Postbank-Umfrage

Weltspartag im Zinstief: Keine Ahnung, keine Zinsen

Update: 30.10.2019
Kevin Schwarzinger
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Auf einen Blick
  • Laut einer aktuellen Postbank-Umfrage lässt das Finanzwissen der deutschen Sparer zu wünschen übrig. Gefragt nach der aktuellen Zinssituation gaben die Befragten teils abenteuerliche Schätzungen ab.

  • Doch auch in Niedrig- und Strafzinszeiten können Anleger noch Rendite erwirtschaften. Es kommt nur auf das richtige Produkt an.
Deutschland gilt zwar als Land der Sparer. Doch die Postbank-Studie zeigt: Am Finanzwissen hapert es.
Igor Palamarchuk / Shutterstock.com

Der Weltspartag soll daran erinnern, wie wichtig es ist, sich ein finanzielles Polster zu schaffen. Doch in der Zeit der nicht enden wollenden Niedrigzinsen ist das alles andere als einfach, denn die Sparzinsen befinden sich seit Jahren im Keller, und daran dürfte sich in nächster Zeit auch nichts ändern.

Doch wie eine aktuelle Umfrage der Postbank zutage führt, ist diese Tatsache noch nicht bei jedem angekommen. So sollen die Befragten die durchschnittlichen Zinsen für Spareinlagen im Schnitt auf 4,6 Prozent geschätzt haben. "Dies ist eine unrealistische Schätzung. Auf Sparbuchguthaben gab es solche Zinsen zuletzt in den 1980er Jahren", erklärt Dr. Marco Bargel von der Postbank.

Zinsen, von denen man nur träumen kann

Doch es geht sogar noch unrealistischer: Bei den jüngeren Befragten zwischen 16 und 29 Jahren waren es sogar im Schnitt 9,2 Prozent pro Jahr, die es angeblich auf Spareinlagen geben soll. 15 Prozent der Befragten rechnen sogar mit mehr zehn Prozent Zinsen, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten.

Denn zwei von drei geben an, ihr Geld einfach unverzinst auf dem Girokonto zu parken. Jeder zweite spart noch mit dem klassischen Sparbuch. "Einerseits überschätzen viele die Bedeutung von Geld, andererseits interessieren sich die meisten Menschen kaum für die eigenen Finanzen und haben viel zu wenig Kenntnisse, wie sie ihr Geld anlegen und vermehren können", erklärt der Psychologe Dr. Wolfang Krüger die "recht wunderliche" Einstellung der Deutschen zum Geld. Nach einigen Jahren würden sie dafür eben die Quittung bekommen.

Fest- und Tagesgeld statt Sparbuch

Der jährliche Weltspartag ist auch ein guter Zeitpunkt, seinem geliebten Sparkassen-Sparbuch aus Kindheitstagen Ade zu sagen. Denn wer stattdessen auf ein vergleichsweise gutverzinstes Tages- beziehungsweise Festgeldkonto setzt, kann auch jetzt noch überdurchschnittliche Zinsen ergattern. Beim Tagesgeld sind aktuell bis zu 0,70 Prozent pro Jahr zu holen, so wie bei der PSA Direktbank. Die französische Renault Bank Direkt zahlt ihren Neukunden immerhin 0,50 Prozent pro Jahr – allerdings nur drei Monate garantiert.

Tagesgeld hat den Vorteil, dass Anleger – wie der Name bereits verrät – täglich über ihr Geld verfügen können. Anders bei Festgeld. Hier legen Sparer einen gewissen Betrag für eine bestimmte Anlagedauer fest an. Vorteil: Die Zinsen sind etwas höher als beim Tagesgeld. Verbraucherfreundliche Zinsen bei einer Laufzeit von zwei Jahren bieten etwa die Crédit Agricole mit 1,21 Prozent, die Isbank mit 0,80 Prozent, die Renault Bank Direkt mit 0,75 Prozent und die ABC Bank mit 0,70 Prozent pro Jahr.

Wem eine Laufzeit von zwei Jahren etwas zu lang ist, der sollte auch einen Blick auf die kurzlaufenden Festgelder werfen. Bei einer Anlagedauer von 18 Monaten bietet die Crédit Agricole 1,11 Prozent, die Kommunalkredit Invest 0,73 Prozent pro Jahr.

  • Biallo-Tipp: Wer sich von dem klassischen Sparbuch wirklich nicht trennen möchte, für den lohnt sich ein genauer Vergleich. Während die meisten Banken und Sparkassen kaum noch Zinsen aufs Sparbuch zahlen, gibt es auch Anbieter, die einen anderen Weg gehen. So bietet etwa die ABC Bank bis zu 0,50 Prozent pro Jahr auf das Sparbuch "abcSpar".

Anleger kommen heutzutage nicht mehr umhin, einen gewissen Teil ihres Vermögens in Wertpapieren anzulegen. Denn nur so können sie langfristig die Inflation schlagen und Vermögen aufbauen. Am besten geeignet sind monatliche ETF-Sparpläne auf den MSCI World Index. Der Weltaktienindex spiegelt die Wertentwicklung von rund 1.600 Unternehmen in 23 Industrienationen wider. Breiter können Anleger ihr Kapital kaum streuen.

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Laut Renditedreieck des Finanzblogs Dividendenadel konnten Anleger mit einem monatlichen Sparplan auf den Weltaktienindex in den vergangenen 15 Jahren (2009 bis 2018) eine durchschnittliche Jahresrendite von 7,4 Prozent erzielen. Aus monatlich 200 Euro wurden somit 65.000 Euro. Natürlich gibt es keine Garantie, dass das auch in den nächsten 15 Jahren so sein wird. Allerdings zeigen die vergangenen 50 Jahre, dass ETF-Sparer mit dieser Laufzeit zu jedem Einstiegszeitpunkt eine ansehnliche Rendite erzielten.

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Biallo-Tipp

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  Kevin Schwarzinger
  Sebastian Schick


 

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