Aktie der Woche

Rheinmetall: Ist die Aktie noch ein Kauf?

Luis Ropero
Social Media & Videocreator
Andreas Jalsovec
Redakteur
Veröffentlicht am: 16.01.2026

Auf einen Blick

  • Rheinmetall profitiert massiv von weltweiten Aufrüstungen und steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und der NATO.
  • Die Wachstumsaussichten des Konzerns sind stark. Schwächen zeigen sich bei der Kapitalrendite und der Eigenkapitalquote.
  • Die Rheinmetall-Aktie legte seit Jahresanfang kräftig zu. Sie ist jedoch bereits hoch bewertet. Wir sagen Ihnen, wie viel Potenzial noch in der Aktie steckt.
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Bundeswehrsoldaten in Grönland, die Krise im Iran, der anhaltende Krieg in der Ukraine: Weltweit ist die politische Lage alles andere als stabil. Das macht vielen Menschen Angst. Für das Geschäft der Rüstungsfirmen jedoch ist es gut: Sie profitieren von den weltweiten Spannungen und den damit einhergehenden steigenden Verteidigungsausgaben.

Grund genug für biallo.de, in der Reihe "Aktie der Woche" fünf Rüstungskonzerne unter die Lupe zu nehmen. Den Anfang macht der deutsche Marktführer Rheinmetall: Dessen Auftragsbücher sind voll, die Wachstumsaussichten gut. Jüngster Großauftrag: die Lieferung hochmoderner Schützenpanzer in die Ukraine. Doch was heißt das für die Rheinmetall-Aktie? Wir haben Rheinmetall analysiert und sagen Ihnen, wie das Unternehmen im Vergleich zu wichtigen Konkurrenten dasteht – und wie hoch der Kurs der Rheinmetall-Aktie noch steigen könnte.

 

Mit der "Aktie der Woche" geben wir Ihnen Hilfestellung: Unser Börsenexperte Luis Ropero bewertet wöchentlich die Aktien von Unternehmen, die die Börse bewegen. Das Ergebnis fasst er auch in einem TikTok-Video zusammen.

Das Geschäftsmodell: Mehr als nur Waffen

Rheinmetall ist längst mehr als ein klassischer Waffenhersteller. Der Konzern vereint:

  • Gefechtsfahrzeuge und Panzertechnik,
  • Munition und Artilleriesysteme sowie
  • Sensorik, Elektronik und Luftverteidigung.

Besonders attraktiv ist das Munitionsgeschäft. Es zählt in Europa zu den größten Engpässen. Rheinmetall investiert massiv in neue Werke und Kapazitätserweiterungen – oft abgesichert durch langfristige Abnahmeverträge staatlicher Auftraggeber. Das Geschäftsmodell von Rheinmetall ist also – wie bei allen Rüstungsfirmen – politisch getrieben. Derzeit deutet aber wenig daraufhin, dass sich am Umfeld etwas ändert. Die Verteidigungsausgaben dürften auf absehbare Zeit weiter steigen.

Die Analyse: Beim Wachstum ganz vorne

Für die "Aktie der Woche" haben wir Rheinmetall mit den deutschen Wettbewerbern Hensoldt und Renk, der US-Firma Lockheed Martin und der britischen BAE Systems verglichen. Abhängig von der Platzierung im Vergleich vergibt unser Analyse-Modell bis zu 13 Punkte (siehe Information am Ende des Artikels). Rheinmetall liegt mit zehn von 13 Punkten ganz vorn im Vergleich (siehe Tabelle). 

Das Gesamtergebnis der Vergleichsgruppe

Unternehmen

Gesamtpunktzahl

Rheinmetall

10

Renk

9,5

Hensoldt

8,5

BAE Systems

7

Lockheed Martin

4,5

Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 16.01.2026

Wachstum: Umsatz- und Gewinnwachstum der vergangenen Jahre fallen bei Rheinmetall solide aus. Entscheidend ist aber das erwartete Wachstum: Beim Umsatz sind das für die kommenden vier Jahre 31,6 Prozent, beim Gewinn sogar 48,68 Prozent. Grund: steigende Verteidigungsausgaben, neue Großaufträge und der Ausbau der Produktionskapazitäten. 

Umsatzwachstum bei Rheinmetall (Umsatz in Milliarden US-Dollar)

Quelle: biallo.de, mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 16.01.2026

Profitabilität: Welcher Anteil des Umsatzes bleibt bei Rheinmetall als Gewinn (vor Zinsen und Steuern) übrig? Das zeigt die EBIT-Marge: Sie liegt bei 16 Prozent – ein ordentlicher Wert für einen kapitalintensiven Industriekonzern. Für die Renditekennzahlen (ROE und ROCE, siehe Tabelle unten) gilt: Rheinmetall arbeitet profitabel, erzielt aber im Verhältnis zum eingesetzten Kapital geringere Renditen als einige Wettbewerber.

