Auf einen Blick
  • Findige Betrüger setzen auf den Trend “Streaming” auf und veröffentlichen diverse Webseiten mit Streaming-Angeboten von Filmen.

  • Melden Sie sich auf solch einem Portal an, starten Sie eine 5-tägige kostenfreie Testphase. Danach kostet die Nutzung mehr als 300 Euro im Jahr. Problem: Die Firmen im Impressum gibt es nicht - eine Kündigung ist unmöglich.

  • Nach der Mahnung kommen Inkasso-Rechnungen von Unternehmen, die es ebenfalls nicht gibt.
Betrügerische Streaming-Portale im Internet zocken ahnungslose Nutzer ab.

Sie möchten einen Kinofilm auf Ihrem Smartphone oder Tablet streamen und melden sich bei einem Onlineportal an, wo Sie vermeintlich kostenlos streamen können? Unseriöse Anbieter nutzen aus, dass Streamingdienste gewöhnlich Geld kosten. Doch die angeblich kostenfreien Portale von Fake-Streamingdiensten sind am Ende nicht kostenfrei, sondern bringen Ihnen jede Menge Ärger. Was viele Verbraucher nicht lesen: Sie gehen meist eine fünftägige Probemitgliedschaft ein. Danach sollen Sie jeden Monat ordentlich Geld hinlegen. Aber das Problem bei dieser Art von Portalen sitzt noch viel tiefer.

Die Webseiten locken Sie mit aktuelleren Streifen wie “Grand Budapest Hotel” oder “Fitfty Shades of Grey” an. Aber auch ältere Sachen wie James Bond-Filme, “Findet Dorie”, die Matrix-Filme oder die “Fluch der Karibik”-Reihe finden Sie in diesen Portalen. Sowohl für Erwachsene als auch für Kinder steht eine große Auswahl an Filmen bereit. Als nicht registrierte Nutzer haben Sie natürlich keinen Zugriff auf die Filme. Und wenn Sie sich anmelden, sitzen Sie bereits in der Abofalle.

Betrüger eröffnen haufenweise Streaming-Plattformen

Die eingerichteten Onlineportale richten sich vorwiegend an deutschsprachige Nutzer. Sie finden diese Art Webseiten wie movplay.de, nodePlay.de oder zumaplay.de haufenweise im Netz. Doch wie kann das sein? Und warum sehen sich die Seiten alle so ähnlich?

Wenn Sie genauer hinsehen, wird klar, dass hier Betrüger am Werk sind. Verbraucher sollen zu einem Abo verleitet werden. Wer dieses nicht bezahlt, bekommt schnell eine aggressive Zahlungsaufforderung von einem Inkasso-Büro. Und damit ist der Ärger groß. Denn bezahlen Sie, hören die Mahnungen nicht auf. Und spätestens hier wird klar, dass Sie kriminellen Machenschaften aufgesessen sind.

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Gibt es die Streaming-Portale tatsächlich?

Nein. Die Portale existieren zwar im Internet. In den meisten Fällen sind die Daten im Impressum aber ausgedacht. Teilweise werden diese auch missbräuchlich verwendet. Fakt ist, dass auch die Inkasso-Unternehmen frei erfundene Unternehmen sind. Sollten Sie also Geld überweisen, bekommen das die Betrüger direkt in die Hand.

Und dass es diese Portale nicht gibt, ist auch ein Problem. Sie können Ihre Verbraucherrechte nicht geltend machen und nicht gegen den Betreiber vorgehen. Auch eine Kündigung ist praktisch unmöglich, sodass Sie automatisch in das Mahnverfahren kommen und Post vom Inkasso bekommen. Zwischenzeitlich haben die Betrüger mithilfe eines YouTube-Videos versucht, ihre Opfer zum Zahlen zu bewegen. In dem Video wurde das Angebot der Streaming-Portale von einem vermeintlichen Rechtsanwalt scheinbar unter die Lupe genommen. Und man kam natürlich zu dem Schluss, dass die Kosten für das Jahresabo in Höhe von bis zu 359 Euro rechtens sind. Aus Verbraucherschutz-Sicht ist das natürlich völliger Quatsch.

Da die Portale immer wieder neu entstehen und auch immer wieder Verbraucher auf diesen Trick hereinfallen, hat die Verbraucherzentrale die Ermittlungsbehörden eingeschaltet.

