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Deutschland55 Milliarden Euro: Die Dax-Konzerne schütten 2026 so viel aus wie nie zuvor. Renditen von bis zu 6 Prozent sind dabei drin. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Höhe, sondern auch die Verlässlichkeit der Zahlungen. Wie Sie gute Aktien finden.
Ein Sprung nach oben von gut 1.000 Punkten bei Börsenbeginn: Das gibt es im Deutschen Aktienindex (Dax) nur selten. Am Mittwoch (08.04.2026) ließ die vorläufige Waffenruhe im Irankrieg die Anleger jubeln. Um fünf Prozent legte der Dax an dem Tag zu. Am Donnerstag ging es an der Börse jedoch schon wieder bergab. Noch ist längst nicht klar, ob es eine dauerhafte Lösung in dem Konflikt geben wird.
Trotz der unsicheren Lage können sich Anlegerinnen und Anleger in den kommenden Wochen über ein hübsches Zusatzeinkommen freuen. Rund 55 Milliarden Euro an Dividenden schütten die 40 Unternehmen im Dax 2026 an ihre Aktionäre aus, eine Rekordsumme. Dividenden seien damit „ein wichtiger Stabilitätsanker“ – gerade, wenn die Kurse schwanken, heißt es in einer Studie der französischen Großbank Société Générale.
Davon profitieren auch Anleger: Dividendenaktien können ein Depot stabilisieren. Wir sagen Ihnen, welche Dax-Unternehmen 2026 die besten Dividenden bieten, worauf man bei der Auswahl einer Dividendenaktie achten sollte – und wie man gute Papiere findet.
Die Allianz ist der größte Dividendenzahler im Dax: 6,5 Milliarden Euro schüttet der Versicherungskonzern nach Angaben des Beratungsunternehmens EY in diesem Jahr an seine Aktionäre aus. Gut 17 Euro pro Aktie zahlt die Allianz. Übertroffen wird das nur von der Münchener Rück: Der Rückversicherer spendiert 24 Euro je Aktie.
Aber nicht nur die Höhe der Dividende ist entscheidend für Anleger. Noch wichtiger ist die Dividendenrendite – also die Dividende geteilt durch den Kurs. Je günstiger eine Aktie und je höher die Dividende ist, desto höher fällt die Rendite aus. Bei knapp der Hälfte der Dax-Konzerne liegt die Dividendenrendite 2026 bei 3,00 Prozent und mehr. Die besten Dividendenrenditen im Dax zeigt die Tabelle. Ausgezahlt werden die Dividenden jeweils nach der Hauptversammlung eines Unternehmens (siehe Biallo-Info unten).
| Unternehmen | Dividendenrendite 2026 | Dividende 2026¹ | Hauptversammlung 2026 |
| Mercedes-Benz | 6,44 % | 3,50 € | 16.04. |
| Volkswagen AG Vz. | 5,80 % | 5,26 € | 18.06. |
| BMW | 5,34 % | 4,40 € | 13.05. |
| Vonovia | 5,37 % | 1,25 € | 21.05. |
| Porsche Automobil Holding | 4,66 % | 1,51 € | 25.05. |
| Hannover Rück | 4,60 % | 12,50 € | 06.05. |
| Allianz | 4,52 % | 17,10 € | 07.05. |
| Münchener Rück | 4,35 % | 24,00 € | 29.04. |
| BASF | 4,31 % | 2,25 € | 30.04. |
| Daimler Truck Holding | 4,25 % | 1,90 € | 06.05. |
Auf den vorderen Plätzen landen die drei großen deutschen Autofirmen. Das war auch schon im vergangenen Jahr so. Allerdings haben fast alle Autokonzerne ihre Dividende in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr gesenkt. Ausnahme ist BMW: Die Münchner haben die Ausschüttung je Aktie um 10 Cent auf 4,40 Euro angehoben.
Die Höhe der Dividende schlägt der Konzern-Vorstand vor. Die Aktionäre müssen sie dann auf der Hauptversammlung (HV) genehmigen. Um die Dividende zu erhalten, muss die Aktie am Tag der Hauptversammlung im eigenen Depot liegen. Ein Tag nach der HV wird das Papier dann mit einem Kursabschlag gehandelt. Das nimmt die Dividendenauszahlung vorweg. Drei Tage nach der HV wird die Dividende ausgezahlt.
Das Beispiel Autobranche macht deutlich: Anlegerinnen und Anleger sollten neben der Dividendenrendite auch die wirtschaftliche Situation des Unternehmens im Blick haben. So lässt ein fallender Kurs zwar die Dividendenrendite steigen. Er kann aber auf Probleme bei dem Unternehmen hindeuten. Gerade die Autobranche hatte zuletzt zu kämpfen – mit starker Konkurrenz aus China und sinkenden Gewinnen.
Wer nach Dividendenschnäppchen sucht, sollte sich daher die Frage stellen: Wie verlässlich hat der Konzern in den vergangenen Jahren eine gute Dividende gezahlt? So gibt es einige Dax-Unternehmen, die die Dividende seit vielen Jahren erhöht oder zumindest nicht gesenkt haben. Dazu zählen die Münchener Rück (37 Jahre ohne Dividendensenkung), Henkel (36 Jahre), die Allianz, Beiersdorf oder die Deutsche Post (jeweils 16 Jahre).
In den USA gibt es sogar etliche sogenannte „Dividendenaristokraten“, die ihre Ausschüttungen seit Jahrzehnten ununterbrochen anheben. Das sind etwa Procter & Gamble (69 Jahre Erhöhung), Coca-Cola (64 Jahre) oder Colgate Palmolive (63 Jahre).
Die Verlässlichkeit bei der Dividendenzahlung ist ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einer guten Dividenden-Aktie. Anlegerinnen und Anleger können in einem ersten Schritt daher Ausschau nach Unternehmen halten, die seit längerem stabile oder sogar steigende Dividenden zahlen. Anschließend wählen sie dann von den verlässlichen Dividendenzahlern diejenigen mit guten Dividendenrenditen aus.
Nach diesen Kriterien seien vor allem „die Dax-Versicherer ein stabiler Hafen für Dividendenjäger“, heißt es in der Studie der Société Générale – also Firmen wie die Allianz, die Münchener Rück oder die Hannover Rück.
Es spricht aber auch nichts dagegen, ein Unternehmen mit guter Dividendenrendite zu suchen, von dessen Geschäftsmodell und Aktie man überzeugt ist – auch wenn das Unternehmen im einen oder anderen schwächeren Jahr die Dividende gesenkt haben sollte. Anleger sollten jedoch stets bedenken: Dividenden-Aktien sind keine sicheren Zinsanlagen. Die Firmen können ihre Dividenden senken oder ganz streichen. Die Aktienkurse können fallen – und die beste Dividende nutzt wenig, wenn die Aktie dauerhaft Kursverluste erleidet.
Wem die Auswahl einzelner Aktien zu mühsam ist, kann einen Dividenden-ETF kaufen. So enthält der Amundi DivDax II ETF (ISIN DE000ETF9033) die 15 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite im Dax. Mit dabei sind also auch die zehn Konzerne aus der obigen Tabelle. Der ETF hat 2025 pro Anteil 7,74 Euro ausgeschüttet. Wer 100 Anteile besitzt hat also 774 Euro erhalten. Die Dividendenrendite lag bei 4,30 Prozent. Aktuell notiert der ETF bei rund 215 Euro (Stand: 08.04.2026).

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