
Frankreich
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EstlandAuf einen Blick
Ausländische Banken zahlen oft überdurchschnittliche Zinsen. Mit die besten Angebote für Tages- und Festgeld kommen aber von heimischen Instituten.
Ausländische Banken zahlen in Deutschland meist höhere Zinsen als es für Tagesgeld und Festgeld hierzulande üblich ist. Wie eine aktuelle Auswertung von biallo.de zeigt, hat aber trotzdem meist ein deutsches Institut die Nase vorn. Konkurrenzfähig sind derzeit vor allem französische Banken. Welche EU-Banken derzeit die besten Zinsen für deutsche Sparer bieten.
Der höchstmögliche Tagesgeldzins stammt derzeit von der Norisbank, die Neukunden 3,33 Prozent bis zum 30. Juni dieses Jahres garantiert. Allerdings muss hier ein Girokonto mit eröffnet werden, das nicht immer kostenlos ist. Ohne kostenpflichtige Zusatzprodukte kommen hingegen die Tagesgelder von Raisin (deutsche Einlagensicherung) und Distingo Bank (Frankreich) aus. Dort gibt es je 3,20 Prozent für die ersten drei Monate. Auch die weiteren Spitzenplätze teilen deutsche und französische Banken untereinander auf: So zahlt die Bank11 (Deutschland) 3,11 Prozent, die Consorsbank (Frankreich) 3,10 Prozent, jeweils für drei Monate.
Auch beim Festgeld sind Banken aus Deutschland und Frankreich aktuell führend. Den absolut höchsten Zins von 2,71 Prozent über ein Jahr gibt es derzeit bei der Stellantis Direktbank (Frankreich) und der über Check24 verfügbaren Všeobecná Úverová Banka (Slovakei). Nur geringfügig weniger zahlen SBI Frankfurt (2,70 Prozent, Deutschland) und Bigbank (2,70 Prozent, Estland).
Dass gerade französische Institute derzeit stark um deutsche Kunden werben, ist kein Zufall. Zum einen haben die Banken aus dem Nachbarland traditionell eine wichtige Stellung auf dem deutschen Einlagenmarkt. Gerade die Consorsbank bietet seit vielen Jahren eines der besten Neukundenangebote in Deutschland. Hinzu kommt aber: Französische Banken dürften zuletzt an Vertrauen eingebüßt haben.
S&P Global hatte erst im Oktober letzten Jahres sein Misstrauen in die Verlässlichkeit der französischen Staatsfinanzen bekundet und entsprechend das Länderrating auf A+ gesenkt. Damit liegt Frankreich jetzt auf einem Niveau mit Ländern wie (dem zuletzt hochgestuften) Spanien, Portugal oder Estland.
Tages- und Festgeld punkten gegenüber anderen Anlagen vor allem bei der Sicherheit. Entsprechend sollten Anleger hierbei wenig Kompromisse eingehen. Grundsätzlich sind Anlagen in der EU einheitlich bis 100.000 Euro je Bank und Kunde im Falle einer Pleite geschützt. Darüber kann es trotzdem Risiken geben – abhängig davon wie verlässlich die nationalen Systeme etwa im Fall einer Krise sind. Hier kommt das Länderrating ins Spiel. Es hilft allgemeine Anlagerisiken im jeweiligen Land einzuschätzen. Auch wenn hier der Süden Europas etwas aufgeschlossen hat, sind die Länder in der Mitte und im Norden Europas weiter klar im Vorteil, wie die obere Grafik zeigt.
Hintergrund: Biallo.de hat die Zinsen von 873 Festgeld- und von 745 Tagesgeld-Angeboten aus Deutschland und anderen EU-Ländern miteinander verglichen, die für einen Anlagebetrag von 25.000 Euro (Festgeld) und 10.000 Euro (Tagesgeld) gelten. Zu den erhobenen Zinssätzen zählen auch solche von regionalen Banken oder von Angeboten über Zinsportale.

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