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Die Festgeldzinsen steigen seit letzter Woche für alle Laufzeiten deutlich. Auch mit kurzer Laufzeit und deutscher Einlagensicherung sind jetzt drei Prozent möglich.
Bei den Festgeldzinsen gibt es gerade so viel Bewegung wie seit Jahren nicht. Seit Mitte des Monats steigen die Zinsen über alle Laufzeiten hinweg deutlich an. Hier erfahren Sie, welche Anbieter jetzt pro Laufzeit die bundesweit höchsten Zinsen zahlen und warum die Zinsen weiter steigen dürften.
Dass es beim Festgeld wieder aufwärts geht, ist nicht neu. Je nach Laufzeit steigen die Zinsen schon seit bald einem Jahr – allerdings sehr langsam. Seit Mitte des Monats hat sich der Zinsanstieg aber beschleunigt. Das betrifft alle Laufzeiten:
Um drei Prozent Festgeldzinsen zu bekommen, war vor einigen Monaten noch eine Laufzeit von zehn Jahren nötig. Jetzt gibt es diese Zinsen auch für kurze Laufzeiten – und das sogar mit deutscher Einlagensicherung, etwa bei der Bank of Scotland. Bei längeren Laufzeiten bietet der Vermögensverwalter willbe die höchsten Zinsen: Über vier, fünf, sechs und zehn Jahre gibt es nach Biallo-Daten derzeit kein höher verzinstes Festgeld in Deutschland.
| Laufzeit | Durchschnittszins p. a. | Bester Zins p. a. (bundesweit) |
| 3 Monate | 1,28 % | 2,80 % (Ferratum) |
| 6 Monate | 1,42 % | 3,00 % (Sparda Bank Nürnberg) |
| 1 Jahr | 1,63 % | 3,00 % (Bank of Scotland) |
| 2 Jahre | 1,74 % | 3,00 % (Ferratum) |
| 3 Jahre | 1,87 % | 3,20 % (Ferratum) |
| 5 Jahre | 2,06 % | 3,08 % (willbe) |
| 10 Jahre | 2,42 % | 3,35 % (willbe) |
Auch einige regionale Banken haben zuletzt ihre Zinsen deutlich erhöht. So zahlt beispielsweise die Kreissparkasse Schlüchtern auf ihr Festgeld jetzt ab fünf Jahren Laufzeit drei Prozent Zinsen. Den deutschlandweit besten Festgeldzins über ein halbes Jahr gibt es bei der Sparda-Bank Nürnberg. Dieses Angebot hat allerdings einen Haken: Es gilt nur für neue Kunden, die kurz vorher ein Girokonto dort eröffnet haben.
Ein wichtiger Grund für den jüngsten Zinssprung dürfte der Krieg in Nahost sein, der hierzulande unter anderem zu wachsenden Inflationssorgen führt. An den Finanzmärkten sind zu Monatsbeginn die Anleihenrenditen sprunghaft gestiegen. Auf solche Entwicklungen reagieren die Festgeldzinsen meist etwas verzögert und langsamer. Kürzlich haben die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen dann auch die Drei-Prozent-Marke überschritten – erstmals seit 2011. Damit dürften auch die Festgeldzinsen in den kommenden Wochen weiter steigen, wahrscheinlich aber etwas langsamer als zuletzt.
Für Anlegerinnen und Anleger heißt das: Es dürfte sich weiterhin lohnen, die Zinsen im Blick zu behalten und besonders lange Laufzeiten nicht vorschnell abzuschließen.

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