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DeutschlandBundesanleihen werfen wieder rund 3 Prozent ab. Grund sind Inflationsängste wegen des Iran-Kriegs. Sind die Staatpapiere jetzt sinnvoller als Festgeld? Für sicherheitsorientierte Anleger können sie in jedem Fall eine Alternative sein.
Ältere Anlegerinnen und Anleger dürfte die Situation an die Euro-Schuldenkrise erinnern: Damals trieb die Unsicherheit über die Stabilität der Eurozone die Renditen deutscher Staatsanleihen nach oben. Zehnjährige Bundesanleihen warfen Erträge von mehr als drei Prozent ab. Das war im Jahr 2011.
Jetzt erreichten die sogenannten „Bundrenditen“ erstmals wieder ein ähnliches Niveau: Wegen des Iran-Kriegs stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Anfang der Woche auf 3,07 Prozent – der höchste Stand seit 15 Jahren. Die sicheren deutschen Staatspapiere sind damit für Anlegerinnen und Anleger wieder sehr attraktiv. Doch können sie auch mit den besten deutschen Festgeldangeboten mithalten? Und worauf sollten Käufer bei den Bundeswertpapieren achten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Das hat vor allem mit Inflationsangst zu tun. Der Iran-Krieg hat die Rohölpreise und damit auch die Energiepreise in die Höhe getrieben. Das dürfte die Teuerung anheizen – und könnte die Notenbanken zu Zinserhöhungen zwingen. Investoren rechnen daher mit steigendem Zinsniveau und daher künftig auch mit höheren Zinsen für Bundeswertpapiere. Das lässt deren Renditen steigen (siehe Biallo-Info).
Anleger erhalten bei Bundesanleihen einen festen Zins, den „Kupon“. Am Ende der Laufzeit der Anleihe bekommen sie außerdem den ursprünglichen Ausgabepreis zurück. Kaufen sie die Anleihe daher günstiger als zum Ausgabepreis, erzielen sie eine Rendite über dem Kupon. Erwarten Investoren höhere Zinsen bei Staatsanleihen, verkaufen sie bestehende Papiere. Das lässt die Anleihekurse sinken und die Rendite steigen.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Renditen der Bundesanleihen deutlich nach oben gegangen. Zu Beginn des Kriegs lag die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen noch bei 2,65 Prozent. Zwischenzeitlich stieg sie über 3,00 Prozent. Zuletzt waren es 2,97 Prozent (Stand: 25. März 2026). Die aktuellen Renditen deutscher Staatspapiere zeigt die Tabelle.
| Laufzeit | Rendite deutscher | Bester Festgeldzins | üblicher |
| 1 Jahr | 2,42 % | 3,00 % | 1,63 % |
| 2 Jahre | 2,61 % | 2,70 % | 1,74 % |
| 3 Jahre | 2,57 % | 2,80 % | 1,87 % |
| 5 Jahre | 2,70 % | 3,00 % | 2,06 % |
| 10 Jahre | 2,97 % | 3,05 % | 2,41 % |
Die Übersicht vergleicht die Bundrenditen mit den besten Zinsen von Festgeldangeboten mit deutscher Einlagensicherung – also bei Anbietern mit Sitz in Deutschland und höchstem Einlagenschutz. Es wird deutlich, dass die Staatspapiere trotz gestiegener Renditen den besten Festgeldern hinterherhinken.
Verglichen mit dem Marktdurchschnitt allerdings sind die Bundrenditen deutlich besser. Für etliche Sparer dürften die Staatspapiere daher derzeit rentabler sein als die Festgeldangebote der eigenen Hausbank.
