Bitcoin: Per Kreditkarte zum normalen Zahlungsmittel?

Kryptowährungen Bitcoin: Per Kreditkarte zum normalen Zahlungsmittel?

Tim Stockschläger
von Tim Stockschläger
15.11.2018
Auf einen Blick
  • Die meisten Bitcoin-Kreditkarten sind kostenlos und verzichten auf eine monatliche Grundgebühr.

  • Es gibt zwei Arten von Bitcoin-Kreditkarten. Die eine Variante funktioniert wie eine herkömmliche Prepaidkarte, die andere wie eine sogenannte Wallet.

  • Die Akzeptanz für Bitcoin-Kreditkarten ist groß. Viele werden überall dort akzeptiert, wo auch Visa oder Mastercard angenommen werden.
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Bitcoin – ein Begriff, der lange vielen Menschen nicht bekannt war. Seit der enormen Aufwertung im Winter 2017 und dem spektakulären Crash Anfang 2018 sind Kryptowährungen in aller Munde. Zwar konnten sich die Kurse im Sommer wieder stabilisieren, in den vergangenen Tagen gab es allerdings erneut einen deutlichen Dämpfer. Ein großes Manko: Zahlungen mit Kryptowährungen sind nach wie vor selten oder kompliziert. Als Investitionsobjekt schon länger beliebt, ist eine direkte Bezahlung nur an sehr wenigen Stellen möglich.

Die Lösung stellt die Bitcoin-Kreditkarte dar. Sie vereint die Vorteile einer Kryptowährung mit der hohen Akzeptanz von Kreditkarten. Denn alle Anbieter setzen auf die beiden Weltmarktführer Visa und Mastercard. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Wahl der richtigen Bitcoin-Kreditkarte achten müssen.

Welche Modelle von Bitcoin-Kreditkarten gibt es?

Es gibt zwei Modelle von Bitcoin-Kreditkarten, die sich grundlegend unterscheiden. Die eher einfachere Variante ist die Prepaid-Kreditkarte. Hierbei kann die Kreditkarte mit Bitcoin aufgeladen werden und der Betrag steht dann in der gewünschten Währung auf der Kreditkarte zur Verfügung. Dabei wird der Wechselkurs zu genau dem Zeitpunkt der Aufladung zu Grunde gelegt.

Dies bedeutet, dass man zwar nicht flexibel mit dieser Form der Kreditkarte auf seine Kryptowährung zugreifen kann, sondern nur über den gewählten, aufgeladenen Betrag. Andererseits kann man den Zeitpunkt der Umwandlung von Bitcoin in die gewünschte Währung frei bestimmen und somit auch den Zeitpunkt auf einen möglichst günstigen Wechselkurs legen. Es ist somit immer klar, wie viel Kryptowährung auf der Karte aufgeladen ist. Die moderne Alternative: Eine Kreditkarte, die wie ein Wallet funktioniert. Auf diese Kreditkarte wird die Kryptowährung direkt übertragen.

Die Umrechnung kann dabei je nach Anbieter unterschiedlich gehandhabt werden, wobei sich zwei Möglichkeiten durchgesetzt haben. Bei einigen Anbietern erfolgt die Umrechnung zu dem Wechselkurs in dem Moment des Kaufs. Wenn Sie also online bei Amazon einkaufen und die Kreditkarte verwenden, wird der Euro-Preis des Produkts zum aktuellen Wechselkurs umgerechnet. Andere Anbieter überlassen es dem Karteninhaber, wann er die Bitcoins umtauschen will. Sie können also auch bereits im Vorfeld einen gewissen Betrag tauschen und auf der Karte speichern. Dies kann einfach per App erfolgen.

Eine Entscheidung darüber, welche Variante für einen persönlich die sinnvollste ist, muss individuell getroffen werden und liegt sicherlich auch an der Verwendung. Beide Varianten bieten große Vorteile. Wird der Kurs sofort umgerechnet, so weiß man immer genau, wie viel Gegenwert auf der Karte ist. Somit ist diese Variante wesentlich sicherer. Die andere Variante ist riskanter, dafür aber gewinnversprechender.

Wie laden Sie eine Bitcoin-Kreditkarte auf?

