Aktie der Woche 

McDonald’s Aktie: Einstieg nach 20 Prozent Minus?

Luis Ropero
Social Media & Videocreator
Andreas Jalsovec
Redakteur
Veröffentlicht am: 09.10.2026

McDonald's ist das bekannteste Restaurant der Welt – und eines der profitabelsten Unternehmen überhaupt. Trotzdem hat die Aktie seit Jahresanfang mehr als 20 Prozent verloren. Knausrige Verbraucher und der harte Wettbewerb setzen dem Konzern zu. Eine Chance für Anleger?

Es sieht aus wie ein Restaurant, es riecht nach Restaurant und es schmeckt auch so. Doch eigentlich ist McDonald's: einer der größten Immobilienkonzerne der Welt. Dem Unternehmen gehören die Grundstücke unter den Tausenden von Filialen. McDonald’s vermietet sie an seine Franchisenehmer. Hinzu kommen Lizenzgebühren der Restaurantbetreiber. McDonald's selbst kassiert also – egal, ob das Restaurant voll oder leer ist. Das macht den Burger-Brater so profitabel.

Trotzdem hat die Aktie zuletzt Federn gelassen. In unserer Reihe "Aktie der Woche" vergleichen wir den Platzhirsch unter den Schnellrestaurants mit anderen Gastro-Konzernen. Und stellen die Frage: Ist der aktuelle Kursrückgang eine Einstiegschance für Anlegerinnen und Anleger?

Bei der "Aktie der Woche" bewertet Börsenexperte Luis Ropero wöchentlich die Aktien von Unternehmen, die die Märkte bewegen. Aktuell: die Pharma-Branche. Das Ergebnis fasst er in einem Kurzvideo auf Instagram zusammen.

 

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Das Geschäft: Magerkur beim Umsatz

Im ersten Quartal 2026 lief’s noch gut: Umsatz plus neun Prozent, Gewinn über den Erwartungen, Aktie an der Spitze des Dow Jones. Doch dann schwächelte McDonald's: Im zweiten Quartal verfehlte der Konzern die Prognosen – der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen zwar um sechs Prozent, doch die Gästezahlen waren bescheiden.

Der Grund: Verbraucher in den USA und Europa halten ihr Geld zusammen. McDonald's gehört zu den günstigsten unter den großen Fast-Food-Ketten. Doch auch der Burger-Konzern spürt, dass Menschen seltener auswärts essen. Dazu kommt ein härterer Wettbewerb durch Lieferdienste und billige Eigenmarken der Supermärkte. Das Rezept, das Konzernchef Chris Kempczyk dagegensetzt: günstigere Menüs, mehr Aktionen, eine stärkere App.

Der Vergleich: McDonald's gurkt hinterher

Wie steht McDonald’s im Vergleich da? Wir ziehen dafür gut ein Dutzend wichtige Unternehmenskennzahlen heran und erstellen so ein Ranking der Vergleichsgruppe (siehe auch Fragen und Antworten am Ende des Artikels). In unserer Gastro-Vergleichsgruppe messen wir McDonald's an Yum! Brands, Restaurant Brands International, Domino's Pizza und Starbucks. McDonald’s landet mit sieben von 13 möglichen Punkten im hinteren Mittelfeld (siehe Grafik).

Das Ergebnis der Vergleichsgruppe

Quelle: Marketscreener, eigene Berechnungen; Grafik: biallo.de

Die Analyse: Fette Rendite, dünnes Wachstum

McDonald's hat eine branchenweit einzigartige Stärke: Die Gewinnspanne von 47 Prozent (siehe Grafik unten). Sie ist die höchste der gesamten Vergleichsgruppe: Fast die Hälfte des Umsatzes bleibt als Betriebsgewinn hängen. Hier macht sich das Franchise-Modell in Zahlen bemerkbar. Auch die Krisenfestigkeit ist beeindruckend: Der maximale Gewinnrückgang der vergangenen fünf Jahre liegt bei null Prozent. Die Gewinne sind so stabil wie bei keinem anderen Unternehmen in der Gruppe.

