Covid-19

Corona-Impfstoff: Moderna, Biontech und Astra Zeneca liegen vorne

Update: 26.11.2020
Auf einen Blick
  • Nach dem Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech und der US-Firma Moderna hat nun auch der britische Pharmariese Astra Zeneca vielversprechende Daten zu seinem Impfstoff vorgelegt. 

  • Biontech und Moderna hoffen, dass es bereits im Dezember zu ersten Impfungen kommen könnte. Die Vorbereitungen dafür laufen in vielen Regionen bereits.

  • Weltweit gibt es derzeit mehr als 220 Projekte, in denen Unternehmen, Institute und Universitäten an einem Mittel gegen das Coronavirus arbeiten.

  • Die Kurse der am Aktienmarkt notierten Pharma-Unternehmen verzeichnen zum Teil Gewinne von mehreren Hundert Prozent. Rückschläge in der Entwicklung können jedoch Kursstürze zur Folge haben. Anleger sollten vorsichtig sein.
Das US-Biotechunternehmen Moderna hat nach vorläufigen Ergebnissen bei seinem Corona-Impfstoff eine Wirksamkeitsquote von 94,5 Prozent erzielt.
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So langsam wird es ernst: Weltweit laufen die Vorbereitungen für die ersten Impfungen gegen das Coronavirus "SARS-Cov-2". Alleine in der deutschen Hauptstadt Berlin sollen zunächst sechs Impfzentren entstehen, durch die unter Corona-Bedingungen mehrere tausend Menschen täglich geschleust werden. Auch andere deutsche Städte und Landkreise treiben die Planungen für solche Massenimpfungen voran. 

Hintergrund sind fast täglich neue Erfolgsmeldungen von den Impfstoffherstellern. Nun hat auch der britisch-schwedische Pharmakonzern Astra Zeneca Studienergebnisse seines Partners, der Universität Oxford, zu seinem Impfmittel veröffentlicht. Es hat demnach eine Wirksamkeit von 70 Prozent. Das ist zwar deutlich weniger als bei den beiden Konkurrenten, die im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff ebenfalls vorne liegen: das Mainzer Biotechunternehmen Biontech und die US-Firma Moderna. Sie hatten Wirksamkeitsgrade von bis zu 95 Prozent gemeldet. 

Dennoch führt nun auch Astra Zeneca Gespräche mit der US-Behörde FDA über eine Notfallzulassung des Mittels. Mit den europäischen Behörden sei man ebenfalls im Kontakt. Zuvor hatten Biontech und sein US-Partner Pfizer bereits eine solche Notfallzulassung für ihren Impfstoff „BNT162b2“ in den USA beantragt. Biontech rechnet bei einer Genehmigung mit ersten Impfungen in den USA bis Mitte oder Ende Dezember 2020. Auch in Europa sei die Zulassung auf dem Weg. 

Moderna schließt Vertrag mit der EU

Der US-Hersteller Moderna hofft ebenfalls auf die baldige Zulassung seines Impfmittels in den USA. In Europa leitete die zuständige Arzneimittelagentur EMA einen beschleunigten Zulassungsprozess ein. Moderna hat mit der EU einen Vertrag über bis zu 160 Millionen Impfdosen geschlossen. Man gehe davon aus, mit der Lieferung des Impfstoffes in die EU bereits im Dezember beginnen zu können, teilte das Unternehmen mit. 

Biontech und Pfizer wollen ihrerseits noch in diesem Jahr bis zu 50 Millionen Impfstoffdosen produzieren. 1,3 Milliarden Dosen seien dann für nächstes Jahr geplant. Der Impfschutz werde sieben Tage nach der zweiten Dosis erreicht. Die Wirksamkeit sei laut Studie zuletzt von 90 auf 95 Prozent gestiegen. Damit hat man das vorläufige Ergebnis des US-Biotechunternehmens Moderna für seinen Impfstoff-Kandidaten „mRNA-1273“ noch toppen können.

Zwar liegt die Wirksamkeitsquote bei Biontech und Pfizer einen Tick höher als bei Moderna (94,5 Prozent), allerdings gibt es beim Moderna-Impfstoff offenbar einen logistischen Vorteil: Dieser sei nämlich bis zu 30 Tage bei Kühlschranktemperatur haltbar, während das Vakzin von Biontech/Pfizer nach bisherigen Erkenntnissen nur fünf Tage stabil bleibt und für längere Zeiträume bei minus 70 Grad gekühlt werden muss. Dadurch ist der logistische Aufwand für die Auslieferung höher.

