Bestattungen: Welche Möglichkeiten gibt es und was kosten sie?

Ratgeber der Woche Bestattungen: Welche Möglichkeiten gibt es und was kosten sie?

Annette Jäger
von Annette Jäger
29.10.2018
Auf einen Blick
  • Friedhof, Baum- oder Seebestattung – bei der Beisetzung beziehungsweise Grabstättenwahl kommen mehrere Optionen in Frage.

  • Bestattungsgesetze sind Ländersache. Daher gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen für den letzten Ruheort.

  • Unser Ratgeber zeigt auf, welche Bestattungsformen erlaubt sind, was die neuen Trends sind und wie hoch die Kosten ausfallen.
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Die Friedhofskultur ist schon seit etlichen Jahren im Wandel. Die klassische Grabstätte auf dem heimischen Friedhof ist für viele nicht mehr der zentrale Ort der Erinnerung. Heute soll auch der letzte Ruheort zum Verstorbenen passen und seine Art, gelebt zu haben, widerspiegeln. Naturnahe Bestattungsformen, etwa die Baumbestattung in speziell ausgewiesenen Waldstücken, ist ein anhaltender Trend, in nahezu allen Gegenden Deutschlands sind solche Angebote inzwischen zu finden. Auch Gemeinschaftsgrabstätten in speziell angelegten Friedhofsbereichen sind zunehmend gefragt.

Solche Ruhestätten haben auch einen praktischen Vorteil, der heute oft gewünscht ist: Sie sind pflegefrei und verpflichten die Angehörigen nicht jahrzehntelang zur Grabpflege. Eine Bestattung bleibt trotz einer sich wandelnden Friedhofskultur ein Kostenfaktor. Doch die Preisspanne ist enorm.

Was viele nicht wissen: Viele Leistungen können die Hinterbliebenen selbst erbringen und so die Kosten reduzieren. Erfahren Sie auf den folgenden Seiten, welche Bestattungsformen erlaubt sind, welche neuen Trends es gibt, was eine Bestattung kostet und wo Sie sparen können.

Gesetzliche Vorgaben und Ausnahmen

Das sagt das Gesetz

Die Asche des Verstorbenen in der freien Natur verstreuen, die Urne zuhause aufbewahren oder im Garten beisetzen – es gibt Menschen, denen so eine Form der Bestattung am liebsten wäre und in vielen europäischen Ländern ist das auch problemlos möglich. Doch in Deutschland gibt es gesetzliche Vorgaben. So gilt die Bestattungspflicht und grundsätzlich auch der Friedhofszwang.

Das heißt: Jeder Verstorbene muss bestattet werden und der Leichnam muss in einem Sarg bzw. die Asche muss in einer Urne auf einem Friedhof beigesetzt werden, Ausnahmen gibt es aber. Extra ausgewiesene Bestattungswälder gelten übrigens als Friedhöfe.

Ausnahme: Asche verstreuen

In Deutschland sind Seebestattungen auf Nord- und Ostsee erlaubt und sie bilden damit die Ausnahme vom Friedhofszwang. Die Urne darf auf dem Meer von einem Schiff aus versenkt werden. Es gibt weitere Ausnahmen in den diversen Bundesländern, Bestattungsgesetze sind Ländersache. So hat zum Beispiel Bremen als erstes Bundesland erlaubt, dass ab 2015 die Asche auf dem Privatgrundstück verstreut werden darf oder auf eigens dafür ausgewiesenen öffentlichen Flächen. Voraussetzung ist unter anderem, dass der Verstorbene zu Lebzeiten verfügt hat, wo seine Asche beigesetzt werden soll, zudem muss eine Person benannt sein, die die Totenfürsorge übernimmt und garantiert, dass die Beisetzung in einem würdigen Rahmen stattfindet.

In Nordrhein-Westfalen ist das Beisetzen oder gar Verstreuen der Asche außerhalb eines Friedhofs theoretisch möglich, aber an sehr strenge Auflagen geknüpft, so dass das Verstreuen auf einem Privatgrundstück kaum umzusetzen ist. Innerhalb eines Friedhofs darf die Asche auf ausgewiesenen Flächen in mehreren Bundesländern verstreut werden: in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. In der Regel handelt es sich bei dieser Art der Beisetzung um anonyme Bestattungen.

