Mercedes-Benz will mit einer Luxusstrategie zurück in die Erfolgsspur. Der einstige Parade-Autobauer kämpft mit schrumpfendem Gewinn und schwächelndem China-Geschäft. Aber: Die Aktie bietet eine Dividendenrendite von 6 Prozent und ein Kurspotenzial von 10 Prozent. Wir sagen Ihnen, ob sich unsere „Aktie der Woche“ für Anlegerinnen und Anleger lohnt.
Mercedes-Aktie: Zwischen Krise und Comeback
Bei einem Top-Manager wie Ola Källenius macht sich ein Gewinneinbruch im Unternehmen direkt im Geldbeutel bemerkbar. Der Chef des Deutschen Luxus-Autobauers Mercedes hat im Jahr 2025 fast ein Drittel weniger verdient. Er wird es verschmerzen können: Die Vergütung des gebürtigen Schweden lag noch immer bei 8,8 Millionen Euro jährlich.
Das Jahr 2025 war kein gutes für Mercedes. Der Gewinn hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Schon 2024 waren die Erträge zurückgegangen. Die Marke mit dem Stern befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Mercedes setzt voll auf Luxus, Exklusivität soll die Margen bei der Autoproduktion in die Höhe treiben. Doch reicht das aus, um mit Wettbewerbern wie BMW, BYD oder Tesla mitzuhalten?
In unserer Analyse zur Aktie der Woche untersuchen wir, wie Mercedes im Vergleich zur Konkurrenz da steht – und ob sich die Mercedes-Aktie für Anlegerinnen und Anleger derzeit lohnt.

Mit der "Aktie der Woche" geben wir Ihnen Hilfestellung: Unser Börsenexperte Luis Ropero bewertet wöchentlich die Aktien von Unternehmen, die die Börse bewegen. Das Ergebnis fasst er in einem Kurzvideo auf Instagram zusammen.
Das Geschäftsmodell: Luxus statt Masse
Mercedes-Benz hat sein Portfolio radikal umgebaut. Statt auf Autos für die Masse liegt der Schwerpunkt mittlerweile auf Luxus-Fahrzeugen wie der S-Klasse, dem Maybach oder der G-Klasse. Das Ziel: Hohe Verkaufspreise sollen die massiven Investitionen in neue Antriebstechnologien und Software finanzieren. Die Kernpunkte der Strategie:
- Luxus: Die Konzentration auf teure Modelle soll die Profitabilität pro Fahrzeug steigern. In den kommenden drei Jahren will Mercedes 40 neue oder stark überarbeitete Modelle auf den Markt bringen.
- Technologie: Mit dem eigenen Betriebssystem MB.OS will Mercedes die Hoheit über die Daten im Fahrzeug behalten. Die digitalen Dienste sollen zusätzliche Einnahmen bringen.
- Flexibilität: Mercedes will künftig flexibel auf die schwankende Nachfrage nach Elektroautos reagieren. Verbrenner-Plattformen will der Autobauer länger aktuell halten als die Konkurrenz.
außerdem fährt Mercedes ein hartes Sparprogramm. Es soll die Produktionskosten pro Fahrzeug um 10 Prozent senken und so die Profitabilität erhöhen.
Die Analyse: Schrumpfende Gewinne
In unserer Analyse vergleichen wir Mercedes mit den Konkurrenten BMW, BYD, Tesla und VW. In den Vergleich gehen gut ein Dutzend Kennzahlen zu Gewinn, Umsatz oder Kapitalrendite ein (siehe Info am Ende des Artikels). Mercedes liegt mit 6 Punkten zwar vor dem kriselnden Volkswagen-Konzern. Die Stuttgarter können aber mit der Dynamik von Tesla oder der Stärke von BMW und BYD nicht mithalten (siehe Tabelle).
Das Gesamtergebnis der Vergleichsgruppe
Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 06.03.2026Was Mercedes zuletzt vor allem Probleme bereitete, sind das schwache China-Geschäft und die US-Zölle. In China ist der Absatz im vergangenen Jahr um rund ein Fünftel zurückgegangen. Außerdem haben die Zölle für die Einfuhren in den wichtigen US-Markt den Autobauer rund eine Milliarde Euro gekostet. Entsprechend ist der Gewinn des Konzerns deutlich geschrumpft (siehe Grafik).
Mercedes-Gewinn: In kleinen Schritten aufwärts
Gewinn pro Jahr in Milliarden Euro
Die Analyse zeigt auch: Trotz der rückläufigen Ertragszahlen ist das Geschäft bei Mercedes weniger krisenanfällig als bei der Konkurrenz. Das macht der sogenannte "EBIT-Drawdown" deutlich – der höchste Rückgang des operativen Ergebnisses innerhalb der letzten fünf Jahre. Mercedes belegt hier den ersten Platz im Vergleich. Die wichtigsten Kennzahlen des Vergleichs zeigt die Tabelle::
In Krisen stabil: Mercedes in Zahlen
Kennzahl | Wert | Platz im Vergleich |
|---|---|---|
| Umsatzwachstum¹ | -3,04 % | 5 |
| Erwartetes Umsatzwachstum² | 3,37 % | 3 |
| Gewinnwachstum¹ | 7,99 % | 4 |
| Erwartetes Gewinnwachstum² | 9,48 % | 5 |
| EBIT-Marge³ | 6,00 % | 3 |
| EBIT-Margenwachstum³ | 5,27 % | 4 |
| EBIT-Drawdown³ | -32,37 % | 1 |
| Eigenkapitalquote | 45,00 % | 4 |
| Eigenkapitalrendite (ROE)⁴ | 6,75 % | 2 |
| Kapitalrendite (ROCE)⁴ | 4,90 % | 4 |
| Forward-KGV⁵ | 9,34 | 3 |
Die Aktie: Dividende als Bonus
Die Mercedes-Aktie notiert aktuell bei knapp 57 Euro (Stand 5. März 2026). Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat das Papier rund 10 Prozent verloren. Seit Ende Mitte 2025 ging es bergauf. Zuletzt schwächelte die Aktie aber wieder (siehe Grafik):
Mercedes-Aktie: Zaghafter Aufwärtstrend

