Aktie der Woche

Lockheed Martin: Lebensversicherung der NATO

Luis Ropero
Social Media & Videocreator
Andreas Jalsovec
Redakteur
Veröffentlicht am: 30.01.2026
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Es sind historisch hohe Zahlen: Während es weltweit Krisenherde gibt, hat Lockheed Martin, der größte Rüstungskonzern der Welt, seinen Auftragsbestand auf 194 Milliarden US-Dollar hochgeschraubt. Das ist so viel wie noch nie. Die Börse honorierte diese Zahl mit einem Kurssprung. In einer Zeit, in der das US-Verteidigungsbudget auf 1,5 Billionen Dollar zusteuert, scheint nun auch die Aktie des Rüstungs-Riesen aus dem US-Bundesstaat Maryland abzuheben.

Dabei wirkte der Luftfahrt-Konzern lange eher wie ein schwerfälliger Flugzeugträger. Spätestens jedoch seit dem Einsatz von Kampfjets und Drohnen des Unternehmens bei der US-Militäroperation in Venezuela Anfang des Jahres, haben Anlegerinnen und Anleger die Aktie von Lockheed Martin wiederentdeckt. In unserer Analyse zur „Aktie der Woche“ sagen wir Ihnen, wie gut Lockheed Martin im Vergleich zu anderen Rüstungsfirmen dasteht – und für wen sich die Aktie lohnt.

 

Mit der "Aktie der Woche" geben wir Ihnen Hilfestellung: Unser Börsenexperte Luis Ropero bewertet wöchentlich die Aktien von Unternehmen, die die Börse bewegen. Das Ergebnis fasst er in einem Kurzvideo auf Instagram zusammen.

Das Geschäftsmodell: Vom Kampfjet bis zum Satelliten

Lockheed Martin ist das technologische Rückgrat der NATO. Das Geschäft des Technologiekonzerns stützt sich auf vier Säulen, die kaum ein Konkurrent in dieser Breite abdecken kann:

  • Kampfjets und Drohnen: Die F-35 Lightning II ist bei Kampfjets das Maß der Dinge. Mit Produktionsraten, die fünfmal höher sind als bei jedem anderen westlichen Kampfflugzeug, dominiert Lockheed den weltweiten Luftraum. Allein im vergangenen Jahr lieferte der Konzern 191 F-35-Jets aus – ein neuer Rekord.
  • Raketen und Feuerleitsysteme: Die Palette reicht von den im Ukraine-Konflikt bewährten Javelin-Raketen bis hin zum hochmodernen PAC-3 Abwehrsystem. Für dessen Herstellung hat Lockheed Martin gerade einen Großauftrag des US-Verteidigungsministeriums erhalten.
  • Satelliten und Raumfahrt: Lockheed Martin arbeitet an GPS-Satelliten der nächsten Generation ebenso wie an einer Hyperschall-Technologie. Sie wird in neuen Laboren in Huntsville massiv vorangetrieben.
  • Hubschrauber und Aufklärung: In dieser Geschäftssparte entstehen unter anderem die Sikorsky-Hubschrauber und Aegis-Radarsysteme, die weltweit als Standard gelten.

Die Aufzählung macht deutlich: Wer in Lockheed Martin investiert, setzt auf die globale Vorherrschaft der USA im Verteidigungsbereich. Das Unternehmen sichert mit seiner Technologie die Dominanz der Vereinigten Staaten in den Bereichen Luft- und Raumfahrt.

Die Analyse: Hohe Rendite – geringes Wachstum

Für die „Aktie der Woche“ haben wir Lockheed Martin mit vier weiteren Rüstungsfirmen verglichen: dem deutschen Branchenprimus Rheinmetall, dem Getriebespezialisten Renk, dem Sensorik-Profi Hensoldt und dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems.

Unser Analysemodell vergibt dabei bis zu 13 Punkte (siehe Info am Ende des Artikels). Lockheed Martin landet mit lediglich 4,5 Punkten auf dem letzten Platz der Vergleichsgruppe (siehe Tabelle). 

Das Gesamtergebnis der Vergleichsgruppe

Unternehmen

Gesamtpunktzahl

Rheinmetall

10

Renk

9,5

Hensoldt

8,5

BAE Systems

7

Lockheed Martin

4,5

Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 30.01.2026

Das Ergebnis erscheint auf den ersten Blick enttäuschend. Die niedrige Wertung hat jedoch einen Grund: Das Unternehmen ist deutlich größer als die Konkurrenten in der Vergleichsgruppe. Für ein etabliertes Unternehmen wie Lockheed Martin ist es damit auch schwieriger, hohe Wachstumszahlen zu erzielen.

Verglichen mit den Konkurrenten ist die Wachstumsdynamik des Konzerns daher schwach. Während etwa die deutsche Sensortechnik-Firma Hensoldt ein durchschnittliches Gewinnwachstum von mehr als 61 Prozent in den vergangenen fünf Jahren erzielte, verzeichnete Lockheed Martin mit minus drei Prozent einen leichten Rückgang beim Gewinn. In den kommenden Jahren allerdings soll der Ertrag wieder zulegen (siehe Grafik).

