„Menschliche Expertise gekoppelt mit effizienten und gut bedienbaren digitalen Prozessen" — das ist das Versprechen von MorgenFund. Das Frankfurter Unternehmen positioniert sich bewusst zwischen klassischem Fondsmanagement und digitaler Vermögensverwaltung. Anders als viele Robo Advisor überlässt MorgenFund die Anlageentscheidungen nicht einem Algorithmus, sondern aktiven Portfoliomanagern der DWS. Ob das Konzept hält, was es verspricht.
MorgenFund im Test: Was leistet der Robo-Advisor?
Auf einen Blick
- MorgenFund bietet 19 aktiv gemanagte Portfolios mit unterschiedlicher Risikoausrichtung, die von Portfoliomanagern der DWS Investment GmbH gesteuert werden.
- Der Einstieg ist bei dem Robo-Advisor ab 400 Euro Einmalanlage oder 50 Euro monatlichem Sparplan möglich.
- Die Gesamtkosten inklusive Produktgebühren liegen bei rund 1,04 bis 1,08 Prozent pro Jahr und damit über dem Marktdurchschnitt.
- Im Vergleich von biallo.de belegt MorgenFund mit der offensiven Strategie über sechs Jahre den ersten Platz (Stand: 31. Januar 2026).
Was ist MorgenFund?
MorgenFund ist eine 2022 gegründete digitale Vermögensverwaltung mit Hauptsitz in Frankfurt am Main und einer Zweigniederlassung in Luxemburg. Dort ist auch die depotführende Stelle angesiedelt. Hinter dem Unternehmen stehen zwei Gesellschafter: der Finanzinvestor BlackFin Capital Partners mit 70 Prozent und die DWS Group mit 30 Prozent. Das Unternehmen richtet sich an Privatanleger, die ihr Geld professionell verwalten lassen möchten, ohne sich selbst täglich um die Märkte kümmern zu wollen.
Die Portfolioverwaltung übernimmt die DWS Investment GmbH. Kunden schließen mit MorgenFund einen Vermögensverwaltungsvertrag ab und die DWS managt das Geld im Rahmen dieses Vertrags. Zuständige Aufsichtsbehörde ist die BaFin.
Ein Überblick über Kosten und Anlagestrategien bei MorgenFund
| Anzahl Risikoklassen | 19 |
| Nachhaltige Angebote | Nein |
| Mindesteinlage | 400 € |
| Sparplan | ab 50 € |
| Kosten* | 0,75 % p.a. zzgl. Fondskosten (ca. 0,29 bis 0,33 % p.a.) |
| Depot für Kinder | Ja (kostenfrei bis 18 Jahre) |
| Rebalancing | Quartalsweise, bei Bedarf auch ad hoc |
Wie legt MorgenFund das Geld an?
Anders als viele Wettbewerber setzt MorgenFund nicht auf einen vollautomatisierten Algorithmus. Die Anlageentscheidungen treffen Portfoliomanager der DWS Investment GmbH, die als Auslagerungspartner im Hintergrund agiert. Grundlage ist der sogenannte CIO View der DWS, eine vierteljährlich aktualisierte Markteinschätzung, die von rund 600 Anlageexperten an 27 Standorten weltweit erarbeitet wird. Auf dieser Basis werden die Portfolios regelmäßig überprüft und angepasst. Bei außergewöhnlichen Marktereignissen kann das Portfoliomanagement auch kurzfristig eingreifen.
Investiert wird in eine Mischung aus aktiv gemanagten DWS-Fonds und kostengünstigen ETFs. Insgesamt stehen 19 Portfolios zur Auswahl, die sich in ihrer Risikoausrichtung unterscheiden. Welche Fonds konkret zum Einsatz kommen und wie sie gewichtet sind, lässt sich nach dem digitalen Fragenkatalog direkt einsehen. Im persönlichen Online-Zugang sind diese Informationen jederzeit abrufbar. Ergänzend erhalten Kunden vierteljährlich einen detaillierten Bericht zur Wertentwicklung ihres Portfolios.