Das Problem ist der Umsatz: Das erwartete Umsatzwachstum ist das schwächste der Gruppe. Der gesättigte Markt und die Zurückhaltung der Verbraucher machen sich bemerkbar. Auch die Eigenkapitalquote ist negativ. Allerdings hat sich der Konzern massiv verschuldet, um Aktien zurückzukaufen und Dividenden zu zahlen. Das ist also kein Krisensignal, sondern eine bewusste Strategie.

McDonald’s in Zahlen: Top bei Gewinn und Krisenresistenz

Quelle: Marketscreener, eigene Berechnungen; Grafik: biallo.de

Die Aktie: Anleger auf Diät

Die McDonald's-Aktie notiert aktuell bei knapp 237 US-Dollar (Stand 9. Oktober 2026). Das liegt gut 20 Prozent unter dem Kurs vom Jahresanfang (siehe Chart). So niedrig war der Kurs zuletzt vor vier Jahren. Die Dividendenrendite liegt derzeit bei knapp drei Prozent. McDonald's hat seine Ausschüttungen seit über 45 Jahren ununterbrochen erhöht – ein starkes Signal für Dividendenanleger.

McDonald's-Aktie: Deftiger Rücksetzer

Quelle: Marketscreener; Kurs in US-Dollar, Stand 09.10.2026

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17 auf Basis des erwarteten Gewinns ist McDonald's günstiger bewertet als Starbucks oder Yum! Brands. Das KGV ist derzeit historisch niedrig. Die Aktie ist so günstig bewertet wie seit zehn Jahren nicht mehr. Für Anleger kann das eine Einstiegschance sein.

Das Fazit: Hausmannskost zum Schnäppchenpreis

Die Zahlen zeigen: McDonald's ist kein Wachstumswert. Aber der Konzern ist einer der profitabelsten und krisenfestesten der Welt. Wer auf eine verlässliche Dividende und ein bewährtes Geschäftsmodell setzt, bekommt die Aktie nach dem Kursrückgang zu einem Schnäppchenpreis. Das schwache Umsatzwachstum und die Sparlaune der Verbraucher sind die größten Risiken.

Die McDonald's-Aktie eignet sich für: Anlegerinnen und Anleger, die auf ein krisenfestes Geschäftsmodell mit hoher Gewinnspanne und verlässlich wachsender Dividende setzen.

Die McDonald's-Aktie eignet sich weniger für: Anleger, die starkes Umsatz- oder Gewinnwachstum suchen – das bietet McDonald's derzeit nicht.

McDonald's: Fragen und Antworten

Wie ist McDonald's entstanden?

McDonald's wurde 1940 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald in San Bernardino, Kalifornien, als einfaches Burger-Restaurant gegründet. Der eigentliche Architekt des Weltkonzerns war Ray Kroc – ein Milchshake-Maschinenvertreter, der die Brüder 1954 besuchte, von ihrer effizienten Küche begeistert war und das Franchise-System aufbaute. 1961 kaufte Kroc die Rechte für 2,7 Millionen Dollar. Heute ist McDonald's mit über 40.000 Filialen in mehr als 100 Ländern das größte Restaurantunternehmen der Welt.

Was macht McDonald's so profitabel? 

Das Geheimnis liegt im Franchise-Modell. Rund 95 Prozent aller McDonald's-Restaurants gehören unabhängigen Franchisenehmern – McDonald's selbst besitzt oft das Grundstück und die Immobilie und vermietet diese an die Restaurantbetreiber. Dazu kommen Lizenzgebühren. Damit verdient McDonald's Geld, egal, wie gut oder schlecht das einzelne Restaurant läuft. Das erklärt die außergewöhnlich hohe Gewinnspanne von fast 47 Prozent.

Warum ist die Eigenkapitalquote negativ? 

Das klingt beunruhigend – ist aber bei McDonald's eine bewusste Strategie. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren massiv Aktien zurückgekauft und hohe Dividenden gezahlt, was das Eigenkapital rechnerisch ins Negative gedrückt hat. Das ist kein Zeichen finanzieller Schwäche, sondern zeigt, dass McDonald's so viel Geld verdient, dass es dieses lieber an Aktionäre zurückgibt, als es im Unternehmen zu behalten.