Bei nahezu allen Anbietern wird die Bitcoin-Kreditkarte gleich aufgeladen. Durch die Anmeldung beim jeweiligen Anbieter bekommt man Zugang zur Wallet. An diese Wallets kann dann das Bitcoin-Guthaben gesendet werden. Jetzt gibt es die bereits oben erwähnten zwei Möglichkeiten, wie die Umwandlung funktioniert.

Zum einen gibt es Anbieter wie Wirex, bei denen das Bitcoin-Guthaben sofort zum aktuell geltenden Kurs in Euro umgewandelt wird und die Kreditkarte im Endeffekt mit Euro aufgeladen wird. Zum anderen gibt es Anbieter wie Tenx, die einen anderen Weg gehen. Bei diesen Anbietern wird die Kreditkarte sofort mit dem Krypto-Guthaben befüllt und erst im Moment des Kaufes wird das Bitcoin-Guthaben in die zu zahlende Währung umgewandelt.

So verwalten Sie Ihre Bitcoin-Kreditkarte

Alle erhältlichen Karten werden über Apps verwaltet. Das alles bedeutet, dass für die volle Nutzung der Bitcoin-Kreditkarte ein Smartphone mit der entsprechenden App benötigt wird. Diese befähigt einen, die Bitcoin-Kreditkarte in vollem Umfang zu nutzen und auch den entsprechenden Schutz, zum Beispiel durch die Benachrichtigung bei Nutzung der Kreditkarte, zu erhalten. Wie bei der Nutzung aller Banking-Apps sollte man dabei auf die Sicherheit seines Handys bedacht sein und öffentliche Hotspots meiden.

Bei einigen wenigen Anbietern wie zum Beispiel Wirex hat man zusätzlich noch die Möglichkeit, alles am Computer zu bearbeiten. Letztendlich ist die Bedienung jedoch für die App optimiert. Jede der Apps beinhaltet zum einen eine Wallet, zu der man die Kryptowährungen schicken kann und zum anderen sieht man anhand der Applikationen jederzeit, wie viel Guthaben sich auf der Karte befindet.

Letzteres ist vor allem dann interessant, wenn man die Variante gewählt hat, bei der der Währungsumtausch erst bei Bezahlung erfolgt. Denn bei dieser Option weiß man aufgrund der aktuellen Kursschwankungen sonst kaum sein genaues Vermögen. Des Weiteren bietet die Kreditkarte die Möglichkeit, diese lediglich in ihrer Grundfunktion als Wallet zu nutzen.

Ebenfalls können in der App diverse weitere Einstellungen vorgenommen werden. So kann zum Beispiel die Karte über die App vorübergehend oder dauerhaft gesperrt werden. Darüber hinaus wird sofort angezeigt, wenn die Karte verwendet wird. Das bietet Ihnen einen hohen Schutz beziehungsweise Alarm vor und bei Missbrauch. Einige wenige konventionelle Kreditkarten setzen ebenfalls auf diesen Service per App oder SMS. In Ländern wie den USA ist dieser Service aus Sicherheitsgründen bereits Standard.

Vorteile einer Bitcoin-Kreditkarte

Die Akzeptanz für Bitcoin-Kreditkarten ist groß. Viele Bitcoin-Kreditkarten werden überall dort akzeptiert, wo auch Visa oder Mastercard angenommen werden. Das gleicht eine der größten Unzulänglichkeiten von Kryptowährungen aus. Diese werden über die Kreditkarte im Handel nutzbar. Dadurch ist es möglich, in verschiedenen Geschäften, Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln so mit Bitcoin zu zahlen, ganz als gäbe man herkömmliches Geld aus.

Die meisten Bitcoin-Kreditkarten sind kostenlos. Einige kosten im Monat einen kleinen festen Betrag wie zum Beispiel 1,20 Euro. Viele Bitcoin-Kreditkarten bieten Ihnen ein Cashback-Programm an. Für die Benutzung bekommen Sie also eine Art Bonus gutgeschrieben. Dieser Cashback reicht von 0,5 bis zwei Prozent bei den verschiedenen Anbietern. Ein weiterer Vorteil ist die teilweise kostenfreie Bargeldverfügung an klassischen Geldautomaten.

Lesen Sie auch: Kostenlose Kreditkarte

Die Höhe der verfügbaren Beträge kann von 200 Euro bis 1.000 Euro reichen. Darüber hinaus werden dann Gebühren fällig. Diese sind jedoch oftmals noch geringer als die Gebühren herkömmlicher Kreditkarten und liegen bei rund zwei Euro. Drei Beispiele:

  • Die Visa-Karte von WireX ermöglicht 0,5 bis zwei Prozent Cashback.

