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Auf einen Blick
  • Bitcoin markiert neues Allzeithoch und heizt das Interesse an Krypto-Werten wieder stark an.

  • Immer mehr Unternehmen erproben die Nutzung von Kryptowährungen auf dem Massenmarkt.

  • Facebook erlitt bei der Ankündigung seiner eigenen Kryptowährung eine mediale Niederlage.
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Digitalwährungen wie Bitcoin und Ethereum sind inzwischen schon lange auf dem Markt und vergleichsweise gut bekannt. Zum Jahresende katapultieren sich die Kryptowährungen wieder nach ganz vorne in den Medien: Bitcoin markiert einen neuen Allzeithoch und auch viele Kryptowährungen sind auf Rekordhoch. Doch einige Kryptowährungen sollen gar nicht im Wert steigen, sondern zeichnen sich durch die Konstanz aus: Stablecoins.

Der Name Stablecoins bedeutet frei übersetzt stabile Münzen. Das ist eine Anspielung auf die Grundlage dieses Coins. Im Gegensatz zu Bitcoin, der keinen intrinsischen Wert hat, sind Stablecoins an andere Vermögensgegenstände geknüpft. Dies soll die Volatilität reduzieren beziehungsweise gänzlich vermeiden. Ein Euro Stablecoin könnte beispielsweise als Kryptowährung eins zu eins den Wert des Euro widerspiegeln – alternativ wären aber auch Rohstoffe wie Gold und Öl als Basiswert für einen Stablecoin denkbar. Dabei gibt es unterschiedliche Methodiken, wie der Wert des Stablecoins an einen Vermögenswert geknüpft wird, die wiederum alle ihre eigenen Vorteile und Nachteile haben.

Diese sind zwar auch eine Kryptowährung, jedoch (meistens) an eine herkömmliche Fiat-Währung geknüpft. Kryptowährungen galten lange – und wie die jüngste Preisrally zeigt immer noch – als sehr volatil und eignen sich damit weniger als Zahlungsmittel. Stablecoins hingegen verbinden die technischen Vorteile von Kryptowährungen mit der Stabilität einer klassischen Währung.

Im Idealfall sind bei Kryptowährungen einige Faktoren wichtig, anhand deren Sie die Qualität der Stablecoins überprüfen können:

  • Dezentralität
  • Konsensmechanismus
  • Transaktionsgeschwindigkeit
  • Transparenz
  • Preisstabilität

In der Praxis gibt es jedoch oft hybride Modelle, die teilweise privat sind oder von Unternehmen betrieben werden, sodass die Dezentralität beispielsweise nur eingeschränkt verfügbar ist.

Stablecoins schaffen Innovationsmöglichkeiten

Eine digitale Währung, auf dessen Wert sich Nutzer verlassen können, bietet zahlreiche neue Innovationsfelder für Start-ups und Fintechs. Die Wege des klassischen Giralbankgeldes scheint in der aktuellen Zeit unnötig kompliziert und aufwendig: Sprich teuer. Stablecoins haben das Potenzial die Gebühren für alle beteiligten Partner zu reduzieren. Da ist es sinnvoll, dass nach China nun auch die Europäische Union und die Schweiz über eine digitale Variante ihrer Währungen nachdenken. Ob dieses nun klassische Stablecoins auf Basis von Kryptowährungen werden, sei einmal dahingestellt. Oftmals werden diese staatlichen Digitalwährungen zwar in einem Atemzug mit Stablecoins erwähnt, sind jedoch im Gegensatz zu dem Ideal der Kryptowährungen von einem Staat kontrolliert. 

Die Central Bank Digital Currency (kurz CBDC) liefert das Versprechen von einem einfachen, günstigen und effektiven Zahlungsmittel. Die Europäische Zentralbank ist dran und China experimentiert bereits seit einigen Jahren mit einem digitalen Yuan (auch genannt: Chinese Digital Currency Electronic Payment). In der Schweiz soll dies der digitale Franken sein. Noch in diesem Jahr wurde eine Präsentation seitens der Zentralbank in der Schweiz versprochen – Zielgruppe seien hier aber erstmal nur die Banken und Versicherungen, keine Endverbraucher. Privatpersonen profitieren von dem Digitalfranken also wohl vorerst nicht direkt. 

Doch auch in der EU steht die digitale Währung noch ganz am Anfang. EZB-Präsidentin Christine Lagarde erklärte dazu, man wolle mit der digitalen Währung “für eine digitale Zukunft gerüstet sein“ und austesten, wie sich Angebot und Nachfrage für solche Digitalwährungen verhalten. Nach dem Erfolg von digitalen Kryptowährungen, meist auf Blockchain-Basis wie BitcoinRipple oder Ethereum, sind die Zentralbanken und Staaten alarmiert. Die EU wie auch andere Staaten befürchten die Hoheit über die Währungen an private Konsortiums wie Libra zu verlieren.

