Das erwartet Sie in diesem Artikel

10.000 Euro investiert – und am Ende sind es 265.000 statt 125.000 Euro. Eine Analyse über fast 40 Jahre zeigt: Wer Dividenden konsequent reinvestiert, erzielt mehr als doppelt so viel Vermögen wie durch die reine Kursentwicklung. Der Schlüssel ist der Zinseszinseffekt: Jede reinvestierte Ausschüttung wirft selbst wieder Dividenden ab. Was das für Ihre Geldanlage heißt.

Ihr Einfluss auf die Rendite wird von Anlegerinnen und Anlegern oft unterschätzt – auch weil sie auf dem Verrechnungskonto manchmal schlicht untergehen. Doch wie wichtig Dividenden aus Aktien oder ETFs für den Anlageerfolg sind, zeigt jetzt eine Untersuchung des Familiy Office HQ Trust. Laut der Analyse der Vermögensverwaltung haben Dividenden von Ende 1987 bis heute "mehr zum Vermögenszuwachs beigetragen als die Kursgewinne selbst".

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Anleger die Ausschüttungen Jahr für Jahr konsequent wieder angelegt haben. Wir sagen ihnen, wie stark Dividenden den Depotwert in die Höhe treiben können – und was das für Ihre Geldanlage bedeutet.

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10.000 Euro – und was daraus wird

Für seine Analyse hat Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege bei HQ Trust, die Wertentwicklung des globalen Aktienmarktindex MSCI All Country World von Ende 1987 bis Oktober 2026 betrachtet. Eine Anlegerin oder ein Anleger investiert dabei 10.000 Euro in den Index. Die Entwicklung des Depots zerlegt Kielkopf in diese Bestandteile:

  • den Depotwert, der sich nach den reinen Kursgewinnen ergibt,
  • die Summe der ausgeschütteten Dividenden,
  • die Summe dieser beiden Zahlen, also Kursgewinne plus Ausschüttungen, und
  • den Depotwert, wenn ein Anleger alle Dividenden direkt wieder investiert.

Das Ergebnis der Analyse zeigt die Grafik:

Das wurde nach 40 Jahren aus 10.000 Euro

Entwicklung des MSCI ACWI, Zeitraum Ende 1987 bis Oktober 2026
Quelle: HQ Trust, Grafik biallo.de (KI-unterstützt)

Aus den 10.000 Euro wurden demnach allein durch die Kursentwicklung des weltweiten Index gut 125.000 Euro. Das entspricht laut Kielkopf einer jährlichen Rendite von 6,7 Prozent. Zählt man zu den Kursgewinnen die ausgezahlten Dividenden dazu, kommen mehr als 150.000 Euro zusammen.

Reinvestiert – und das Vermögen verdoppelt

Einen richtigen Schub erhält die Performance jedoch, wenn Anlegerinnen und Anleger die Dividenden stets reinvestieren. Dann wäre das Depot heute fast 265.000 Euro wert. "Das ist mehr als doppelt so viel wie bei der reinen Kursentwicklung", so Kielkopf. Die jährliche Rendite steigt dadurch auf fast neun Prozent.

Hauptgrund für den Renditeschub ist der Zinseszinseffekt: Jede wieder angelegte Ausschüttung nimmt nicht nur an weiteren Kursgewinnen teil. Sie wirft ihrerseits auch wieder Dividenden ab, heißt es in der Untersuchung.

Der Rendite-Effekt der Wiederanlage zeigt sich laut der Analyse nicht nur über den langen Zeitraum von fast 40 Jahren. Auch über Zeiträume von zehn Jahren erzielten Anleger mit reinvestierten Dividenden durchgängig ein höheres Endvermögen.

Dividenden liegen lassen – und profitieren

"Viele Anleger unterschätzen den Beitrag von Dividenden zum langfristigen Vermögensaufbau", sagt Pascal Kielkopf. So wirke eine Dividendenrendite von zwei Prozentpunkten im Jahr auf den ersten Blick zwar unspektakulär. Über knapp 40 Jahre entscheide das aber darüber, "ob aus 10.000 Euro später 125.000 Euro oder mehr als 260.000 Euro werden".

Wer daher die Dividendenzahlungen nicht regelmäßig als passives Einkommen benötigt, sollte die Ausschüttungen konsequent wieder anlegen und sich so den Zinseszinseffekt zu nutze machen. Bei ETFs geht das besonders einfach: mit sogenannten thesaurierenden ETFs. Damit "werden die Ausschüttungen automatisch wieder investiert", sagt Experte Kielkopf. Der langfristige Anlageerfolg entstehe dann vor allem durch Disziplin: "Investiert bleiben, Erträge wieder anlegen und der eigenen Strategie treu bleiben."

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 14.10.2026

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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