Tipp: Viele europäische Länder halten es liberaler, was die Bestattungskultur angeht. So ist zum Beispiel in der Schweiz das Verstreuen der Asche in der freien Natur erlaubt. Die Urne kann also per Post in die Schweiz geschickt werden – die Angehörigen reisen nach und lassen die Asche dort zum Beispiel in den Schweizer Bergen verstreuen. Auch in Spanien ist das Verstreuen der Asche auf Wald- und Wiesenflächen erlaubt, auch für Deutsche.

Ausnahme: Urnentransport

In vielen Bundesländern darf die Urne nicht von den Angehörigen transportiert werden: in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zwar sind in einigen dieser Bundesländer Ausnahmen möglich, diese sind jedoch so selten, dass sie in der Praxis irrelevant sind. Alle anderen Bundesländer erlauben den Transport der Urne – etwa vom Krematorium zum Ort der Beisetzung – grundsätzlich im Privatwagen.

Auch wenn es absurd klingt, aber das ist die Gesetzeslage: Mit einem Paketdienst darf eine Urne durchaus in allen Bundesländern versendet werden. Ein Sarg muss jedoch immer in einem Leichenwagen transportiert werden.

Ausnahme: Asche als Schmuckstück

Manche wünschen sich, einen Teil der Asche zu bewahren, um sie etwa in ein Amulett zu füllen oder einen Erinnerungsdiamanten daraus herzustellen. Das ist nur in Brandenburg explizit verboten und in allen anderen Bundesländern eine zumindest rechtlich umstrittene Praxis.

Alternative Bestattungsformen

Wird ein Leichnam in einem Sarg beigesetzt, dann bleibt in der Regel nur ein Erdgrab auf dem Friedhof als Bestattungsort. Wird der Leichnam hingegen eingeäschert, gibt es inzwischen eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Urne mit der Asche beizusetzen – nicht nur in einem Urnengrab auf dem Friedhof. Die Angebote sind vielfältig und regional sehr unterschiedlich.

Nahezu täglich wandeln sich die Friedhöfe und es gibt neue Angebote, es lohnt sich deshalb nachzufragen, welche Bestattungsmöglichkeiten der örtliche Friedhof bietet. Hier einige Trends in der Bestattungskultur, die sich in den letzten Jahren durchgesetzt haben bzw. zunehmend nachgefragt werden (Anmerkung: Auf regionale Besonderheiten wird in der Aufzählung nicht eingegangen).

Baumbestattungen

Im Jahr 2001 wurde der erste Bestattungswald in Deutschland bei Kassel eröffnet. Seitdem gibt es eine ungebrochene Nachfrage nach dieser Art der Beisetzung. Heute gibt es geschätzt an die 200 Bestattungswälder in Deutschland. Daneben bieten immer mehr Friedhöfe Bestattungen unter Bäumen an: Auf ausgewiesenen Flächen werden zum Beispiel ganze Obstbaumgärten angepflanzt, die zu Orten der letzten Ruhe werden. Bei einer Baumbestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer (meistens) biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Die Angehörigen können ein Nutzungsrecht an der Grabstätte unter dem Baum erwerben. Es gibt Gemeinschaftsbäume, unter denen mehrere Urnen bestattet werden, und es gibt Einzel-, Partner- oder Familienbäume, unter denen nur selbst ausgewählte Urnen aus dem Freundes- oder Familienkreis bestattet werden. Für viele erscheint es obendrein als Vorteil, dass die aufwändige Pflege einer Grabstelle entfällt. Hier wandelt sich die Ruhestätte mit den Jahreszeiten, eine Namenstafel am Baum kann an den Verstorbenen erinnern, Grabschmuck, Blumen und Kränze entfallen.