Doch wie genau sieht der digitale Euro eigentlich aus? Die EZB erklärt dazu: “Wie auch immer der Aufbau und die Funktionsweise eines digitalen Euro aussehen mag, er wäre eine elektronische Form von Zentralbankgeld, die allen Bürgern und Unternehmen zugänglich ist.” Im Gegensatz zu dem digitalen Franken in der Schweiz wäre der digitale Euro also auch für Privatpersonen zugänglich. Das ermöglicht Unternehmen und Startups zahlreiche neue Anwendungsfelder.

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Stablecoin EURB auf Euro

Einen Schritt weiter sind die Firmen Bitbond und das Bankhaus von der Heydt – sie haben im Dezember in einer Pressemitteilung einen privaten Stablecoin auf Basis des Euros angekündigt. Der “EURB” basiert auf dem Stellar Blockchain Netzwerk. Der Stablecoin EURB kann sowohl von Kunden des Bankhauses als auch von Drittplattformen genutzt werden, um Zahlungstransaktionen on-chain abzuwickeln. “Das ist ein Paradebeispiel für die Art und Weise, wie traditionelles Bankwesen und Blockchain zusammenpassen können, indem eine der ältesten Banken in Europa mit einem Fintech-Startup zusammenfinden, um aufregende Innovationen im Bereich digitale Währungen zu liefern," sagt Denelle Dixon, CEO und Executive Director der Stellar Development Foundation. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Stablecoin angenommen wird und ob sich der Bund kritisch gegenüber privaten Stablecoins zeigt. 

Ein bereits etablierter Stablecoin ist Tether. Dieser Coin bildet den US-Dollar ziemlich exakt ab. Jeder ausgegebene Tether soll dabei mit einem US-Dollar hinterlegt sein, wobei das Unternehmen Tether Limited die US-Dollar hält und verwahrt. Ziel ist es den Wert eines Tethers aufrecht zu halten und eine Preisstabilität zu gewährleisten. Jedoch ist auch dies nicht unumstritten, da im Gegensatz zu Bitcoin oder anderen Kryptowährungen wieder ein privates Unternehmen im Mittelpunkt steht. Es bleibt also abzuwarten, wie diese hybriden Modelle funktionieren und wie wichtig die Dezentralität ist.

Sicherheitsbedenken bei Deutschlands Verbrauchern

So sehr Unternehmen und Staaten die Entwicklung vorantreiben, herrschen aber gerade in Deutschland auch viele Sicherheitsbedenken gegen solche Innovationen. Die kontaktlosen Zahlungen –­ insbesondere am Smartphone – liegen nur bei den unter 40-Jährigen im Trend. Rund 30 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, traditionelle Zahlungsmethoden vorzuziehen, um das Missbrauchsrisiko mit Daten zu reduzieren. Diese Grundeinstellung zeigt gleichzeitig, dass Kryptowährungen auf absehbare Zeit auf starken Gegenwind in der Bundesrepublik stoßen könnten - und das nicht nur auf Seiten der Politik.

Der CDU Abgeordnete und Jurist Thomas Heilmann erklärte im Frühjahr, man wolle keine "marktrelevanten privaten Stablecoins" zulassen. Die Bundesregierung, so schätzen Experten, sieht einen Wettbewerb bei einigen Stablecoins von großen Unternehmen gegenüber dem Euro. Die Befürchtung ist berechtigt, wenn man sich das gewaltige Netzwerk von Facebook oder Apple anschaut, mit hunderten Millionen respektive Milliarden Nutzern.

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Facebook und das Stablecoin-Projekt "Libra"

Doch weltweit tummeln sich inzwischen immer mehr große Unternehmen auf der Suche nach massentauglichen Anwendungen im Bereich der Kryptowährungen. Facebook ist dabei schon über das Ziel hinaus geschossen und musste viel Kritik einstecken für seinen angekündigten Stablecoin Libra. Eigentlich sollte Libra bereits in 2020 auf dem Markt starten – daraus ist nichts geworden. Kurz schien es so, als ob das Projekt vollständig eingestellt wird. Der Gegenwind von Verbraucherschützern und Politikern war enorm. Viele der ursprünglichen Partner haben das Projekt unter der Führung von Facebook bereits wieder verlassen und sich davon distanziert. Zu den Aussteigern gehören unter anderem PayPal, Mastercard, Vodafone and eBay. 

Der genaue Starttermin von Libra hängt aber auch davon ab, wann das Projekt von der Schweizer Finanzmarktaufsicht die Genehmigung für den Betrieb als Zahlungsdienstleister erhält. Als möglicher Termin kursiert nun wieder laut einem Bericht der Financial Times bereits der Januar 2021. Der Starttermin könnte also nur noch wenige Wochen entfernt sein. Libra heißt dabei jedoch nun Diem und wird in einem viel geringeren Umfang kommen als ursprünglich geplant.

Die zahlreichen Datenschutzpannen und Skandale – beispielsweise bei Cambridge Analytical – von Facebook haben dem Vertrauen und der Marke des Konzerns stark geschadet. Politiker wie Gesetzgeber blicken daher mit Argwohn auf die Pläne von Facebook, eine eigene Währung herauszugeben. Aus diesem Grund haben sich auch zahlreiche Partner der ersten Stunde von dem Projekt verabschiedet. 

