Zum sechsten Mal in Folge hat die EZB ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Zinserhöhungen sind aber in diesem Jahr noch möglich. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) ändert ihre Leitzinsen wie erwartet im März nicht. Sie hält sich die Möglichkeit von Zinserhöhungen in diesem Jahr aber offen. Das ist das Ergebnis des Zinsentscheids am Donnerstag, den 19. März 2026. Hier erfahren Sie die Details zum jüngsten Zinsentscheid und warum sich Spar- und Kreditzinsen bereits nach oben bewegen.

EZB muss auf steigende Preise reagieren

Die Teuerungsrate in der Eurozone lag im Februar bei 1,9 Prozent, also praktisch genau im Zielbereich der EZB von 2,0 Prozent. Das könnte sich aber bald ändern. Schließlich hat der Krieg im Nahen Osten die Energiepreise steigen lassen. In den kommenden Monaten könnten daher auch die Verbraucherpreise insgesamt schneller steigen. Das war zuletzt etwa von einem Expertengremium zu hören, das das deutsche Wirtschaftsministerium berät. Wie das Handelsblatt berichtete, könnte sich die Teuerung in Deutschland demnach auf bis zu 3,5 Prozent jährlich beschleunigen.

Das hat auch die EZB zur Kenntnis genommen. Beim Zinsentscheid im Februar ging sie noch davon aus, dass sich die Inflation "auf mittlere Frist beim Zielwert von 2,0 Prozent stabilisiert". Jetzt hieß nur noch, man sei "entschlossen, dafür zu sorgen". Der Krieg habe "Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge". Im Basisszenario geht die EZB für 2026 jetzt von einer Jahresinflation von 2,6 Prozent aus – 2027 aber bereits wieder von 2,0 Prozent. 

Man werde die Entwicklung datenabhängig weiter beobachten. Mit der gleichmäßigen Betonung von wirtschaftlichen Risiken und Inflationsrisiken, räumt die EZB zwar die Möglichkeit von Zinserhöhungen ein, legt sich aber noch nicht fest. Würden die wirtschaftlichen Risiken überwiegen, spricht das eher gegen steigende Zinsen. Bei der Inflationsvorhersage aber, so EZB-Präsidentin Lagarde in der Pressekonferenz, überwiegen derzeit die Aufwärtsrisiken.

Sparzinsen steigen

Bereits im Laufe des letzten Jahres haben sich die Zinserwartungen geändert – weg von immer weiteren Zinssenkungen und hin zur Möglichkeit von Zinserhöhungen. Das spiegelt sich nicht zuletzt in den Tagesgeldzinsen wider, die sich bereits seit Mitte 2025 allmählich erholen. Aufwärts ging es besonders bei zeitlich befristeten Neukundenangeboten. Wer ein neues Konto eröffnet, kann sich aktuell bis zu 3,40 Prozent sichern, wie ein Blick auf die Top-Angebote von biallo.de zeigt:

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 3 Monate, Sicherheit: mind. gute Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
Produktdetails
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,40% /
85 €
Bewertung
S&P Länderrating
A+
Frankreich
Produktdetails
  • Basiszins: 0,80%
  • Aktionszins: 3,40% - gilt für die ersten 3 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,35% /
83,98 €
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Luxemburg
Produktdetails
  • Basiszins: 1,50%
  • Aktionszins: 3,35% - gilt für die ersten 3 Monate
Zum Anbieter
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,20% /
80,21 €
Bewertung
4,4/5
S&P Länderrating
A+
Frankreich
Produktdetails
  • Basiszins: 1,95%
  • Aktionszins: 3,20% - gilt für die ersten 3 Monate
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 19.03.2026

Auch beim Festgeld stiegen die Zinsen zuletzt wieder. Über ein Jahr liegt das beste Angebot von Ferratum jetzt bei 2,80 Prozent. Mit deutscher Einlagensicherung gibt es bis zu 2,70 Prozent bei der SBI Frankfurt. Den absoluten Spitzenzins zahlt derzeit willbe mit 3,30 Prozent über zehn Jahre.

Auch Kredite werden teurer

Während sich Sparer über steigende Zinsen freuen, wird es für Kreditnehmer teurer: Erstmals seit 2023 kostete eine Baufinanzierung mit zehnjähriger Zinsbindung Anfang des Jahres im Schnitt wieder fast 3,80 Prozent, wie der Biallo-Index zeigt. Nach einem kurzen Rücksetzer im Februar liegen die Zinsen jetzt schon wieder bei 3,76 Prozent. Im Einzelfall kann es natürlich weiterhin auch deutlich günstigere Konditionen geben, wie ein Blick in den Baufinanzierungsvergleich zeigt:

Biallo Baufinanzierung Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Kreditbetrag: 300.000 €, Zinsbindung: 10 Jahre, Anbieter: Alle Anbieter. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz
Bewertung
Rate
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,18%
Bewertung
3,9/5
Rate
1.402,50 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,23%
Bewertung
3,8/5
Rate
1.420,00 €
Anbieter und Produkt
Zinssatz
3,31%
Bewertung
Rate
1.440,00 €
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 19.03.2026

Kapitalmarkt treibt Verbraucherzinsen nach oben

Dass sich die Zinsen für langlaufende Festgelder und auch für Baufinanzierungen nach oben bewegen, hat mit den EZB-Zinsen nicht direkt zu tun. Entscheidender sind hier die Zinsen am Kapitalmarkt. Diese haben angesichts der unsicheren Weltlage dieses Jahr ein neues Hoch gesehen. Das zeigt etwa ein Blick auf die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Nach einem Rücksetzer Ende 2025 stieg sie zuletzt sprunghaft an:

Sollten sich die Renditen auf dem neuen Niveau einpendeln, dürfte es auch bei den längerfristigen Spar- und den Bauzinsen weiter bergauf gehen. Zinserhöhungen durch die EZB würden dagegen vor allem die Tagesgeldzinsen weiter nach oben treiben.

Schreibt seit etlichen Jahren schwerpunktmäßig über das Thema Geldanlage mit all seinen Facetten. In der Vergangenheit arbeitete er als (Finanz-) Redakteur für verschiedene Websites und Blogs (unter anderem für Check24 und Utopia.de). Seine Leser möchte er vor allem darin unterstützen, wichtige Anlageentscheidungen selbstständig zu treffen.

So verdient Ihr Geld mehr

Der Newsletter von biallo.de ist eine exzellente Entscheidung, wenn es um Ihre Finanzen geht.

Wir freuen uns darauf, Ihnen mit Ihrer Zustimmung interessante Inhalte, Empfehlungen und Werbung von uns und unseren Partnern zu schicken, die genau auf Ihre Interessen zugeschnitten sind. Um dies zu ermöglichen, analysieren wir, wie Sie unsere Website nutzen (z.B. Seitenaufrufe, Verweildauer) und wie Sie mit unseren E-Mails interagieren (z. B. Öffnungs- und Klickraten). So erstellen wir ein Nutzungsprofil, das Ihnen die relevantesten Inhalte liefert, und ordnen Sie in passende Werbezielgruppen ein. Ihre Zustimmung können Sie jederzeit widerrufen, z. B. über den Abmeldelink im Newsletter. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.