ChatGPT und Co.

KI beim Zinsvergleich: Gute Informationen, schlechte Entscheidungen

Rudolf Krux
Redakteur
Veröffentlicht am: 26.02.2026

Auf einen Blick

  • Eine Auswertung von biallo.de zeigt große Stärken und Schwächen der gängigsten KI-Assistenten in Finanzfragen.
  • Sowohl Chat-GPT als auch Gemini und Claude können sehr gut Fragen zu einfachen Sparkonten beantworten.
  • Das passende Konto zu finden, überfordert die Systeme aber deutlich.
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KI-Assistenten sind für immer mehr Menschen unverzichtbare Alltagshelfer geworden. Sie besprechen Kochgerichte mit ihnen, Gesundheits- und Geldfragen. Manch einer ist geneigt, der KI gleich die eigene Finanzplanung zu überlassen. Aber wäre das eine gute Idee? Eher nicht, wie ein aktueller Test des Finanzportals biallo.de zeigt.

Demnach können die aktuell gängigen KI-Assistenten zwar sehr gut – wenn auch nicht ganz fehlerfrei – über einzelne Angebote informieren. Das richtige zu finden, gelingt ihnen aber nicht. Oft scheitern sie bereits daran, das Konto mit den höchsten Zinsen zu ermitteln. Wer KI-Empfehlungen blind vertraut, verpasst wahrscheinlich das beste Angebot und damit auch bares Geld.

Punktsieg für Claude, Schwächen bei ChatGPT

Beim Marktüberblick konnte kein KI-System durchgehend richtige Antworten liefern. Besonders schwach waren die Antworten von ChatGPT. Die KI des Anbieters Open AI konnte anschließend allerdings mit guter Produktkenntnis punkten:

ThemaChatGPT-5 (Open AI)Gemini 3 (Google)Claude Sonnet 4.6 (Anthropic)
Beste Tagesgelder1/32/33/3
Beste Festgelder0/30/31/3
Beste Gemeinschaftskonten0/32/30/3
Beste Kinderkonten2/32/32/3
Wertung Vergleich3/126/126/12
Empfehlung FestgeldFerratumKlarnaKlarna
Zinsgutschrift2/21/22/2
Anlagebetrag2/22/22/2
Zusatzprodukte2/22/22/2
Einlagensicherung3/32/32/3
Automatische Verlängerung1/11/11/1
Steuer2/22/22/2
Wertung Produktkenntnis12/1210/1211/12
Punkte gesamt15/2416/2417/24

Schwache Empfehlungen

Wenn KI einzelne Angebote erklären kann, wieso kann sie dann nicht auch das passende ermitteln? Die Antwort dürfte darin liegen, dass sie es gar nicht erst versucht. Darauf deuten zumindest die Quellen hin, die wir bei unseren Testanfragen genannt bekamen. Um zum Beispiel das Tagesgeldkonto mit den höchsten Zinsen zu ermitteln, greift die KI nicht auf Vergleiche oder Bankwebsites zu, sondern auf Artikel einschlägiger Internetseiten, wie zum Beispiel auch biallo.de.

So fällt es den Systemen eher leicht, den aktuell besten Tagesgeldzins zu ermitteln. Bei komplizierteren Fragen, wie nach dem bestverzinsten dreijährigen Festgeld, ist das schwerer, weil darüber seltener berichtet wird. So gelang es nur einer der drei KIs wenigstens eines der drei bestverzinsen Festgelder für diese Laufzeit zu nennen.

Informationen aus dritter Hand

Die Informationen zu derartigen Anfragen stammten praktisch alle aus zweiter Hand. Das heißt erstens: Ein Produkt, das zu sehr individuellen Bedürfnissen passt, lässt sich mit KI nur schwer oder gar nicht ermitteln. Zweitens sind die KIs bei solchen Versuchen sehr fehleranfällig. Einerseits können ihre Quellen falsch oder veraltet sein, andererseits kann die KI selbst bei der Aufbereitung Fehler machen.  

Bei unseren Suchanfragen präsentierten die KIs im besten Falle keine Antwort (Claude: "Eine Frage, die sich mit meinen Suchergebnissen nicht vollständig beantworten lässt.") oder waren gespickt mit Fehlern. Unter anderem nannten die KIs reihenweise falsche Zinssätze und sogar falsche Länderratings. Frankreich wurde zum Beispiel teils mit einem AA-Rating versehen (das es aktuell von keiner der drei großen Agenturen erhält), einmal sogar mit einem AAA-Rating.

Bei Fragen zu einzelnen Produkten bezieht sich KI eher auch auf Informationen, die direkt vom Anbieter stammen, und ist entsprechend weniger fehleranfällig.

Gute Helfer, schlechte Ratgeber

Der Test von biallo.de ist nur eine Stichprobe. Er sagt nur etwas über die aktuell gängigen KI-Versionen aus und lässt sich nicht beliebig auf andere Finanzthemen übertragen. Er zeigt aber: Wer KI nutzt, um gezielt einzelne Sachverhalte zu verstehen, kann dabei einiges lernen – auch wenn auf die Antworten nicht immer Verlass ist.

Maßgeschneiderte Lösungen für persönliche Finanzfragen, und sei es nur die Wahl eines passenden Kontos, sind von der KI aber vorerst eher nicht zu erwarten. Zumindest sollte man die KI-Antworten mit möglichst vollständigen Tagesgeld- oder Festgeld-Vergleichen wie denen von biallo.de überprüfen. Oft findet man dort deutlich bessere Angebote.

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 3 Monate, Sicherheit: mind. gute Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,40% /
85 €
Bewertung
S&P Länderrating
A+
Frankreich
Produktdetails
  • Basiszins: 0,80%
  • Aktionszins: 3,40% - gilt für die ersten 3 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,20% /
80,21 €
Bewertung
4,4/5
S&P Länderrating
A+
Frankreich
Produktdetails
  • Basiszins: 1,95%
  • Aktionszins: 3,20% - gilt für die ersten 3 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,00% /
75,19 €
Bewertung
S&P Länderrating
A+
Frankreich
Produktdetails
  • Basiszins: 1,35%
  • Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 3 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 26.02.2026
Schreibt seit etlichen Jahren schwerpunktmäßig über das Thema Geldanlage mit all seinen Facetten. In der Vergangenheit arbeitete er als (Finanz-) Redakteur für verschiedene Websites und Blogs (unter anderem für Check24 und Utopia.de). Seine Leser möchte er vor allem darin unterstützen, wichtige Anlageentscheidungen selbstständig zu treffen.

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