Kosten und Konditionen im Überblick
Die Kosten bei MorgenFund setzen sich aus zwei Komponenten zusammen. Für die Vermögensverwaltung fällt eine pauschale Gebühr von 0,75 Prozent pro Jahr an, unabhängig von der Anlagesumme. Hinzu kommen die Fondskosten der eingesetzten Produkte, die je nach Risikoklasse und Marktlage zwischen etwa 0,29 und 0,33 Prozent pro Jahr liegen. In der Summe landen Anleger bei Gesamtkosten von rund 1,04 bis 1,08 Prozent jährlich.
Beispielrechnung für ein Anlagevolumen von 5.000 Euro
Bei einem durchschnittlichen Guthaben von 5.000 Euro im Monat ergibt sich folgende Rechnung:
5.000 Euro x 0,75 Prozent = 37,50 Euro pro Jahr
Hinzu kommen die Fondskosten. Bei 5.000 Euro und angenommenen Fondskosten von 0,29 Prozent wären das rechnerisch weitere 14,50 Euro pro Jahr, die indirekt anfallen, da sie bereits in den Kursen der Fonds eingepreist sind. In diesem Beispiel ergeben sich Gesamtkosten von rund 52 Euro pro Jahr.
Kostenvergleich: Wie gut ist das Angebot von MorgenFund?
Die Biallo Robo Advisor Studie 2025 hat digitale Vermögensverwaltungen in Deutschland getestet und verglichen. Der Studie nach liegt die durchschnittliche Servicegebühr digitaler Vermögensverwaltungen bei 0,71 Prozent. MorgenFund liegt damit über dem Marktdurchschnitt. Reine ETF-Robos, die ausschließlich auf passive Indexfonds setzen, kommen im Schnitt sogar auf deutlich unter einem Prozent Gesamtkosten. Wer also in erster Linie auf günstige Kosten setzt, findet am Markt günstigere Alternativen.
Performance: Platz 1 im langfristigen Vergleich
Im biallo.de Performance Vergleich der Robo Advisor landet MorgenFund per Ende Januar 2026 mit der offensiven Strategie (Invest 7) über einen Zeitraum von sechs Jahren auf dem ersten Platz. Die Rendite der drei klassischen Kernstrategien im Überblick (Stand: 31. Januar 2026, Daten vor Abzug von Steuern und Gebühren):
| Zeitraum | Defensiv (23 % Aktien) | Ausgewogen (44 % Aktien) | Offensiv (78 % Aktien) |
| 1 Jahr | +3,84 % | +6,01 % | +9,61 % |
| 2 Jahre | +13,08 % | +19,75 % | +29,85 % |
| 3 Jahre | +18,74 % | +30,02 % | +47,37 % |
| 4 Jahre | +10,81 % | +24,59 % | +45,33 % |
| 5 Jahre | +14,29 % | +35,52 % | +68,03 % |
| 6 Jahre | +17,44 % | +43,07 % | +82,86 % |
Zur Einordnung: Die Biallo Robo Advisor Studie 2025 zeigt, dass das turbulente Marktumfeld – geprägt durch die US-Zollpolitik und Unsicherheiten an den Börsen – bei allen Robo Advisors Spuren hinterlassen hat. Dass MorgenFund in diesem Umfeld mit der offensiven Strategie über sechs Jahre dennoch den ersten Platz im Vergleich belegt, ist ein gutes Ergebnis.
Wie bewerten Nutzer MorgenFund?
Auf der Bewertungsplattform Trustpilot kommt MorgenFund auf 4,0 von 5 Sternen bei 577 Bewertungen. Das ist ein solider Wert im Marktvergleich. Viele Nutzer loben vor allem den Kundenservice: Die telefonische Erreichbarkeit, die Kompetenz der Mitarbeiter und die schnelle Bearbeitung von Anfragen werden häufig positiv hervorgehoben. Ein Kunde fasst es so zusammen: "Bin seit vielen Jahren dort. Top Beratung, die kennen sich aus, auch was Steuern betrifft."
Kritische Stimmen gibt es naturgemäß auch. Einige Nutzer bemängeln gelegentlich lange Bearbeitungszeiten sowie das Fehlen durchgängig digitaler Prozesse. Dabei ist wichtig zu wissen: Alle Bewertungen beziehen sich auf das gesamte Angebot von MorgenFund, das unter anderem auch ein ETF- und Fondsdepot enthält.
Wie sicher ist meine Investition bei MorgenFund?
Wenn es um die Sicherheit geht, sind bei MorgenFund zwei Parteien relevant: MorgenFund selbst als depotführende Stelle und die DWS Investment GmbH als Portfolioverwalter. Die Aufgabenverteilung ist dabei klar geregelt.