Der Bund bietet eine ganze Reihe von Wertpapieren mit unterschiedlichen (Rest-) Laufzeiten an. Wer ein Depot besitzt, kann die Staatspapiere über seinen Broker erwerben. Dazu gibt man in der Suchmaske die ISIN des Papiers ein. Die Tabelle zeigt eine Auswahl von Bundeswertpapieren mit unterschiedlichen (Rest-) Laufzeiten, Zinskupons und Renditen. Die genaue Laufzeit der Papiere ergibt sich dabei aus der Fälligkeit:
| Restlaufzeit¹ | Wertpapier | ISIN | ZInskupon | Rendite | Fälligkeit |
| 1 Jahr | Bundesschatzanweisung | DE000BU22080 | 2,20 | 2,51 % | 11.03.2027 |
| 2 Jahre | Bundesobligation | DE000BU25000 | 2,20 | 2,60 % | 13.04.2028 |
| 3 Jahre | Bundesobligation | DE000BU25026 | 2,10 | 2,63 % | 12.04.2029 |
| 5 Jahre | Bundesobligation | DE000BU25067 | 2,50 | 2,71 % | 16.04.2031 |
| 10 Jahre | Bundesanleihe | DE000BU2Z064 | 2,90 | 2,97 % | 15.02.2036 |
Wichtig dabei: Die ausgewiesene Rendite erzielen Anlegerinnen und Anleger nur, wenn sie das Papier bis zum Ende der (Rest-) Laufzeit halten. Denn die Kurse der Papiere schwanken täglich – und damit auch die Renditen. Wer das Papier vor dem Ende der Laufzeit verkauft, erzielt in der Regel einen anderen Kurs als den Rücknahmekurs (der dem Ausgabekurs entspricht) – und damit auch eine andere Rendite. Entspannt sich etwa die Lage im Nahen Osten, dürfte die Inflationsangst zurückgehen. Die Renditen sollten dann wieder sinken.
Vor allem auf die Kosten: Denn sie können die Rendite der Staatpapiere schmälern. So verlangen etwa Filial- und Direktbanken für einmalige Wertpapierkäufe in der Regel eine Ordergebühr. Wer etwa bei Comdirect oder ING Bundesanleihen für 10.000 Euro kauft, zahlt dafür ein Orderentgelt von 29,90 Euro. Das geht vom Ertrag ab – und schmälert die Gesamtrendite um 0,3 Prozentpunkte. Bei der einjährigen Bundesschatzanweisung aus der Tabelle oben bleibt also nur noch eine Rendite von 2,21 Prozent übrig.
Beim Neobroker Trade Republic wird bei Wertpapierkäufen pauschal 1 Euro fällig. Das macht bei einem Kauf über 10.000 Euro 0,01 Prozent bei der Rendite aus. Die beiden Sieger im Depottest 2026 von biallo.de, Traders Place und Smartbroker+, verlangen keine Ordergebühr. Dort können Anlegerinnen und Anleger also mit der kompletten Rendite kalkulieren.
Bundeswertpapiere sind vor allem etwas für Anlegerinnen und Anleger, die eine sehr sichere Anlagemöglichkeit suchen. Zwar gibt es derzeit einige Festgeld-Angebote mit deutscher Einlagensicherung, die noch bessere Zinsen bieten. Um sie zu nutzen, müssen Anlegerinnen und Anleger allerdings bereit sein, zum jeweiligen Festgeldanbieter zu wechseln. Wer den Wechsel scheut und bei seiner Bank kein gutes Festgeld-Angebot findet, für den kann ein gut rentierendes deutsches Staatspapier derzeit eine Alternative sein. Voraussetzung ist allerdings ein Depot, bei dem im besten Fall weder für Depotführung noch für Wertpapierorders bedeutende Gebühren anfallen.
Wer bei der Festgeldanlage Wert auf höchste Sicherheit seiner Einlagen legt, aber nicht unbedingt die deutsche Einlagensicherung braucht, der findet beim Liechtensteiner Anbieter willbe gute Angebote. Die Tochter der Liechtensteiner Landesbank bietet bei Laufzeiten von zwei bis zehn Jahren derzeit Zinsen um die 3,00 Prozent und mehr. Die konkreten Zinssätze finden Sie in unserem Festgeld-Vergleich (siehe auch Tabelle unten).

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