Dabei sitzt die Libra Association nicht etwa im Silicon Valley, sondern residiert offiziell in der Schweiz. Aus diesem Grund ist auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma offiziell für Libra zuständig. Die Finma sieht in dem Projekt jedoch ebenfalls einige Hürden. Ihrer Aussage nach kommt aufgrund der Tragweite des Projekts nur ein international koordiniertes Vorgehen aller Regulierungsbehörden in Frage. Der Marktstart im Januar steht also noch auf wackeligen Beinen. 

Ein erklärtes Ziel von Libra sei es, Menschen in Schwellenländern ohne Bankkonto den Zahlungsverkehr erheblich zu erleichtern. Kritiker bezweifeln jedoch, dass Libra weder günstiger noch effizienter sein würde als vergleichbare bargeldlose Zahlungsverkehrssysteme. Es gibt bereits namhafte Unternehmen und Organisationen, die den Zugang zu Finanztransaktionen in Entwicklungsländer erleichtern, beispielsweise M-Pesa in Afrika.

Unternehmen wollen vom Blockchain-Hype profitieren

Die Blockchain-Ideen, die nun von Unternehmen beworben werden, haben wenig mit dem Grundgedanken der ursprünglichen Kryptowährungen gemeinsam. Bitcoin, die erste Kryptowährung, zeichnet sich insbesondere durch die dezentralisierte Struktur aus. Die digitale Währung gehört niemandem im rechtlichen Sinne und wird daher auch von niemandem kontrolliert.

Unternehmen wie Facebook hingegen, so scheint es, benutzen nun den Begriff "Krypto" und "Blockchain", um von dem Hype dieser Technologie zu profitieren. Kryptowährung als Marketingmaßnahme sozusagen. Das Motiv von Facebook ist dabei klar: Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit nutzen Whatsapp, Instagram und Facebook. Die Form der virtuellen Bezahlung per hauseigener Kryptowährung könnte hier schnell eine sehr hohe Reichweite erzielen – schneller als traditionelle Währungen das je könnten.

Doch genau das ruft auch eine Vielzahl von Kritikern hervor. Das sind auf der einen Seite Verbraucherschützer – aber auf der anderen Seite auch Politiker und Notenbanken. Die sehen teilweise die Gefahr ihre hoheitlichen Aufgaben an einen Konzern zu verlieren. Das Netzwerk von Facebooks Projekt "Libra" liest sich dabei wie das Who is Who der digitalen Dienstleister: Mastercard, Vodafone, Spotify und viele weitere namhafte Unternehmen. Die Reichweite, Umsetzungsfähigkeit und die Profitabilität von Libra überraschen dabei wohl kaum jemanden. Das größte Hindernis liegt woanders.

Die zahlreichen Datenschutzpannen und Skandale – beispielsweise bei Cambridge Analytical – von Facebook haben dem Vertrauen und der Marke des Konzerns stark geschadet. Politiker wie Gesetzgeber blicken daher mit Argwohn auf die Pläne von Facebook, eine eigene Währung herauszugeben. Immer wieder haben sich in den USA auch konkret einzelne Senatoren lautstark gegen das Projekt und den damit verbunden Machtzuwachs von Facebook ausgesprochen.

Ausblick Stablecoins und Open Banking

Ein weiterer interessanter Aspekt von Stablecoins sind Micro-Payments. Das sind kleinste Beträge, die bei den geringsten Bankgebühren kaum mehr rentabel sind. Über eine automatisierte Abwicklung bei Digitalwährungen wäre es problemlos möglich diese Beträge direkt zwischen Maschinen zu begleichen. Maschinen könnten also bei gewissen Zustandsänderungen automatisiert Zahlungen freigeben oder beeinflussen. Im Vergleich zu einem klassischen Bankkonto wäre die Autorisierung eines Wallets für die Maschinen einfach umzusetzen. Ein weiterer Anwendungsbereich ist das oft zitierte Thema Smart City.

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang oft fällt, ist Open Banking. Dies ist der neue Hoffnungsträger bei vielen Fintechs. In der Theorie sollte es so möglich sein, einfache Anbindungen an die Bank Accounts von Kunden herzustellen und gezielte Dienstleistungen anzubieten. Die Liste an innovativen Ideen ist lang, von dem digitalen Personalausweis, über automatisierte Kreditvergabe bis hin zu automatisierten Zahlungslösungen. Wirkliche Standards und offene Schnittstellen gibt es aber auch nach der Einführung der EU-Richtlinie PSD2 immer noch nicht. Eine Digitalwährung, könnte diesen Prozess beschleunigen. Im Idealfall wäre ein digitaler Euro mit einheitlichen Schnittstellen ganz einfach adressierbar und ebnet damit den Weg für neue Innovationen in Europa.

Biallo-Fazit: Stablecoins müssen sich noch bewehren

Stablecoins haben also tatsächlich die Möglichkeit, sich als Zahlungsmittel zu etablieren und die Vorteile von Kryptowährungen und klassischen Fiat-Währungen (insbesondere deren Stabilität) zu verbinden. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen die Politik liefert und wie diese mit privaten oder dezentralen Stablecoins umgehen wird.



Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

  Tim Stockschläger