
Schweden
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LiechtensteinAuf einen Blick
Die besten Sparzinsen gibt es aktuell oft über eine Plattform. Ein Vergleich kann sich also lohnen – aber der Zins kann trügen.
Raisin (früher: Weltsparen) zahlt neu angemeldeten Kunden jetzt für drei Monate 3,50 Prozent Tagesgeldzinsen. Wir haben uns angesehen, wie Raisin und ähnliche Portale generell gerade bei den Zinsen gerade abschneiden, was es zu beachten gibt und wie Sie die dortigen Angebote mit denen anderer Banken vergleichen können.
In Deutschland gibt es aktuell drei große Zinsportale: Raisin, Check24 und den Zinsmarkt der Deutschen Bank. Anders als einfache Vergleiche kümmern sich die Anbieter selbst um die Anlage bei den Banken, sind Ansprechpartner und versprechen Hilfe bei den Steuern. Über sie lassen sich Sparkonten bei ausländischen Banken oder auch lokalen Volks- und Raiffeisenbanken abschließen. Das Besondere: Viele der Angebote sind separat entweder gar nicht oder zumindest nicht so einfach erhältlich.
Ein Vergleich der jeweils höchsten Zinsen zeigt: Die Angebote auf Zinsportalen gehören zum Teil zu den besten überhaupt. Oft gibt es mehr als beim Direktabschluss über eine Bank:
| Zinsportal | Bank | |
|---|---|---|
| Tagesgeld Aktionszins | 3,50 % (Raisin, Startzins für 3 Monate) | 3,40 % (Consorsbank für 3 Monate) |
| Tagesgeld Standardzins | 2,30 % (Banca UBAE, Check24) | 2,70 % (Ferratum) |
| Festgeld 6 Monate | 2,60 % (European Merchant Bank, Rasin) | 2,80 % (Ferratum) |
| Festgeld 1 Jahr | 3,07 % (Banka Kovanica, Check24) | 2,80 % (Ferratum) |
| Festgeld 3 Jahre | 3,05 % (Banka Kovanica, Check24) | 3,20 % (Ferratum) |
| Festgeld 5 Jahre | 3,07 % (Banka Kovanica, Check24) | 3,05 % (abcbank) |
| Festgeld 10 Jahre | 3,35 % (Achmea Bank, Raisin) | 3,27 % (willbe) |
Wer sich immer den besten Zins sichern will, sollte die Zinsportale also im Auge behalten. Allein dort wird man aber eher nicht fündig. Das dürfte auch in Zukunft so bleiben. Schließlich nutzen viele Banken die Portale nur zum Markteinstieg. Das war etwa bei Ferratum so. Die Marke ließ sich zeitweise ausschließlich über Check24 vermarkten, ist heute dort aber nicht mehr zu finden. Hoistspar und Myntro (bisher: Rediem Capital) gab es früher nur bei Raisin. Mittlerweile findet man dort nur noch die langen Festgeldlaufzeiten der beiden schwedischen Anbieter. Die kurzen gibt es nur noch direkt bei Hoistspar und Myntro.

Schweden
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LiechtensteinDie Portale setzen je nach Bank auf verschiedene Anlageformen: Die Direktanlage auf Ihren Namen per Vollmacht und die Anlage auf einem Treuhandkonto auf den Namen der Plattform. Daraus folgen einige Besonderheiten:
Bei Treuhandkonten gibt es üblicherweise keinen Zinseszins. Raisin zum Beispiel schließt das ausdrücklich aus. Das ist ungünstig, wenn die Zinsen erst am Ende einer langen Laufzeit bezahlt werden. Dieses Problem betrifft gerade Banken mit hohen Festgeldzinsen wie die oben genannte Achmea Bank und die Banka Kovanica.
Es zeigt sich am Effektivzins. Die Achmea Bank zum Beispiel zahlt über Raisin nominal für zehnjähriges Festgeld 3,35 Prozent, effektiv aber nur 2,93 Prozent. Der Grund: Der Zins für die ursprünglich angelegte Summe liegt zwar bei 3,35 Prozent. Für die während der Laufzeit nicht ausgezahlten Erträge gibt es aber praktisch 0,00 Prozent.
Im Treuhandmodell werden die Steuern an das deutsche Finanzamt automatisch einbehalten. Üblicherweise ist auch ein Freistellungsauftrag über die Plattform möglich. Bei der Direktanlage über die Plattform gilt das nur für deutsche Banken, nicht für ausländische. Dann ist eine Angabe in der Steuererklärung nötig.
Das jeweilige Anlageland kann in jedem Fall Steuern einbehalten. Damit Sie hier nicht zu viel zahlen, sind rechtzeitig eingereichte Unterlagen nötig, meist eine steuerliche Ansässigkeitsbescheinigung, teils auch weitere Dokumente.
Die Angebote der Zinsportale beschränken sich auf Banken aus der EU. Damit ist die jeweilige nationale Einlagensicherung das entscheidende Sicherheitsmerkmal. Banken aus Ländern mit hoher Finanzkraft, zu erkennen am Rating, können das meiste Vertrauen genießen. Typischerweise stammen die Hochzins-Angebote aber eher aus Ländern mit schlechterem Rating. Die Sicherungsgrenze von 100.000 Euro je Bank und Kunde ist EU-weit einheitlich.
Im Treuhand-Modell kommt ein weiteres Risiko dazu: Die Insolvenz des Treuhänders. Davor sollten Anleger geschützt sein, weil Treuhandvermögen nach Paragraph 47 der Insolvenzordnung nicht in die Insolvenzmasse fällt. Sie können aber womöglich eine Weile nicht darauf zugreifen, falls es soweit kommt
Zinsportale bieten bei der Geldanlage Vor- und Nachteile. Sie präsentieren bislang wenig bekannte Anbieter mit oft hohen Zinsen und vereinfachen dort die Kontoeröffnung. Zugleich sind diese Angebote oft mit höheren Risiken und mehr steuerlichem Aufwand verbunden als üblich. Um die Konten zu vergleichen, sollten Sie auf den angegebenen Effektivzins oder am besten gleich auf den Ertrag zum Ende der Laufzeit achten.
In den Vergleichen von biallo.de finden Sie alle Angebote der Zinsportale neben denen der herkömmlichen Banken, sobald Sie eingeloggt sind. Hierfür genügt ein Haken unter "Anbietertyp" bei "Zinsplattformen". Die Sortierung erfolgt standardmäßig nach Ertrag.

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