Lesetipp: Investieren Sie nicht in Betrüger, sondern in lukrative Geldanlagen

Wie sehen die Schreiben der Streaming-Dienste aus?

Damit Sie auf die Schreiben der mysteriösen Portale nicht hereinfallen, möchten wir Ihnen zeigen, wie die Schreiben aufgebaut sind. Die Texte bezüglich des Ablaufes der Testphase klingen alle sehr ähnlich.

"Ihre 5-Tage-Testphase ist abgelaufen

Sehr geehrte(r) Herr/Frau …,Sie haben sich auf unserer Webseite am 04.05.2021 für eine 5-Tage-Testphase registriert.

Laut unseren Nutzungsbedingungen hatten Sie die Möglichkeit, Ihren Account während der gesamten Testphase aus Ihren Einstellungen zu löschen. Da Sie es nicht getan haben, wurde Ihr Account automatisch mit dem Premium-Status um 1 Jahr verlängert.

Diesbezüglich möchten wir Sie über eine offene Rechnung in Höhe von 395,88€ zzgl. MwSt pro Jahr (12 Monate zu je 32,99€) bei einer Vertragslaufzeit von 1 Jahr benachrichtigen.

Wir fordern Sie deshalb auf, die Ihnen ausgestellte Rechnung innerhalb von den nächsten 3 Arbeitstagen zu begleichen.

Bei Nichtbezahlung innerhalb der Ihnen gewährten Zahlungsfrist sind wir gezwungen, die Informationen über die nicht bezahlte Rechnung an unseren Anwalt bzw. an das Inkassobüro weiterzugeben. Danach erhalten Sie von uns ein offizielles Schreiben an Ihre Adresse.

Name: Max Mustermann
Land: Deutschland
Anschrift: Musterort , , Musterstraße 1
Telefonnummer: +49172123456
IP-Adresse: 000.000.000.00
Browser: Chrome 00.0.0000.00
Betriebssystem: Android OS 9
Internetanbieter: Telekom
Breitengrad: …
Längengrad: …

Achtung! Falls Sie aber bei der Registrierung falsche Daten angegeben haben, wird von unserem Anwalt eine Anfrage mit Ihren Registrierungsdaten an die zuständige Behörde gesendet, solchen wie die IP-Adresse, Betriebssystem, Browser, Internetanbieter usw. damit Ihre Persönlichkeit sowie Ihre Anschrift identifiziert werden können. In diesem Falle kommen auf Sie ebenso zusätzliche Kosten zu.

Um jegliche Anwalts-, Inkasso- bzw. Gerichtskosten zu vermeiden, möchten wir Ihnen ausdrücklich empfehlen, die Ihnen ausgestellte Rechnung während der dreitägigen Zahlungsfrist zu begleichen.

Einzuzahlender Betrag: 395,88€

Rechnung mit Zahlschein oder Online bezahlen
…."

In den Schreiben bauen die Betrüger Druck auf, indem sie scheinbar Ihre Daten nennen. Lassen Sie sich davon nicht unter Druck setzen. Folgende Streaming-Dienste sind uns schon bekannt. Sollten Sie auf ein anderes Unternehmen gestoßen sein, teilen Sie uns die Webadresse bitte per E-Mail an hinweis@biallo.de mit oder leiten Sie die Mahnung an uns weiter.

  • beroplay.de (BERO LIMITED, info@beroplay.de, Telefon: +4915222458981)
  • bestusenet.de (USENET SERVICES LIMITED, info@bestusenet.de, Telefon: +49678280996101)
  • bibplay.de (ABACO FILMS LTD, info@bibplay.de, Telefon: 067828099610)
  • didplay.de (DID SERVICES LTD, Telefon: 067828099610, info@didplay.de)
  • dodplay.de (DODAN LIMITED, info@dodplay.de, Telefon: 03062931157)
  • dooplay.de (DOOH MEDIA LIMITED, info@dooplay.de, Telefon: 03062931157)
  • donplay.de (DONS MEDIA LTD, info@donplay.de, Telefon: 03062931157)
  • doxplay.de (DOX LIMITED, info@doxplay.de, Telefon: 03062931157)
  • duduPlay.de (DUDU MEDIA LTD, info@duduplay.de, Telefon: 03062931157)
  • movplay.de (MEDIA MOVING LTD, info@movplay.de, Telefon: 03062931157)
  • ninoplay.de (NINO LIMITED, info@nninoplay.de, Telefon: 076723899505)
  • nodePlay.de (NODE BAY LTD, info@nodeplay.de, Telefon: 03062931157)
  • playgomo.de (GOMO LIMITED, info@playgomo.de, Telefon: 076723899505)
  • playgus.de (GUSTO MEDIA LTD, info@playgus.de, Telefon: 076723899505)
  • playton.de (TONALITY MEDIA LTD, info@playton.de, Telefon: 076723899505)
  • playtum.de (TUM LIMITED, info@playtum.de, Telefon: 076723899505)
  • playmet.de (MET MEDIA LIMITED, info@playmet.de, Telefon: 076723899505)
  • playvox.de (VOX MEDIA LIMITED, info@playvox.de, Telefon: 020185792679)
  • yoplay.de (YOMEDIA LIMITED, info@yoplay.de, Telefon: 020185792679)
  • zumaplay.de (zumaplay.de, info@zumaplay.de, Telefon: 03062931157)