Private Anbieter

Es gibt mehrere Unternehmen, die in Deutschland Baumbestattungen anbieten: "FriedWald", "RuheForst", "Trauerwald" und "Waldruh" gehören dazu. Das "FriedWald"-Unternehmen war das erste in Deutschland. Die Unternehmen bieten an den verschiedenen Standorten diverse Grabstätten unter Bäumen an, "RuheForst" auch sogenannte Ruhebiotope, worunter Wald- Strauchflächen mit markanten Naturelementen zu verstehen sind.

Kosten:

Die Kosten für eine Grabstätte variieren je nach Baumart und Dauer des Nutzungsrechts. Ein Gemeinschaftsbaumplatz kostet ab etwa 500 Euro, ein Familienbaum ab etwa 3.000 Euro bis etwa 6.300 Euro oder mehr. Die Beisetzungskosten von rund 300 bis 400 Euro sind jeweils hinzuzurechnen. Hinzukommen auch die üblichen Kosten für die Einäscherung und den Bestatter.

Tipp: Eine Übersicht, wo es in Deutschland überall Baumbestattungen gibt – in eigens ausgewiesenen Waldstücken, aber auch auf Friedhöfen, findet sich hier: http://www.naturbestattungen-online.de/inhalt/orte

Gemeinschaftsgräber

Gemeinschaftsgrabstätten sind enorm nachgefragt: Auf abgegrenzten Arealen auf Friedhöfen werden zumeist mehrere Urnen gemeinsam beigesetzt. In der Regel standen die dort Beigesetzten zu Lebzeiten nicht in Verbindung zueinander. Das Areal ist landschaftlich ansprechend gestaltet und wird gepflegt, manchmal ist es auch in seiner Gestaltung themenbezogen und steht unter einem bestimmten Motto. Bekannt sind die sogenannten "Memoriam-Gärten" des Bundesverbands Deutscher Friedhofsgärtner. Das 2009 zum ersten Mal vorgestellte Konzept wurde mittlerweile in ganz Deutschland bereits an die 80 Mal umgesetzt. Auch die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner richtet zunehmend "Bestattungsgärten" ein.

Bei Gemeinschaftsgrabstätten gibt es entweder ein gemeinsames Grabmal, auf dem die Namen der Verstorbenen aufgeführt sind, oder einzelne Grabmale an den jeweiligen Grabstätten. Es handelt sich also nicht um eine anonyme Bestattung. Auch hier wird das Nutzungsrecht an der Grabstätte erworben. Wenige Friedhöfe bieten auch Erdgemeinschaftsgräber an. Gemeinschaftsgrabstätten sind vermutlich auch deshalb so populär, weil die Grabpflege für die Angehörigen entfällt.

Kosten:

Die Kosten hierfür liegen in der Regel zwischen 500 und 2.000 Euro, sie können je nach Angebot stark abweichen.

Urnenkirchen

Die Beisetzung in einer Kirche war im Mittelalter zumindest für die oberen gesellschaftlichen Schichten üblich, heute kehrt diese Bestattungsform wieder zurück und zwar ganz verstärkt. In ungenutzten Kirchen werden sogenannte Kolumbarien eingerichtet, in denen in speziellen Nischen die Urnen beigesetzt werden. Inzwischen gibt es über 40 solcher Urnenkirchen, besonders viele in Nordrhein-Westfalen.

Kosten:

Auch hier variieren die Kosten je nach Lage der Urnennische. Mit etwa rund 1.000 bis 3.500 Euro für eine Einzelkammer und 1.400 bis 7.000 Euro für eine Doppelkammer ist zu rechnen für eine Nutzungsdauer von meist 20 Jahren. Hinzu kommen meist Kosten für die Abdeckplatten der Urnennischen, deren Beschriftung, die eigentliche Beisetzung und die Verwaltung.

Seebestattung

Eine Seebestattung ist heutzutage für jedermann möglich und populärer als man glaubt: Zwei bis drei Prozent aller Bestattungen sind schätzungsweise Seebestattungen. Hinzukommt, dass diese Bestattungsart in der Regel preiswerter ist als ein konventionelles Begräbnis, da sowohl die Friedhofskosten als auch die Folgekosten wie eine Dauergrabpflege entfallen. Trotzdem kann sie auch teurer sein als eine einfache Urnenbeisetzung, da die Urne aufs Meer hinausgefahren werden muss.

