauergesellschaft mit an Bord, wird es deutlich teurer, als wenn das Schiff der Seebestattungsreederei für eine anonyme Beisetzung mit mehreren Urnen aufs Meer zur Bestattung fährt.

  • Kosten: Mit Kosten ab etwa knapp über 1.000 Euro (anonym, inklusive Einäscherung und Urnenversand) bis hin zu 3.000 Euro (mit Trauerfeier) ist zu rechnen. Inzwischen kann die Urne auch aus dem Flugzeug abgeworfen werden: Das Bestattungshaus Kracheletz in Kassel mit Filiale auf Sylt, bietet als einziges Bestattungsunternehmen bundesweit an, die Urne aus 150 Metern in der Nordsee bei Sylt abzuwerfen.
 

Was kostet eine Bestattung?

Es ist kaum möglich, verbindliche Preisangaben für eine Bestattung zu machen. Die Kosten variieren enorm. Sowohl die Bestattungsart als auch persönliche Wünsche spielen eine große Rolle. Obendrein gibt es riesige regionale Unterschiede – so können sich Friedhofsgebühren schon zwischen einzelnen Kommunen stark unterscheiden.

Bei einer Bestattung fallen vor allem Kosten an für den Bestatter, für Dienstleistungen auf dem Friedhof samt Grabstelle, den Steinmetz (Grabmal) und den Friedhofsgärtner für die Grabanlage. Hinzu kommen noch Kosten für Blumendekoration und die Grabpflege. Eine Bestattung kostet somit im Durchschnitt 4.500 Euro. Bei einem Grabmal (Stein oder Kreuz) und einer Grabanlage (Erd- oder Urnengrab) ist mit 6.000 bis 7.000 Euro zu rechnen. Da ist die Dauergrabpflege noch nicht mit berücksichtigt. Das sind nur grobe Anhaltspunkte. Tatsächlich geht es wesentlich günstiger, so kann etwa eine anonyme Bestattung ohne Trauerfeier und Grabstätte auch nur rund 1.000 Euro kosten. Umgekehrt sind nach oben keine Grenzen gesetzt.

  • Biallo-Tipp: Bei Ärger wegen überhöhter Rechnungen oder anderer Probleme im Rahmen einer Bestattung können sich Verbraucher an die Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. wenden oder an die örtlichen Verbraucherzentralen.

Durchnittliche Kosten einer Bestattung

Diese Kosten fallen bei einer Bestattung üblicherweise im Durchschnitt an:

Wichtigste Leistungen Kosten in Euro
Urkunden Leichenschau und Totenschein, Sterbeurkunde 170 bis 300
Bestatter Sarg, ggf. Urne, Versorgung des Leichnams, Totenkleidung, Überführung, Aufbahrung, Grabkreuz, Formalitäten etc. 900 bis 6.000
Kremation Einäscherung und Urnenversand 200 bis 600
Friedhof Beisetzung, Grabnutzung, Trauerhallennutzung etc. 500 bis 5.000
Gärtner Provisorische Grabanlage, dauerhafte Grabanlage, Dauergrabpflege für 25 Jahre 250 bis 12.000
Blumen Kranz, Blumenschmuck am Grab (erledigt u. U. Bestatter) 150 bis 750
Steinmetz Grabstein mit Inschrift, Fundament, Transportkosten etc. 1.200 bis 10.000
Sonstiges Bewirtung Trauergesellschaft, Trauerredner 200 bis 1.450
Gesamtkosten   3.570 bis 36.100

Aufgeführt sind die wichtigsten Posten. Die Preise sind grobe Anhaltspunkte und variieren regional stark. Nicht jeder Posten fällt zwangsläufig bei jeder Bestattung an, auf vieles kann auch verzichtet werden.

Quelle: https://www.aeternitas.de/, Stand: 2021.

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Wie kann ich Bestattungskosten reduzieren?