MorgenFund, genauer die Zweigniederlassung Luxemburg, übernimmt die Depotführung und alle damit verbundenen Prozesse rund um Transaktionen und Verwaltung. Die DWS Investment GmbH ist für das Portfoliomanagement zuständig: Sie trifft die Anlageentscheidungen, steuert die Zusammensetzung der Portfolios und passt diese bei Bedarf an. Heißt im Klartext: MorgenFund verwahrt die Fondsanteile, die DWS verwaltet sie.
MorgenFund steht unter der Aufsicht der BaFin. Die DWS Investment GmbH ist ebenfalls als regulierter Vermögensverwalter beaufsichtigt.
Fondsanteile gelten als Sondervermögen
Die im Depot verwahrten Fondsanteile gelten rechtlich als Sondervermögen. Sie sind damit vom Betriebsvermögen von MorgenFund und der DWS getrennt. Im Fall einer Insolvenz eines der beiden Unternehmen bleiben die Anlagen der Kunden grundsätzlich unangetastet und sind nicht Teil der Insolvenzmasse.
Fazit: Für wen eignet sich MorgenFund?
MorgenFund richtet sich an Anleger, die ihr Geld langfristig professionell verwalten lassen möchten, ohne selbst täglich die Märkte im Blick haben zu müssen. Ein Einstieg ist ab 400 Euro Einmalanlage oder 50 Euro monatlichem Sparplan möglich. Wer mit kleineren Beträgen starten möchte, findet am Markt niedrigschwelligere Alternativen.
Das Alleinstellungsmerkmal von MorgenFund ist das aktive Portfoliomanagement durch DWS-Experten. Wer auf die Erfahrung eines der größten Vermögensverwalter Deutschlands setzen möchte, bekommt hier eine digitale Zugangsmöglichkeit zu professionellem Fondsmanagement, die sonst eher vermögenden Anlegerinnen und Anleger vorbehalten war. Dass MorgenFund in unserem Performance-Vergleich mit der offensiven Strategie über sechs Jahre den ersten Platz belegt, spricht für die Qualität des Ansatzes.
Allerdings hat das aktive Management seinen Preis. Mit Gesamtkosten von rund 1,04 bis 1,08 Prozent pro Jahr liegt MorgenFund spürbar über dem, was reine ETF-Robos verlangen. Höhere Gebühren sind für Anleger dann vertretbar, wenn die Performance stimmt. Wer jedoch in erster Linie auf möglichst niedrige Gebühren setzt oder nachhaltige Anlagestrategien sucht, findet am Markt bessere Alternativen.
Weitere Fragen zu MorgenFund
Wie eröffne ich ein Konto bei MorgenFund?
Die Kontoeröffnung bei MorgenFund läuft vollständig online ab. Über einen digitalen Fragenkatalog, den sogenannten Quick Check, werden Anlagehorizont, Risikoneigung und finanzielle Situation erfasst. Auf dieser Basis schlägt MorgenFund ein passendes Portfolio vor. Die gesetzlich vorgeschriebene Identifizierung erfolgt per VideoIdent-Verfahren. Anschließend werden Depoteröffnungsantrag und Vermögensverwaltungsvertrag digital unterzeichnet.
Was muss ich bei einer Kündigung beachten?
MorgenFund hat keine feste Laufzeit. Wer das Depot auflösen möchte, kann das über das offizielle Formular-Center tun. Wichtig dabei: das Feld für die Auflösung des Depots und den Verkauf aller Anteile ankreuzen und die Bankverbindung auf der zweiten Seite nicht vergessen. Der ausgefüllte und unterschriebene Auftrag muss per Post oder Fax eingereicht werden.
Nach der Kündigung werden die im Depot gehaltenen Fonds und ETFs verkauft. Der Erlös wird anschließend auf das hinterlegte Referenzkonto überwiesen. Da es sich um Wertpapiere handelt, hängt der Auszahlungsbetrag vom aktuellen Marktwert ab. Ein garantierter Rückzahlungswert besteht nicht. Beim Verkauf können zudem Steuern auf realisierte Gewinne anfallen. Wer einen Freistellungsauftrag hinterlegt hat, sollte diesen mit der Kündigung ebenfalls löschen lassen.

