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DeutschlandAuf einen Blick
Öffentliche Toiletten sind für viele Menschen ein Ärgernis: schmutzig, unhygienisch und oft kaum nutzbar. In Stuttgart setzt die Stadt nun auf einen anderen Weg. Neue barrierefreie und selbstreinigende Toilettenanlagen sollen die Situation grundlegend verbessern – auch wenn die hohen Kosten nicht überall auf Zustimmung stoßen.
Kurz erklärt: Die neuen öffentlichen Toiletten in Stuttgart sind vollautomatisch, barrierefrei und selbstreinigend. Sie sollen die Hygiene verbessern, sind rund um die Uhr geöffnet und können kostenlos genutzt werden. Die Stadt Stuttgart plant, die neuen Toilettenanlagen schrittweise im gesamten Stadtgebiet zu installieren.
Natürlich hat es auch Proteste gegeben, als in Stuttgart die ersten barrierefreien und vor allem sich selbst reinigenden öffentlichen Toilettenanlagen in Betrieb gingen. Mehr als eine Viertelmillion Euro allein für das Örtchen am Marienplatz in Baden-Württembergs Landeshauptstadt? Und das für 50 bis 80 Toilettengänge am Tag?
Insgesamt sollen es 34 moderne Anlagen im Stadtgebiet werden. Für diese hohe finanzielle Belastung hat der eine oder andere sparsame Schwabe wenig Verständnis.
Andererseits sind öffentliche Toiletten häufig schmutzig und riechen unangenehm. Niemand möchte sich auf die WC-Brille setzen, viele bleiben stehen und es geht etwas daneben. Das stille Örtchen ist danach oft noch schmutziger als zuvor, sodass es von weiteren Nutzerinnen und Nutzern gemieden wird.
Bei den neuen Toilettenanlagen ist das zum Glück anders. Nutzerinnen und Nutzer erhalten eine barrierefreie und familienfreundliche Kabine mit aufklappbarem Wickeltisch, unterfahrbarem Waschbecken, kontaktlosem Seifenspender, Handtrockner sowie einer Notrufeinrichtung.
Je nach Toilettentyp stehen eine bis vier Unisex-Kabinen zur Verfügung. Die vollautomatischen Anlagen sind barrierefrei und nach aktuellen hygienischen sowie funktionalen Anforderungen ausgestattet. Nach jeder Nutzung werden der Fußboden und die Sitzbrille automatisch gereinigt. Das dabei verwendete Wasser wird gefiltert und mehrfach wiederverwendet. Sensoren stellen sicher, dass sich während der Reinigung keine Person in der Kabine aufhält.
Markus Töpfer, Geschäftsführer der AWS, die die öffentlichen Toilettenanlagen der Stadt betreibt, betont die Bedeutung der neuen Anlagen:
„Hygienisch saubere öffentliche Toilettenanlagen verbessern die Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger.“
Auch wenn manche Stuttgarterinnen und Stuttgarter wegen der Kosten zunächst murren, gibt es einen Punkt, über den sich alle freuen können: Die neuen Toiletten sind rund um die Uhr geöffnet und kostenlos nutzbar.

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