Gewinnwachstum bei Lockheed Martin

Umsatz in Milliarden US-Dollar:
Quelle: biallo.de, mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 30.01.2026

Beeindruckend ist die Rentabilität: Mit einer Eigenkapitalrendite (ROE) von gut 66 Prozent und einer Kapitalrendite (ROCE) von 27 Prozent belegt Lockheed Martin jeweils den ersten Platz in der Vergleichsgruppe. Zudem ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des erwarteten Gewinns ("Forward-KGV") von 19 fast schon ein „Schnäppchen“ im Sektor. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen unserer Analyse zusammen:

Spitzenwerte bei der Rendite: Lockheed Martin in Zahlen

Kennzahl

Wert

Platz im Vergleich
der Wettbewerber

Umsatzwachstum¹

3,50 %

5

Erwartetes Umsatzwachstum²

3,70 %

5

Gewinnwachstum¹

-3,04 %

5

Erwartetes Gewinnwachstum²

12,70 %

4

EBIT-Marge³

10 %

4

EBIT-Margenwachstum³

7,00 %

5

EBIT-Drawdown

-17,63 %

4

Eigenkapitalquote⁴

14 %

4

Eigenkapitalrendite (ROE)⁴

66,25 %

1

Kapitalrendite (ROCE)⁴

26,99 %

1

Forward-KGV⁵

19

1

Gesamtpunktzahl

4,5 von 13

5

¹Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre; ²Prognose für die kommenden vier Jahre im Schnitt; ³die EBIT-Marge gibt das Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Umsatz an; ⁴ROE = Return on Equity, ROCE = Return on Capital Employed; ⁵erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis; Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 30.01.2026

Die Aktie: Gute Bewertung – wenig Fantasie 

Anders als andere Rüstungsaktien profitierte das Papier von Lockheed Martin 2025 kaum von der Rüstungs-Rallye. Gegen Ende des Jahres zog die Aktie jedoch kräftig an. Einen Kursschub erhielt sie mit dem US-Angriff auf Venezuela. Die jüngsten Quartalszahlen verhalfen dem Kurs noch einmal nach oben (siehe Chart)

Lockheed Martin-Aktie: Kursschub zum Jahresanfang

Kurs in US-Dollar, Quelle: Trading View, Stand Aktienkurs 30.01.2026  

Analysten sind derzeit dennoch skeptisch. Auf der Basis der Schätzung von 21 Analysten liegt das Kursziel für die Aktie derzeit bei rund 570 US-Dollar (siehe Grafik unten). Zuletzt notierte sie um die 640 Dollar. Das ist ein Abwärtspotenzial von mehr als zehn Prozent. Anleger sollten jedoch auch das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 berücksichtigen. Im Vergleich zu Werten wie Hensoldt (KGV 68) oder Rheinmetall (49) ist Lockheed Martin damit äußerst günstig bewertet.

Kursziel für die Lockheed Martin-Aktie

Auf der Basis von 21 Analystenschätzungen; Quelle: eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand Aktienkurs 29.01.2026

Fazit: Stabiler Riese mit Schnäppchen-Potenzial

Anlegerinnen und Anleger, die auf Rüstung setzen, werden von Firmen wie Rheinmetall und Co. derzeit mit hohem Wachstum und schnell steigenden Aktienkursen verwöhnt. Bei Lockheed Martin ist das anders. Der weltweit größte Rüstungskonzern ist nichts für Zocker, die auf die nächste Kursverdopplung in sechs Monaten hoffen. Der Luft- und Raumfahrtkonzern ist ein Investment für Anleger, die Stabilität suchen. Mit einem Rekord-Auftragsbestand von 194 Milliarden US-Dollar ist der Umsatz des Unternehmens für Jahre gesichert.

Dass Lockheed Martin mit 4,5 von 13 Punkten in unserer Vergleichsgruppe ganz hinten landet, ist kein Urteil über die Qualität, sondern eine Art „Fluch der Größe“: Unsere Bewertung gewichtet Wachstum relativ stark – und als größter Rüstungskonzern der Welt wächst Lockheed naturgemäß langsamer als kleinere Firmen wie etwa Hensoldt. Dafür liegt das US-Unternehmen bei der Rentabilität auf Platz 1. Und: Die Aktie ist im Branchenvergleich fast schon ein Schnäppchen. Wer Stabilität, Marktdominanz und eine faire Bewertung sucht, findet in Lockheed Martin einen sehr soliden Wert fürs Depot

Über den Social Media & Videocreator Luis Ropero

Luis Ropero ist das Gesicht unserer Social-Media-Kanäle. Er ist verantwortlich für unseren Video-Content. Als erfahrener Videoproduzent steht er nicht nur vor der Kamera, sondern übernimmt auch die Recherche, den Schnitt und die Nachbearbeitung, damit unsere Videos ansprechend und professionell präsentiert werden. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Luis intensiv mit der Börse und dem Aktienmarkt – eine Leidenschaft, die er in jede Analyse und jedes Video einfließen lässt. Mit seiner kreativen Herangehensweise und seinem Blick für Details bringt er komplexe Finanzthemen auf den Punkt und macht sie leicht zugänglich. 

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