Bei einer Seebestattung wird die Asche in einer speziellen, wasserlöslichen Urne im Meer versenkt, auf Wunsch auch im Beisein der Angehörigen. Zudem ist in einigen Bundesländern eine Ausnahmegenehmigung nötig. Möglich ist eine Bestattung in der Ost- und Nordsee, inzwischen aber auch in der Adria und im Atlantik.

Kosten:

Es fallen Kosten an für das Bestattungsunternehmen, die Einäscherung und die Seebestattungsreederei. Mit Kosten ab etwa 300 Euro (anonym) bis hin zu 3.000 Euro (mit Trauerfeier) ist zu rechnen.

So lassen sich Kosten senken

So viel kostet eine Bestattung

Eine Bestattung kostet im Durchschnitt 4.500 Euro, ohne Grabgestaltung. Mit Grabmal und Grabanlage ist mit 6.000 bis 7.000 Euro zu rechnen. Das sind nur grobe Anhaltspunkte. Tatsächlich geht es wesentlich günstiger - es gibt anonyme Bestattungen von sogenannten Discount-Bestattern auf einfachstem Niveau auch für unter 1.000 Euro - aber es geht auch noch viel teurer, nach oben sind quasi keine Grenzen gesetzt.

Tatsächlich gibt es aber Potential, die durchschnittlichen Kosten zu senken und immer noch eine würdevolle, wenn auch einfache Bestattung zu gestalten. Dafür sind 2.000 bis 3.000 Euro zu kalkulieren. Eine Bestattung setzt sich aus vielen kleinen Einzelposten zusammen - je mehr die Angehörigen selbst erledigen, desto mehr können sie sparen. Wird natürlich alles in die Hände eines Bestattungsunternehmens gelegt, wird es teuer.

Bei einer Bestattung fallen vor allem Kosten an für den Bestatter, den Friedhof und den Steinmetz an. Grob gesagt verteilen sich die Gesamtkosten in vielen Fällen zu je einem Drittel. Hinzu- kommen noch Kosten für Blumendekoration und die Grabpflege.

Diese Kosten fallen bei einer Bestattung üblicherweise im Durchschnitt an:

 

Wichtigste Leistungen

Kosten in Euro

Bestatter

Sarg bzw. Urne, Totenkleidung, Überführung, Versorgung des Leichnams, Aufbahrung, Grabkreuz, Formalitäten etc.

900 bis 6.000

Krematorium

Einäscherung (fällt nur bei Feuerbestattungen an)

200 bis 600

Friedhof

Grabnutzung, Beisetzung, Trauerhallennutzung etc.

500 bis 5.000

Gärtner

Grabneuanlage und Dauergrabpflege für insgesamt 25 Jahre

250 bis 12.000

Grabmal

Grabstein mit Inschrift, Fundament, Transportkosten etc.

1.200 bis 10.000

Blumen

Kranz, Blumenschmuck am Grab

150 bis 750

Sonstiges

Bewirtung Trauergesellschaft, Trauerredner

200 bis 1.450

Gesamt

 

3.400 bis 35.800

Aufgeführt sind die wichtigsten Posten. Die Preise sind grobe Anhaltspunkte und variieren regional stark. Nicht jeder Posten fällt zwangsläufig bei jeder Bestattung an, auf vieles kann auch verzichtet werden.

Quelle: www.aeternitas.de Stand 2018

Sparpotential Bestatter

Um einen Bestatter kommt man in der Praxis nicht herum. Gesetzlich vorgeschrieben sind der Transport der Leiche in einem Leichenwagen sowie die Unterbringung dieser im Kühlraum (den es bei Bestattern oder auf Friedhöfen gibt.) Alles andere darf man selbst erledigen:

Sarg/Urne:

EinenSargdarf man selbst bauen und bemalen. Er muss dabei den Vorschriften des jeweiligen Bestattungsgesetzes und der örtlichen Friedhofssatzung entsprechen.