Trotz der Luxus-Strategie fehlt der Mercedes-Aktie derzeit der Treibstoff für massive Kurssprünge. Experten sehen bei dem Titel dennoch Potenzial. Das Kursziel auf der Basis von 24 Analystenschätzungen liegt bei 62,57 Euro – das wäre ein Plus von rund zehn Prozent gemessen am aktuellen Kurs..
Kursziel für die Mercedes-Aktie

Der künftige Erfolg der Aktie hängt vor allem davon ab, ob es gelingt, die Kosten zu drücken und mit der Modelloffensive die Absatzzahlen zu steigern. Immerhin bietet die Aktie für Anlegerinnen und Anleger einen Bonus: Je Papier zahlt Mercedes 2026 eine Dividende von 3,50 Euro aus. Das entspricht beim aktuellen Kurs einer Dividendenrendite von gut 6 Prozent.
Das Fazit: Solider Dividendenbringer
Es sind schwierige Zeiten für Mercedes-Benz. Der Premium-Hersteller hat mit Absatzproblemen zu kämpfen. Die Luxus-Strategie schützt das Unternehmen zwar vor extremen Gewinneinbrüchen. Das alleine wird aber nicht ausreichen, um den Abstand zu Konkurrenten wie BMW, Tesla oder BYD aufzuholen. Die weitere Entwicklung des Unternehmens und der Aktie hängt vor allem davon ab, ob die geplante Modelloffensive ein Erfolg wird – und das Sparprogramm greift.
Die Mercedes-Aktie ist vor allem eine Option für Anleger, die auf Stabilität und eine verlässliche Dividende setzen. Wer auf schnelles (Kurs-) Wachstum hofft, dürfte enttäuscht werden. Die Umsatzrückgänge und der schwächelnde Gewinn der vergangenen Jahre sind ein Warnsignal. Die Aktie ist derzeit zwar sehr fair bewertet. Sie bietet aber nur begrenzt Fantasie. Auch der Automobilmarkt ist mittlerweile stark von technologischen Sprüngen geprägt. Mercedes wirkt darin derzeit wie ein solider Tanker: schwer aus der Ruhe zu bringen, aber auch mühsam zu beschleunigen.
So bewerten wir die Aktie der Woche
Bei der "Aktie der Woche" vergleicht Biallo regelmäßig große Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Wir ziehen dafür gut ein Dutzend Kennzahlen heran. Dazu zählen Umsatz- und Gewinnwachstum, Rentabilität oder die Analystenbewertung. Für jede Kategorie gibt es einen Punkt, wenn das Unternehmen in der Kategorie unter den Top 3 in der Vergleichsgruppe liegt. Beim Wachstum berechnen wir zusätzlich die Stabilität: Liegt sie über einem definierten Schwellenwert, gibt es einen halben Zusatzpunkt. Insgesamt werden in elf Kategorien je ein Punkt und zusätzlich je ein halber Punkt für vier Stabilitätskriterien vergeben – maximal also 13 Punkte.
Bislang sind in der Reihe "Aktie der Woche" erschienen:
- Nvidia: Warum die Chip-Aktie trotz Rekord-Kurs überzeugt
- AMD sichert Xbox- und Playstation-Deal - Aber es gibt ein Problem!
- Intel: Comeback mit Fragezeichen
- Broadcom im Check: Gute Gewinne, hohe Bewertung
- Qualcomm: Schnäppchen mit Wachstumsschwäche
- Microsoft: Software-Riese zündet KI-Turbo
- Alphabet: Darum könnte Google im KI-Boom unschlagbar sein
- Meta: 30 Prozent Kurspotenzial dank Milliarden-Deal mit Google
- Palantir: Wachstumswert mit Risiken
- Amazon: KI-Gewinner mit Risiken
- Rheinmetall: Ist die Aktie noch ein Kauf?
- Hensoldt: "Auge" und "Ohr" der Rüstungsindustrie
- Lockheed-Martin: Lebensversicherung der NATO
- Renk: Getriebe der globalen Aufrüstung
- BAE Systems: Chance nach dem Kursrutsch?
- Tesla vor dem Wandel: Roboter und KI statt Autos?
- VW-Aktie: Extrem günstig – aber lohnt sich der Kauf?



