Auf einen Blick
  • Crowdinvesting ist ein stark wachsender Markt in Deutschland.

  • Privatinvestoren können auf der Crowdinvesting-Plattform Seedmatch direkt in Start-ups und Wachstumsunternehmen investieren.

  • Generell gilt beim Crowdinvesting und besonders bei der Investition in Start-ups: Hohen Renditen stehen auch hohe Risiken gegenüber.
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Crowdinvesting wird auch auf dem deutschsprachigen Markt immer beliebter. Branchenexperten gehen davon aus, dass das Finanzierungsvolumen im vergangenen Jahr einen neuen Rekord aufgestellt hat. Laut Branchenportal Crowdinvesting.de datiert der bisherige Bestwert aus dem Jahr 2019 mit einem Volumen von 422 Millionen Euro.

Das Crowdinvesting bietet eine Alternative zu klassischen Investments, sodass auch Privatanleger in potenziell lukrative Start-ups investieren können. Dies ist ansonsten in der Regel nur professionellen Investoren vorbehalten. Einer der führenden Anbieter für Crowdinvesting in Start-ups ist die Plattform Seedmatch.

 

Seedmatch im Kurzporträt

Die Crowdinvesting-Plattform wurde 2009 in Dresden von Jens-Uwe Sauer gegründet und ging 2011 an den Start. Zu Seedmatch gehören die Schwesterplattformen Econeers (nachhaltiges Crowdinvesting) und Mezzany (Immobilien-Crowdinvesting). Alle Plattformen agieren zusammen unter dem Dach der OneCrowd Gruppe, die sich in die OneCrowd Loans GmbH (Vermittlung von Vermögensanlagen) und die OneCrowd Securities GmbH (Vermittlung von Wertpapier-Investments) aufteilt.

Laut OneCrowd wurden bislang in mehr als 220 Finanzierungsrunden insgesamt fast 100 Millionen Euro Wachstumskapital an Unternehmen vermittelt. Die Nutzerzahl beläuft sich auf knapp 100.000. Als Geschäftsführer der OneCrowd fungieren Johannes Ranscht und Marc Speidel. Hauptgesellschafter ist die JFK Vermögensverwaltungs GmbH, hinter der wiederum der Immobilienunternehmer Jürgen F. Kelber steht.

Die OneCrowd Gruppe wurde bislang ausschließlich von den Gesellschaftern und komplett ohne Venture-Capital finanziert. Am 9. Juni startete OneCrowd auf seinen drei Portalen selbst eine Crowdinvesting-Kampagne und sammelte dadurch innerhalb von nur zwölf Stunden 1,3 Millionen Euro frisches Kapital ein – eigenen Angaben zufolge „das schnellste Funding aller Zeiten“.

Seedmatch im Überblick

  • Webseite: https://www.seedmatch.de
  • Betreiber: OneCrowd Loans GmbH und OneCrowd Securities GmbH
  • Sitz: Dresden
  • Segment: Crowdinvesting
  • Gründung: 2009
  • Marktstart: 2011

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Konditionen bei Seedmatch

Die Konditionen variieren zwischen den einzelnen Investments. In die Vermögensanlagen (Nachrangdarlehen) können Sie bereits ab einem Betrag von 250 Euro investieren. Bei Wertpapieren liegt die Mindestzeichnungssumme dagegen etwas höher, oftmals starten die Projekte bei 500 oder 1.000 Euro. Im Allgemeinen können Privatpersonen bis zu 25.000 Euro investieren. Dies gilt pro Emittent, also in der Regel pro Projekt. Gibt es darüber hinaus für das Projekt ein klassisches Wertpapierprospekt, gilt die Grenze von 25.000 Euro hingegen nicht.

Die Laufzeit unterscheidet sich ebenfalls nach der Anlagekategorie. Die Anlagen lassen sich grob einteilen in festverzinste Investments und sogenannte Seed Investments. Letztere enthalten primär eine erfolgsbasierte Komponente. Der Begriff „Seed Investments“ ist dabei ein Eigenbegriff von Seedmatch, angelehnt an Eigenkapitalbeteiligungen. Die Projekte werden in der Regel jedoch nicht dem klassischen Eigenkapital zugeordnet, sondern sind vielmehr als Nachrangdarlehen ausgestaltet.

Die Laufzeit von festverzinsten Investments variiert je nach Projekt, im Allgemeinen liegt die Spanne zwischen fünf und sieben Jahren. Bei den Seed Investments hingegen kann die Laufzeit auch unbegrenzt sein. Hier haben Anlegerinnen und Anleger dann erstmalig nach fünf Jahren die Möglichkeit zu kündigen. Die Unternehmen können die Anlage erst nach sieben Jahren kündigen und die ausstehenden Zinsen und Erfolgskomponenten tilgen.

Ferner bietet Seedmatch seit 2021 auch echte Eigenkapitalbeteiligungen in Form von Aktien an. Das ist im angelsächsischen Raum ein übliches Modell auch bei kleineren Unternehmen, in Deutschland jedoch noch vergleichsweise selten.

