Konten & Karten

Ökobanken im Check: Was nachhaltige Girokonten kosten und leisten 

Matthias Autenrieth
Redakteur
Veröffentlicht am: 19.03.2026

Wer beim Girokonto nicht nur auf Kosten schaut, sondern auch auf die Haltung seiner Bank, hat inzwischen eine echte Auswahl. Wir zeigen, welche Angebote es gibt und wo der Unterschied zwischen echten Ökobanken und grün positionierten Produkten klassischer Institute liegt. 

Besonders „grün” sind Banken, deren Unternehmenszweck die Verbindung von Ökonomie und Ökologie ist. Diese Institute finanzieren gezielt ökologische Projekte. Zudem gibt es klare Richtlinien, was nicht finanziert wird. Dazu gehören unter anderem Atomenergie, Rüstung oder Massentierhaltung. 

Wie andere Institute benötigen auch Ökobanken Einlagen, um ihre Finanzierungen zu ermöglichen – und bieten daher klassische Finanzprodukte wie Tages-, Festgeld oder eben Girokonten. Diese sind für sich betrachtet nicht grüner als Girokonten klassischer Banken, wenn man von angebotenen Kreditkarten aus Holz oder recyceltem Meeresplastik absieht. Doch mit den Geldeinlagen werden nur ökologische Projekte finanziert. 

Girokonten von ethisch-ökologisch orientierten Banken 

Umweltbank: Einstieg mit Bonus 

Bei der Umweltbank winkt Neukunden aktuell eine Prämie von 100 Euro, eine Spende der Bank von 50 Euro an den Naturschutzbund Deutschland (NABU) sowie kostenlose Kontoführung für ein Jahr. Danach fällt eine monatliche Gebühr von 4,90 Euro an. Damit ist die Umweltbank die günstigste unter den Ökobanken im Vergleich. Zum Konto gibt es eine Kreditkarte sowie eine Girocard. Erstere ist beim Neuabschluss im ersten Jahr kostenfrei, letztere bis Ende 2026. Nach der kostenfreien Zeit berechnet die Bank für die Kreditkarte eine umsatzabhängige Jahresgebühr ab 19 Euro, für die Girocard werden neun Euro pro Jahr fällig. Mit der Kreditkarte ist das Bargeldabheben an den meisten Geldautomaten im europäischen Wirtschaftsraum kostenlos. 

GLS Bank: Der Genossenschaftsgedanke als Fundament 

Bei der GLS Bank kostet das Girokonto monatlich 5,05 Euro, die sich aus 3,80 Euro Kontoführungsgebühr und 1,25 Euro für die GLS BankCard aus Holz zusammensetzen. Dazu kommt ein sogenannter „GLS Beitrag“ von 60 Euro im Jahr, umgerechnet fünf Euro pro Monat. Dieser fällt für jeden Person einmal jährlich an, unabhängig davon, wie viele GLS-Angebote genutzt werden. Insgesamt also Kosten von 10,05 Euro monatlich. Dafür gibt es eine Girocard, mit der Abheben an fast allen Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparda-Banken kostenlos ist. Eine Kreditkarte kostet extra, hier beginnt der Preis ab 2,50 Euro monatlich. Die Preise gelten für alle über 28 Jahren, darunter kostet das Konto zwei Euro (ab 18 Jahren) beziehungsweise nichts (unter 18 Jahren). 

Ethikbank: Günstig einsteigen, teurer bleiben 

Auch die Ethikbank wirbt aktuell mit einer Neukunden-Aktion: Das Girokonto ein Jahr lang für zwei Euro monatlich, danach kostet es 8,50 Euro pro Monat, die auch Bestandskunden bezahlen. Enthalten ist eine Girocard, das Abheben an rund 14.000 Geldautomaten der Volksbanken und Raiffeisenbanken ist kostenlos. Kreditkarten kosten je nach Art extra, die Gebühren bei einem Umsatz von weniger als 4.000 Euro reichen von 25 bis 85 Euro pro Jahr; zwei Varianten sind für Neukunden ein Jahr kostenfrei. Für Menschen unter 28 Jahren ist das Girokonto kostenlos. 

Daneben gibt es auch einzelne Produkte mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Interessierten muss allerdings bewusst sein, dass sich solche Angebote unter dem Dach grundsätzlich klassischer Banken befinden, die teils auch weniger nachhaltige Projekte finanzieren. 

Girokonten mit einer ökologisch-nachhaltigen Ausrichtung 

ING: Spenden statt Kontogebühr

Das Girokonto Future der ING kostet bei einem monatlichen Geldeingang von 1.000 Euro oder für alle unter 28 Jahren einen Euro im Monat. Dieser geht als Spende an ein Förderprojekt der Organisation Share. Wer mehr spenden möchte, kann bei jeder Kartenzahlung automatisch zugunsten eines Förderprojekts aufrunden lassen. Ohne monatlichen Geldeingang von 1.000 Euro fallen neben dem einen Euro Spende noch 4,90 Euro pro Monat an. Zum Konto gibt es eine Visa-Debitkarte, mit der das Abheben an fast allen Geldautomaten in Deutschland und ab 50 Euro in der Eurozone kostenfrei ist. Eine Girocard ist für 1,49 Euro monatlich erhältlich. Mit den Einlagen auf dem Konto finanziert die ING Kredite nach ihren Nachhaltigkeitskriterien. Bis 31. März 2026 erhalten Neukunden eine Gutschrift von 100 Euro. 

DKB: Grüne Haltung ohne grünes Etikett 

Die DKB bietet kein eigens nachhaltiges Girokonto, hat aber prinzipiell einen hohen Nachhaltigkeitsanspruch an sich selbst. So schließt sie bestimmte Branchen und Geschäftsfelder von Finanzierungen aus. Das Girokonto hier ist bei einem monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro und für alle unter 28 Jahren kostenlos. Ansonsten fallen Gebühren von 4,50 Euro pro Monat an. Enthalten ist eine Visa-Debitkarte zum kostenfreien Barabheben an fast allen Geldautomaten weltweit. Eine Gircocard beziehungsweise Kreditkarte kostet 0,99 Euro beziehungsweise 2,49 Euro im Monat. 

Wenn Sie also mehr von Ihrem Girokonto erwarten als lediglich geringe Kosten, finden Sie je nach persönlichem Nachhaltigkeits-Schwerpunkt das passende Angebot – hierzu lohnt es sich, sich nochmals genau mit dem Fokus der jeweiligen Bank zu beschäftigen. 

Hinweis: Die Triodos Bank, die als Pionierin des ethischen Bankwesens in Europa gilt, ist in unserer Übersicht nicht enthalten, da sie sich aus dem deutschen Markt zurückzieht und die hiesigen Aktivitäten bis voraussichtlich 2027 einstellen wird

Über den Redakteur Matthias Autenrieth

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Nach Abschluss der Deutschen Journalistenschule und Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Zwischenstation beim Fernsehen, seitdem im Bereich Finanz- und Wirtschaftsjournalismus tätig. Dabei reichte das Spektrum von Ratgebertexten für unterschiedliche Publikumsmedien über Artikel für Fachzeitschriften bis zu Börsenberichten. Zudem unterstützte er diverse Unternehmen bei ihrer internen und externen Kommunikation. Seit 2026 in der Redaktion von biallo.de, wo sein Fokus vor allem auf dem Nutzwert für die Leserinnen und Leser.

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