Totenkleidung:

Sie darf man aus dem persönlichen Fundus des Verstorbenen bereitstellen. Ebenso eine Kopfunterlage oder eine Überdecke.

Urnentransport:

Ist eine Überführung der Urne nötig, kann das sogar per Paketdienst erfolgen. Das ist günstiger als eine Überführung durch den Bestatter. In einigen Bundesländern ist auch der Urnentransport im Privatwagen erlaubt.

Trauerfeier und Blumendekoration:

Die Trauerhalle darf man selbst dekorieren, der Trauerredner könnte jemand aus der Familie oder ein Freund sein.

Traueranzeige:

Trauerkarten kann man selbst gestalten und verschicken, ebenso die Zeitungsannonce schalten.

Formalitäten:

Die Beantragung der Sterbeurkunde, Terminabsprachen mit der Friedhofsverwaltung und dem Pfarrer kann man selbst übernehmen.

Sparpotential Friedhofskosten

Der Trend geht zu kleinen, kostengünstigen, pflegefreien Grabstätten. Das ist ein Grund, warum viele Friedhöfe umrüsten und beispielsweise Gemeinschaftsgrabstätten anbieten. Bei einer Bestattung auf einem Friedhof fallen bei der örtlichen Friedhofsverwaltung Kosten an, zum Beispiel für die Beisetzung sowie die weitere Nutzung der Grabstätte für eine bestimmte Laufzeit, für die Nutzung der Trauerhalle und die Genehmigung eines Grabmals. Es können noch weitere Posten hinzukommen. Der größte Posten bei einer Bestattung auf einem Friedhof ist die Nutzung der Grabstätte, bei der man für die Dauer der Nutzungsfrist (oft 20 Jahre, von Ort zu Ort aber verschieden) bezahlen muss. Bei vielen Friedhöfen spielt es eine zentrale Rolle hinsichtlich der Kosten, ob man ein Erdgrab (Beerdigung des Leichnams) oder ein Urnengrab (Aschebeisetzungen) wählt. Urnengräber sind in der Regel günstiger als Erdgräber, aber nicht zwingend, wie die Tabelle unten aufzeigt.

Beide Grabarten gibt es sowohl als Reihen- wie auch als Wahlgräber. Bei Wahlgräbern kann man den Standort weitgehend selbst bestimmten, bei Reihengräbern meist nicht. Nach Ablauf der Nutzungsdauer wird die Gedenkstätte aufgelöst. Nur bei einem Wahlgrab kann man diese verlängern. Die Preise variieren von Kommune zu Kommune stark, vor allem auch zwischen den großen Städten im Vergleich zu den kleineren Kommunen.

So lässt sich sparen:

Friedhof:

Die Friedhofsgebühren können in der Nachbarkommune deutlich geringer sein. Wer also nicht auf einen ganz bestimmten Friedhof fixiert ist, kann hier unter Umständen viel Geld sparen. Man ist bei der Wahl des Friedhofs nicht zwingend auf die Heimatgemeinde des Verstorbenen festgelegt.

Kremation:

Die Einäscherung des Leichnams kann an einem beliebigen Standort stattfinden, auch dort, wo die Einäscherung günstiger angeboten wird (160 Krematorien gibt es in Deutschland). Allerdings sollte man die dann unter Umständen erheblich teureren Überführungskosten des Verstorbenen einkalkulieren.

Erd- und Urnengräber:

Erdwahlgräber sind am teuersten, anonyme Urnengräber am preiswertesten.

Gemeinschaftsgrabanlagen:

Hier werden mehrere Urnen gemeinsam auf einem gestalteten Areal beigesetzt, es gibt ein gemeinsames Grabmal oder einzelne Grabzeichen an den jeweiligen Grabstätten. Auch diese Grabstätte erwirbt man für eine bestimmte Dauer, aber es entfällt die Grabpflege und Kosten für ein aufwendiges Grabmal. Regional können die Kosten stark variieren.

Baumbestattungen:

Bei Baumbestattungen ist die Grabnutzung nicht unbedingt günstiger. Zu bedenken ist aber, dass die Grabpflege und Kosten für einen Steinmetz entfallen.