Finanzen: Die Eigenkapitalquote ist ein Schwachpunkt des Unternehmens. Sie liegt bei 35 Prozent, was Platz 5 in der Vergleichsgruppe bedeutet. Der Konzern arbeitet vergleichsweise stark fremdfinanziert. Gut ist der "EBIT-Drawdown", also der stärkste Rückgang des Gewinns vor Zinsen und Steuern in den vergangenen Jahren. Er liegt bei 12 Prozent. Selbst in schwächeren Jahren blieb das Geschäft also relativ stabil – ein Zeichen für eine robuste Nachfrage.

Die Tabelle fasst die wichtigsten Zahlen unserer Analyse zusammen:

Starkes Wachstum: Rheinmetall in Zahlen

KennzahlWert

Platz im Vergleich

der Wettbewerber

Umsatzwachstum¹9,27 %

3

Erwartetes Umsatzwachstum²31,60 %

1

Gewinnwachstum¹16,89 %

2

Erwartetes Gewinnwachstum²48,68 %

2

EBIT-Marge³16,00 %

2

EBIT-Margenwachstum³21,91 %

3

EBIT-Drawdown−12,00 %

3

Eigenkapitalquote35,00 %

5

Eigenkapitalrendite (ROE)⁴20,74 %

3

Kapitalrendite (ROCE)⁴9,27 %

5

Forward-KGV⁵49

4

¹Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre; ²Prognose für die kommenden vier Jahre im Schnitt; ³die EBIT-Marge gibt das Verhältnis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Umsatz an; ⁴ROE = Return on Equity, ROCE = Return on Capital Employed; ⁵erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis; Quelle: biallo.de, eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand: 15.01.2026

Die Aktie: Hoch bewertet – aber mit Potenzial 

Zum Herbst des vergangenen Jahres hat der Kurs der Rheinmetall-Aktie geschwächelt. Jetzt zieht er wieder deutlich an. Allein seit Jahresanfang legte das Papier um gut 22 Prozent zu (Stand: 15. Januar 2026, siehe Chart). 

Rheinmetall-Aktie: Seit Jahresanfang wieder bergauf

Kurs in US-Dollar, Quelle: Trading View, Stand 15.01.2026  

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des erwarteten Gewinns ("Forward-KGV") von 49 ist die Rheinmetall-Aktie sehr ambitioniert bewertet. Der Markt hat offenbar bereits einen großen Teil des erwarteten Wachstums eingepreist. Dennoch bleiben Analysten optimistisch für die Aktie. Das Kurzsziel liegt im Durchschnitt bei 2.203 Euro. Das ist ein Aufwärtspotenzial von 16 Prozent (siehe Grafik). Rheinmetall ist damit kein Schnäppchen. Die Aktie dürfte aber gefragt bleiben.

Kursziel für die Rheinmetall-Aktie 

Auf der Basis von 18 Analystenschätzungen; Quelle: eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net, Stand Aktienkurs 14.01.2026 

Das Fazit: Testsieger mit kleinen Schwächen

Rheinmetall ist einer der größten Gewinner des europäischen Aufrüstungszyklus. Die Wachstumsaussichten des Konzerns sind stark, die Auftragslage hervorragend und die politische Unterstützung hoch. Selbst die Friedensgespräche über die Ukraine konnten daran nichts ändern. Im Gegenteil: Für den neuen Schützenpanzer Lynx KF41 plant Rheinmetall sogar eine eigene Produktionslinie in der Ukraine. Das alles dürfte sich positiv auf den Aktienkurs auswirken.

Gleichzeitig zeigt unsere Analyse auch einige Schwächen. Dazu gehören, die niedrige Eigenkapitalquote, eine vergleichsweise schwache Kapitalrendite – und nicht zuletzt die bereits hohe Bewertung des Papiers. Mit zehn von 13 möglichen Punkten ist Rheinmetall jedoch der Top-Titel in unserer Rüstungs-Peer-Group. Die Aktie ist zwar kein Selbstläufer. Für Anlegerinnen und Anleger mit langfristigem Horizont und Risikobewusstsein ist sie jedoch hochinteressant. Die Frage möglicher moralischer Bedenken bei einer Investition in einen Rüstungskonzern muss jeder  Investor dabei für sich selbst beantworten. 

Bislang sind in der Reihe "Aktie der Woche" erschienen:  

Hinweis: Die "Aktie der Woche" ist keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. Der Wert kann steigen oder fallen, und Verluste sind möglich. Die Analyse kann Fehler enthalten. 

Über den Social Media & Videocreator Luis Ropero

Luis Ropero ist das Gesicht unserer Social-Media-Kanäle. Er ist verantwortlich für unseren Video-Content. Als erfahrener Videoproduzent steht er nicht nur vor der Kamera, sondern übernimmt auch die Recherche, den Schnitt und die Nachbearbeitung, damit unsere Videos ansprechend und professionell präsentiert werden. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Luis intensiv mit der Börse und dem Aktienmarkt – eine Leidenschaft, die er in jede Analyse und jedes Video einfließen lässt. Mit seiner kreativen Herangehensweise und seinem Blick für Details bringt er komplexe Finanzthemen auf den Punkt und macht sie leicht zugänglich. 

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