Direkte Kosten entstehen für Anlegerinnen und Anleger keine, „sondern das investierte Kapital fließt eins zu eins in die ausgewählten Unternehmen“, erklärt Seedmatch-Geschäftsführer Johannes Ranscht. Die Unternehmen hingegen zahlen eine nicht unerhebliche Gebühr für die Nutzung der Plattform: eine einmalige, erfolgsabhängige Provision von fünf bis zehn Prozent sowie eine jährliche Laufzeitgebühr von einem Prozent, jeweils bezogen auf das erreichte Fundingvolumen.

 

Rendite bei Seedmatch

Die Zinsen schwanken sehr stark zwischen den Projekten und sind insbesondere auch von der Anlageform abhängig, also ob Seed Investments oder festverzinste Investments. „Festverzinste Investmentmodelle weisen je nach Reifegrad des Unternehmens eine feste Verzinsung von sechs bis neun Prozent pro Jahr auf“, sagt Seedmatch-Geschäftsführer Johannes Ranscht.

Ranscht betont dabei, dass die Auszahlung dabei „unabhängig von der Unternehmensentwicklung“ erfolge – im Gegensatz zu einer erfolgsbasierten Komponente, wo der Erfolg und daher die Auszahlung unsicher sind. Jedoch gibt und gab es auch bei den festverzinsten Investmentmodellen Ausfälle und Verzögerungen bei den Zahlungen wegen Unternehmensschieflagen. Der Zusatz „unabhängig von der Unternehmensentwicklung“ gilt also nur so lange, wie das Unternehmen zahlungsfähig ist und den Schuldendienst leisten kann.

Bei den Seed Investments sind gewinnabhängige Bonuszinsen sowie die Bonuszinsen bei einem Exit oder bei Kündigung der Verträge die wichtigsten Komponenten der Rendite. Eine feste vertraglich vereinbarte Rendite auf dem Niveau wie bei den festverzinsten Investments gibt es nicht. Dafür ist hierbei die mögliche Rendite deutlich höher. In der Regel gibt es eine endfällige Basisverzinsung von einem Prozent pro Jahr. Dabei ist wichtig zu betonen, dass diese endfällige Basisverzinsung zwar eine fest zugesagte Rendite ist, diese bei den erfolgsabhängigen Seed Investments jedoch eher im Hintergrund stehen sollte.

Doch wie sieht eigentlich die Rendite bei den Seed Investments aus? „Die Untersuchung zeigt, dass Anleger mit einem Investment von je 250 Euro in alle Seed Investments bei Seedmatch – das heißt bei maximaler Portfoliodiversifikation – eine historische Rendite von 16 Prozent erwirtschaften konnten“, sagt Ranscht. Sie als Anleger sollten dabei nicht vergessen, dass dies auch heißt, dass einige Projekte unterdurchschnittlich performt haben, während einige Projekte eine deutlich höhere Rendite als 16 Prozent zeigten. Der Schlüssel zum Erfolg ist hier also eine ordentliche Diversifikation, andernfalls können Sie Pech haben und auf die falschen Pferde setzen, die am Ende vielleicht sogar nur Verluste machen. Natürlich können Sie auch zufällig nur die „guten“ Unternehmen erwischt haben und eine traumhaft hohe Rendite erzielen. Eine Diversifikation ist jedoch stets zu empfehlen, um das Risiko zu reduzieren.

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Vergangene Projekte und Rendite auf Seedmatch im Detail

Seedmatch ist einer der wenigen – nach eigenen Angaben sogar der einzige – Anbieter, der die historische Performance sogar wissenschaftlich hat untersuchen lassen und in dem sogenannten Fundingindex 2020 veröffentlicht hat.

„Die für die Erstellung des Index verwendete Berechnungsmethode stammt aus einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg“, heißt es in der Studie. Dabei wurden alle auf Seedmatch finanzierten Unternehmen in dem Zeitraum zwischen 2011 und 2016 betrachtet. Der Zeitraum umfasst 79 Unternehmen mit insgesamt 92 Finanzierungsrunden.

Biallo.de hat darüber hinaus noch Einblick in die aktuellen Zahlen und Statistiken bekommen: „Von den knapp 160 Unternehmen, die sich bisher auf Seedmatch finanziert haben, sind 24 definitiv gescheitert, das heißt das Insolvenzverfahren beziehungsweise die Liquidation ist abgeschlossen“, erklärt Geschäftsführer Johannes Ranscht. Außerdem gibt es weitere Unternehmen, die sich im Insolvenzverfahren oder in Liquidation befinden, hier lässt sich jedoch der Verlust meist bis zum Ende nicht klar beziffern und es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, einen Totalverlust zu vermeiden.

Viele Wettbewerber gehen nicht so offen wie Seedmatch mit den Zahlen um, was Insolvenzen und laufende Insolvenzverfahren angeht. Daher gibt es keine oder wenige Vergleichswerte. Generell stimmen die Ausfallquoten aber mit den üblichen Markterwartungen überein. Für Investoren sind daher ganz besonders die Tipps zur Diversifikation zu beachten.