Nicht jeder kann oder möchte Tausende von Euro für eine Bestattung ausgeben. Es geht auch günstiger und dennoch kann es eine individuelle, würdevolle Zeremonie sein, die dann vielleicht 2.000 oder 3.000 Euro kostet oder sogar noch weniger, wenn es etwa eine anonyme Bestattung sein soll. Hier ein paar Grundregeln, wie Sie die Kostenkontrolle behalten:

Keine Eile

Ein Todesfall ist meist eine emotionale Ausnahmesituation für Angehörige. Schnell wird ein Bestatter angerufen, der einem alles Organisatorische rund um die Beisetzung abnimmt – hinterher ist die Verwunderung groß, wenn eine hohe Rechnung eintrifft. Dabei gibt es keinen Grund zur Eile. Stirbt der Angehörige zuhause, darf der Leichnam in vielen Bundesländern 36 Stunden zuhause bleiben. Ist der Tod erwartbar gewesen und wirft keine Fragen auf – sonst wäre natürlich im ersten Impuls der Notarzt und dann auch die Polizei zu benachrichtigen – müssen Sie nicht noch in der Nacht oder am Sonntag einen Bestatter benachrichtigen. Der verlangt zum Beispiel hohe Nacht- und Feiertagszuschläge.

Bestattung in Etappen

Es gibt auch keinen Zwang, in den ersten Tagen nach dem Tod möglichst rasch die gesamte Bestattung zu planen und zu organisieren – vorausgesetzt, es soll eine Feuerbestattung geben. Tatsächlich kann eine Bestattung in Etappen ablaufen, so dass die Angehörigen genug Zeit haben, sich über die Gestaltung der Zeremonie bis hin zur Grabstätte Gedanken zu machen und Kosten zu vergleichen. Ein Leichnam muss in vielen Bundesländern nach 36 Stunden in die Kühlung – entweder direkt beim Friedhof oder beim Bestatter, auch hier können Sie Kosten vergleichen. Dann bleiben oft zehn Tage Zeit bis zur Einäscherung und danach haben Sie mehrere Wochen oder auch Monate Zeit, die Urne beizusetzen.

Nutzen Sie die gewonnene Zeit, genau zu überlegen, welche Form der Bestattung angemessen ist. Vielleicht hat der Verstorbene zu Lebzeiten auch Wünsche geäußert, wie er sich seine eigene Bestattung vorstellt. Eine Bestattung setzt sich aus vielen kleinen Einzelposten zusammen. Überlegen Sie, was Sie selbst erledigen können. Oftmals ist die Auswahl von Totenkleidung, vielleicht auch die Gestaltung eines Sarges oder von Blumenschmuck eine hilfreiche Form der Trauerbewältigung. Im Folgenden haben wir Posten aufgeführt, bei denen sich Sparpotential ergibt:

Sparen beim Bestatter

Um einen Bestatter kommen Sie in der Praxis nicht herum. Gesetzlich vorgeschrieben sind der Transport der Leiche in einem Leichenwagen – also der Transport vom Sterbeort zum Bestatter beziehungsweise zum Friedhof, plus die dazwischen notwendige Unterbringung in einem Kühlraum und natürlich auch eine Kremation, wenn eine Urnenbeisetzung erfolgen soll. Alles andere dürfen Sie selbst erledigen und können dabei erheblich Kosten sparen (jeweils in Klammern sind die durchschnittlichen Kosten genannt, die ein Bestatter berechnet):