Anonyme Bestattung:

Das ist sicher die kostengünstigste Form der Bestattung. Allerdings ist sie nicht für alle wünschenswert, es sollte im Vorfeld auch möglichen Hinterbliebenen klar sein, dass es keine eigene Grabstätte gibt. Die Urnenbeisetzung erfolgt auf einem Gemeinschaftsfeld (in der Regel Rasenflächen) ohne eindeutige Kennzeichnung der Grabstätte. Eine solche Bestattung kostet zwischen 400 und 1.500 Euro.

Tabelle: Gebühren für Grabnutzung auf Friedhöfen in ausgewählten Städten

Stadt

Kosten Erdreihengrab/Nutzungsdauer

Kosten Urnenreihengrab/Nutzungsdauer

Baumbestattung

Aachen

1253 Euro (25 J.)

1253 Euro (20 J.)

1253 Euro (20 J.)

Bonn

1217, 80 Euro (20 J.)

651,15 Euro (15 J.)

848,70 Euro (15 J.)

Darmstadt

770 Euro (20 J.)

300 Euro (20 J.)

-

Düsseldorf

1067,74 Euro (20J.)

965,72 Euro (20J.)

2050,93 Euro (20 J.)

Frankfurt/a.M.

751 Euro (20 J.)

326 Euro (20 J.)

866 Euro (25 J.)

Ingolstadt

1300 Euro * (25 J.)

725 Euro * (25 J.)

720 Euro (10 J.)

Freiburg

423 Euro (15 J.)

334 Euro (15 J.)

746 Euro (15 J.)

Kassel

655 Euro (20 J.)

1173 Euro (20 J.)

1818 Euro (25 J.)

Konstanz

1392 Euro (20 J.)

1224 Euro (20 J.)

2028 Euro (20 J.)

Osnabrück

1520 Euro (20 J.)

990 Euro (20 J.)

1072 Euro (20 J.)

München

690 Euro (10 J.)*

490 Euro (10 J.)*

1030 Euro (10 J.)

Ravensburg

2400 Euro (20 J.)

1200 Euro (15 J.)

-

Recklinghausen

1582 Euro (25 J.)

1308 Euro (25 J.)

1673 Euro (25 J.)

Wiesbaden

620 Euro (20 J.)

520 Euro (20 J.)

1287 Euro (20 J.)

*Nur Wahlgräber. Angezeigt werden Gebühren für Grabnutzung und Beisetzung (Öffnen/Schließen des Grabes).Alle Angaben sollten auf dem aktuellsten Stand sein, jedoch ohne Gewähr.

Quelle: www.aeternitas.de, Stand Oktober 2018

Sparpotential Steinmetz und Grabpflege

Auch beim Grabmal lässt sich sparen. Kleine liegende Grabsteine sind wesentlich günstiger als große aufrechtstehende, die ein Fundament benötigen. Ein Stein ist kein Muss. Manche Friedhofssatzungen erlauben auch ein einfaches Holzkreuz. Ein Grab muss gepflegt werden. Je aufwändiger die Bepflanzung ist, desto pflegeintensiver und teurer wird es. Man kann die Grabpflege auch selbst erledigen. Bei vielen Arten von Urnengräbern entfällt die Grabpflege ganz.

Wer bezahlt die Bestattung?

Erben

Die Kosten einer Bestattung sind von der Erbschaft des Hinterbliebenen zu bezahlen und damit von den Erben zu tragen, auch wenn dafür die gesamte Erbschaft einzusetzen ist. In den meisten Fällen sind die nahen Angehörigen eines Verstorbenen auch die Erben. Allerdings kann der Verstorbene in einem Testament auch die gesetzliche Erbfolge ausgehebelt und andere Erben bestimmt haben, die gar nicht mit ihm verwandt sind. Doch für die Bezahlung der Bestattung hat das keine Bedeutung – der Erbe bleibt "kostenpflichtig". Nicht zu verwechseln ist diese "Kostenpflicht" mit der "Bestattungspflicht".