Folgende Betreffzeilen tauchen in den E-Mails immer wieder auf.

Betreffzeilen:

  • VERTRAGSVERLÄNGERUNG! Zahlungserinnerung/Mahnung
  • Zahlungserinnerung/Mahnung
  • Verzichtsangebot Ihrer offenen Rechnung
  • Ihre 3-Tage-Testphase ist abgelaufen!

Inkasso-Zahlungsaufforderung folgt zeitnah

Bezahlen Sie die Rechnung nicht, folgt relativ zeitnah die Zahlungsaufforderung von einem Inkasso. Wie bereits erwähnt, sind auch diese Firmen ausgedacht beziehungsweise werden die Daten missbraucht. Die Zahlungsaufforderungen haben einen relativ aggressiven Ton. Es wird gleich mit Anwalts-, Inkasso- und Gerichtskosten gedroht.

Und natürlich handeln die Inkasso-Unternehmen im Auftrag der Firmen, welche Sie zuvor angeschrieben haben. Dabei wechseln auch die Inkasso-Firmen ihre Namen, wie manch anderer seine Unterwäsche. Die zuletzt aktiven Firmen waren:

  • ABBAND LTD, 72 Gawber Road, Barnsley, United Kingdom, S75 2AN, Telefon: 03062931579, info@abban-inkasso.eu
  • AERN SOLUTIONS LTD, PO Box PO19 7JR, Care Of Taxassist Accountants, 116 The Hornet, Chichester, West Sussex, United Kingdom, PO19 7JR, E-Mail: info@aern-inkasso.eu
  • ASTON LIMITED, 323 Caledonian Road, London, N1 1DR, Telefon: +49 152 0136-2518, E-Mail: info@aston-inkasso.eu, www.aston-inkasso.eu
  • BARRA LIMITED, 96 South Street, Romford, Essex, England, RM1 1RX P, Telefon: 03062931579, E-Mail: info@barra-inkasso.eu
  • BYLE'S OF HYDE LIMITED, 1b The Hollins, Marple, Stockport, Cheshire, England, SK6 6AY, E-Mail: info@byle-inkasso.eu
  • ELTON LTD, Kemp House, 160 City Road, London, United Kingdom, EC1V 2NX, Telefon: 076723899505,  E-Mail: info@elton-inkasso.eu
  • EVERLY BIDCO LIMITED, 10th Floor 123 Victoria Street, London, United Kingdom, SW1E 6DE, E-Mail: info@everly-inkasso.eu
  • Harper Limited, 14 High Street, Cobham, Surrey, KT11 3DY, Telefon: 015201362518, E-Mail: info@harper-inkasso.eu
  • MAC FLY LTD, 49 Rainford Road, Billinge, Wigan, England, WN5 7PG, Telefon: +49 152 0136-2518, E-Mail: info@macfly-inkasso.eu
  • MERCUS TRADING LIMITED, 7 Devonshire Square (Ref: Ra2), London, United Kingdom, EC2M 4YH,Telefon: 015201362518, E-Mail: info@mercus-inkasso.eu
  • PARKER LIMITED, 9 Wellington Road, Newark, England, NG24 1NJ,+49 152 0136-2518, info@parker-inkasso.eu
  • RICKEY BUSINESS LTD, Daniel Consultancy, Morritt House, 54-60 Station Approach, South Ruislip, Ruislip, England, HA4 6SA, E-Mail: info@rickey-inkasso.eu, Telefon: 015201362518
  • Willow Limited, 32 Bedford Row, London, United Kingdom, WC1R 4HE, Telefon: 015201362518, info@willow-inkasso.eu
  • WYATT LIMITED, Paddock Cottage Nantmawr, Oswestry, Oswestry, Shropshire, England, SY10 9HL, Telefon: +49 152 0136-2518, info@wyatt-inkasso.eu

Hier sind uns folgende Betreffzeilen bekannt.