  • Angebote einholen: Holen Sie mehrere schriftliche Angebote von Bestattern ein und vergleichen sie die Kosten. Fragen Sie nach, ob das Angebot sämtliche Kosten erfasst, die anfallen oder ob nachträglich noch Kosten hinzukommen können.
  • Online-Bestatter: Es gibt inzwischen Bestatter, die ausschließlich online agieren. Hier können Sie viel Geld sparen, müssen aber hinnehmen, dass die persönliche Beratung vor Ort entfällt. Online-Anbieter arbeiten in der Regel mit Partnerunternehmen vor Ort zusammen, denn der Leichnam muss natürlich nach wie vor abgeholt und zum Friedhof transportiert werden. Achten Sie darauf, dass Sie ein schriftliches Angebot erhalten und fragen Sie unbedingt nach, ob alle Kosten enthalten sind. Nicht selten bieten die Online-Bestatter Leistungen im Paket an. Genau da sollten Sie aufmerksam schauen, welche Posten exakt enthalten sind. Ab einem Preis von 900 bis 1.000 Euro für eine sehr einfache, anonyme Bestattung im günstigen Ausland (zum Beispiel Tschechien) ist das Angebot als realistisch einzustufen, alles was darunter liegt, sollte skeptisch geprüft werden.
  • Sarg/Urne: Einen Sarg dürfen Sie selbst bauen und bemalen, es gibt spezielle Bausätze dafür, rund 200 Euro fallen an. Auch eine Urne dürfen Sie selbst gestalten. Dies muss dabei den Vorschriften des jeweiligen Bestattungsgesetzes und der örtlichen Friedhofssatzung entsprechen. Bei einer Urnenbeisetzung, bei der der Sarg ohnehin verbrannt wird, könnten Sie durchaus auf ein günstiges Modell setzen, das es schon für 170 Euro gibt. (Sparpotential Sarg bis zu 5.000 Euro).
  • Totenkleidung: Sie können die Kleidung, die der Verstorbene im Sarg tragen soll, aus seinem persönlichen Fundus bereitstellen. Ebenso eine Kopfunterlage oder eine Überdecke (Sparpotential bis zu 130 Euro).
  • Hygienische Versorgung: Es fällt vielen vielleicht nicht leicht, aber auch den Leichnam dürfen Angehörige selbst versorgen (Sparpotential bis zu 250 Euro).
    Urnentransport: Ist eine Überführung der Urne nötig, kann das sogar per Post erfolgen. Das ist günstiger als eine Überführung durch den Bestatter. In einigen Bundesländern ist auch der Urnentransport im Privatwagen erlaubt (Sparpotential Überführung regional bis zu 260 Euro; überregional pro Kilometer bis zu 2,30 Euro).
  • Trauerfeier und Blumendekoration: Die Trauerhalle beim Friedhof dürfen Sie selbst dekorieren, der Trauerredner könnte jemand aus der Familie oder ein Freund sein, die Musik können Sie ebenso selbst aussuchen (Sparpotential Nutzung Trauerhalle samt Deko bis zu 350 Euro; Trauerredner bis zu 450 Euro; Musik bis zu 500 Euro).
  • Traueranzeige: Trauerkarten können Sie selbst gestalten und verschicken, ebenso eine Zeitungsannonce schalten (Sparpotential Trauerkarten bis zu 150 Euro).
  • Formalitäten: Die Beantragung der Sterbeurkunde, Terminabsprachen mit der Friedhofsverwaltung können Sie selbst übernehmen (Sparpotential bis zu 300 Euro).

Sparen auf dem Friedhof

Bei einer Bestattung auf einem Friedhof fallen bei der örtlichen Friedhofsverwaltung Friedhofsgebühren an, in erster Linie für

  • die Beisetzung (Öffnen und Schließen des Grabes)
  • Nutzung der Grabstätte (Einmalgebühr)
  • eventuelle Nutzung der Trauerhalle
  • Genehmigung eines Grabmals.

Der Trend geht zu kleinen, kostengünstigen, pflegefreien Grabstätten. Das ist ein Grund, warum viele Friedhöfe umrüsten und beispielsweise Gemeinschaftsgrabstätten anbieten, denn der größte Posten bei einer Bestattung auf einem Friedhof ist die Nutzung der Grabstätte, bei der man für die Dauer der Nutzungsfrist (oft zehn bis 20 Jahre) bezahlen muss. Häufig sind Urnengräber günstiger als Erdgräber. Beide Grabarten gibt es sowohl als Reihen- wie auch als Wahlgräber. Bei Wahlgräbern kann man den Standort weitgehend selbst bestimmten, bei Reihengräbern meist nicht. Nach Ablauf der Nutzungsdauer wird die Gedenkstätte aufgelöst. Nur bei einem Wahlgrab kann man diese verlängern. Die Preise variieren von Kommune zu Kommune stark, vor allem auch zwischen den großen Städten im Vergleich zu den kleineren Kommunen. So können Sie Kosten sparen:

  • Grabnutzung: Die Friedhofsgebühren können Sie bei der örtlichen Kommune in Erfahrung bringen. Vergleichen Sie die Kosten – in der Nachbarkommune können sie durchaus deutlich geringer sein. Wer also nicht auf einen ganz bestimmten Friedhof fixiert ist, kann hier unter Umständen viel Geld sparen. Man ist bei der Wahl des Friedhofs nicht zwingend auf die Heimatgemeinde des Verstorbenen festgelegt. Größter Posten bei den Friedhofsgebühren sind die Grabnutzungskosten. Gemeinschaftsgrabstätten können günstiger sein als Erd- oder Urnengräber. Baumgrabstätten sind dagegen nicht zwingend günstiger, allerdings entfällt die Dauergrabpflege. Eine anonyme Bestattung ist sicher die kostengünstigste Form der Bestattung. Allerdings ist sie nicht für alle wünschenswert – es sollte im Vorfeld auch möglichen Hinterbliebenen klar sein, dass es keine eigene Grabstätte gibt. Die Urnenbeisetzung erfolgt dann auf einem Gemeinschaftsfeld (in der Regel Rasenflächen) ohne eindeutige Kennzeichnung der Grabstätte. Eine solche Bestattung kostet rund 1.000 bis 1.500 Euro. Die Kostenspanne für die verschiedenen Grabarten entnehmen Sie der untenstehenden Tabelle.
  • Kremation: Ist der Friedhof mit einem eigenen Krematorium ausgestattet, kann die Einäscherung direkt vor Ort stattfinden. Das muss aber nicht sein. Es gibt auch günstigere Krematorien, die Sie beim Bestatter erfragen können. Es ist sogar möglich, den Leichnam im Ausland einäschern zu lassen, beispielsweise in Tschechien ist das günstig möglich. Oft bieten Online-Bestatter solche Dienste an. Allerdings sollte man die Überführungskosten dann im Blick haben (Sparpotential bis zu 600 Euro).

Durchschnittliche Preisspanne Grabnutzungsgebühren für verschiedene Grabarten

Für verschiedene Grabarten fallen unterschieldiche Grabnutzungsgebühren an. Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht darüber:

Grabart Grabnutzungsgebühr
 Erdreihengrab  1.000 bis 2.800 Euro
 Erdwahlgrab  1.200 bis 3.700 Euro
 Erdgrab anonym  1.100 bis 3.000 Euro
 Urnenreihengrab  500 bis 1.700 Euro
 Urnenwahlgrab  700 bis 2.400 Euro
 Urnengemeinschaftsgrab  700 bis 2.300 Euro
 Urnengrab anonym  400 bis 1.600 Euro
 Baumbestattung  900 bis 2.600 Euro
 Urnennische  890 bis 2.900 Euro

Quelle: www.aeternitas.de, Stand Dezember 2021.

Sparen bei Grabpflege und Grabmal

Ein Grab muss gepflegt werden. Je aufwändiger die Bepflanzung ist, desto pflegeintensiver und teurer wird es. Man kann die Grabpflege auch selbst erledigen. Bei vielen Arten von Urnengräbern entfällt die Grabpflege ganz (Sparpotential jährliche Grabpflege bis zu 700 Euro).

Auch beim Grabmal lässt sich sparen. Kleine liegende Grabsteine sind wesentlich günstiger als große aufrecht stehende, die ein Fundament benötigen. Ein Stein ist kein Muss. Manche Friedhofssatzungen erlauben auch ein einfaches Holzkreuz.

  • Biallo-Lesetipp: Sozialleistungen und Tod - hier erfahren Sie wie Pflegegeld, Rente, Heimentgelt und Grundsicherung im Todesfall gezahlt oder zurückgefordert werden.

Quellen:

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Über die Autorin Annette Jäger
während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.
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