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DeutschlandAuf einen Blick
Sie sind auf der Suche nach der großen Liebe und möchten Ihr Glück im Internet versuchen? Damit sind Sie in bester Gesellschaft: Mehr als die Hälfte aller neuen Partnerschaften beginnt heute digital. Doch während Sie auf Schmetterlinge im Bauch hoffen, kalkulieren einige Anbieter und Betrüger eiskalt mit Ihrem Wunsch nach Zweisamkeit.
Hinter glänzenden Fassaden und Erfolgsversprechen lauern oft Knebelverträge, versteckte Gebühren und perfide Betrugsmaschen. In diesem Ratgeber decken wir die gängigsten Fallen bei Online-Partnerbörsen auf. Wir erklären Ihnen Ihre Rechte nach den aktuellen BGH-Urteilen und zeigen Ihnen, wie Sie dubiose Profile entlarven, bevor finanzieller Schaden entsteht.
Viele Portale locken Sie mit preiswerten Einstiegsangeboten – etwa einer Testphase für nur 1,99 Euro für wenige Tage. Doch was oft nur im Kleingedruckten steht: Wenn Sie nicht innerhalb dieser kurzen Frist kündigen, wandelt sich der Testzugang automatisch in ein teures Langzeit-Abo um.
Worauf Sie achten sollten:
Ein klassisches Ärgernis: Sie widerrufen Ihre Premium-Mitgliedschaft fristgerecht innerhalb von 14 Tagen. Der Anbieter bestätigt den Widerruf, verlangt aber plötzlich hundert Euro "Wertersatz" für bereits erbrachte Leistungen wie den Persönlichkeitstest oder die ersten Partnervorschläge.
Früher berechneten Portale diese Kosten oft auf Basis der "garantierten Kontakte". Wer in zwei Tagen bereits zehn Nachrichten geschrieben hatte, sollte oft bis zu 75 Prozent des Jahresbeitrags zahlen. Der BGH hat dieser Praxis einen Riegel vorgeschoben.
Das bedeutet für Sie:
Der Wertersatz darf nur noch zeitanteilig berechnet werden. Die Formel lautet:
Wenn Ihr Abo 600 Euro pro Jahr kostet, entspricht das einem Tagessatz von etwa 1,64 Euro. Widerrufen Sie nach drei Tagen, schulden Sie dem Portal also weniger als 5 Euro – völlig egal, wie viele Nachrichten Sie in dieser Zeit verschickt haben.
Die wichtige Ausnahme: Eine Ausnahme gibt es allerdings. Sollte der Vertrag ausdrücklich festlegen, dass bestimmte Einzelleistungen – zum Beispiel ein Starterpaket oder eine Analyse – direkt zu Beginn vollständig erbracht und zu einem gesonderten, getrennt zu zahlenden Preis abgerechnet werden, darf das Portal diesen Betrag unter Umständen voll einfordern. Das gilt jedoch nur, wenn dieser Preis im Vertrag klar und getrennt vom restlichen Abonnement ausgewiesen ist.
Hinter besonders attraktiven Profilen stecken leider oft keine echten Singles, sondern bezahlte Mitarbeiter des Portals. Diese sogenannten "Controller" oder "CUser" haben nur ein Ziel: Sie in lange, kostenpflichtige Dialoge zu verwickeln. Ein echtes Treffen ist bei diesen Profilen vertraglich ausgeschlossen.
So entlarven Sie die Fake-Masche:
Die gefährlichste Falle ist das Lovescamming (Romance Scamming). Hier geht es nicht um versteckte Abo-Gebühren, sondern um den Diebstahl Ihres Ersparten. Die Täter bauen über Wochen eine enorme emotionale Abhängigkeit auf, bevor sie nach Geld fragen.
Die typischen Warnsignale:
Biallo-Tipp: Überweisen Sie niemals Geld an jemanden, den Sie nicht persönlich getroffen haben! In dieser Biallo-News erfahren Sie mehr über die Maschen:
Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir vier Marktführer detailliert analysiert. Jedes Portal verfolgt einen eigenen Ansatz – mit unterschiedlichen Konsequenzen für Ihren Geldbeutel.
Parship setzt auf ein wissenschaftliches Matching-Verfahren. Mit rund 5 Millionen Mitgliedern ist die Auswahl enorm groß.
Achten Sie auf Sonderangebote.
ElitePartner prüft jedes Profil händisch und richtet sich an ein niveauvolles Publikum mit hohem Bildungsgrad.
LemonSwan ist der Geheimtipp für faire Konditionen und wurde als Service-Testsieger ausgezeichnet.
Wer lieber selbst sucht, statt sich auf Algorithmen zu verlassen, ist bei LoveScout24 richtig.
Lassen Sie sich die Freude an der Partnersuche nicht nehmen, aber bleiben Sie wachsam. Nutzen Sie die umgekehrte Bildersuche für Fotos und bestehen Sie auf einen Video-Chat. Wenn Sie doch in eine Abo-Falle getappt sind: Widerrufen Sie sofort und fordern Sie Wertersatz nur zeitanteilig. Sollten Sie auf einen Betrüger hereingefallen sein, ist es wichtig, dass Sie Anzeige erstatten.
Sobald Sie den richtigen Partner gefunden haben, finden Sie bei uns weiterführende Themen – vom fairen Gemeinschaftskonto bis hin zu rechtssicheren Vereinbarungen im Ehevertrag.
Sind Sie schon einmal auf ein Fake-Profil gestoßen oder hatten Sie Probleme mit einer Kündigung? Berichten Sie uns von Ihren Erlebnissen unter redaktion@biallo.de.
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