Bei 800 Euro liegt Rentabilitätsgrenze
Alleine betrachtet rechnen sich Solarspeicher aber noch nicht. "Für rund 1.100 Euro pro Kilowattstunde bekommt man heute gute Systeme. Bei etwa 800 Euro liegt die Rentabilitätsgrenze", erklärt Franz Pötter, Geschäftsführer des Solar Cluster Baden-Württemberg. Die Preise von Lithium-Ionen-Akkus, die über 90 Prozent des Weltmarktes ausmachen, sind seit 2013 zwar um gut 50 Prozent gepurzelt. Die steigende Nachfrage nach Batterien für Elektroautos dürfte den Verfall aber bremsen. "Wir erwarten nur noch moderat fallende Kosten", bestätigt Martin Brandis, Energieberater der Verbraucherzentrale Bundesverband.
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Kalkulation hängt von Prognosen ab
Da keine langfristigen Erfahrungen mit Heimspeichern bestehen, ist es jedoch schwierig, eine sichere Amortisationsrechnung aufzustellen. Ob sich ein System lohnt, hängt von Prognosen ab, wie oft Betreiber die Speicherkapazität über die Lebensdauer der Anlage tatsächlich nutzen. Damit sind drei Renditefaktoren relevant: die Systemkosten, das Speicherprofil und die spezifische Situation vor Ort.
- Zu den Systemkosten: Speicher bestehen aus Akku, Wechselrichter und Steuereinheit. "Im Schnitt kosten Systeme inklusive Mehrwertsteuer 1.200 Euro pro kWh. Wichtig ist, den Akku genau am Bedarf auszurichten", sagt Kai-Philipp Kairies. Eigentümer würden eher zu große Speicher einbauen, Kapazitäten nicht ausschöpfen und ergo zu viel investieren, erklärt der Experte von der RWTH Aachen und Mitautor des Jahresberichts zum Speichermonitoring 2018.
- Zum Speicherprofil: Aus den Werten Systempreis, Bruttokapazität, Vollzyklen, Entladetiefe, Batterie- sowie Systemwirkungsgrad werden die Kosten in Euro je kWh kalkuliert und den gesparten Stromkosten gegenübergestellt. "Die Rechnung ist komplex. Daher empfehlen wir, einen Experten zu fragen", sagt Verbraucherschützer Brandis.
- Zur Situation vor Ort: Soll der Speicher in eine neue oder bestehende Photovoltaik-Anlage (PV) integriert werden? Wie sind Ausrichtung und Dachneigung als Parameter für die Effizient der Gesamtanlage? Wie hoch ist der Strombedarf des Haushalts? Soll das System etwa für die Ladung eines künftigen Elektroautos ausgelegt sein? Auch diese Aspekte sind entscheidend für die wirtschaftliche Bewertung.
Unter dem Strich müssen Stromerzeugung und -speicherung zusammen betrachtet werden. Und dabei ändert sich der Ertrag. Während sich mit Heimspeichern derzeit noch kein Geld verdienen lässt, rechnen sich kombinierte Anlagen Experten zufolge durchaus. "Es ist eine schwarze Null möglich", bestätigt Energieberater Brandis.
Attraktive Perspektive für Altanlagen
Vor allem für die Betreiber älterer Anlagen dürfte die technisch problemlose Integration von Speichern interessant sein. Ab 2021 fallen die ersten Photovoltaik-Anlagen aus der EEG-Förderung. Die abgeschriebenen Anlagen "weisen dann nur noch Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten von zwei bis vier Cent auf", sagt Franz Pötter und erklärt, dass "ein höherer Eigenverbrauch durch Speicherung die Investition attraktiv machen kann".