Aktie der Woche

Hensoldt: „Auge“ und „Ohr“ der Rüstungsbranche

Luis Ropero
Social Media & Videocreator
Andreas Jalsovec
Redakteur
Veröffentlicht am: 22.01.2026

Auf einen Blick

  • Hensoldt profitiert als Spezialist für Sensorik und Radartechnik von der Modernisierung der NATO-Streitkräfte, vom Ukraine-Krieg – und zuletzt auch vom Grönland-Konflikt.
  • In unserer Vergleichsgruppe zur Analyse der „Aktie der Woche“ ist das Unternehmen Spitzenreiter beim Gewinnwachstum.
  • Die Hensoldt-Aktie hat eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Wir sagen Ihnen, wie Experten das Kurspotenzial des Papiers einschätzen.
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Die Börse kann zynisch sein. Das gilt besonders, wenn es um Rüstungsaktien geht: Droht auf der Welt ein größerer Konflikt, steigen die Kurse der Verteidigungsfirmen. Entspannt sich die Lage wieder, geht es mit den Aktien bergab. Jüngstes Beispiel: Der Auftritt von Donald Trump in Davos: Nachdem der US-Präsident kundgetan hatte, Grönland nicht anzugreifen, verloren Rüstungsaktien deutlich an Wert.

Das gilt auch für die Aktie von Hensoldt. Das Unternehmen aus Taufkirchen bei München liefert „Augen“ und „Ohren“ für moderne Waffensysteme wie den Eurofighter oder den Leopard 2. Das macht den Radar- und Sensor-Spezialisten auch für unsere Reihe „Aktie der Woche“ interessant. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Verteidigungsausgaben nehmen wir fünf Rüstungsriesen unter die Lupe. Nach Marktführer Rheinmetall schauen wir in dieser Folge auf Hensoldt: Wir sagen Ihnen, wie das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet und wie viel Luft nach oben die Aktie noch hat.

 

Mit der "Aktie der Woche" geben wir Ihnen Hilfestellung: Unser Börsenexperte Luis Ropero bewertet wöchentlich die Aktien von Unternehmen, die die Börse bewegen. Das Ergebnis fasst er in einem Kurzvideo auf Instagram zusammen.

Das Geschäftsmodell: Hightech fürs Militär

Hensoldt ist kein klassischer Waffenhersteller. Das Unternehmen gilt als ein weltweit führender Anbieter von Verteidigungselektronik. Der Konzern konzentriert sich auf:

  • Radare und Sensoren: Dazu gehören etwa Systeme für die Luftraumüberwachung.
  • Optronik: Das sind hochpräzise Sichtsysteme für Fahrzeuge und U-Boote.
  • Elektronische Kampfführung: Gemeint sind damit etwa Systeme zum Schutz vor Raketenangriffen oder Störung feindlicher Signale.

Da moderne Waffensysteme immer digitaler werden, ist Hensoldt bei fast jedem großen europäischen Rüstungsprojekt dabei. Das sorgt für volle Auftragsbücher bis weit in die 2030er Jahre. Zuletzt sicherte sich der Konzern einen Auftrag zur Erweiterung des Drohnenabwehrsystems der Bundeswehr.

Die Analyse: Beeindruckende Profite

Für die „Aktie der Woche“ haben wir Hensoldt mit vier weiteren Rüstungsfirmen verglichen: dem Branchenprimus Rheinmetall, dem US-Luftfahrtkonzern Lockheed Martin, dem Militärflugzeug-Hersteller BAE Systems und dem deutschen Getriebespezialisten Renk. Unser Analysemodell vergibt dabei bis zu 13 Punkte (siehe Info am Ende des Artikels). Hensoldt liegt mit 8,5 Punkten im Mittelfeld der Vergleichsgruppe: 

Das Gesamtergebnis der Vergleichsgruppe

Unternehmen

Gesamtpunktzahl

Rheinmetall

10

Renk

9,5

Hensoldt

8,5

BAE Systems

7

Lockheed Martin

4,5

Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 22.01.2026

Die Analyse der Kennzahlen von Hensoldt zeigt eine beeindruckende Dynamik beim Gewinnwachstum. Mit einem durchschnittlichen Plus von mehr als 61 Prozent in den vergangenen fünf Jahren belegt der Konzern den ersten Platz in der Vergleichsgruppe. Beim Umsatzwachstum steht Hensoldt ebenfalls gut da (siehe Grafik). 