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Neuartige mRNA-Technologie soll es richten

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna wurden mit einer neuartigen Technologie entwickelt: Sie basieren auf der sogenannten Boten-RNA, auch "messenger RNA" (mRNA) genannt. Dabei handelt es sich um eine einsträngige Ribonukleinsäure, die genetische Informationen des Erregers enthält. Als Wirkstoffträger fungieren flüssige Nanopartikel.

Dringt diese Boten-RNA durch die Impfung in menschliche Zellen ein, baut die Körperzelle das Oberfächenprotein des Virus nach. Der Mensch bildet seinen Impfstoff quasi selbst. Das menschliche Immunsystem wiederum reagiert mit Antikörpern, um das Virusprotein zu eliminieren. Trifft das Immunsystem dann später auf das "echte" SARS-Cov-2-Virus, erkennt es dessen genetischen Code und kann es gezielt ausschalten. 

An einem ähnlichen Mittel forscht auch die Tübinger Biotech-Schmiede Curevac, an der auch SAP-Gründer Dietmar Hopp beteiligt ist. Zwar ist die Entwicklung hier noch nicht so weit fortgeschritten wie bei Biontech und Moderna, allerdings soll der Impfstoff von Curevac eigenen Angaben zufolge bei fünf Grad Celsius bis zu drei Monate stabil bleiben. Außerdem soll die Verwendung bis zu 24 Stunden bei Raumtemperatur möglich sein. Das würde den logistischen Aufwand für die Impfstoff-Auslieferung natürlich erheblich reduzieren.

DNA-basierte Impfstoffe und Vektorimpfstoffe

Verwandt mit der mRNA-Technologie ist die DNA-Technologie, die zum Beispiel das US-Biotechunternehmen Inovio einsetzt. Allerdings gestaltet sich der Vorgang etwas komplizierter: Denn die DNA-basierten Vakzine müssen direkt in den menschlichen Zellkern eindringen, um ihre Wirkung zu entfalten, während die RNA lediglich in das Zytoplasma der Zellen gelangen muss. Die Injektion von DNA-basierten Impfstoffen wird zuweilen mit kurzen, ungefährlichen Stromstößen unterstützt (Elektroporation). Durch das Eindringen in den Zellkern besteht – zumindest theoretisch – die Gefahr von genetischen Mutationen, nämlich dann, wenn sich die Virus-DNA dauerhaft in das menschliche Genom einlagert, was allerdings in der bisherigen Forschung und bei tiermedizinischen Impfstoffen noch nie vorkam.

Andere Impfstoffe, wie der des britisch-schwedischen Pharma-Riesen AstraZeneca, bauen auf die sogenannte Vektor-Technologie. Bei der Vektor-Technologie dient ein anderes Virus als Vehikel für die Information über den Erreger. „Bei Vektorimpfstoffen wird das Genmaterial in harmlose Trägerviren eingebaut, die als Impfstoff injiziert werden. Bei den Trägerviren kann es sich zum Beispiel um abgeschwächte Impfviren wie das Impfmasernvirus handeln“, informiert das Paul-Ehrlich-Institut. Bei Ebola und Dengue-Fieber seien bereits Vektorimpfstoffe zugelassen, während mRNA- und DNA-basierte Impfstoffe in der Humanmedizin noch Neuland sind.

Weltweit gibt es bereits mehr als 220 Projekte, in denen Unternehmen, Institute und Universitäten an einem Mittel gegen das Corona-Virus forschen, heißt es vom Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa). Darunter finden sich auch sogenannte Lebend- oder Totimpfstoffe, auf die an dieser Stelle nicht näher eingegangen wird. In der entscheidenden Phase III angekommen sind nach Angaben des vfa mittlerweile elf Projekte. Neben Biontech/Pfizer und Moderna, so die Hoffnung, könnten daher auch andere Firmen bis Anfang nächsten Jahres eine Zulassung erhalten.

