Arbeitslosengeld
  • So viel Arbeitslosengeld bekommen Sie
  • Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen
  • Leicht nachvollziehbarer Berechnungsweg
Rolf Winkel
Rolf Winkel
Arbeitslosengeld I gibt es für ältere Arbeitnehmer bis zu 24 Monate.

Das Arbeitslosengeld (Alg) bietet Ihnen bei Verlust der Arbeit eine soziale Absicherung. Dabei handelt es sich um eine Leistung der Arbeitslosenversicherung, die ihr Einkommen ersetzt. Das Alg unterscheidet sich vom sogenannten Arbeitslosengeld 2, das der Grundsicherung von Erwerbsfähigen dient. In der Umgangssprache wird das Arbeitslosengeld auch deswegen Alg 1 genannt. Wir haben für Sie die wichtigsten Merkmale des Arbeitslosengeldes zusammengefasst und mit unserem Rechner können Sie die voraussichtliche Höhe bestimmen.

Arbeitslosengeld: Basis-Informationen

Die Agentur für Arbeit zahlt nach Prüfung Arbeitslosengeld, wenn folgende Bedingungen zutreffen:

  • sie sind arbeitslos
  • sie haben sich bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet und
  • sie haben die Anwartschaftszeit erfüllt


Bei der Höhe des Arbeitslosengeldes sind für die Agentur für Arbeit folgende Kriterien von Bedeutung:

  • das beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das Sie in der letzten Beschäftigung vor Entstehung Ihres Leistungsanspruches zuletzt durchschnittlich erzielt haben
  • das Vorhandensein eines Kindes im Sinne des Einkommensteuergesetzes die zu berücksichtigende Lohnsteuerklasse.


Das Arbeitslosengeld wird pro Kalendertag berechnet (Tagesbetrag) und wird bei einem vollen Kalendermonat mit 30 Tagen angesetzt.

Das klassische Arbeitslosengeld ("Arbeitslosengeld 1") wird in der Regel für zwölf Monate gezahlt - ab dem 50. Lebensjahr steigt es auf eine Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten. Das Arbeitslosengeld beträgt bei Antragstellern ohne Kinder 60 Prozent des Einkommens - wer Kinder hat, bekommt 67 Prozent vom letzten Nettogehalt. Mit dem Arbeitslosengeldempfang ist auch die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung sichergestellt.

Nach Versicherungspflichtverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt mindestens ... MonatenNach Vollendung des ... Lebensjahres... Monate Arbeitslosengeld
126
168
2010
2412
305015
365518
485824

Was versteht man unter einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld?

In bestimmten Fällen wird kein Arbeitslosengeld ausgezahlt, weil eine Sperrzeit verhängt wurde. Das ist vor allem der Fall, wenn

  • wenn der Antragsteller die Arbeitslosigkeit selbst grob fahrlässig herbeigeführt hat.
  • wenn mit dem letzten Arbeitgeber ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde.
  • wenn eine Maßnahme der beruflichen Fort- und Weiterbildung abgebrochen oder nicht angetreten wird.
  • wenn eine zu späte Meldung der Arbeitslosigkeit erfolgt.


Gesperrt werden kann der Bezug von Arbeitslosengeld bis zu mehreren Wochen - bei mehr als 21 Wochen Sperrzeit entfällt der Anspruch auf Arbeitslosengeld insgesamt.

Tipp: Arbeitslosigkeit rechtzeitig melden

Arbeitnehmer müssen sich unmittelbar arbeitslos melden, wenn die Arbeitslosigkeit bekannt wird, etwa nach der Kündigung. Die Meldung muss 3 Monate vor Ablauf des Arbeitsverhältnisses erfolgen, wenn Sie nicht erst später davon erfahren – in dem Fall müssen Sie sich binnen drei Tagen arbeitslos melden.

Ist die finanzielle Situation des Antragstellers beim Arbeitslosengeld entscheidend?

Grundsätzlich wird das Arbeitslosengeld I unabhängig von Ihrer persönlichen finanziellen Situation gezahlt. Vermögen wie auch Tagesgeld oder Festgeld müssen nicht angegeben werden und beeinflussen den Antrag nicht. Umgekehrt erhöhen finanzielle Verpflichtungen – etwa aus einem Ratenkredit oder einer Baufinanzierung – die Leistungen auch nicht, weil die sich am letzten Einkommen bemessen.

Hinzuverdienst

Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, dürfen Sie etwas dazuverdienen - das Nebeneinkommenmussaber in jedem Fall der Agentur für Arbeit gemeldet werden und die Arbeitszeit muss unter 15 Stundenwöchentlich liegen. Bei einem Zusatzverdienst von bis zu 165 Euro erfolgt keine Anrechnung auf das Arbeitslosengeld – ein höherer Zuverdienst wird abgezogen. Wer sich privat gegen das Risiko einer Arbeitslosigkeit mit einer privaten Arbeitslosenversicherung abgesichert hat, kann die Versicherungsleistung ohne Anrechnung auf das Arbeitslosengeld erhalten.

Steuerfrei – oder doch nicht?

Arbeitslosengeld wirdsteuerfrei ausgezahlt, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass es den Steuersatz für das übrige Einkommen im Kalenderjahr erhöht. Dadurch erhöht das Arbeitslosengeld insgesamt natürlich den Steuersatz.

Ein Beispiel: Familie Müller hat zusammen ein zu steuerndes Einkommen von 60.000 Euro, für das 11.434 Euro Steuern und Solidaritätszusschlag fällig werden – ein Durchschnittssatz von 19,05 %. Bei 1.000 Euro Arbeitslosengeld über zwölf Monate legt das Finanzamt dann für die 60.000 Euro den Steuersatz zugrunde, der bei 72.000 Euro erreicht wäre – das sind 21,61 Prozent., was zu einem Anstieg der zu zahlenden Steuer auf 12.966 Euro führt. Auf die 12.000 Euro Arbeitslosengeld werden mittelbar als rund 1.500 Euro Steuern fällig.

Arbeitslosengeld kann nicht mit weiteren Sozialleistungen „kombiniert“ werden

Beim Bezug folgender Sozialleistungen ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld ganz oder teilweise:

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