So finanzieren Sie richtig

Immobilienkauf mit Erbe So finanzieren Sie richtig

Max Geißler
von Max Geißler
18.06.2017
Auf einen Blick
  • Immer größere Erbschaften wollen sicher und rentabel angelegt sein. Eine hervorragende Vermögensanlage ist das Eigenheim.

  • Ein hohes Erbe garantiert nicht automatisch erfolgreichen Immobilienerwerb. Ohne passende Baufinanzierung kann der Eigenheimkauf zum Fass ohne Boden werden.
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Mehr als jeder dritte Erwachsene hat schon einmal geerbt, bei den über 55-Jährigen sogar mehr als die Hälfte. Die meisten Vermögensüberträge gab es in Bayern, Schlusslichter sind Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Wie eine Studie des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Quirin Bank ergab, haben vor allem die Hessen viel zu vererben. Dort hat jeder vierte Erbe mindestens 100.000 Euro vereinnahmt. Künftig werden hohe Erbschaften in Deutschland immer wahrscheinlicher. Vier von zehn Deutschen wollen mehr als 100.000 Euro vererben, jeder Fünfte sogar mehr als eine viertel Million Euro.

Angesichts der hohen Erbsummen überlegen viele Nachfahren, das Geld in eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim zu investieren. Dank hoher Wertstabilität und historisch niedriger Kreditzinsen ist dieser Wunsch nachvollziehbar. Zehnjährige Baukredite sind bereits ab etwa einem Prozent Zinsen zu haben, zum Beispiel bei Allianz oder Hypovereinsbank sowie bei vielen PSD-Banken. Vor dem Immobilienkauf sollten potentielle Erwerber jedoch ihre finanzielle Gesamtsituation prüfen, damit bei der Immobilienfinanzierung nichts schief geht.

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Wie viel Kredit kann ich mir leisten?

Damit der Immobilienkauf nicht im finanziellen Desaster endet, sollten Sie vorab klären, ob Sie sich die Investition dauerhaft leisten können. In vielen Städten sind die Immobilienpreise inzwischen so hoch, dass trotz eines Erbes von 100.000 oder 200.000 Euro immer noch große Kreditbeträge erforderlich sind. Eigentumswohnungen zum Preis von 500.000 Euro und mehr sind heute keine Seltenheit. Kostet die Wohnung inklusive Steuern und Nebenkosten 550.000 Euro, benötigen Erben mit einem Grundkapital von 100.000 Euro ein Baudarlehen über 450.000 Euro. Selbst wenn Sie nur mit zwei Prozent Anfangstilgung starten, sind für zehnjährige Topkredite gut 1.100 Euro monatlich fällig.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
643,33
1,37%
2.
645,00
1,38%
3.
658,33
1,49%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 15 Jahre, Beleihung 60 %

Wie viel Eigenkapital ist sinnvoll?

Bedenken Sie: Baudarlehen zum Topzins rücken Banken in der Regel erst ab einem Eigenkapitalanteil von 40 Prozent heraus. Bei einem Gesamtpreis von 550.000 Euro benötigen Sie also 220.000 Euro, um den günstigsten Kreditzins zu erhalten. Schaffen Sie keine 40 Prozent Eigenkapital, müssen Sie mit Zuschlägen von mehreren Zehnteln rechnen. Kostet das Darlehen ein halbes Prozent mehr, sind im Beispielfall weitere 200 Euro monatlich fällig. Die Augen sollten daher nicht großer als der Magen sein, der Immobilienpreis also dem Erbe angemessen.

Wie viel Tilgung ist erforderlich?

Da Erben häufig bereits zur älteren Generation zählen, sollte der Finanzierungszeitraum dem eigenen Alter entsprechen. Schließlich sinkt das Einkommen mit Eintritt in den Ruhestand meist rapide ab. Wer mit 50 erbt, dem bleiben noch etwa 15 Erwerbsjahre bis zum Ruhestand. Um eine Baufinanzierung mit 15-jähriger Zinsbindung während der Kreditlaufzeit auf null zurückzuführen, ist eine Tilgungsrate von fast sechs Prozent erforderlich. Unser Beispielkredit über 450.000 würde sich dadurch auf fast 2.800 Euro monatlich verteuern! Das dürfte selbst Gutverdienern Kopfschmerzen bereiten. Eine angemessene Kreditsumme samt verkraftbarer Tilgung sowie ein realistischer Finanzierungszeitraum sind also unabdingbar für eine erfolgreiche Immobilienfinanzierung.

Baukredit: Bank oder freier Kreditvermittler?

Bevor Sie sich für einen Kredit entscheiden, sollten Sie die Konditionen gut vergleichen. Am besten geht dies mit unserem Kreditvergleich. Er enthält Darlehenskonditionen von über 100 Baugeldanbietern bzw. Kreditvermittlern. Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob ein Baukredit von einer Bank oder einem freien Kreditvermittler angeboten wird. Im Endeffekt kommt jedes Baudarlehen von einer Bank oder Versicherung, auch die von Finanzmaklern vermittelten. Finanzmakler haben allerdings den Vorteil, dass sie aus einem großen Pool von Kreditofferten das jeweils beste bzw. passendste Angebot heraussuchen können. Ähnlich arbeiten auch einige Banken, zum Beispiel Hypovereinsbank oder Comdirect. Positiv: Mehrkosten fallen für Kreditvermittler wie Interhyp oder Dr. Klein nicht an, denn diese holen sich ihre Provision von der kreditgebenden Bank.

Biallo-Tipp:

Darlehensangebote von Banken und freien Kreditvermittlern vergleichen Sie mit einem Blick, indem Sie in unserem Kreditvergleich auf den Button "Alle Anbieter" klicken.

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Max Geißler
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Max Geißler
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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de