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Enorme Beschleunigung in der Impfstoff-Forschung

Gemessen an den herkömmlichen Zeitspannen für die Entwicklung eines Impfstoffes, wäre das extrem schnell. Vom Beginn der Forschung bis zur Zulassung eines Impfstoffs dauert es normalerweise viele Jahre. Im Kampf gegen Corona jedoch machen „neue Technologien und Vorerfahrung mit Impfstoffprojekten gegen verwandte Viren eine enorme Beschleunigung möglich“, heißt es beim Verband forschender Pharmaunternehmen. Hinzu kommt die Konzentration umfangreicher Mittel im Kampf gegen Covid-19.

Die Erforschung eines Impfstoffs läuft dabei in mehreren Stufen ab. Direkt vor der Zulassung wird das Mittel in drei Phasen an Freiwilligen erprobt: In Phase I wird vor allem die Verträglichkeit des Mittels getestet. In der zweiten Phase geht es um die Dosierung des Mittels. Das Wissen um die Verträglichkeit und über die Immunreaktion der Probanden wird vertieft. 

Die Phase III schließlich ist ein groß angelegter Test zur Wirksamkeit und Zuverlässigkeit des Impfstoffs. An dieser Phase nehmen in der Regel mehrere tausend Personen in verschiedenen Ländern teil. Sie werden in zwei Gruppen geteilt. Die eine bekommt den Impfstoff, die andere ein Placebo. Der Vergleich der beiden Gruppen zeigt, wie gut der Impfstoff schützt. Ist der Test erfolgreich, erfolgt nach einer weiteren Sicherheitsprüfung die Zulassung.

Nach Angaben des vfa gibt es neben den elf Phase III-Projekten derzeit weitere zwei Projekte in Phase II und knapp ein Dutzend in der kombinierten I/II Phase. An den Projekten sind einige börsennotierte Unternehmen beteiligt.

Wettlauf um einen Corona-Impfstoff

Die Mainzer Biotechnologie-Firma Biontech hat als erstes deutsches Unternehmen einen Impfstoff an Menschen getestet. Neben dem US-Konzern Pfizer kooperiert Biontech auch mit dem chinesischen Pharmakonzern Fosun Pharma. Derzeit läuft eine Phase III-Studie in den USA, die auf Argentinien, Deutschland, die Türkei und Südafrika ausgedehnt wird. In Deutschland liegt die Genehmigung dafür bereits vor. In den USA und Europa hat Biontech eine Notfallzulassung für den Impfstoff beantragt. Auch für Fosun Pharma wurde eine Studie in China genehmigt. Trotz der jüngsten Rücksetzer liegt die Biontech-Aktie seit dem 19. Februar, dem Beginn der Corona-Krise an den internationalen Börsen, in Euro gerechnet gut 170 Prozent im Plus.

Eines der vielversprechendsten Unternehmen für die Impfstoff-Entwicklung sitzt in den USA: Die an der US-Börse Nasdaq notierte Firma Moderna konnte bereits Mitte März die erste klinische Phase für ihren Impfstoff „mRNA-1273“ starten, da man zuvor schon an einem Vakzin gegen ein ähnliches Virus gerarbeitet hatte. Ende Juli wurde dann eine große Phase-III-Studie aufgelegt. Daran nehmen in den USA rund 30.000 Menschen teil. Moderna will demnächst in den USA den Zulassungsantrag für den Impfstoff einreichen. In Europa läuft ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Der Kurs der Aktie stieg seit dem 19. Februar um rund 380 Prozent.

Das gemeinsame Impfstoff-Projekt der Oxford-University und des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca befindet sich ebenfalls in der Phase III. Wegen ihrer Erfahrung im Bereich der Ebola-Forschung hat die britische Universität eine führende Rolle bei der Erforschung eines Impfstoffs eingenommen. Ende April stieg AstraZeneca als Produktions- und Vertriebspartner in das Projekt ein. Die Phase-III-Studie des Impfstoffs „AZD1222“ läuft seit Ende Juni in Brasilien und seit Anfang September in den USA. AstraZeneca hat bereits Teile des Zulassungsantrags für das Mittel in den USA und in Europa eingereicht. Die Aktie hat seit dem 19. Februar in Euro gerechnet um gut neun Prozent zugelegt.

