Verbraucherzentrale verklagt Versicherung

Fragwürdiges Vorsorgekonzept Verbraucherzentrale verklagt Versicherung

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
13.06.2017
Auf einen Blick
  • Die Verbraucherzentrale Hamburg hält die Rentenversicherung Indexselect für eine "Mogelpackung". Jetzt klagt sie gegen die Allianz.
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Es ist noch nicht lange her, da unterbreitete ein Vertreter der Allianz einem jungen Kapitalanleger in München zwei "Schatzbriefe". Der Kapitalanleger war in Wirklichkeit ein Tester von biallo.de. Die Schatzbriefe entpuppten sich jeweils als "Rentenversicherung mit Kapitaloption gegen Einmalbetrag". Am Computer rechnete der Versicherungsfachmann vor, welche Rendite zu erwarten sei, wenn man die Finanzprodukte für die Altersvorsorge nutzt: Der eine Schatzbrief würde aus 30.000 Euro in 34 Jahren rund 80.000 Euro machen, der andere 113.000 Euro.

"Indexselect" heißt das angeblich renditestärkere Finanzprodukt. "Mogelpackung" nennt es die Verbraucherzentrale Hamburg.

Im vergangenen Juli hatten die Verbraucherschützer die Allianz wegen irreführender Werbung für dieses Produkt abgemahnt. Die Versicherung hielt den Vorwurf für unbegründet und lehnte eine Unterlassungserklärung ab. Jetzt muss das Gericht entscheiden.

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Streitpunkt ist, dass die Versicherung damit wirbt, der "Indexselect" sei an den Euro Stoxx 50 gekoppelt. "In welcher Höhe und in welcher Form der Anleger aber tatsächlich am Index partizipiert, darüber lässt die Allianz ihre Kunden im Unklaren", kritisiert Kerstin Becker-Eiselen.

Die Finanzexpertin der Hamburger Verbraucherzentrale hat sich die Rentenversicherung näher angesehen. Sie kommt zu dem Schluss, dass "ausschließlich die von der Allianz erwirtschaftete und jährlich zu ermittelnde Überschussbeteiligung" über den Euro Stoxx 50 gemehrt wird. Also nicht die eingezahlten Beträge.

"Da die Überschüsse in der aktuellen Niedrigzinsphase zunehmend niedriger ausfallen, ist dies eine wesentliche Information, die die Allianz in ihrer Werbung verschweigt", sagt Becker-Eiselen.

Auch der Vertreter der Allianz erwähnte im Beratungsgespräch mit dem Tester von biallo.de nicht, dass allein Überschüsse für die Indexbeteiligung herangezogen würden.

Die Verbraucherschützerin meint, dass sich der Konzern "das gute Ansehen der Indexfonds für den Verkauf der privaten Rentenversicherung zunutze machen will". "Wie die Index Select Rente der Allianz funktioniert und was für Verbraucher am Ende tatsächlich rausspringt, ist selbst für Experten nur schwer zu durchschauen."

Lesen Sie auch: Münchner Bank - "Index-Schmuser" für Genossen

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de