Letztere betrifft die Organisation und Abwicklung der Bestattung. Diese Pflicht obliegt den Angehörigen in einer bestimmten, von den Landesbestattungsgesetzen vorgegebenen Reihenfolge, nicht dem Erben. Die Kosten müssen diese Angehörigen aber nicht tragen, wenn sie nicht gleichzeitig auch die Erben sind. Wer die Bestattung beauftragt, kommt in der Regel erstmal für die anfallenden Kosten auf, kann sich diese dann aber vom Erben wieder zurückholen.

Übrigens: Selbst wenn man kaum Kontakt zum Verstorbenen hatte, bzw. ein zerrüttetes Verhältnis, entbindet dies nicht von der Zahlung der Bestattung. Reicht die Erbschaft eines Hinterbliebenen nicht aus, um eine Bestattung zu bezahlen, muss der Erbe die Bestattung theoretisch auch aus seinem eigenen Vermögen begleichen (es sei denn, er beschränkt die Haftung auf die Höhe des Nachlasses oder er schlägt das Erbe aus, was zu empfehlen wäre). Ist er dazu auch nicht in der Lage, springt das Sozialamt ein. Dann kommt eine Sozialbestattung in Frage.

Unterhaltspflichtige

Es geschieht häufig, dass ein Erbe die Erbschaft ausschlägt, weil gar kein Vermögen vorhanden ist und weil man sich davor schützen möchte, Schulden zu erben. Gibt es keinen Erben, sind in der Reihenfolge der "Kostenpflichtigen" die Unterhaltspflichtigen dran, die Bestattung zu bezahlen. Das können auch Enkel des Verstorbenen sein. Allerdings muss eine mögliche Unterhaltspflicht auch tatsächlich bis kurz vor dem Tod bestanden haben.

Gibt es keine Unterhaltspflichtigen, dann ist der Bestattungspflichtige an der Reihe, das kann der Ehe- bzw. eingetragene Lebenspartner sein, dann die Kinder, und wer dann folgt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Das hört sich kompliziert an. In der Praxis ist es aber oft eine einzige Person, in der alles zusammenfällt: Der nächststehende Angehörige ist meist Erbe und mit der Bestattungspflicht betraut.

Sozialbestattung

Wenn diejenigen, die die Kosten tragen müssen, die Bestattung nicht bezahlen können, kommt das Sozialamt dafür auf. Dann muss man mit der Bestattung Vorlieb nehmen, die das Amt gewährt: einfach, würdig, ortsüblich. Das sind dehnbare Begriffe und was tatsächlich im Einzelnen darunter zu verstehen ist, unterscheidet sich von Kommune zu Kommune ganz erheblich. Es gibt nämlich keinen einheitlichen Betrag, den die Sozialämter für eine Sozialbestattung bezahlen. Trotzdem darf die Kommune nicht einfach die kostengünstigste Bestattung wählen, beispielsweise ein anonymes Urnengrab. Wünsche des Verstorbenen müssen in gewissem Umfang berücksichtigt werden.

Üblicherweise übernimmt das Amt Kosten für die Feuer- oder Erdbestattung und den Bestatter, es trägt die Friedhofsgebühren – auch die Kosten einer Grabstätte (es gibt keine Pflicht zu einer anonymen Bestattung!) – sowie die Kosten für ein einfaches Gedenksymbol. Nicht bezahlt werden in der Regel eine dauerhafte Grabpflege, die Trauerkleidung des Verstorbenen, Reisekosten für Trauergäste, die Bewirtung der Trauergäste oder eine Todesanzeige in der Zeitung.

Tipp: Ein Leichnam muss laut Gesetz zwischen vier und zehn Tagen nach Eintreten des Todes bestattet werden. In dieser Zeit bearbeitet kaum ein Sozialamt einen Antrag auf Kostenerstattung. Damit man aber kein finanzielles Risiko eingeht, sollte man bei der Behörde in Erfahrung bringen, in welcher Höhe Kosten erstattet werden. Damit kann man sich dann an den Bestatter wenden.

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Annette Jäger
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Annette Jäger
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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren.

Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de