Die Dividendensaison läuft – und viele Anleger schauen wieder genauer hin. Gerade in Zeiten schwankender Zinsen gewinnt die Dividendenstrategie wieder an Bedeutung.
Dividendenstrategie 2026: So sichern Sie sich jetzt laufende Erträge
Auf einen Blick
- In der Dividendensaison 2026 rücken Ausschüttungen wieder stärker in den Fokus.
- Viele Aktien bieten aktuell attraktivere Renditen als klassische Zinsanlagen.
- Dividenden-ETFs gelten als einfache Möglichkeit für den Einstieg.
Dividendensaison 2026: Warum Dividenden jetzt wieder im Fokus stehen
Alljährlich rückt die Dividendensaison in den Blick von Anlegern weltweit. Während dieser Zeit finden die Jahreshauptversammlungen der Unternehmen statt und es werden auch die Dividendenzahlungen verkündet. In Deutschland ist dies der Zeitraum zwischen April und Juni. Insbesondere Anlegerinnen und Anleger, die auf eine Dividendenstrategie setzen, verfolgen die Entwicklung mit großem Interesse. Doch wie funktioniert das eigentlich?
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Was die Dividendenstrategie für Anleger bedeutet
Die Idee dahinter ist einfach – und für viele Anleger attraktiv.
Die Dividendenstrategie zielt auf Investments in Aktien von Unternehmen ab, die jährlich einen großen Teil ihrer Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten. Die ausgezahlten Gewinne werden auch als Dividenden bezeichnet und stellen quasi die Verzinsung des eingesetzten Kapitals dar. Hauptziel vieler Dividendensparer ist es, über hohe Ausschüttungsquoten robuste und attraktive Zusatzeinkünfte zu erzielen. Im Gegensatz zu Börsenkursen, die jederzeit nachgeben können, gelten Dividendenzahlungen als relativ sichere Einnahmequelle. Ob und in welcher Höhe eine Dividende ausgezahlt wird, wird jährlich neu festgelegt. Verantwortlich dafür ist die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Laufen die Geschäfte schlecht, kann die Aktionärsversammlung die Ausschüttung ablehnen oder auch senken.
Ursprung der Strategie: Das steckt hinter dem Konzept
Einer der Erfinder der Dividendenstrategie ist der US-Amerikaner Benjamin Graham. Graham erfand in den 1930er Jahren das sogenannte Value-Investing mit Fokus auf werthaltige, substanzstarke Unternehmen – etwa aus der Lebensmittelbranche. Aus diesen Titeln wurden diejenigen mit der höchsten Dividendenrendite ausgewählt. In den 1940er Jahren entwickelte Graham die Strategie weiter und empfahl, jeweils zu gleichen Teilen die zehn dividendenstärksten Titel eines Aktienindex zu kaufen und jährlich zu prüfen, ob sich an der Rangfolge etwas geändert hat. Falls sie nicht mehr zu den besten zehn Dividendenaktien zählten, sollten sie ersetzt werden.
Rendite 2026: Diese Dividenden sind aktuell möglich
2026 zeigt sich: Trotz schwankender Märkte bleiben Dividenden für viele Anleger eine wichtige Einnahmequelle.
Bei den Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) liegt die Dividendenrendite derzeit im Schnitt bei rund drei Prozent. Die besten Dividendenrenditen sind allerdings zum Teil deutlich höher: So gibt es bei Mercedes-Benz 2026 eine Rendite von mehr als sechs Prozent. Bei der Allianz sind es rund 4,5 Prozent. Der Versicherungskonzern ist auch einer der verlässlichsten Dividendenzahler – ähnlich wie die Münchener Rück.
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So wird die Dividendenrendite berechnet
Die Dividendenrendite gilt als zentraler Faktor für die Qualität einer Aktie – neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, dem Cashflow und dem Kurs-Cashflow-Verhältnis. Sie ergibt sich aus der gezahlten Dividende, geteilt durch den Aktienkurs und multipliziert mit 100.
Kursentwicklung zeigt langfristiges Potenzial
Hinzu kommt die Kursentwicklung der Aktien. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen der Kursentwicklung mit und ohne Berücksichtigung der Dividenden. Wie der Unterschied ausfällt, zeigt ein Blick auf die Entwicklung des iShares DivDAX ETF, der die 15 Dax-Titel mit der höchsten Dividendenrendite nachbildet. Ohne Berücksichtigung der Ausschüttungen legte er zwischen 2016 und 2025 um rund 51 Prozent zu, inklusive Ausschüttungen waren es etwa 100 Prozent.
Biallo Tipp: Dividendenzahlungen von Genossenschaftsbanken
Auch mit Genossenschaftsanteilen können Sie an Dividendenzahlungen teilhaben – etwa über die Mitgliedschaft in einer Baugenossenschaft. Doch auch einige Banken sind genossenschaftlich organisiert, darunter die Münchener Hypothekenbank. Sie zahlte für 2023, 2024 und 2025 jeweils vier Prozent Dividende.
Dividendenstrategie mit ETFs: einfache Umsetzung
Aufgrund der hohen Risiken bei Einzelaktien empfiehlt sich für Anleger eine Dividendenstrategie über Dividendenfonds oder -ETFs. Bei den aktiv gemanagten Dividendenfonds suchen die Fondsmanager gezielt nach aussichtsreichen Dividenden-Titeln. Dividenden-ETFs hingegen bilden einen entsprechenden Index nach.
Beispiel ETF: Globale Dividendenstrategie
Für eine Dividendenstrategie mit globalen Aktien bietet sich etwa der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF (ISIN IE00BK5BR626) an. Der Indexfonds bildet die Wertentwicklung eines Index nach, der 2.276 weltweite Dividendentitel umfasst.
Ausschüttend oder thesaurierend – was sinnvoll ist
Wer mit Dividenden laufende Einnahmen erzielen möchte, ist mit ausschüttenden Fonds oder ETFs gut beraten. Liegt der Fokus auf Vermögensaufbau und werden die Ausschüttungen während der Sparphase nicht benötigt, sind thesaurierende oder wiederanlegende ETFs die bessere Wahl. In diesem Fall werden die Dividenden sofort wieder investiert. Der Vorteil: Der Zinseszinseffekt aus der Wiederanlage wird nicht durch die bei Ausschüttung anfallende Kapitalertragsteuer samt Solidaritätszuschlag geschmälert. Dieser Effekt wird auch als Steuerstundungseffekt bezeichnet.
Was bedeutet das für Sie als Anleger?
Die Dividendenstrategie kann eine sinnvolle Ergänzung sein – ersetzt aber keine breite Streuung. Wer regelmäßig Erträge erzielen will, sollte Chancen und Risiken abwägen.
Um laufende Erträge zu erzielen, lässt sich die Dividendenstrategie um überdurchschnittlich verzinstes Tagesgeld mit monatlicher Auszahlung der Zinsen ergänzen. Zinsen von drei Prozent und mehr bieten derzeit etwa die Consorsbank, die ING, die Umweltbank oder die Suresse Direktbank (Stand 27.04.2026). Der Tagesgeld-Vergleich von biallo.de zeigt, wo es aktuell die besten Tagesgeldzinsen gibt.