Auch der nationale chinesische Pharmahersteller Sinopharm forscht zusammen mit dem chinesischen Wuhan-Institut an einem Mittel gegen Covid-19. Das Unternehmen hat eine Phase-III-Studie in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gestartet. Sie soll Ende des Jahres abgeschlossen sein. Chinesischen Medien zufolge soll das Unternehmen in China die Zulassung für seinen Impfstoff beantragt haben. Bereits jetzt soll der Impfstoff an fast einer halben Million Menschen getestet worden sein - unter anderem an Studenten. Der Aktienkurs der Firma hat seit 19. Februar fast ein Drittel an Wert eingebüßt. 

Der US-Hersteller Johnson & Johnson hat mittlerweile ebenfalls die letzten klinischen Tests seines Impfstoffs gestartet. In der Phase-III-Studie sollen bis zu 60.000 Freiwillige in den USA, Südamerika, der Ukraine und den Philippinen getestet werden. Ergebnisse sollen bis Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres vorliegen. Eine Phase-II-Studie läuft in den Niederlanden und Deutschland. Die Aktie des Unternehmens liegt seit 19. Februar jedoch gut zwölf Prozent im Minus.

Nach einem Impfstoff sucht auch das US-Unternehmen Novavax. Die ersten Studien mit Freiwilligen laufen seit Mitte Mai in Australien. Sie wurden mittlerweile auf die USA und Südafrika ausgedehnt. Noch im laufenden Jahr soll die Zuverlässigkeit des Mittels „NVX-CoV2373“ in einer großen Phase-III-Studie mit 30.000 Teilnehmern überprüft werden. Der Gewinn der Novavax-Aktie schlägt derzeit alle Rekorde: Seit Beginn der Corona-Krise hat sich der Kurs in Euro gerechnet mehr als verzehnfacht.

Das Tübinger Unternehmen Curevac ist mit den Studien zu seinem Impfstoff „CVnCoV“ zwar erst in Phase II angelangt. Das Unternehmen gehört jedoch neben Biontech zu den deutschen Hoffnungen im Wettlauf um ein Corona-Gegenmittel. Curevac peilt eine Zulassung für das dritte Quartal 2021 an. Das Unternehmen war erst Mitte August an die US-Börse Nasdaq gegangen. Der Ausgabepreis lag am 14. August bei 16 US-Dollar, umgerechnet 13,50 Euro. Seither hat sich das Papier fast verfünffacht.

Im Gegensatz zu Moderna und Biontech arbeitet Curevac bei seinem mRNA-basierten Impfstoff mit natürlichen, nicht mit chemisch modifizierten Bausteinen. „Wir haben hier eine starke Patentposition“, sagte Dietmar Hopp Anfang September im Interview mit dem Handelsblatt. „Außerdem spielt auch die Verpackung der RNA, also die Umhüllung mit bestimmten Lipiden, eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit. Wir glauben, dass wir in Summe ein sehr gutes Gesamtpaket haben.“ Hopp hält über seine Dievini Hopp Biotech Holding immer noch gut 47 Prozent der Curevac-Anteile. Der Bund ist mit knapp 18 Prozent beteiligt.

Quelle: vfa.

Forschung an Medikamenten gegen Corona

Neben der weltweiten Forschungsanstrengungen bei Impfstoffen werden dringend auch Medikamente zur Behandlung der Akutfälle benötigt, die an Corona erkrankt sind. Parallel forschen Unternehmen daher auch an Medikamenten zur Behandlung der Krankheit. Oft sind es Heilmittel, die schon gegen andere Krankheiten zugelassen sind: „Sie umzufunktionieren kann schneller gelingen als eine grundständige Neuentwicklung“, heißt es beim Verband forschender Pharmaunternehmen.

So ist etwa die US-Firma Gilead Sciences ein führender Anbieter von Aids-Medikamenten. Gileads Anti-Virus-Wirkstoff Remdesivir wurde vor kurzem von der US-Arzneimittelbehörde FDA offiziell zur Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassen. Gilead will es künftig unter dem Namen „Veklury“ vertreiben. Laut US-Studien verkürzt das Medikament die Genesungszeit der Patienten, besonders wenn man es frühzeitig verabreicht. Eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation hatte zuletzt jedoch Zweifel daran aufkommen lassen. Auch die Auswirkung auf die Sterblichkeit der Patienten sei gering. Der Kurs der Gilead-Aktie legte nach der Nachricht von der Zulassung des Medikaments zwar kräftig zu. Im Vergleich zum Beginn der Corona-Krise liegt das Papier jedoch gut 25 Prozent im Minus.