Betreffzeilen:

  • Pfändungstermin am … um … Uhr
  • Letzte Zahlungsaufforderung vor Klage!
  • Letzte Zahlungsaufforderung vor Mahnverfahren!
  • Letzte Zahlungsaufforderung vor Pfändung!
  • Letzte Mahnung – INKASSO GMBH & CO LTD
  • Letzte Mahnung vor gerichtlichem Mahnverfahren!
  • Letzte Mahnung vor Übergabe an das Inkassobüro
  • Letzte Mahnung!
  • 1. Mahnung
  • 1-Mahnung!
  • Erste Inkasso Mahnung!
  • Zweite Mahnung!
  • Dritte Mahnung!
  • Forderung aus Vertrag über vom …, Rechnung vom …

Manchmal werden Sie von diesen Inkasso-Unternehmen auch wegen einer angeblichen Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung angeschrieben. In der Regel haben die Inkasso-Firmen ihren Sitz in England.

Sind die Inkasso-Forderungen berechtigt?

Sie können sogar allein herausfinden, ob die Forderung berechtigt ist, selbst wenn Sie sich einmal unsicher sind. Nehmen Sie unseren Ratgeber zu den Inkasso-Briefen zu Hilfe. In der Regel sind die Inkasso-Unternehmen aber nicht berechtigt, diese Forderungen einzutreiben.

Auch die Ihnen angedrohten Zwangsmaßnahmen sind nicht ohne Weiteres durchsetzbar. Dafür muss ein bestimmtes Vorgehen eingehalten werden. Unter anderem gehört dazu ein Antrag beim Mahngericht, eine Anhörung des von der Maßnahme betroffenen und dann ein Beschluss von einem Gericht. Da es sich hierbei um eine Amtshandlung handelt, darf diese auch nicht von einem Inkasso-Unternehmen durchgeführt werden.

Wie sollen Sie auf die E-Mails reagieren?

Am besten reagieren Sie gar nicht. Denn da es sich um kein existierendes Unternehmen oder einen Datenmissbrauch handelt, ist das eindeutig Betrug. Überweisen Sie kein Geld, wenn Sie die Inkasso-Forderungen erhalten. Da diese Schreiben immer wieder bei Ihnen landen werden, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen oder einschüchtern. Selbst wenn die Webseiten der Inkasso-Unternehmen professionell wirken, ist dies nur der äußere Schein.

Was Sie tun können? Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei. Das können Sie mittlerweile auch online tun.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Rufen Sie niemanden an und schreiben Sie auch keine E-Mail an irgendeine angegebene Adresse. Vereinbaren Sie auf keinen Fall eine Ratenzahlung – weder telefonisch noch schriftlich. Sind Sie einmal in die Falle getappt, lassen Sie die Kriminellen so schnell nicht wieder gehen. Selbst wenn der Ton rauer werden sollte und Sie mit Anrufen genervt werden. Lassen Sie sich nicht mürbe machen.

Wichtig ist, dass Sie kein Geld an diese Kriminellen überweisen. Wimmeln Sie die Anrufe ab oder legen Sie einfach auf. Informieren Sie auch ältere Mitmenschen über diese Masche.

Helfen Sie Biallo und anderen Lesern

Sie haben auch so ein Schreiben von einem Streamingportal beziehungsweise einem Inkasso-Unternehmen bekommen? Das Unternehmen ist noch nicht in unserer Liste genannt? Dann leiten Sie uns das Schreiben bitte an hinweis@biallo.de weiter. Nur so können wir unsere Leser schnell vor neuen Gefahren warnen.

Übrigens: Sollten Sie einmal einen günstigen Ratenkredit benötigen, macht biallo.de den Vergleich für Sie. Wir verraten Ihnen auch, worauf es bei einem Ratenkredit ankommt. Außerdem finden Sie bei uns eine Übersichtseite zum Thema Kredit.




  Franziska Baum

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