Wie sehen die Kennzahlen für McDonald's im Detail aus?

Für die Aktie der Woche analysieren wir jedes Unternehmen anhand einer Reihe wichtiger Unternehmenskennzahlen (siehe auch die folgende Frage). Die Daten-Übersicht für McDonald's:

KennzahlWertPlatz im Vergleich
Umsatzwachstum¹6,96 %4
Erwartetes Umsatzwachstum²0,61 %5
Gewinnwachstum¹12,60 %2
Erwartetes Gewinnwachstum²5,01 %5
EBIT-Marge³47,00 %1
EBIT-Margenwachstum³3,83 %5
EBIT-Drawdown³0,00 %1
Eigenkapitalquote−3,00 %2
Eigenkapitalrendite−490,89 %5
Kapitalrendite24,11 %3
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)⁴17,063
¹ Durchschnitt 2021–2025; ² Prognose 2026–2029; ³ EBIT-Marge = Verhältnis des Betriebsgewinns zum Umsatz; EBIT-Drawdown = größter Rückgang des Betriebsgewinns 2021–2025 in Prozent; ⁴ Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne; Quelle: Eigene Berechnungen mit Daten von Yahoo Finance, Finanzen.net; Stand: 09.10.2026. 

Wie bewerten wir die Aktie der Woche?

Bei der "Aktie der Woche" vergleicht Biallo regelmäßig große Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Wir ziehen dafür rund ein Dutzend Kennzahlen heran. Dazu zählen Umsatz- und Gewinnwachstum, Rentabilität, Kapitalstruktur oder die Analystenbewertung. Für jede Kategorie gibt es einen Punkt, wenn das Unternehmen in der Kategorie unter den Top 3 in der Vergleichsgruppe liegt. Bei Wachstumswerten berechnen wir zusätzlich die Stabilität des Wachstums: Liegt sie über einem definierten Schwellenwert, gibt es einen halben Zusatzpunkt. Insgesamt werden in elf Kategorien je ein Punkt und zusätzlich je ein halber Punkt für vier Stabilitätskriterien vergeben – maximal also 13 Punkte.

Welche Quellen haben wir für die Analyse verwendet?

https://www.deraktionaer.de/artikel/aktien/mcdonalds-aktie-an-der-spitze-des-dow-jones-das-ist-der-grund-20400551.html

https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/corporate-news/die-mcdonald-s-aktie-zeigt-nach-quartalszahlen-stabile-perspektiven/70081089

https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/corporate-news/die-mcdonald-s-aktie-reagiert-auf-q2-2026-zahlen-und-bleibt-nahe-dem/69941257

https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/corporate-news/die-mcdonald-s-aktie-profitiert-von-soliden-q2-zahlen-und-stabiler/69974479

https://www.xtb.com/de/Marktanalysen/Trading-News/mcdonald-s-aktie-leicht-im-plus-trotz-gemischter-ergebnisse-im-zweiten-quartal

https://www.it-boltwise.de/mcdonalds-quartalszahlen-2026-franchise-cashflow-digitale-kanaele-und-us-markt-fokus.html

Marketscreener, Yahoo Finance, Finanzen.net: Kennzahlen McDonald's, Stand: 09.10.2026

Hinweis: Die "Aktie der Woche" ist keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. Der Wert kann steigen oder fallen, und Verluste sind möglich. Die Analyse kann Fehler enthalten.

Über den Social Media & Videocreator Luis Ropero

Luis Ropero ist das Gesicht unserer Social-Media-Kanäle. Er ist verantwortlich für unseren Video-Content. Als erfahrener Videoproduzent steht er nicht nur vor der Kamera, sondern übernimmt auch die Recherche, den Schnitt und die Nachbearbeitung, damit unsere Videos ansprechend und professionell präsentiert werden. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Luis intensiv mit der Börse und dem Aktienmarkt – eine Leidenschaft, die er in jede Analyse und jedes Video einfließen lässt. Mit seiner kreativen Herangehensweise und seinem Blick für Details bringt er komplexe Finanzthemen auf den Punkt und macht sie leicht zugänglich. 

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