Umsatzwachstum bei Hensoldt

Umsatz in Milliarden US-Dollar
Quelle: biallo.de, mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 22.01.2026

Überzeugend ist auch die Stabilität beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT): Der größte Rückgang des Gewinns im Betrachtungszeitraum („EBIT-Drawdown“) betrug Null Prozent (siehe Tabelle unten). Der Gewinn bleibt also auch in schwierigeren Zeiten stabil.

Es gibt aber auch Haken: So bildet Hensoldt etwa bei der Profitabilität das Schlusslicht der Vergleichsgruppe: Die sogenannte „EBIT-Marge“ von neun Prozent zeigt an, dass ein relativ geringer Teil des Umsatzes in Gewinn mündet. Die Bewertung des Unternehmens – gemessen am Aktienkurs und dem erwarteten Gewinn („Forward- KGV“) – ist verglichen mit der Konkurrenz eher hoch. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Zahlen unserer Analyse zusammen.

Kräftige Gewinne: Hensoldt in Zahlen

Kriterium

Wert

Platz im Vergleich
der Wettbewerber

Umsatzwachstum1

15,08 %

2

Erwartetes Umsatzwachstum2

15,23 %

3

Gewinnwachstum1

61,54 %

1

Erwartetes Gewinnwachstum2

37,00 %

3

EBIT-Marge3

9,00 %

5

EBIT-Margenwachstum3

22,31 %

2

EBIT-Drawdown

0,00 %

2

Eigenkapitalquote

33,00 %

3

Eigenkapitalrendite (ROE)4

13,79 %

5

Kapitalrendite (ROCE)4

10,27 %

4

Forward-KGV5

68

5

Gesamtpunktzahl

8,5 von 13

3

¹Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre; ²Prognose für die kommenden vier Jahre im Schnitt; ³die EBIT-Marge gibt das Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Umsatz an; ⁴ROE = Return on Equity, ROCE = Return on Capital Employed; ⁵erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis; Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 21.01.2026

Die Aktie: Wenig Luft nach oben 

Die Hensoldt-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Anfang des vergangenen Jahres legte das Papier deutlich zu und kletterte bis Oktober auf fast 118 Euro. Dann verlor die Aktie jedoch wieder an Boden. Im neuen Jahr ging es wieder kräftig hoch. Zuletzt notierte Hensoldt bei rund 86 Euro (siehe Chart). 

Hensoldt-Aktie: Auf Berg- und Talfahrt

Kurs in US-Dollar, Quelle: Trading View, Stand Aktienkurs 22.01.2026  

Bei den Chancen der Aktie sind Experten derzeit eher vorsichtig. Das durchschnittliche Kursziel auf der Basis von 15 Analysten-Schätzungen liegt bei 90,80 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von etwa sechs Prozent. Während einige Banken Kurse bis zu 110 Euro aufrufen, warnen andere vor der hohen Bewertung.

Fazit: Technologieführer zum Premium-Preis

Ähnlich wie Rheinmetall ist auch Hensoldt ein unverzichtbarer Akteur der europäischen Verteidigungsstrategie. Die technologische Marktführerschaft des Konzerns in der Sensorik sorgt für außergewöhnliches Gewinnwachstum. In unserer Vergleichsgruppe liegt Hensoldt damit auf dem ersten Platz. Mit 8,5 von 13 Punkten schneidet das Unternehmen solide ab. Interessant ist Hensoldt für Anlegerinnen und Anleger, die auf die fortschreitende Digitalisierung des Militärs setzen.

Sie müssen für die Aktie aber tief in die Tasche greifen: Die Bewertung ist historisch hoch und lässt wenig Raum für Enttäuschungen bei Umsatz und Gewinn. Die Kurs-Achterbahn der vergangenen zwölf Monate hat gezeigt, dass sich Anleger immer wieder auf Schwankungen einstellen müssen. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass Rüstungsaktien stark von politischen Entscheidungen abhängen – und die können immer wieder Überraschungen bieten.

Über den Social Media & Videocreator Luis Ropero

Luis Ropero ist das Gesicht unserer Social-Media-Kanäle. Er ist verantwortlich für unseren Video-Content. Als erfahrener Videoproduzent steht er nicht nur vor der Kamera, sondern übernimmt auch die Recherche, den Schnitt und die Nachbearbeitung, damit unsere Videos ansprechend und professionell präsentiert werden. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Luis intensiv mit der Börse und dem Aktienmarkt – eine Leidenschaft, die er in jede Analyse und jedes Video einfließen lässt. Mit seiner kreativen Herangehensweise und seinem Blick für Details bringt er komplexe Finanzthemen auf den Punkt und macht sie leicht zugänglich. 

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