Online-Bezahlsystem Paydirekt

Immer mehr Banken steigen ein

04.10.2016
Auf einen Blick

Die deutschen Banken wollen mit einem eigenen Bezahldienst das Einkaufen im Internet sicherer machen. Wie gut ist Paydirekt und wer ist dabei?

Die Sparda-Banken West, Nürnberg und Baden-Württemberg haben es bereits, bei den anderen Genossenschaftsbanken kommt es demnächst: das Bezahlsystem Paydirekt. Die Sparda-Banken sind allerdings nicht die ersten Geldhäuser, die den bankeigenen Bezahldienst für ihre Kunden freischalten. Zuvor wurde das System bereits von der Hypovereinsbank getestet und anschließend von den Geldäusern Commerzbank, Postbank, Targobank, ING-Diba und Comdirect übernommen. Die Sparkassen wollen sich ebenfalls ankoppeln, allerdings geschieht dies erst im neuen Jahr.

Paydirekt mit Sicherheitsvorteil

Paydirekt hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Bezahlsystemen: Die Nutzer begleichen ihre Online-Einkäufe direkt über ihr Girokonto, Umwege über Drittanbieter sind nicht nötig. Vorteil: Ihre Kontodaten bleiben in der Hand der Hausbank, Drittanbieter haben keinen Einblick auf Ihr Girokonto. Die Server und Datenströme laufen ausschließlich in Deutschland und unterliegen somit deutschen Gesetzen und Datenschutzbestimmungen. „Sollten Sie eine Ware nicht erhalten und der Verkäufer den Versand nicht nachweisen können, wird Ihnen der volle Betrag und die Versandkosten erstattet“, betont Joachim Wuermeling, Vorstandschef der Sparda-Banken. Zudem verkaufe Paydirekt keine Kundendaten an Dritte weiter, wie dies viele andere Zahlungsdienstleister tun.

So funktioniert Paydirekt: Um das System zu nutzen, müssen Sie sich bei einer der teilnehmenden Banken registrieren. Voraussetzung ist, dass das eigene Girokonto für Online-Banking freigeschaltet ist. Beim Online-Shopping geben Sie dann Ihren Benutzernamen und ein Kennwort in die Maske ein. Damit wird der Kauf bestätigt und das Geld direkt vom Girokonto zum Händler überwiesen. Für Kunden ist das System kostenfrei, Händler zahlen eine kleine Gebühr.

Kritik und Pluspunkte an Paydirekt

Das neue Zahlungssystem wird nur peu à peu von Händlern übernommen. Das liegt zum einen daran, dass Händler mit jeder Bank einzeln die Gebühren für die Teilnahme an Paydirekt aushandeln müssen. Das kostet Zeit und Geld. Alternativ können Händler dies einem Servicedienstleister übertragen, allerdings wird auch dieser nicht umsonst aktiv. Zum anderen ist Paydirekt auf den deutschen Markt beschränkt. Eine Firma, die ihre Waren auch in der Schweiz, Österreich oder in anderen Nachbarländern anbietet, kann Paydirekt dort nicht nutzen. Mit konkurrierenden Bezahldiensten wie Paypal geht dies aber sehr wohl.

Wichtig: Erfreuliche Einschränkungen macht das Paydirekt-System gegenüber zweifelhaften Anbietern. Online-Kriegsspiele sind ebenso vom Bezahlsystem ausgenommen wie radikale und menschenverachtende Vereinigungen, Glückspielanbieter, das Rotlichtmilieu und Spendenorganisationen ohne DZI-Siegel. Hier nehmen die deutschen Banken eine Vorreiterrolle ein.

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  Max Geißler


 
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