 

Gibt es auf Seedmatch einen Handelsplatz?

Bislang gibt es noch keinen eigenen Handelsplatz bei Seedmatch für bereits investierte Anlagen. Wenn Sie als Investor sich also für eine Anlage entschieden haben, müssen Sie bis zum Ende der vorgegebenen Mindestlaufzeit dabeibleiben. Das heißt, Sie kommen in der Regel auch nicht vorzeitig an den investierten Betrag heran. Dies ist bei Crowdinvestings so üblich.

Seedmatch-CEO Ranscht hat gegenüber biallo.de jedoch bestätigt, dass so ein Handelsplatz für die Zukunft zumindest geplant sei. Das ist aus Sicht der Investoren sicherlich interessant, da die Laufzeiten mit teilweise über fünf Jahren für Privatinvestoren tendenziell eher lang sind.

 

Aktuelle Projekte bei Seedmatch

Derzeit können Sie in sechs laufende Projekte bei Seedmatch investieren. Zu den bekanntesten zählt Black Tea Motors – kurz BTM. Das Unternehmen entwickelt und produziert elektrische Motorräder. Die erste Modellreihe namens Bonfire kommt im Vintage-Design daher. Die entnehmbaren Batterien lassen sich innerhalb vier Stunden bequem an jeder Steckdose aufladen. Anlegerinnen und Anleger können ab 250 Euro einsteigen. Neben der Basisverzinsung von einem Prozent pro Jahr (endfällig) werden auch gewinnabhängige, jährliche Bonuszinsen in Aussicht gestellt, sobald die Gewinnschwelle erreicht wird. Dazu winkt eine Exit-Beteiligung oder ein erfolgsabhängiger Bonuszins bei Vertragsende.

Hinweis gemäß § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

 

Erfahrungsberichte zu Seedmatch

Es gibt derzeit nicht besonders viele aussagekräftige Bewertungen auf unabhängigen Plattformen zu Seedmatch. Negative Bewertungen beziehen sich insbesondere auf Insolvenzen und Verluste. Das ist verständlich und für Anleger immer sehr frustrierend.

Dabei sei erneut darauf hingewiesen, dass Sie Verluste in dieser Anlagekategorie ganz klar erwarten müssen. Deswegen ist auch die entsprechende Diversifikation so wichtig. Die Transparenz und Kommunikation von Seedmatch wird in den Foren in der Regel positiv hervorgehoben.

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Wie sicher ist das Crowdinvesting bei Seedmatch?

Investoren tragen maximal das Risiko des Totalverlustes, das heißt, der gesamte eingezahlte Betrag kann grundsätzlich verloren gehen. Eine sogenannte Nachschusspflicht gibt es nicht. Es können also in der Regel keine Verluste auftreten, die über dem einbezahlten Betrag hinausgehen.

Wenn Sie auf Seedmatch eine Anlage wählen, die mit einem Nachrangdarlehen ausgestaltet ist, treten Sie zudem im Rang hinter den anderen Gläubigern des Unternehmens zurück (qualifizierter Rangrücktritt). Im Falle einer Insolvenz oder bereits bei drohender Schieflage werden also beispielsweise zunächst offene Forderungen von Banken und Lieferanten bedient, bevor Sie als Investor eine mögliche Entschädigung erhalten.

 

Für wen eignet sich Seedmatch?

Crowdinvesting ist im Allgemeinen eine sehr risikobehaftete Anlage. Die Renditen sind oftmals – gerade bei Erfolgsbeteiligungen – sehr unsicher und schwer prognostizierbar. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten sind nicht vergleichbar mit Investments in Anlagen des Prime Standards am deutschen Aktienmarkt. Dazu gehören nicht etwa nur Werte aus dem deutschen Leitindex Dax, sondern auch aus dem SDax und Nebenwerte-Segment. Erfahrungswerte aus diesem streng regulierten Bereich sind jedoch nur mit Vorsicht auf das Crowdinvesting zu übertragen, da die Ausfallquoten bei Start-ups oftmals um ein Vielfaches höher liegen.

Anlegerinnen und Anleger sollten daher nur Beträge in die Anlageklasse Crowdinvesting investieren, die sie auch bereit sind zu verlieren. Das heißt, auch einen Totalverlust sollten Sie stets in diesem Anlagesegment berücksichtigen. Die Verbraucherzentrale rät generell bei solchen Investitionen, nur „Spielgeld“ einzusetzen. Also Beträge, deren Verlust man verschmerzen kann. Wichtig ist auch zu wissen, dass Sie generell niemals unregulierte Investitionen wie Crowdinvesting für das Sparen zur Rente verwenden sollten. Die noch recht junge Anlageform ist dennoch eine Möglichkeit, sich an meist jungen Start-ups zu beteiligen und dort ein wenig auf den Erfolg von Projekten zu spekulieren.

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Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

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