  • Bei WireX sind Bargeldabhebungen bis 250 Euro pro Tag kostenfrei, danach fallen Gebühren von 2,25 Euro je Transaktion an.

  • Die Visa-Karte von Monaco (MCO) erlaubt bis zu 1.000 USD gebührenfrei abzuheben.

Nachteile einer Kreditkarte für Bitcoin

Die größten Nachteile einer Kreditkarte für Kryptowährungen sind zum einen die Tatsache, dass teilweise nur kleinere Beträge (teilweise nur bis 250 Euro) pro Tag kostenlos am Automaten abgeholt werden können und zum anderen, dass das Guthaben bei manchen Anbietern sofort in Euro gespeichert wird. Letzteres ist Fluch und Segen zugleich, je nachdem, wie sich die Kurse entwickeln werden.

Die Nachfrage nach Bitcoin-Kreditkarten ist jedoch ungebrochen hoch. Verbraucher wünschen einen Weg ihre Kryptowährung auch ausgeben zu können. Die Kreditkarte stellt diesbezüglich den besten Weg dar. Die Gebühren sind gering und der Umgang ist vertraut und einfach. Auch aus diesem Grund scheint die Nachfrage weiter zu steigen.

Bitcoin-Kreditkarten im Vergleich

Anbieter

Kreditkarte

Währungen

Gebühren-Kryptowährungen

Uquid

Visa

USD, EUR, GBP

kostenlos

Wirex

Visa

USD, EUR, GBP

1-2 Euro (BTC, LTC, ETH, XRP)

Bitwala

Visa

USD, EUR, GBP

Kostenlos (mehrere Kryptowährungen)

Cryptopay

Visa

USD, EUR, GBP

Kostenlos Bitcoin

Xapo

Visa

USD, EUR, GBP

kostenlos

TenX

Visa

Noch nicht verfügbar

Noch nicht verfügbar

Monaco Visa Noch nicht verfügbar Noch nicht verfügbar

Entwicklung der Bitcoin-Kreditkarten

Mit dem Vordrängen der Kryptowährung in die Gesellschaft rückte immer mehr der Wunsch in den Vordergrund, die Währung in den Alltag zu integrieren. Ein wichtiger Schritt ist dabei die Entwicklung und Etablierung einer Kreditkarte. Dabei müssen jedoch verschiedene Hürden genommen werden.

Zum einen muss man sich einer bestehenden Kreditkarte mit vielen Akzeptanzstellen anschließen, um diese bestmöglich in den Alltag zu integrieren. Zum anderen müssen verschiedene Kryptowährungen auf einer Kreditkarte vereint werden, damit man beim Besitz mehrerer Digitalwährungen nicht für jede einzelne eine Kreditkarte benötigt.

Vorerst wurde der Fokus auf die beiden größten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum gelegt. Der Wille, weitere Kryptowährungen in die Bezahlart mit Kreditkarte zu integrieren, ist jedoch vorhanden und wird ausgebaut.

Wie geht es weiter mit den Bitcoin-Kreditkarten?

Trotz des Crashs ist die Idee einer Kreditkarte für Kryptowährung längst nicht gestorben. Vielmehr wächst das Interesse weiterhin. Währungen wie Bitcoin haben sich nach dem rasanten Kurssturz zu Beginn des Jahres stabilisiert. Bisher sind dennoch nur wenige Anbieter auf dem Markt, die Liste an Interessenten ist jedoch sehr lang. Viele Unternehmen experimentieren und planen die Ausgabe einer eigenen Kreditkarte.

Das Schweizer Start-up Volinex war einst angetreten, um eine Lösung für die Wave-Crest-Problematik über Debit-Karten anzubieten. Anfang dieses Jahres musste jedoch auch Volinex die Versuche einstellen und seine Geschäfte beenden. Die Kombination aus Druck auf die Gebühren und die unsichere Regulatorik ist wie ein Minenfeld.

Das Blockchain-Start-up Decoin hingegen vermeldete erst vor wenigen Wochen einen neuen Versuch, Services wie Bitcoin-Kreditkarten und noch einiges mehr anzubieten. Decoin entwickelt eigentlich eine Börsenplattform, auf der Krypto-Anleger an den Einnahmen beteiligt werden sollen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de