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DeutschlandVier Jahre Börsenboom in Folge – und alle fragen sich: Kommt bald der Absturz? Der wichtige US-Index S&P 500 hat vier Jahre in Folge zugelegt. Auch Dax und MSCI World verdoppelten sich seitdem. Kann das ein fünftes Jahr so weiter gehen? Oder sollten Anleger lieber Gewinne mitnehmen? Wie wahrscheinlich ein Crash ist, und was das für Ihr Portfolio heißt.
Dass dieser Monat der Startpunkt für einen langanhaltenden Börsenaufschwung sein würde – das hat damals kaum jemand gedacht: Im Oktober 2022 bestimmten der Russland-Ukraine-Krieg, die Energiekrise samt hoher Inflation sowie rasch steigende Zinsen die Schlagzeilen. Das alles ist eigentlich Gift für die Börse.
Doch im Oktober 2022 begann ein Aktienboom, der – mit Unterbrechungen – bis heute anhält: Der wichtige US-Index S&P 500 legte seitdem vier Jahre in Folge zu. Kann das auch ein fünftes Jahr so weiter gehen? Oder besteht Absturzgefahr? Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich , ob man bei einem ETF jetzt lieber Gewinne mitnehmen und später wieder einsteigen sollte. Wir sagen Ihnen, wie wahrscheinlich ein ETF-Crash ist – und was das für Ihre Aktien- und ETF-Anlage bedeutet.
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Am 12. Oktober 2022 erreichte der S&P 500 ein Jahrestief. Es war aber der Startpunkt für eine lange Rallye. Seitdem hat der Index seinen Wert fast verdoppelt: In Euro gerechnet fuhr er in den vier Jahren ein Plus von fast 95 Prozent ein (siehe Grafik). Und nicht nur er: Der Weltindex MSCI World legte um rund 90 Prozent zu. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann mehr als 100 Prozent (siehe Grafik).

Natürlich gab es in dieser Zeit auch Rückschläge: Etwa beim Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023. In der Folge schossen die Ölpreise hoch. Auch Donald Trumps Ankündigung weltweiter US-Zölle versetzte den Börsen einen Dämpfer. Und im Februar 2026 schockte der Krieg der USA gegen den Iran die Aktienmärkte.
Dieser Konflikt hält bis heute an. Der S&P 500 allerdings stieg weiter. Laut dem US-Analysehaus CFRA (Center for Financial Research and Analysis) hat der Index erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg vier Jahre in Folge zweistellig dazu gewonnen. Ähnlich wie Dax und MSCI World notiert er derzeit nahe an seinem Hoch.
Doch die Unsicherheit ist noch immer groß: Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten gehen weiter, die Zinsen steigen. Anleihen erzielen Rekord-Renditen. Sollten Anlegerinnen und Anleger daher nach dem vierjährigen Aufschwung am Aktienmarkt Gewinne mitnehmen?
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Die Vergangenheit jedenfalls spricht gegen einen ETF-Verkauf. Das zeigt eine aktuelle Studie des Family Office HQ Trust. Die Vermögensverwaltung hat für den S&P 500 seit 1871 analysiert, wie oft auf ein oder mehrere gute Börsenjahre ein weiteres Jahr im Plus folgte. Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit weiterer Kursgewinne bleibe „nach mehreren guten Jahren erstaunlich stabil“.
Insgesamt endete der S&P 500 in drei Viertel aller Jahre seit 1872 im Plus. Nach vier guten Jahren – also in den Fällen, die mit heute vergleichbar sind – schaffte der US-Index in 28 von 38 Fällen im Jahr darauf ebenfalls eine positive Rendite. Das ist eine Wahrscheinlichkeit von fast 74 Prozent (siehe Grafik) Im Durchschnitt erzielte der Index dabei eine Rendite von mehr als 12 Prozent (in US-Dollar gerechnet).
So hoch ist die Wahrscheinlichkeit für ein weiteres gutes Börsenjahr …

Quelle: HQ Trust, Grafik Biallo
Die Analyse zeigt, dass ein schlechtes Jahr an der Börse erst mit einer längeren Dauer des Börsenaufschwungs wahrscheinlicher wird. So liegt die Wahrscheinlichkeit für Verluste nach acht guten Jahren bei Fünfzig zu Fünfzig.
Aus Entwicklungen der Vergangenheit lässt sich nicht auf die Zukunft schließen. Ob die Börsen auch 2027 ein Plus einfahren, ist daher nicht ausgemacht. Die Vergangenheit zeigt jedoch, "dass positive Trends an den Aktienmärkten oft länger anhalten, als viele Anleger erwarten", heißt es in der Analyse von HQ Trust. Eine Serie guter Börsenjahre sei daher für sich genommen "kein Grund, Aktien zu verkaufen".
Ähnliches gilt für ein Hoch am Aktienmarkt. Oft seien solche Rekordmarken "ein Zeichen für ein starkes Momentum", schreibt das Branchenportal JustETF mit Blick auf den vierjährigen Bullenmarkt. Zwar werde der nächste Börsencrash kommen. Wer jedoch "vor genau diesem Crash" aussteige, verpasse den nächsten Aufschwung.
Für Aktien- und ETF-Anleger heißt das: Trotz anhaltender Unsicherheit ist es an der Börse in den meisten Fällen am besten, investiert zu bleiben. Das haben die vergangenen vier Jahre gezeigt. Voraussetzung ist ein breit aufgestelltes Portfolio. Das kann im einfachsten Fall ein Welt-ETF sein, der sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländer weltweit investiert. Wer mehr Sicherheit möchte, kann ihn mit Festgeld und Tagesgeld kombinieren. Ist die Strategie gefunden, sollten Anlegerinnen und Anleger ihr treu bleiben – und an der Börse dabei bleiben, auch wenn‘s kriselt: "Nichtstun", so die Experten von JustETF, "ist an der Börse meist die schwierigste, aber oft die profitabelste Disziplin."

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