Auch das kleine US-Unternehmen Cytodyn forscht derzeit an einem Corona-Medikament. Es hat einen Antikörper-Wirkstoff gegen HIV und Brustkrebs entwickelt. Die Firma prüft nun, ob das Mittel Leronlimab gegen das Coronavirus wirksam ist, auch im Bereich der Spätfolgen. Der Aktienkurs von Cytodyn hat sich seit dem 19. Februar mehr als verdoppelt.

Investitionen in die Firmen sind hochspekulativ

Die Beispiele zeigen: Längst nicht jede Aktie, die mit einem Corona-Impfstoff oder -Medikament in Verbindung gebracht wird, ist auch ein Garant für Kursgewinne. Ohnehin ist gerade bei den Unternehmen, die an einem neuen Medikament oder Impfstoff arbeiten, Vorsicht angesagt. Selbst in der letzten Phase der Erprobung oder auch nach der Zulassung können solche Medikamente noch scheitern. Dann strafen die Investoren die Aktien in der Regel hart ab. 

Dasselbe gilt für den Fall, dass ein Unternehmen, das aussichtsreich forscht, das Rennen um den Durchbruch bei einem Impfstoff am Ende doch noch gegen einen Konkurrenten verliert. Auch das kann zu herben Kursverlusten führen. Auf der anderen Seite ist mittlerweile klar: Die Welt wird im Kampf gegen Covid-19 mehrere Impfstoffe benötigen. Auch „Nachzügler“ können daher mit ihrem Mittel noch erfolgreich sein.

Dennoch sind Investitionen in solche Aktien hochspekulativ. Auch dafür ist die Aktie von Biontech ein gutes Beispiel. Ihr Wert hatte sich im März zwischenzeitlich verdreifacht. Als jedoch klar wurde, dass auch andere Firmen Fortschritte bei der Impfstoff-Forschung machen, sackte der Kurs drastisch ab: Binnen zwei Tagen verlor die Aktie mehr als 50 Prozent an Wert. Ein ähnliches Muster ließ sich auch in den vergangenen Tagen beobachten: Nach der ersten Erfolgsnachricht am 9. November gewann der Titel fast 30 Prozent an Wert, verlor nach einer Erfolgsmeldung von Moderna wieder bis zu 20 Prozent und springt aktuell wieder deutlich an. Diese Achterbahnfahrt des Kurses ist ein Zeichen dafür, dass solchen Aktien derzeit ein Spielball der Spekulanten sind.

Wichtig: Anleger sollten nicht alles auf eine Karte setzen, sondern ihr Risiko über mehrere Titel streuen. Ein Investment im Pharma- und Biotechsektor sollte zudem nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Gesamtportfolios ausmachen. Wem ein Investment in Einzelaktien zu risikoreich oder aufwendig ist, für den bieten sich spezielle Pharma- und Biotech-Fonds und ETFs an. 

Biallo Tipp

Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland bietet eine ständig aktualisierte Übersicht über die laufenden Projekte zur Coronavirus-Forschung. Dort kann man sehen, in welcher Phase der Forschung sich die Projekte derzeit befinden.

Artikel Quellen

Die im Artikel verwendeten Quellen stammen in erster Linie aus Primärquellen wie zum Beispiel Studien, Analysen, Bundesstatistiken, Geschäftsberichte oder Interviews mit Branchenexperten. Gegebenenfalls verweisen wir auch auf Originalrecherchen anderer seriöser Verlage. In unseren  redaktionellen Richtlinien erfahren Sie mehr über die Kriterien, die wir bei der Erstellung genauer und unvoreingenommener Inhalte einhalten.

https://www.pei.de/DE/service/faq/faq-coronavirus-inhalt.html
https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/faq-pressebriefing-erste-studie-sars-cov-2-impfstoff.pdf
https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/impfstoffe-zum-schutz-vor-coronavirus-2019-ncov
https://www.bmbf.de/de/das-sollten-sie-ueber-impfstoffe-wissen-12724.html
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/09/30/curevac-startet-mit-naechster-impfstoff-phase
https://www.aerzteblatt.de/archiv/214122/Genbasierte-Impfstoffe-Hoffnungstraeger-auch-zum-Schutz-vor-SARS-CoV-2
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/impfen-mit-rna-oder-dna-118427/seite/2/
https://scilogs.spektrum.de/fischblog/wie-dna-rna-impfungen-funktionieren/





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